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Blauschwarze Nacht liegt über den weiten Mangrovenniederungen und der
flachen Steppe -- blauschwarze Nacht über dem dazwischen schimmernden
Arm des Rufiji, der schlafenden »Königsberg«.
Schwüle Hitze lastet über dem Deck, noch schwülere in den Kammern.
Der Ventilator drückt gleichmäßig summend und surrend einen starken
Luftstrom durch die Moskitonetze auf die nackten, schweißnassen Körper
der Schlafenden.
Der Kreuzer, nur Blech, Eisen und Stahl, sammelt unter Tage zwölf
Stunden lang die glühende Hitze der strahlenden Sonne, bis seine Decks
so brennen, daß es durch Sohlen- und Stiefelleder geht. Nachts strahlt
er zwölf Stunden lang diese Glut wieder aus.
Unruhig und stöhnend wälzen sich die Schläfer, ab und zu mit der Hand
den rinnenden Schweiß aus der Stirne streichend. --
»Zehn Minuten vor zwölf Uhr!«
Ein Läufer kommt, weckt mich zur Mittelwache. Der Kopf taucht in das
lauwarme Wasser und halberfrischt, immer im Strahl des luftdrückenden
Ventilators, ist in wenigen Minuten das Ankleiden beendet.
Ich ziehe hohe Moskitostiefel und Lederhandschuhe an, denn wir liegen
mitten in einer der übelsten Fiebergegenden Ostafrikas.
Die Schärpe in der Hand trete ich auf das nachtdunkle Deck. Die noch
von der Lampe geblendeten Augen sehen erst nichts, nur das eintönige
Summen und Surren von Moskitoschwärmen dringt an das Ohr. Knarrend und
ächzend stöhnt von unten herauf irgendeine Pumpe.
Allmählich erkenne ich die drei mächtigen Schornsteine, die schwarzen
Silhouetten der Masten, die in den glitzernden Sternenhimmel wie zwei
dürre Finger ragen.
Das Kreuz des Südens wird gerade von dem vordersten Scheinwerfer
verdeckt.
Ich gehe zum Fallreep. Da steht die weiße Gestalt meines Vorgängers. Es
glast zwölf Uhr!
»Guten Morgen!«
»Gut geschlafen?«
»Danke -- etwas los?«
»Nichts!«