Gieb das >Ich< auf und du bist das >All<.«

Was für eine Welt war das, in der die beiden lebten? Welch' eine

gesegnete, reine; und Lu pflanzte Blumen in diese Welt.

In Lus Augen aber stand immer: »Wirst du mein Lieber, dein Werk

vollenden? Wirst du mir auch bleiben? Was kann ich thun, um dich zu

halten? Wie soll ich's ertragen, wenn du mir genommen wirst? Was kann

ich thun, ich Arme? Ich möchte mich wie einen Teppich zu deinen Füßen

legen, wenn es dir hülfe.«

Isolde kannte Lus schmerzvolle Liebe, die den Tod jede Stunde neben dem

Liebsten stehen sieht. Es ist leidvoll zu lieben. Aber es ist Leben!

Schweres, banges Leben.

Und Isolde lebte nicht!

Leben kann man nur im andern. Sich ganz fühlen kann man nur im andern.

Im Zusammenfließen mit einem andern. -- Aber wer lebt dann?

Ah -- was für ein Schatten sie ist.

Wieder breitet sie die Hände aus, als wäre sie ans Kreuz genagelt. Ihr

Gesicht trägt einen bitter wehen Ausdruck.

Welches Unglück ist über sie gekommen!

Ja, davon hat sie doch keine Ahnung gehabt, daß sie so sehr unglücklich

war, so ohne Boden für ihre Füße, ohne Halt für ihre Seele -- so ein

ganz unsäglich verlassenes Geschöpf.

Draußen im Dunkeln das Junge -- Neue -- Wiedergeborene!

Halbtier: Roman · 第 49 / 54 题