„Ich sehe betroffene Mienen,“ sagte der Kanzler kühl. „Das schwankende
Gemüt der Einfältigen ist unser Feind und -- Freund. Fließt nicht
aus der strengen Ordnung reichlicher Gewinn in den Königsschatz?
Ein Fünftel des eingezogenen Gutes gehört den Königen. Wollen die
königlichen Hoheiten nur lässige Verwalter eines so schönen Vermögens
besitzen? Und was sagte einst Pater Albarca, als Kolumbus die
hispaniolischen Länder entdeckte? ‚Die Entdeckung neuer Länder war
Gottes Lohn an die Könige für die Unterjochung der Juden und Mauren.‘
Im selben Jahr, da wir Granada eroberten, entdeckte Kolumbus das neue
Reich für die Könige. Wunderbare Fügung Gottes! Sichtbarer konnte
sich der Himmel nicht offenbaren. Der Glaube des Kolumbus eroberte
Westindien. Soll der Glaube der Könige schwankender sein?“
Fernando spielte unruhig mit den Fingern. Der Gedanke an die
Bereicherung durch die Inquisition drängte alle sittlichen Bedenken in
den Hintergrund. Zum Überfluß deckte dieser Priester vor ihm mit seinem
Hirn die königlichen Gewissen. „Ihr versteht zu überzeugen,“ sagte er
mit schwerem Atem.
„Ich bekomme Vollmacht?“ Der Eifer des Primas suchte den Augenblick zu
erhaschen.
Der König nickte.