Der Vogel fühlt den Widerstand, den seine Flügel in der Luft erfahren,
er überwindet diesen Luftwiderstand, und darin besteht im wesentlichen
der Kraftaufwand oder die Arbeitsleistung des fliegenden Vogels. Der zu
überwindende Luftwiderstand wird namentlich beim Herunterschlagen der
Flügel vorhanden sein.
Die sekundliche Arbeitsleistung des Vogels beim Flügelschlag ist ein
Produkt aus der überwundenen Kraft und der Wegstrecke, auf welcher diese
Kraft in der Sekunde zu überwinden ist, also der von den Flügeln
erzeugte Luftwiderstand multipliziert mit der sekundlichen
Geschwindigkeit des Luftwiderstandscentrums.
Ist der Widerstand in Kilogrammen und die Geschwindigkeit in Metern
gemessen, so ergiebt sich die Arbeitsleistung oder der sekundliche
Kraftaufwand in Kilogrammmetern, von denen 75 auf 1 HP (Pferdekraft)
gehen.
Kennen wir demnach den von den beiden Flügeln erzeugten Luftwiderstand
L, Fig. 2, und die Geschwindigkeit in seinen Angriffspunkten bei c, so
können wir den zu dieser Flügelbewegung nötigen und durch die
Muskelkraft des Vogels auszuübenden Kraftaufwand genau berechnen.
[Illustration: Fig. 2.]
Wenn z. B. ein Vogel durchschnittlich einen Luftwiderstand von 3 kg
erzeugen muß, um sich in der Luft fliegend zu halten, und die Flügel im
Centrum dabei eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1 m pro Sekunde
haben, so leistet er die sekundliche Arbeit von 3 × 1 = 3 kgm oder 1/25
Pferdekraft.
Es soll dieses Beispiel nur den Zusammenhang zwischen dem Flugresultat
und demjenigen Zahlenwert veranschaulichen, welcher die zum Fliegen
erforderliche Arbeit ausdrückt.