Achtundzwanzigstes Kapitel

Pater Leon trat mit gesättigtem Herzen in die kühle Dämmerung der

Mosala. Das Autillo war ein offenkundiger Sieg, eine Machtentfaltung

des Nazarenerglaubens. Der Vikar fertigte die ihn begleitenden Mönche

ab und ordnete dann sogleich die Inquisitionsakten in den Schrank

ein. Dann öffnete er ein Aktenbündel und holte ein schneeweißes,

leeres Papier heraus. Ohne mit der Wimper zu zucken, ergriff er das

Schreibrohr und setzte ein paar Worte hin, die den leeren Bogen mit

einem schrecklichen Inhalt zu füllen begannen:

„Anklage gegen den königlichen Hauptmann Don Pedro de Solar Grafen de

Mora, der beschuldigt wird --“

Hier endigte der Gedankengang des Inquisitors. Die Schuld zu ersinnen

und zu formulieren, blieb ihm die Nacht. Die gräßlichen Gedanken

entflatterten ihm und er ließ erquickendere in sein Hirn. Vor seinem

brennenden Auge wiegte Maria de Calabreña ihren schönen Leib. Wie

weit stand sie mit -- oh, ihm schauderte. War dieser Leib schon ein

fruchttragender Acker geworden?

Draußen tappten Schritte. Der Dominikaner öffnete. „Ah, endlich! Ich

habe Euch längst erwartet, Don Silvio.“

Der Mönch führte einen etwas verwachsenen Mann herein, der schon in

seinem Äußern zu jenen Menschen zu gehören schien, die zuerst essen,

bevor sie beten. Ein olivenfarbiges, verschrammtes Spitzbubengesicht,

dessen graue Augen hinter den Lidspalten versteckt lagen, struppiges,

aschgraues Haar, die Nase klumpig, die Lippen wulstig und bläulich, die

Haltung vernachlässigt, alle Gebärden vorsichtig, als müßte der Mann

unausgesetzt vor irgendeiner Entdeckung auf der Hut sein -- fürwahr, es

stand kein Engelsgebilde vor dem Dominikaner.

„Du kommst von Cordoba?“ fragte dieser.

Don Silvio bejahte mit einer rostig klingenden Stimme. „Der hochwürdige

Pater Lucero, Inquisitor von Cordoba, schickt mich.“

„Ich bat ihn um eine geschickte Hand, die in gewissen Dingen nicht in

Verlegenheit kommt.“

Der Scherge lächelte eitel. „Auch Jonas verbarg sich vor dem Herrn und

dieser fand ihn doch.“

„Du greifst hoch in die Wolken.“

Don Silvio sah sich vorsichtig um. Die Nähe des Altars und der

Meßgeräte verwirrte ihn ein wenig. „Darf ich zuerst beten?“ heuchelte

er schamlos.

„Tu was du mußt.“

Der Mann kniete schwerfällig beim Altar nieder und schien mit Andacht

zu beten. Dann erhob er sich und trat mit dem gleichgültigsten Gesicht

an den Tisch. „Was also soll getan werden?“

„Wo wohnst du jetzt hier?“ erkundigte sich der Vikar.

„In einer Venta am Elvirator gleich in der Nähe des

Inquisitionspalastes. Es weiß kein Mensch, woher ich komme, und in

Cordoba lebe ich versteckt wie eine Kröte bei Tag.“

„Hast du das Dekret des Familiare der Inquisition?“

Don Silvio zog den zerknitterten Schein heraus. Der Vikar prüfte ihn.

Das Dokument sagte das Ungeheuerliche aus, daß dieser verkommene

Schlaufuchs in der Bruderschaft der Familiares aufgenommen worden sei

und daß er geschworen habe, sein Leben dem heiligen Offizium zu weihen

und dafür alle Ablässe der Cruce signati empfangen habe und im Besitz

des heiligen Kreuzes sei. Einen solchen Bruder brauchte der Inquisitor.

Jede spanische Stadt wimmelte von dergleichen Gesellen, die von der

Gnade des Tribunals lebten und ihre eigene Zunft hatten. „Weißt du

deine Aussagen geschickt zu setzen?“ fragte Leon.

