Weiter stapft der Wanderer durch den tiefen Sand. -- -- --

* * *

Blauschwarze Nacht liegt über den weiten Mangrovenniederungen und der

flachen Steppe -- blauschwarze Nacht über dem dazwischen schimmernden

Arm des Rufiji, der schlafenden »Königsberg«.

Schwüle Hitze lastet über dem Deck, noch schwülere in den Kammern.

Der Ventilator drückt gleichmäßig summend und surrend einen starken

Luftstrom durch die Moskitonetze auf die nackten, schweißnassen Körper

der Schlafenden.

Der Kreuzer, nur Blech, Eisen und Stahl, sammelt unter Tage zwölf

Stunden lang die glühende Hitze der strahlenden Sonne, bis seine Decks

so brennen, daß es durch Sohlen- und Stiefelleder geht. Nachts strahlt

er zwölf Stunden lang diese Glut wieder aus.

Unruhig und stöhnend wälzen sich die Schläfer, ab und zu mit der Hand

den rinnenden Schweiß aus der Stirne streichend. --

»Zehn Minuten vor zwölf Uhr!«

Ein Läufer kommt, weckt mich zur Mittelwache. Der Kopf taucht in das

lauwarme Wasser und halberfrischt, immer im Strahl des luftdrückenden

Ventilators, ist in wenigen Minuten das Ankleiden beendet.

Ich ziehe hohe Moskitostiefel und Lederhandschuhe an, denn wir liegen

mitten in einer der übelsten Fiebergegenden Ostafrikas.

Die Schärpe in der Hand trete ich auf das nachtdunkle Deck. Die noch

von der Lampe geblendeten Augen sehen erst nichts, nur das eintönige

Summen und Surren von Moskitoschwärmen dringt an das Ohr. Knarrend und

ächzend stöhnt von unten herauf irgendeine Pumpe.

Allmählich erkenne ich die drei mächtigen Schornsteine, die schwarzen

Silhouetten der Masten, die in den glitzernden Sternenhimmel wie zwei

dürre Finger ragen.

Das Kreuz des Südens wird gerade von dem vordersten Scheinwerfer

verdeckt.

Ich gehe zum Fallreep. Da steht die weiße Gestalt meines Vorgängers. Es

glast zwölf Uhr!

»Guten Morgen!«

»Gut geschlafen?«

»Danke -- etwas los?«

»Nichts!«

In Monsun und Pori · 第 40 / 68 题