Wie staubige dicke Luft drückte der Name auf das Gemüt der Könige.
„Er hat mir Vollmachten erteilt. Es wäre wünschenswert, wenn die
königlichen Befugnisse sich mit seinen deckten.“
„Sie sollen es,“ sagte Isabella gefügig.
Ximenes stach mit zwingenden Blicken in das Herz der Regentin. „Noch
kennt Ihr die Vollmacht nicht. Aber es ist freilich oft besser, wenn
Könige über gewisse Dinge nicht viel erfahren, sie haben dann weniger
Verantwortung vor der Menschheit.“
„Und auch vor Gott?“ fragte der glaubensstarke Herrscher.
„Wir nehmen die Angst der Könige auf unser Gewissen.“
„Mit welchem Recht?“
„Mit dem Recht des Stärkern. Wir glauben so fest, im Namen unseres
Gottes zu handeln, daß kleinliche Bedenken unsere Handlungen
nicht beschränken können. Wir nehmen doch auch die Handlungen der
-- Inquisition auf unser Gewissen. Die sechstausend brennenden
Menschenfackeln des Torquemada, die zehntausend im Bildnis Verbrannten,
die hunderttausend sonstig bestraften Christen -- das sind Zahlen, die
Könige mit weltlichem Sinn nur schwer verantworten könnten. Anders
ist es, wenn das Gewissen der Könige unter der Vormundschaft der
gottgewollten katholischen Kirche steht. Welchen Reichtum verdankt
uns das königliche Haus! Die eingezogenen Güter der Maranen haben den
Kronschatz beträchtlich vermehrt. Könige brauchen Geld. Wir können es
nicht mehr den Kisten getaufter Juden entnehmen. Die Moriskos sind
einfältiger.“