Die Vorigen und Anna Andréjewna.
Anna Andréjewna (erblickt Chlestakóff auf den Knien liegend). Ah, welche
Situation!
Chlestakóff (sich erhebend). Verflucht!
Anna Andréjewna (zur Tochter). Was soll das heißen, mein Fräulein? Was
ist das für ein Betragen?
Márja. Ach, Mama, ich ...
Anna Andréjewna. Marsch hinaus, hörst du, hinaus, und wage es nicht, mir
unter die Augen zu treten. (Márja in Tränen ab).
Anna Andréjewna. Verzeihen Sie, aber meine große Bestürzung ...
Chlestakóff (beiseite). Auch noch ganz appetitlich. Gar nicht übel.
(Fällt auf die Knie.) Gnädigste, Sie sehen, ich brenne vor Liebe.
Anna Andréjewna. Wie, auf den Knien? Ach, stehen Sie auf, der Fußboden
ist hier so staubig.
Chlestakóff. Nein, auf den Knien, durchaus auf den Knien. Ich muß
wissen, was meiner harrt, Leben oder Tod!
Anna Andréjewna. Aber erlauben Sie, ich verstehe den Sinn Ihrer Worte
noch gar nicht. Irre ich nicht, so wollen Sie sich zugunsten meiner
Tochter erklären?
Chlestakóff. Nein, ich liebe Sie, mein Leben hängt an einem Faden. Wenn
Sie meine unwandelbare Liebe nicht krönen, so bin ich des irdischen
Daseins nicht wert. Mit flammendem Herzen bitte ich um Ihre Hand!
Anna Andréjewna. Aber gestatten Sie mir zu bemerken, ich bin
gewissermaßen -- ich bin verheiratet.
Chlestakóff. Was liegt daran! Die Liebe kennt keinen Unterschied. Sagte
doch schon Karámsin, »die Gesetze verdammen«. Wir ziehen uns in den
Schatten eines Baches zurück. Ihre Hand, ich bitte um Ihre Hand!