15. Szene

Die Vorigen. Polizeimeister in größter Hast hereintretend.

Polizeimeister. Nie wieder, Euer Exzellenz! Verderben Sie mich nicht,

verderben Sie mich nicht!

Chlestakóff. Was haben Sie denn?

Polizeimeister. Die Kaufleute da haben sich bei Eurer Exzellenz

beschwert. Auf Ehre versichere ich, nicht die Hälfte von dem ist wahr,

was sie sagen. Sie selber betrügen und übervorteilen das Volk. Die

Unteroffiziersfrau hat Ihnen vorgelogen, ich hätte sie durchpeitschen

lassen. Sie lügt, bei Gott sie lügt. Sie hat sich selber

durchgepeitscht.

Chlestakóff. Weg mit der Unteroffiziersfrau! Was geht die mich an!

Polizeimeister. Glauben Sie ihnen nicht! Glauben Sie ihnen nicht! Das

sind solche Lügner, kein Wickelkind glaubt denen mehr. Die ganze Stadt

kennt sie als Lügner, und was die Spitzbüberei betrifft, sie selbst sind

Spitzbuben, wie es noch keine auf der Welt gab.

Anna Andréjewna. Weißt du denn auch, welcher Ehre uns Iwán

Alexándrowitsch würdigt? Er bittet um die Hand unserer Tochter.

Polizeimeister. Aber, aber, Frauchen, du bist von Sinnen! Bitte zürnen

Sie nicht, Exzellenz, sie ist ein bißchen wunderlich. Die Mutter war

auch so.

Chlestakóff. Nein, ich bitte tatsächlich um ihre Hand. Ich liebe sie.

Polizeimeister. Das kann ich unmöglich glauben, Exzellenz.

Anna Andréjewna. Aber wenn man es dir doch sagt!

Chlestakóff. Ich sage das nicht, um zu scherzen. Ich könnte vor Liebe

den Verstand verlieren.

Polizeimeister. Ich wage es nicht zu glauben, ich bin dieser Ehre nicht

würdig.

Chlestakóff. Wenn Sie sich weigern, mir die Hand ihrer Tochter zu geben,

dann bin ich weiß Gott wozu entschlossen.

Polizeimeister. Ich kann es nicht glauben. Sie belieben zu scherzen,

Exzellenz.

Anna Andréjewna. Nein, wahrhaftig, was für ein Tölpel! Wenn man's dir

doch nun sagt!

Polizeimeister. Ich kann's nicht glauben.

Chlestakóff. Geben Sie mir Ihre Hand, geben Sie, ich bin ein tollkühner

Mensch und zu allem bereit. Wenn ich mich erschieße, kommen Sie vors

Gericht.

Polizeimeister. O mein Gott, ich bin wirklich, wirklich nicht schuld,

weder mit Leib noch Seele. Bitte zürnen Sie nicht, handeln Sie, wie es

Ihre Gnaden für gut erachten. In meinem Kopfe sieht es augenblicklich

... ich weiß selbst nicht, was da vorgeht. Ich bin jetzt ein solcher

Narr, wie ich es noch niemals gewesen bin.

Anna Andréjewna. Nun, gib deinen Segen.

Chlestakóff (tritt mit Márja Antónowna heran).

Polizeimeister. So segne euch Gott, aber ich bin unschuldig!

(Chlestakóff tauscht mit Márja Küsse. Polizeimeister blickt auf sie.)

Was für ein Teufelskerl, es ist nicht zu sagen! (Reibt sich die Augen.)

Ja, ja, küssen sich, ganz klar, küssen sich. Genau wie ein Bräutigam!

Hui, da ist mir aber ein Glück einbeschert! Alle Wetter!

Sämmtliche Werke 5: Dramatische Werke · 第 58 / 240 题