„So daß sie den Schein der Wahrheit haben. Ich streue etwas Angst ein,

taste mit den Worten unsicher herum, suche um Himmels willen einen

Ausweg, der mir nicht gelingt, um Jesu Barmherzigkeit willen muß ich

einfach sagen, was ich gehört, gesehen, ob ich will oder nicht. Und

zitternd schreibe ich meinen Namen unter die Zeugenschrift. Ehrwürdiger

Pater, ich habe an die hundert Christen vor das Tribunal gezerrt, und

wenn die Summe sich rundet, kaufe ich mir ein Häuschen in Andalusien,

da wo es am schönsten ist.“

„Hast du -- Schriftliches bei dir von Lucero?“

„Nur meinen Mund. Der plappert wie eine Litanei oder schweigt wie ein

Sarg. Je nach Bedarf. Der sehr ehrwürdige Pater Lucero wird sich

hüten, mir etwas Schriftliches zu geben. Unsereins kommt in der Venta

leicht in Händel und da ist jede Schrift in Gefahr, wenn die Messer

fliegen. Zur Sache denn, um welchen Fall handelt es sich? Oder ist

einer ganz neu aufzubauen? Da müßte man vorsichtig sein.“

„Die Sache liegt eigentlich so offen, daß man nur eines kleinen

Beweises bedarf, um die Anklage zu erheben. Ist es geschehen, hast du

der Kirche, Spanien, der Königin, dem König, und dem Erzbischof Ximenes

einen großen Dienst erwiesen.“

Der Handlanger des Bösen machte gewichtige Augen. „Bei Santiago! Ein

ehrenvolles Amt, das manchem Bettler in der Seele kitzeln müßte. Fast

möchte ich mir den Zehnten von ganz Spanien dafür ausbedingen.“

„Dein Häuschen in Andalusien dürfte dir sicher sein. Die einzuziehenden

Güter der betreffenden Person sind umfangreich, ein Fünftel davon

fällt dem königlichen Schatz zu, der Rest der Kirche und dem Staat.

Von diesem Teil würde ich dir den Zehnten beim Supremo der Inquisition

auswirken.“

„Bietet Ihr mir Sicherheit?“

„Du sollst Dezas Unterschrift haben.“

„Darauf kann ich bei allen Juden Europas Schulden machen. Und wie heißt

der große Name, der so viele Gebäude in ihren Festen erschüttert?“

„Don Pedro de Solar Graf de Mora.“

„Der zählt!“ Don Silvio spitzte die Lippen zu einem Pfiff. „Was hat er

getan? Oder besser, was für Verbrechen will man von ihm?“

„Er hält mehr als notwendig den Mauren die Stange.“

„Dann also muß man ihn maurisch fassen. Man will ihn, verstehe ich

recht, verdächtigen, daß er Spanien oder die Kirche -- was ja fast

dasselbe ist -- verunglimpft.“

„Schärfe dein Hirn,“ drängte Leon ungeduldig.

Der Vertraute biß die Zähne zusammen. Und mit seinen grauen Äuglein

schaute er tief nach innen, als wollte er die Rüstkammer seiner

Schurkerei durchstöbern. Sein spärliches Haar stand im Wirbel

aufrecht, wie von Galgenluft zerzaust. „Laßt sehen! -- Geheime

Versammlungen? Verbraucht! Man will doch sonst niemand von den Granden

unschädlich machen?“

„Das wäre noch zu überlegen.“

„Eine gewöhnliche Lässigkeit nachzuweisen, wäre ein Kinderspiel, aber

das paßt nicht für den großen Namen. Der Graf ist wohl, was man so

sagt, gläubig?“

„Er denkt tolerant.“

„Hallo! Da sitzt ein Loch, durch das er durchfliegen kann, oder der

Topf hat einen neuen Henkel gefunden. Wenn man ihm die Liebe zum Koran

ins Blut schießen lassen würde? Könnte man ihn nicht in eine Maurin

verliebt machen?“

Die Mönchsaugen leuchteten wie Katzenaugen im Dunkeln „Das hat er

schon in aller Wahrhaftigkeit selbst besorgt.“ Und er speiste ihn mit

Einzelheiten ab.

