Die Vorigen und Ossip.
Ossip. Der Wagen ist bereit.
Chlestakóff. Schön, Ossip, gleich.
Polizeimeister. Sie geruhen abzureisen?
Chlestakóff. Ja, ich reise.
Polizeimeister. Und wann -- das heißt -- ... Sie geruhten doch selber
vorhin auf eine Hochzeit anzuspielen?
Chlestakóff. Ach, das ist nur momentan. Ich reise bloß für einen Tag zu
meinem Onkel -- reicher alter Mann -- morgen bin ich wieder zurück.
Polizeimeister. Wir wagen nicht Sie zurückzuhalten -- in Hoffnung auf
ein glückbringendes Wiedersehen.
Chlestakóff. Aber was denn! Ich bin ja gleich wieder da. Leb wohl, meine
Liebe ... Nein, ich kann es nicht ausdrücken, leb wohl, mein Herzchen!
(Küßt ihr die Hand.)
Polizeimeister. Benötigen Sie vielleicht etwas für die Reise? Sie
schienen etwas knapp an Geldmitteln?
Chlestakóff. O nein, wie so? (Denkt etwas nach.) Na, übrigens ja, bitte.
Polizeimeister. Wieviel wünschen Sie?
Chlestakóff. Sie gaben mir damals zweihundert, das heißt nicht
zweihundert, sondern vierhundert, ich will aus Ihrem Versehen keinen
Vorteil ziehen -- dann also bitte jetzt noch einmal vierhundert, damit
es rund achthundert sind.
Polizeimeister. Sofort. (Holt die Scheine aus der Brieftasche.) Noch
dazu, wie bestellt, ganz neue Scheine.
Chlestakóff. Sieh da! (Nimmt und betrachtet die Scheine.) Das ist schön.
Heißt es nicht »neues Geld, neues Glück«?
Polizeimeister. Sehr richtig!
Chlestakóff. Leben Sie wohl, Antón Antónowitsch, ich bin Ihnen sehr
dankbar für Ihre Gastfreundschaft. Ich habe noch nirgendwo eine so gute
Aufnahme gefunden. Leben Sie wohl, Anna Andréjewna, mein süßer Schatz,
Márja Antónowna!
(Hinter der Szene):
Stimme des Chlestakóff. Leb wohl, Engel meiner Seele, Márja Antónowna!
Stimme des Polizeimeisters. Wie? Sie wollen mit dem einfachen Postwagen
reisen?
Stimme des Chlestakóff. Ja, ich bin's schon so gewohnt. In den federnden
Wagen bekomme ich nur Kopfschmerzen.
Stimme des Postillons. Prrr! ...
Stimme des Polizeimeisters. Man sollte ihn wenigstens mit etwas
überdecken und wenn's auch nur ein Teppich wäre. Soll ich nicht nach
einem Teppich schicken?
Stimme des Chlestakóff. Nein, wozu. Das ist unnötig. Aber vielleicht
doch -- gut, lassen Sie einen holen.
Stimme des Polizeimeisters. He, Awdótja, lauf in die Kammer und hol den
besten Teppich, den mit dem blauen Fond, den persischen, schnell!
Stimme des Postillons. Prrr!
Stimme des Polizeimeisters. Wann dürfen wir Sie zurück erwarten?
Stimme des Chlestakóff. Morgen oder übermorgen.
Stimme des Ossip. Is das der Teppich? Gib ihn hierher. So hinlegen. So,
und dort noch 'n bissel Heu, so.
Stimme des Postillons. Prrr!
Stimme des Ossip. Noch auf der Seite! Hierher! Noch! Genug! So wird's
fein gehn. (Schlägt mit der Hand auf den Teppich.) So, Euer Wohlgeboren,
nu setzen Sie sich!
Stimme des Chlestakóff. Adieu, Antón Antónowitsch!
Stimme des Polizeimeisters. Leben Sie wohl, Euer Exzellenz!
Weibliche Stimmen. Adieu, Iwán Alexándrowitsch!
Stimme des Chlestakóff. Adieu, Mama!
Stimme des Postillons. Los, ihr Hengste!
(Die Postglocke ertönt, der Vorhang fällt.)
(Ende des vierten Aufzuges.)