»Gut. Meine Frau läÃt Sie bitten, morgen mit uns zu speisen. Zwei Uhr,
bitte. Sind Sie noch frei?«
Du lieber Gott! Ob er noch frei war! Für sämtliche Mittage seines
Lebens war er noch frei.
Also Schauspieler! Bei der bekannten Geschwindigkeit, mit der er seine
Schlösser baute, spielte er schon im nächsten Augenblick den »Faust«
auf der Bühne des Wiener Burgtheaters. Und bei einem seiner Lehrer
eingeladen zum Essen! Was konnte das Leben einem noch mehr bieten! Er
schwamm in der vollen, naiven Freude eines ersten öffentlichen
Erfolges. Ihm war, als ob alle Menschen aller Länder ihm hold gesinnt
wären und ihm von Herzen das Beste wünschten. Er hatte nicht die
leiseste Ahnung davon, daà Lau erzählte, Semper habe ihm die Rolle der
Prinzessin nur aus Neid weggenommen, und wenn ihm jemand gesagt hätte,
daà Lau das erzähle, so würde er gesagt haben: »Du lügst.«
Als er sich wieder dem Platze Hildens näherte, war sie nicht da. Er
lieà die Blicke durch den Saal schweifen â da â sie tanzte! O weh, sie
tanzte!