„Da brauchen wir für den Stier erst kein rotes Tuch. Maurin, Koran,

die Heftigkeit des Ritters, die Toleranz -- laßt mich sinnen -- ein

gefälschter Brief -- ein zu gefährliches Mittel -- aber der Graf

besitzt sicher einen Diener -- und der könnte mir es anvertraut haben

-- ich meine, daß dieses und jenes Wort gefallen --“

„Du ziehst einen armen Teufel mit ins Unheil,“ erschrak der Dominikaner.

„Wie lautet das Sprüchlein des ehrwürdigen Torquemada? Es ist

besser, daß tausend Unschuldige sterben, als daß ein einziger Ketzer

davonkommt. Man sagt, die Kirche vergißt solche erprobte Sprüchlein

nicht gern.“

„Deine Sünden werden Teufel erzittern machen,“ erschauerte Leon. „Geh,

geh -- ich will ohne dich auszukommen suchen.“

„Das hättet Ihr früher bedenken müssen. Ich weiß schon allzu viel.“

Seine buschigen Augenbrauen zogen sich hoch, während er seinen

struppigen Bart strich.

„Es ist nie zu spät, Gedanken zu bereuen.“

„Ob man dieser Reue Glauben schenken wird? Vergeßt nicht, ehrwürdiger

Pater, ich habe gut ein Drittel der cordobanischen Prozesse auf meinem

Gewissen.“

„Um so sicherer bist du in unserer Gewalt.“

„Oder Ihr in der meinen. Wenn ich plaudere --“

„Glaubt man dir nicht oder macht dich rechtzeitig mundtot. Die Aussagen

der Inquisitoren dürfen nicht angezweifelt werden, sie werden sich um

ihre Haut zu wehren wissen.“

Mißvergnügt drehte sich der Schurke nach der Tür.

Leon rief ihn zurück. „Du sollst nicht unversöhnt von dannen gehen.

Es bleibt dabei. Mach’ dich an den Diener heran. Wir wollen dann den

Vertrag schließen. Und noch eins. Wenn du schwören solltest, du habest

gehört, daß eine gewisse Moriska dabei ertappt wurde, wie sie betend

auf dem Mekkateppich lag, oder daß sie nächtlich den Zambra tanze, sich

täglich wasche und das Schweinefleisch verachte -- du würdest dich doch

nicht lange besinnen?“

Don Silvio rümpfte geringschätzig die Nase. „Für solche Kleinigkeiten

hat mein Gewissen noch Platz. Ich kann auch beschwören, daß ich das

Weib auf einem Aquelarre, einem Hexensabbat, in San Esteban gesehen.“

„Man wird sich deiner erinnern. Geh.“

Mit einer verzogenen Fratze, die Lippen häßlich zusammengekniffen,

die Schultern hochgezogen, schlich der Scherge hinaus. Er war das

Feilschen in Cordoba gewohnt. Sollte er hier andre Methoden lernen?

Eine Schurkerei, so tief in der heiligen Gerechtigkeit verwurzelt,

konnte nicht leicht ausgerissen werden oder der ganze Baum stürzte um.

Aber was half es ihm, wenn durch seine Verräterei die Inquisition einen

Stoß bekam? Wer würde ihn belohnen? Über die Erlösung würde man den

Erlöser vergessen. Er lebte von der Inquisition, nicht sie von ihm.

Es waren hundert andere Auswürflinge da, sein Amt zu übernehmen, und

er konnte sich die Nägel ausreißen vor Galle, daß er der Klügere sein

wollte. Nein, nein, der Pater hatte recht, man mußte Hand in Hand mit

den Dienern des heiligen Offiziums gehen, um nicht nackt wie Hiob auf

dem Mist zu sitzen. Das waren so seine grauen Gedanken, als er durch

das Tor der Gerechtigkeit in der Alhambra schritt.

Pater Leon hatte sich in Instruktionen vertieft. Sein Gemüt war

ebensowenig erheitert wie das des davongegangenen Besuchers. War

er nicht mit der Belastung eines wildfremden Gewissens zu voreilig

gewesen? Aber noch war kein Abschluß des Handels da. Unterdessen mußte

ihm der Teufel, den er für Gott hielt, irgendwie zu Hilfe kommen.

