„Rojas?“ Reija drückt die Hand an die Kehle.
Da steht auch schon der junge Gelehrte an der Schwelle. Sein Gesicht
ist bleich, sein Blick gesenkt, der Atem keucht. Kaum daß er Saffana
bemerkt. „Doña Maria -- verzeiht -- Don Pedro -- kann nicht zu Euch
kommen --“ Er würgt an den Worten.
„Was ist geschehen?“ stöhnt ihre Angst.
„Faßt Euch -- noch ist nicht alles verloren.“ Er eilt auf die Wankende
zu, sie zu stützen.
Ihre Augen sind eine einzige Frage, die ihre Lippen nicht formen können.
Da bekennt er es herzbeengt: „Er ist -- in den Händen -- der
Inquisition.“
Reija fällt lautlos in die Arme der Sklavin.
Sie bringen sie langsam, durch Besprengen mit Wasser und Riechmittel,
zu sich.
Dann erzählt Rojas: „Der Graf von Orgaz und ich erwarteten ihn zu
Hause. Er kam todmüde, aber mit glückstrahlendem Antlitz, warf sich
in das neue Wams, um sich nach der Alcazaba zu begeben. Kaum hatten
wir den Myrtenhof passiert, traten vier Alguaciles auf uns zu und
verhafteten den Grafen de Mora im Namen der Inquisition.“
„Ihr habt es -- dulden -- können --?“
Rojas senkt das Haupt. „Ihr wißt nicht, Doña Maria, was ein Widerstand
bedeutet hätte. Wir wären als Mitschuldige verhaftet worden.“
„Weshalb hat man ihn verhaftet?“
„Wer weiß das? Er selbst weiß es nicht.“