Fernando dachte nach. „Da sind die Abencerragen -- aber dem Boabdil zu
stark verpflichtet. Die Beni Mossad -- alle in hohen Ämtern, aber zu
strenge Mohammedaner. Dann wäre -- wie hieß er nur -- Leon sprach mir
von ihm -- er ist erst seit kurzem hier -- die Mauren verehren ihn wie
einen Santon, einen Heiligen.“
„Vielleicht ein Imam?“ fragte Ximenes.
Die Königin entsann sich des Mannes. „Ihr meint Abu Atir. Wenn er auf
der Straße geht, folgt ihm ein Schwarm gelehrter Mauren.“
„Ich muß ihn sprechen,“ sagte der Kanzler rasch. „Ein Moseswort zur
rechten Zeit öffnet einem Felsenquell den Weg.“ Dann besann er sich.
„Noch eines. Die allzu große Nähe eines Königs bei den Untertanen macht
leicht mitleidig und nachsichtig. Die Edikte, aus der Ferne gegeben,
werden von einem strengern Geist diktiert sein.“
„Ihr sollt sie von Sevilla empfangen,“ sagte der leicht beeinflußbare
König. „Wir reisen.“