Und nun stand sie ihrem Vater gegenüber.
Der ganze Jammer ihrer Lage stürmte auf sie ein, ihr zertretener
Stolz bäumte sich auf gegen die Demütigung, die in dieser Heimkehr
lag. Wie oft hatte ihr Vater sie gewarnt; nun mußte sie vor ihn
treten, die Scherben ihres Glückes in den Händen. Es war ihr ums
Herz, als zerbräche etwas in ihr, als müsse sie den letzten Funken
Selbstbewußtsein begraben.
Er hatte ihren Wagen nicht kommen gehört. Überrascht blickte er auf,
als es leise an seine Tür klopfte, und die Tochter eintrat.
Ein Blick sagte ihm alles. Aber sie mußte ihm selbst sagen, warum sie
nach kaum vierundzwanzig Stunden ins Elternhaus zurückkehrte. Sein
Gerechtigkeitsgefühl forderte ihre Erklärung dem Manne gegenüber, den
er, ob auch widerstrebenden Herzens, als Sohn anerkannt.
»Du kommst zurück, Ilse?« fragte er, sich erhebend und der jungen Frau
einen Stuhl neben den Schreibtisch rückend.
Dann saßen sie sich gegenüber.
Sorgenvoll ruhte sein Auge auf ihr.