Die Epidermis der Fruchtschale bildet mit der darunterliegenden,

Bastfaserbündel führenden, Schicht das Exokarp, das breite

Mesokarp wird von einem fetthaltigen Parenchym gebildet, in dem

Oxalatzellen liegen und das von zahlreichen, bastfaserreichen,

von Kristallkammerfasern begleiteten (~Hanausek~) Gefäßbündeln

durchzogen wird. Das Endokarp besteht aus einer breiten Schicht

Sklereïden, die braungefärbt, außerordentlich stark verdickt und

reich getüpfelt sind. Da das Raphegewebe den Carpiden tief und breit

eingewachsen ist, geht das Endokarp allmählich unter Verringerung

der Verdickung der Zellen in das Gewebe der Samenschale über, das

aus einer breiten Schicht von Zellen mit braunem Inhalt besteht (~A.

Meyer~), deren innere sich mit Kali citronengelb färben (~Hanausek~).

Das große Endosperm besteht aus radial gestreckten, nicht sehr

stark verdickten, aber grobgetüpfelten Zellen, die reichlich zum

Teil kristallinisches Fett und große Aleuronkörner mit ein oder

mehreren, vortrefflich ausgebildeten Kristalloiden (~Tschirch~)

einschließen. Die aus der Steinschale herausgelösten, bis 1,5 cm

langen Samen bilden die =Palmkerne= des Handels. Das als Verfälschung

von Gewürzen (z. B. Pfeffer) beobachtete +Palmkernmehl+ (daher:

Poivrette, Pepperette, Mischpfeffer) besteht aus den gemahlenen

Preßrückständen derselben, die noch 5-16% Öl enthalten und immer auch

Sklereïden des anhängenden Endocarps erkennen lassen, neben den sehr

charakteristischen reichgetüpfelten Endospermzellen mit sog. knotig

gegliederter Wand und den Zellen der Samenschale.

=Lit.= ~Arthur Meyer~, Über d. Ölpalme. Arch. Pharm. 1884, 713. --

~Ascherson~, Die Ölpalme. Globus 35, 209. -- ~Drude~, Geogr. Verbr.

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Cultures. -- ~Schweinfurth~, Im Herzen Afrikas 1874. -- ~Soyaux~,

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aus d. deutsch. Kolon. 1897. -- ~Warburg~ in ~Engler~, Pflanzenwelt

Ostafr. (Verbreitung). -- ~Preuss~, D. wirtschaftl. Bedeut. d.

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ihrer Kultur. Kolon. wirtsch. Kom. 1909. -- ~Jean Adam~, Le Palmier

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-- ~Soyaux~ a. a. O. t. 105. -- ~Köhler-Vogtherr~, Medizinalpfl.

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~Soskin~ a. a. O.

+Anatomie+ besonders bei ~Arth. Meyer~ a. a. O. -- ~T. F. Hanausek~,

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in ~Wiesner~, Rohstoffe 2. Aufl. -- Aleuron: ~Tschirch~, Angew.

Anatomie. -- ~Moeller~, Afrik. Ölsamen. Dingl. Polyt. Journ. 1880 und

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Samenkunde. -- ~Vogl~, Nahrungsm.

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Mischpfeffer in Realenzyklop. d. Pharm. -- ~Vogl~, Nahrungsm. Fig.

265. -- ~Kobus~, Landw. Jahrb. 1884.

[Illustration: Fig. 222.

Bereitung von Palmöl im Ntumgebiet. [Nach Photographie von +Tessmann+,

Pangweesexpedition.]]

=Gewinnung des Palmöls.= Die Gewinnung des Palmöls ist noch heute,

z. B. in Kamerun und Dahomey, fast ganz in den Händen der Neger und

sehr primitiv. Die Neger ersteigen den Baum mit dem Klettergurt,

schneiden die Fruchtbündel los und lösen nach einigen Tagen die

Früchte ab. Die Früchte werden zunächst auf Haufen oder in eine Grube

geworfen, wo sie 6-10 Tage zur Fermentierung bleiben, damit sich die

faserige Fruchtschale leichter vom Steinkern ablöst. Je rascher sie

aber verarbeitet werden, um so besser ist das Öl. Die Früchte werden

daher jetzt meist sofort c. 2 Stunden mit Wasser gekocht. Nun läßt sich

der Steinkern leicht herauslösen und dies geschieht entweder durch

Kneten der Früchte mit den Händen oder durch Schlagen und Stampfen

mit Stangen oder Keulen in mörserartigen Gefäßen (Fig. 222) bzw.

in mit Steinen ausgekleideten oder mit Lehm ausgestrichenen Gruben

oder durch Bearbeiten mit den Füßen oder Händen in Holztrögen oder

alten Kanoos (Taf. XXIII). Man überläßt nun die Masse c. 12 Stunden

sich selbst, gießt dann kaltes oder heißes Wasser darauf, drückt

die Masse mit der Hand aus und wirft die Kerne und die Fasermasse

beiseite. In Dahomey läßt man letztere noch gären, was weiteres Öl

freimacht. Das im Troge nun obenauf schwimmende Öl wird abgeschöpft,

durch Korbsiebe filtriert und durch Erwärmen vom Wasser befreit.