Die Zeit schlich. Bald mußte Maria de Calabreña da sein. Er hatte ihr

in der letzten Beichte unter anderm auch die Buße aufgegeben, von nun

an nach alter Büßerweise barfüßig vor dem Altar zu erscheinen, um so

die Demut vor Gott besser zum sichtbaren Ausdruck zu bringen. Er berief

sich auf Moses, der, als er vor Gott im feurigen Busch kniete, auch die

Schuhe auszog, da er heilig Land betrat. Das Gebot erinnerte Doña Maria

an die mohammedanische Fußwaschung vor dem Gebet und sie fand nichts

Absonderliches darin. Heute also mußte sie bloßen Fußes --

Leon lief es über den Rücken. Er nahm ein Inquisitionsheft zur

Hand, seine Gedanken abzulenken. Da lag ein Zeugenverhör vor ihm,

musterhaft und geschickt in der Fragestellung, hingeworfen von

einem der Consultores in Cordoba. Es waren Schachzüge mönchischer

Spitzfindigkeit, die hier in vielgestaltiger Form mit Menschenleben

spielten. Leon hatte sich kaum in das Labyrinth der Fragestellungen

hineingetastet, als er den geliebten Schritt draußen hörte. Die

Wachsoldaten ließen wie immer die schöne Moriska eintreten.

Der Dominikaner begleitete sie nach freundlichem Gruß zum Altar.

Gehorsam zog sie ihre Schuhe und Strümpfe aus und kniete an den Stufen

nieder. Der Dominikaner stand hinter ihr, als wollte er ihre Andacht

in seinen Segen nehmen. Seine Augen aber verschlangen das nackte,

bräunliche Fleisch ihrer gemeißelten Sohle und das bläuliche Geäder der

zarten Fessel. Jede Zehe liebkoste er und er hätte stundenlang ihre

liebliche Blöße bestaunen können, ohne in seiner Begehrlichkeit zu

ermüden. Als sie sich erhob und die Schuhe anzog, beobachtete er jede

Linie ihres Körpers, jede Rundung, jeden gefälligen Schwung. Maria fing

einen dieser prüfenden Blicke auf und errötete. Etwas verzagt setzte

sie sich an das mit Erbauungsschriften belegte Tischchen. Leon ging auf

und ab, und seine sonst so strenge, herablassende Miene, vollgesogen

vom Dünkel der Kirchlichkeit, verwandelte sich in eine Freundlichkeit,

die das Mädchen befremdete. Der Vikar segelte in das Fahrwasser der

Kirche und der Dogmen, erklärte die Zeremonien der Sakramente, um dann

auf einmal die Belehrung abzubrechen und unvermittelt an das Herz der

Jungfrau heranzurücken. „Der Graf -- nur unter uns, Doña Maria -- er

liebt Euch mit derselben Herzlichkeit wie Ihr ihn?“ fragte er wie in

tiefer Anteilnahme.

„Er würde mir zuliebe alles tun,“ sagte sie glücklich.

„Das ist ein schweres Wort.“ Des Paters Lippen schmeckten ins Leere.

„Gesetzt nun, Ihr wärt im Irrglauben beharrt, meint Ihr, der Graf hätte

sich bewegen lassen, den Christenglauben abzuwerfen?“

Sie erschrak. Daran hatte sie eigentlich nie gedacht. Ob wirklich seine

Liebe so groß gewesen wäre? „Ich glaube, er hätte sich wenigstens nach

und nach mit Mohammeds Gesetzen, mit Koran und Sunna befreundet,“ sagte

sie ausweichend.

„Hat er Euch je Beweise zu einer solchen Annahme gegeben?“

„Nein, aber er hätte gewiß erkannt, daß auch Mohammed ein großer Mensch

war.“

„Groß kann ein Mensch nicht sein, der so irrt. Aber Ihr schweift

ab. Ich meine, hat der Graf Euch Beweise eines so duldsamen Denkens

gegeben? Er liebte wohl Eure alte Religion?“

„Lieben? Dann hätte er sie doch angenommen und die seine weggeworfen.“

„Liebende rasen oft über Sünde und Unheil hinweg ins Verderben.“

„Wäre es wirklich ein Verderben für ihn gewesen?“ erschrak sie heftig.

