Im Hofe des Ayscha-Hauses, dicht neben den Bädern, ergingen sich
zuwartend jene Männer, die für eine besondere Aussprache von den
Herrschern empfangen werden sollten.
Don Pedro de Solar Graf von Mora schritt mit dem Herzog von Osuna
erregt auf und ab. „Der König -- wirklich der König?“ fragte Mora
ungläubig.
„Ihr möchtet wohl lieber von der Königin empfangen sein?“ lächelte der
Herzog.
„Es ist eine Gnade ohnegleichen. Mich auszuwählen!“
Osuna senkte seine Stimme. „Man war heute ungnädig gegen uns.
Vielleicht will man es gutmachen.“
„Habt Ihr bemerkt, Herzog, wie der König sich erst meines Namens
entsinnen mußte? Mein Geschlecht, sagt man, gelte nicht viel in seinen
Augen. Mein Vater stand im Verdacht, allzu eifrig für die Cortes
gesprochen zu haben. Das vergißt Fernando nicht.“
Da trat ein Escudero mit einem Brieflein an den Grafen heran. Dieser
errötete. Der Herzog aber lächelte wieder. „Glücklicher Mann, der die
Gebete des Herzens wie ein Gott empfangen darf.“
Der Graf zerriß das Schreiben, kaum daß er es gelesen. „Es wiederholt
sich seit einer Woche jeden Tag. Ein Versegestammel arabischer
Gefühle auf gut spanisch. Und der Page ist schweigsam wie ein
Inquisitionsknecht. Sicherlich eine Hofdame mit einem Eulengesicht und
einem Entengang, sonst würde sie mehr Schleier gelüftet und weniger
Verse geschrieben haben.“