Kotschkarjow und Podkoliessin.
Podkoliessin. Nun, lieber Freund, ich bin dir wirklich dankbar. Jetzt
begreife ich erst, was du mir für einen Dienst erwiesen hast. Mein
eigener Vater konnte nicht das für mich tun, was du mir getan hast. Ja,
jetzt sehe ich es, du hast dich nur von deiner Freundschaft leiten
lassen. Ich danke dir, Bruder! Ja, das werde ich dir nie vergessen.
(Gerührt.) Nächstes Frühjahr werde ich dem Grabe deines Vaters einen
Besuch abstatten.
Kotschkarjow. Ach, nicht doch, lieber Freund! Ich freue mich ja selber.
Komm, laß dich küssen. (Küßt ihn erst auf eine und dann auf die andre
Backe.) Gebe Gott, daß du glücklich wirst. (Sie küssen sich.)
Hoffentlich schickt er dir nun auch Reichtum und Überfluß und einen
ganzen Haufen Kinder.
Podkoliessin. Dank dir, Bruder! Wahrhaftig; jetzt erst fange ich an, zu
begreifen, was es heißt, leben! Eine völlig neue Welt tut sich plötzlich
vor mir auf ... Nun erkenne ich, daß sich das alles bewegt, sich regt,
fühlt, empfindet, sich gewissermaßen verflüchtigt, weißt du, man weiß
sozusagen selbst nicht recht, wie und was eigentlich vorgeht. Früher
aber habe ich nichts davon gesehen, nichts von alle dem begriffen. Das
heißt, ich war einfach ein unwissender, ahnungsloser Mensch, der über
nichts weiter nachdachte, in nichts tiefer hineinblickte, und so
dahinlebte ... wie jeder andre Mensch.
Kotschkarjow. Das freut mich, freut mich von Herzen. Doch, ich muß jetzt
gehen und mal nachschauen, ob der Tisch auch gut gedeckt ist. Ich bin
gleich wieder da. (Beiseite.) Aber seinen Hut will ich doch lieber
verstecken, für alle Fälle. (Er nimmt den Hut und trägt ihn mit sich
fort.)