Chlestakóff und Hübner.
Hübner. _Ich habe die Ehre, mich zu rekommandieren: Doktor der
Armenanstalten Hübner._
Chlestakóff. Bitte nehmen Sie gefälligst Platz.
Hübner. _Es freut mich sehr, die Ehre zu haben, einen so würdigen Mann
zu sehen, den die hohe Obrigkeit bevollmächtigt hat ..._
Chlestakóff. Bitte kein Deutsch, da bin ich recht wenig ... Sprechen wir
doch lieber russisch. Was ich sagen wollte: die Herren Beamten beziehen
jetzt allgemein ein recht gutes Gehalt. Haben Sie sich mit Geld
versehen?
[Fußnote 1: Der Humor dieser Szene geht in der Übersetzung größtenteils
verloren: Hübner nämlich spricht deutsch und radebrecht russisch,
Chlestakóff dagegen russisch und radebrecht deutsch. Die deutschen Worte
des Originals seien wenigstens im Druck gekennzeichnet. -- Anmerk. d.
Übers.]
Hübner. Geld? Wieso Geld?
Chlestakóff. Nun, ich würde Sie in dem Falle gebeten haben, es mir zu
borgen ... zu borgen ... Soll natürlich heißen: Sie _gibt_ es mir jetzt,
und ich gebe[2] es Ihnen später wieder.
Hübner. Geld ... Geld habe ich keins ... (zieht eine Brieftasche heraus
und schüttelt sie aus). _Sehen Sie!_ Nichts da ... nur eine Zigarre ...
weiter nichts ...
Chlestakóff. Na, dann ist nichts zu machen. Wo nichts ist, hat auch der
Kaiser sein Recht verloren.
Hübner (steckt die Brieftasche ein und greift in die Rocktasche).
_Wollen Sie eine Zigarre rauchen?_ (Zieht sie heraus und überreicht sie
ihm).
Chlestakóff. Recht gern, _gut_! Geben Sie her, _gibt_ (nimmt sie und
steckt sie an). Ganz leidliche Zigarre; gewiß aus Petersburg. (Bläst den
Rauch vor sich hin).
Hübner. Nein ... aus ... Riga ...
Chlestakóff. Aus Riga? So, das dachte ich mir gleich.
Hübner (steht auf und verbeugt sich). _Ich darf Sie nicht mehr
beunruhigen (sic!) und Ihnen die teure Zeit rauben, die Sie den
Staatsgeschäften widmen._ (Verabschiedet sich).
[Fußnote 2: Ein in der Übersetzung nicht zu veranschaulichender Wortwitz
des Originals.]
Chlestakóff. Adieu. War mir sehr angenehm.