7. Über den Kraftaufwand zur Flügelbewegung.

Der Vogel fühlt den Widerstand, den seine Flügel in der Luft erfahren,

er überwindet diesen Luftwiderstand, und darin besteht im wesentlichen

der Kraftaufwand oder die Arbeitsleistung des fliegenden Vogels. Der zu

überwindende Luftwiderstand wird namentlich beim Herunterschlagen der

Flügel vorhanden sein.

Die sekundliche Arbeitsleistung des Vogels beim Flügelschlag ist ein

Produkt aus der überwundenen Kraft und der Wegstrecke, auf welcher diese

Kraft in der Sekunde zu überwinden ist, also der von den Flügeln

erzeugte Luftwiderstand multipliziert mit der sekundlichen

Geschwindigkeit des Luftwiderstandscentrums.

Ist der Widerstand in Kilogrammen und die Geschwindigkeit in Metern

gemessen, so ergiebt sich die Arbeitsleistung oder der sekundliche

Kraftaufwand in Kilogrammmetern, von denen 75 auf 1 HP (Pferdekraft)

gehen.

Kennen wir demnach den von den beiden Flügeln erzeugten Luftwiderstand

L, Fig. 2, und die Geschwindigkeit in seinen Angriffspunkten bei c, so

können wir den zu dieser Flügelbewegung nötigen und durch die

Muskelkraft des Vogels auszuübenden Kraftaufwand genau berechnen.

[Illustration: Fig. 2.]

Wenn z. B. ein Vogel durchschnittlich einen Luftwiderstand von 3 kg

erzeugen muß, um sich in der Luft fliegend zu halten, und die Flügel im

Centrum dabei eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1 m pro Sekunde

haben, so leistet er die sekundliche Arbeit von 3 × 1 = 3 kgm oder 1/25

Pferdekraft.

Es soll dieses Beispiel nur den Zusammenhang zwischen dem Flugresultat

und demjenigen Zahlenwert veranschaulichen, welcher die zum Fliegen

erforderliche Arbeit ausdrückt.

Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst Ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik · 第 8 / 50 题