Die Vorigen und Starikow.
Starikow (verbeugt sich lebhaft und schnell wie ein Kaufmann und stemmt
die Hände ein wenig in die Seite). Guten Tag, Mütterchen Arina
Panteleimonowna. Bei uns in der Passage war davon die Rede, Sie hätten
Wolle zu verkaufen, Mütterchen.
Agathe Tichonowna (wendet sich verächtlich ab, halblaut murmelnd, aber
so, daß er es verstehen kann). Hier ist doch kein Kramladen.
Starikow. Ei, also komm' ich wohl nicht zupaß? Oder ist der Brei schon
ohne mich ausgelöffelt?
Arina Panteleimonowna. Bitte, bitte, Alexei Dmitriewitsch, wenn wir auch
nicht mit Wolle handeln, aber wir freuen uns doch sehr, daß Sie uns das
Vergnügen machen. Bitte, nehmen Sie Platz.
(Alle sitzen schweigend da. Pause.)
Eierkuchen. Ein äußerst seltsames Wetter heute. Morgens, da sah es ganz
so aus, als ob es regnen wollte. Jetzt jedoch scheint es wieder vorüber
zu sein.
Agathe Tichonowna. Ja, dieses Wetter ist wirklich furchtbar ... Bald ist
es hell, und bald regnet es unaufhörlich. Ein höchst peinliches Wetter.
Schewakin. Ganz recht! Zum Beispiel -- sehen Sie in Sizilien,
Mütterchen! Wir waren einmal im Frühjahr mit unserer Flotte dort. Die
jetzige Jahreszeit entspricht ungefähr unserem Februar. Wenn man da
seine Schritte ins Freie lenkt, dann leuchtet die Sonne. Und dann fängt
es plötzlich an zu regnen, und wenn man genauer zusieht, dann regnet es
wirklich.
Eierkuchen. Das Unangenehmste bei solch einem Wetter ist, alleine zu
Hause zu sitzen. Bei einem verheirateten Manne, da ist's doch eine ganz
andere Sache. Der langweilt sich nicht; aber, wenn man alleine sitzt,
das ist einfach nicht zum ...
Schewakin. Oh, eine tödtliche Langeweile!
Anutschkin. Ja, das dürfte man wohl behaupten.
Kotschkarjow. Ach was, die reinste Folter ist es. Man wird seines Lebens
nicht mehr froh. Gott bewahre mich vor einem solchen Zustand.
Eierkuchen. Wie wäre es nun, mein Fräulein, wenn Sie in die Lage kämen,
sich ein ... einen ... Gegenstand zu wählen? Kann ich Ihren Geschmack
erfahren? Entschuldigen Sie, daß ich so frei von der Leber rede ... Was
paßte Ihnen wohl am besten? Ich meine, welches Amt müßte Ihr Mann
bekleiden?
Schewakin. Wollten Sie nicht einen Mann Ihr eigen nennen, der sich mit
allen Stürmen des Meeres herumgeschlagen hat? ...
Kotschkarjow. Nein, nein, der beste Mann ist meiner Meinung nach nur
einer, der ein ganzes Departement leiten kann.
Anutschkin. O bitte, warum denn ein solches Vorurteil. Warum wollten Sie
einen Mann geringschätzen, der vielleicht nur bei der Infanterie gedient
hat, der es aber doch versteht, die Formen der feinen Welt zu schätzen.
Eierkuchen. Entscheiden Sie, Fräulein!
Agathe Tichonowna (schweigt).
Thekla. So sprechen Sie doch, Mütterchen! Reden Sie doch einen Ton.
Eierkuchen. Nun Fräulein, bitte, wie steht's? ...
Kotschkarjow. Wie denken Sie darüber, Agathe Tichonowna?
Thekla (leise zu ihr). Sagen Sie doch irgendwas, ... sagen Sie nur: »Ich
danke bestens,« oder »mit Vergnügen!« Man sitzt doch nicht so stumm da.
Agathe Tichonowna (leise). Ich schäme mich ja! Ich schäme mich wirklich.
Ich will lieber gehen ... wirklich, ich will gehen. Tantchen, bleiben
Sie statt meiner hier.
Thekla. Ach, tu mir doch diese Schande nicht an. Lauf nur nicht fort, du
blamierst uns ja nur. Weiß Gott, was sie von uns denken werden? ...
Agathe Tichonowna (wie vorher). Nein, ich geh ... ich geh ... ich geh
wirklich ... (Sie läuft hinaus; Thekla und Arina Panteleimonowna folgen
ihr.)