»Ja, Schatz!« Sie faßte seine Hand. »Aber nicht wahr, du bist ein
rechter Kambach wie dein Vater?«
Eine leichte Verlegenheit malte sich auf seinem Gesicht. »Mein Vater
steht hoch über mir!« gestand er ehrlich.
Gräfin Bühler drängte zum Aufbruch. »Kinder, wir müssen fahren.
Großpapa erwartet uns.«
Der junge Offizier sah sie erstaunt an; aber er schwieg. Sie wußte
doch, daß der alte Herr nach Dambeck wollte.
Sibylle war der Vorgang entgangen. Glücklich blickte sie auf Frau
Sabinens Geschenk. »Es soll mir ein doppelt liebes Andenken sein,«
sagte sie und küßte die schmale Hand. --
Der Diener meldete den Wagen.
Mit großer Lebhaftigkeit verabschiedete sich die Gräfin, allem Anschein
nach froh, diesen Besuch hinter sich zu haben.
»Komm bald wieder, Sibylle,« bat die alte Exzellenz, die Braut des
Enkels umarmend, »aber bleib' über Nacht! Ich sehne mich nach deinem
Geigenspiel!«
Dann sah sie den Abfahrenden nach.
›Sie ist eine rechte Bühler,‹ zog es ihr durch den Sinn, während ihr
Blick der anmutigen Mädchengestalt folgte, die ihr die letzten Grüße
zuwinkte, -- ›sie wird ihm helfen, ein Mann zu werden!‹ Lange noch
stand sie und schaute dem dahinrollenden Gefährt nach. »Wenn er sie nur
glücklich macht!« seufzte sie.