Eine Woche später begannen für die Jungens die Großen Ferien, und es
ging nach Rohlbeck; nur Wilhelm blieb, mit einem lachenden und einem
weinenden Auge, zurück.
Und wieder eine Woche später fuhr Helene, einer dringenden Einladung
von Tante Marie folgend, auf einige Tage nach Rackow.
Als sie, in ziemlich früher Vormittagsstunde, durch das Parktor bog,
sah sie dicht vor ihrem Wagen, fast schon an der Veranda, einen im
ganzen Kreise wohlbekannten und gefürchteten Mann: Herrn Wilke aus
Stellberg. Sie hatte zwar seine persönliche Bekanntschaft noch nicht
gemacht, aber ihn doch schon, auch in Rohlbeck, gesehen, wenn er bei
einem der Kleinbauern oder bei dem Krämer sich als unwillkommenster
aller Gäste einfand. Und sie dachte verwundert: ‚Mann des Gesetzes, wie
kommst du hierher?‘
Aber da stand schon Onkel Ernst, vergnügt lachend, neben seinem
diskret grinsenden Höhne auf der Veranda und begrüßte sie beide fast
gleichzeitig: „Tag, Leneken! Herzlich willkommen. Nimm die Sachen vom
gnädigen Fräulein, Höhne. Tante ist im Gartensalon, Kind ... Ja, und da
sind Sie ja mal wieder, lieber Wilke. Freut mich, Sie von Angesicht zu
Angesicht zu sehen. Aber Sie sollen doch nicht mit der Dienstmütze auf
den Hof kommen! Das macht einen schlechten Eindruck, mein Lieber.“