18. Der Kraftaufwand beim Fliegen auf der Stelle.

Solange beim Fliegen die Flügel nur auf- und niederschlagen in der sie

umgebenden Luft, also kein Vorwärtsfliegen gegen die Luft stattfindet,

welches der Kürze wegen mit »Fliegen auf der Stelle« bezeichnet werden

möge, giebt das vorstehende Rechnungsmaterial einen ungefähren Anhalt

für die Größe der bei diesem Fliegen erforderlichen Arbeit.

Die Anstrengung zur Massenbewegung der Flügel kann man vernachlässigen,

weil die Flügel gerade an ihren schnell bewegten Enden nur aus Federn

bestehen. Ebenso sei zunächst der Luftwiderstand vernachlässigt, welcher

beim Heben der Flügel entsteht.

Bei vorteilhafter Flügelschlageinteilung, wenn also etwas schneller

aufwärts als abwärts geschlagen wird, kann man dann nach dem vorigen

Abschnitt für das Fliegen auf der Stelle den Kraftaufwand A = 1,29A

annehmen, wobei A = G × v ist, und v sich nach der Gleichung: L = 10 ×

0,13 × F × v^2 des Abschnittes 16 jetzt aus der Gleichung: G = 10 × 0,13

× F × v^2 bestimmt.

Hierin ist bereits die pendelartige Bewegung der Flügel berücksichtigt,

und es folgt

v = 0,85 × [sqrt](G/F).

Durch Einsetzen dieses Wertes erhält man A = G × 0,85 × [sqrt](G/F) und

A = 1,29 × G × 0,85 × [sqrt](G/F) oder A = 1,1 × G × [sqrt](G/F).

G/F wird einen für die einzelnen Vogelarten annähernd sich gleich

bleibenden Wert vorstellen. Bei vielen großen Vögeln z. B. ist G/F

ungefähr gleich 9, d. h. ein Vogel von 9 kg Gewicht (australischer

Kranich) hat etwa 1 qm Flügelfläche. [sqrt](G/F) ist dann gleich 3 und A

= 1,1 × G × 3 oder

Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst Ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik · 第 25 / 50 题