„Ist es erst so weit, hat es dieser Graf bewiesen, daß er’s kann. Wir
müssen schneller sein. Eure Ungnade wird ihn vorsichtig machen. Gebt
mir freie Hand.“
„Macht ihn unschädlich,“ rief die Königin bedrängt aus. „Aber -- schont
ihn, im Grunde ist es nur ein irregeführter Mensch, ein Unglücklicher,
den Gesetzen der menschlichen Natur unterworfen.“
„Ob Härte oder Schonung -- überlaßt das dem barmherzigen Sinn der
Inquisition, die für die Reinigung der ketzerischen Seele sorgt. Sie
wird den durch die Sünde Abgefallenen wieder mit der Kirche versöhnen.“
Er verneigte sich und empfing den Handkuß der Könige.
In der prallen Sonne des Löwenhofes blickte er suchend um sich. Der
Dominikaner glitt aus dem Schatten eines von Säulen getragnen Pavillons
und schlich demütig gebückt zu ihm hin. Der erste Faden für das Netz,
das den Unseligen umgarnen sollte, wurde in die Seele Leons gesponnen.