Sie hatte über Freys Glückswechsel auch zu Henry Mengersen gesprochen,
der ihr wenige Tage darauf mitteilte, daß er eins dieser Mädchen zu
heiraten beabsichtige.
Mrs. Wendland war nicht ohne Erstaunen.
»Sehr einfach,« sagte Mengersen, »ich habe mir alles überlegt: Meine
künftige Frau muß wohlhabend sein, jung, schön, anspruchslos. Diese
Dinge trifft man selten beisammen. Hier ist dies der Fall. Bitte, dich
zu überzeugen.«
»Ich halte Isolde durchaus nicht für anspruchslos, lieber Henry,« sagte
Mistreß Wendland. »Isolde ist ein Rassegeschöpf, die sind an und für
sich ......«
»Die andere aber halte ich für vollkommen anspruchslos,« unterbrach
Henry Mengersen. »Die ist ganz, was ich suche.«
»Die andre?« fragte Mrs. Wendland verwundert.
»Und weshalb nicht?« meinte er scharf und dachte: >Hat Isolde
geplaudert?<
Mrs. Wendland blickte gedankenvoll vor sich hin.
»Isolde ist bei weitem interessanter.«
»Mag sein. Beste Mary, -- eine interessante Frau? Dazu kunstsinnig,
mitempfindend, nachempfindend -- Gott weiß, was noch! Alle Achtung! Nein
-- nicht um die Welt! Und außerdem ist Fräulein Isolde auch in anderer
Beziehung nicht mein Geschmack. So etwas heiratet man nicht. Sie ist
herb, wie eine junge Quelle? Nicht wahr?« Er lächelte fein und kühl.
»Und ich behaupte, sie ist ein kleiner, frecher Dachs, dem es recht gut
thun wird, wenn sie sieht, daß man ihre Schwester ihr vorzieht. Ich
glaube, diese Erfahrung ist außerordentlich wichtig für das Mädchen.«
Mrs. Wendland lächelte: »Also aus erzieherischen Gründen wollen Sie
Marie die Resten von Ihr Dessert geben und nicht Isolden? Sie werden ein
ganz reizender Ehemann werden. ^Cold as charity^ -- kalt wie die
Barmherzigkeit, man sagt. O, ich möchte mich nicht mit Ihnen heiraten,
lieber Henry. Mich friert, holen Sie mir, meinen kleinen Shawl, bitte.
Ach und nun werden Sie also philiströs; ein Mann, was hat gelebt, wie
du, ist so komisch als tugendhafte Ehemann zu denken!
Nun, also heiraten Sie sich die kleine Frey.