Die von uns auf ihr Güteverhältnis für die Flugtechnik untersuchten
Flächen hatten nach der Bewegungsrichtung unter anderen die in Fig. 24
abgebildeten Querschnitte. Auf die sonstige Form dieser Versuchsflächen
soll später näher eingegangen werden.
[Illustration: Fig. 24.]
Es wurden diese Flächen unter verschiedenen Neigungen und mit
verschiedenen Geschwindigkeiten gegen die Luft bewegt, und jedesmal der
entstandene Luftwiderstand nach Größe und Richtung gemessen.
Hierbei stellte sich nun heraus, daß unter allen diesen Versuchsflächen
die einfach gewölbte, und zwar die nur schwach gewölbte Fläche, deren
Form dem Vogelflügel am ähnlichsten ist, in ganz hervorragender Weise
diejenigen Eigenschaften besitzt, auf welche es, wie vorher erörtert,
für eine gute Verwendbarkeit zur Kraftersparnis beim Fluge ankommt.
[Illustration: Fig. 25.]
Eine schwachgewölbte Fläche mit einem Querschnitt nach Fig. 25 giebt
also, in der Richtung des Pfeiles bewegt, einen Luftwiderstand oa mit
großer hebender Komponente ob und kleiner hemmender Komponente oc; ja,
dieser Luftwiderstand verliert bei gewissen Neigungen überhaupt seine
hemmende Wirkung und bekommt sogar, was wir anfangs kaum zu glauben
wagten, unter Umständen eine solche Richtung zur erzeugenden Fläche, daß
statt der hemmenden eine treibende Komponente auftritt, daß also die
Druckrichtung nicht hinter, sondern vor der Normalen zur Fläche zu
liegen kommt.
Da vermutlich auf den Eigenschaften solcher schwachgekrümmter
vogelflügelähnlicher Flächen das Geheimnis der ganzen Fliegekunst
beruht, werden dieselben später genauerer Untersuchung unterzogen.
Zunächst aber soll in dem folgenden Abschnitt das allgemeine Verhalten
der ebenen und gewölbten Fläche zur Fliegearbeit verglichen werden. Wir
werden uns hierdurch von der vorteilhaften Verwendbarkeit der
flügelförmigen Flächen überzeugen, und die Notwendigkeit von der
gänzlichen Beseitigung der ebenen Flügel aus der Flugfrage überhaupt
einsehen.