Die Vorigen ohne die Frauen.
Eierkuchen. Da haben wir's! Jetzt laufen sie alle fort. Was soll das nun
wieder bedeuten? ...
Kotschkarjow. Wahrscheinlich ist irgend etwas passiert? ...
Schewakin. Vielleicht ist die Toilette in Unordnung geraten. Man muß
etwas nachhelfen ... Vielleicht das Mieder feststecken ... (Thekla kommt
zurück; alle stürzen mit Fragen auf sie zu.) Nun, nun, was ist los?
Kotschkarjow. Ist was passiert? ...
Thekla. Wie soll denn was passiert sein! Bei Gott! Nichts ist passiert.
Kotschkarjow. Warum ist sie denn dann fortgelaufen?
Thekla. Ihr habt sie in Verlegenheit gebracht. Darum ist sie
rausgelaufen. Sie war ja ganz verwirrt und wußte nicht mehr ein noch
aus. Sie bittet mich, daß Ihr sie entschuldigen sollt. Ihr möchtet doch
heute abend zu einem Glas Tee kommen. (Geht ab).
Eierkuchen. Eh, dieses Glas Tee! Deswegen kann mir die ganze Heiraterei
gestohlen werden. Nun geht wieder die Plackerei von vorne los ... »Heute
haben wir keine Zeit ... bitte kommen Sie morgen ... oder übermorgen ...
auf ein Glas Tee! Wir müssen es uns noch überlegen« ... Und dabei ist
die Heirat doch 'ne ganz lumpige Sache. Erfordert durchaus kein
Kopfzerbrechen. Hol's der Teufel! Ich steh im Dienst, ich hab' keine
Zeit.
Kotschkarjow (zu Podkoliessin). Hör mal du, das Mädel ist nicht übel,
was? ...
Podkoliessin. Durchaus nicht übel!
Schewakin. Nettes Mädchen das!
Kotschkarjow (beiseite). Teufel, dieser Esel ist wohl verliebt! Er
verpfuscht uns womöglich noch die ganze Geschichte. (Laut.) Die ist doch
nicht nett! Auch nicht im mindesten.
Eierkuchen. Die Nase ist zu groß.
Schewakin. O nein. Davon habe ich nichts bemerkt. Sie ist ein richtiges
Röschen!
Anutschkin. Auch ich möchte mich dieser Ansicht anschließen. Es ist doch
nichts Rechtes. Ich möchte sogar zweifeln, daß sie etwas von den Formen
der feinen Welt versteht. Es ist noch die Frage, ob sie das Französische
beherrscht.
Schewakin. Aha, dann gestatten Sie mir wohl die Frage, warum haben Sie
es nicht versucht, mit ihr Französisch zu sprechen. Vielleicht kann sie
es doch?
Anutschkin. Sie glauben, daß ich des Französischen mächtig bin. Ach
nein, ich hatte leider niemals das Glück, eine dahingehende Erziehung zu
genießen. Mein Vater war ein Schweinehund, sozusagen ... ein Lump. Er
hat gar nicht daran gedacht, mich Französisch lernen zu lassen. Damals
war ich ja noch ein Kind; es wäre also ganz leicht gewesen, es mir
beizubringen. Ich hätte nur tüchtig Prügel zu bekommen brauchen, dann
könnte ich heute Französisch.
Schewakin. Da Sie es nun aber nicht verstehen, was könnte es Ihnen
nützen, wenn diese ...
Anutschkin. O nein! Bei einer Frau ist das etwas ganz anderes. Sie muß
es unbedingt können; sonst ist eben ... dieses und das und ... (er macht
ein paar Gesten) alles eben nicht in Ordnung.
Eierkuchen (beiseite). Mag sich ein anderer darüber den Kopf zerbrechen.
Ich will unterdessen mal hinlaufen und mir das Haus und seine beiden
Seitenflügel von unten ansehen. Wenn da nur alles in Ordnung ist, dann
setze ich es heute abend noch durch. Diese Herren Freier sind mir gewiß
nicht gefährlich, das ist ja man 'ne recht schwächliche Sorte. Solche
Gesellen! Nein, die Frauenzimmer haben einen andern Geschmack.
Schewakin. Man sollte sich eine Pfeife anzünden! Haben wir vielleicht
denselben Weg? Darf ich fragen, wo wohnen Sie doch gleich?
Anutschkin. Bitte sehr, in Peßki, in der Petrowski-Gasse.
Schewakin. Hm, das wäre allerdings ein Umweg. Ich wohne auf
Wassiliewski-Ostrow, in der achtzehnten Linie. Übrigens kann ich Sie
doch begleiten.
Starikow. Nein, die Herrschaften sind mir doch etwas zu hochnäsig. Na,
Agathe Tichonowna, Sie werden noch einmal an mich denken. Ich empfehle
mich Ihnen, meine Herren. (Er verbeugt sich und geht ab.)