„Ich würde kein größeres kennen. Aber sagt, spricht der Graf oft und

viel von der heiligen katholischen Religion?“

„Freilich -- er liebt sie doch -- nur --,“ sie stockte.

„Nur?“ griff der Priester überhastig in ihre Verlegenheit.

„Ach, nichts.“

„Nein, Ihr wolltet eine Ausnahme einschalten.“

„Ich wollte nur sagen -- aber bitte, bitte, blickt nicht finster --,

ich meine, auch er ist nicht blind gegenüber den Übertreibungen --“

„Auch er? Also sind auch andere da, die --?“

„Ach, ich meinte nur -- man spricht doch das und jenes --, so lächelte

er oft, wenn er die Leute, die Frauen stundenlang vor den Altären

liegen sah --“

„Da lächelte er?“ fragte der Mönch gespannt. „Und sagte wohl: ‚Ach, wie

arm sind diese Frauen?‘ Das sagte er, nicht wahr, Doña Maria?“

„Nicht doch, er sagte es nicht. Aber ich sah es ihm an, wie ihn das

Mitleid mit ihnen überlief, wenn sie so vor den Bildern lagen --“

„Er sagte wohl: ‚Das sollte nicht sein.‘“

„Gesagt hat er das nicht.“

„Vielleicht doch einmal? denkt nach.“ Des Priesters Augen stachen in

ihre Seele.

„Ich erinnere mich nicht.“

„Aber es könnte sein, daß er es einmal gesagt hat?“

„Vielleicht. Aber ich weiß nichts davon. Er freute sich nur immer, wenn

ich ihm sagte, daß ich früher auf dem Gebetsteppich lag und auch ohne

ein Bild meinen Weg zu Gott fand. Er nannte dies schön und recht bei

den Moslims.“

„Das heißt also, daß der katholische Brauch nicht schön und recht sei?“

„O Gott, das hat er nicht gesagt.“

„Doch folgt es leicht daraus. Er fand demnach in manchem Eure alte

Religion viel schöner und richtiger als die unsere?“

„Nicht das, aber es waren doch schöne Stunden, wenn wir den Koran

lasen, die Verheißung vom Paradies --“

„Er las den Koran mit Euch?“

„Freilich, das mußte er doch, um zu wissen, wie wir es früher hielten.“

„Und da meinte er wohl auch, daß dieses Paradies schön und

erstrebenswert sei?“

Sie nickte unverfänglich. „Ei, wem sollte wohl der heilige Gotteshain

mit den vielen Huris nicht gefallen und mit den Quellen der Liebe?“

„Auch ihm gefiel das also?“ Er umspann mit den leicht hingeworfnen

Fragen ihr ganzes Denken wie mit einem Netz.

„Ich sagte schon, wem sollte es nicht gefallen?“

„Und sprach er nicht von der Dreieinigkeit manchmal zweifelnd?“

„Das wüßte ich nicht zu sagen, Pater. Aber wozu das alles?“

„Ich nehme eben an allem teil, was Eure Seele bewegt. Der Graf hat also

wohl selten von der Dreieinigkeit gesprochen?“

„Fast nie. Das heißt, ja, jetzt erinnere ich mich, einmal -- richtig,

da sagte er, er könnte mir nichts Bestimmtes darüber sagen, denn er

wisse nichts davon.“

„Er wisse nichts von der Dreieinigkeit? Sagte er so?“

„So ungefähr.“

„Merkt doch genau meine Frage: Er sagte, er wisse nichts von der

Dreieinigkeit?“

„Ach, das hat er nicht gesagt.“

„Aber so ungefähr. Vielleicht sagte er so: ‚Ich weiß nichts von der

heiligen Dreieinigkeit.‘“

„Vielleicht, aber ich weiß es nicht genau.“

„Also -- er weiß nichts von der heiligen Dreieinigkeit. Merkt das gut.“

Granada in Flammen · 第 124 / 190 题