Filtrieren und Erwärmen wird wiederholt (~Semler~). Die europäischen

Händler reinigen in ihren Faktoreien bisweilen das Öl nochmals. Es

kommt in Fässern in den Handel. In Viktoria werden die Früchte zuerst

in Kesseln 1-2 Stunden gekocht, dann in hölzernen oder metallenen

Behältern mit hölzernen Keulen zerstampft, die Kerne abgesondert und

das Öl mit der Hand ausgepreßt. Das Ausgepreßte wird in Wasser geworfen

und nochmals mit der Hand ausgedrückt (die Preßrückstände enthalten

immer noch 12% des Trockengewichtes Öl). Die Mischung von Wasser und

Öl wird dann durchgequirlt, der Ölschaum abgehoben und in einem Tropf

durch Erhitzen geschieden (~Preuss~). Bei dieser Methode gehen ⅔

des Öls verloren. Das Öl aus Früchten, die vorher fermentiert wurden

(s. oben), ist weniger gut. Die oben beschriebene Bereitung, bei der

nur 10-12% der Frucht an Öl gewonnen werden und 50% des Öls in den

Rückständen bleibt, ist schon alt. Das, was ~Martius~ nach den Autoren

von 1715 und 1723, wie das, was ~Thonning~ 1828, ~Rohlfs~ 1866 und

~Soyaux~ 1875, berichten, stimmt im allgemeinen mit der noch heute

zumeist geübten Methode überein. Bei den Niam-Niam wird das Öl der

Fruchtwand einfach ausgepreßt, das Öl der Kerne durch Inbrandstecken

eines über einen in der Erde versenkten Krug geschütteten Haufens

derselben gewonnen (~Schweinfurth~). Die Bewohner von Jocuba kochen die

zerkleinerte Fruchtmasse aus (~Rohlfs~). In Loango werden die Früchte

auf Raphiablattrippen über dem Feuer erwärmt, das zu einem Teige

zerstampfte, von den Steinkernen getrennte Fruchtfleisch in aufgehängte

Beutel gebracht und durch Drehen mit einem Hebel ausgepreßt, der

Preßrückstand erwärmt und mit heißen Steinen zusammen nochmals gepreßt

(~Pechuël-Lösche~). ~Preuss~ bezeichnet einen Ertrag von c. 7¼ kg

Öl und c. 15 kg Kerne pro Baum als das Normale. Doch wechselt dies

natürlich. Den Eingeborenen liefert jeder Fruchtstand nur etwa 750 g

Öl und 1500 g Kerne (~Preuss~). Das Durchschnittsgewicht der Früchte

eines Fruchtstandes beträgt 10 kg. Die Javanen bereiten das Öl, indem

sie die Früchte in Dampf hängen, sie dann zerkleinern und in einer sehr

primitiven Presse -- zwischen zwei mit Steinen beschwerten Brettern

auspressen (~van Gorkom~). In Kamerun und Togo sind seit 1906 deutsche

+Palmölwerke+ in Betrieb, in denen durch Schälmaschinen das Fleisch

der vorgekochten Früchte vom Steinkern getrennt und dann ausgepreßt

wird. Die französische Palmölfabrik in Dahomey preßt trocken direkt.

Ein Verfahren, die ganze Frucht inklusive der Kerne zu pressen, ist

~Hallet~ patentiert (Franz. Pat. 321918).

+Gebleichtes Palmöl+ wird durch Ozon oder Durchblasen von ozonisierter

Luft durch auf 150° erhitztes Öl (Engl. Pat. 28682) oder durch

Behandeln mit Bichromat und Salzsäure erhalten. Schmutzig rote Öle

lassen sich nicht bleichen.

Die aus der Steinschale durch Aufschlagen mit Steinen herausgelösten

+Palmkerne+ werden in Hanf- oder _Hyphaene_blatt-Säcken versandt.

Die Palmnüsse oder Palmkerne werden meist erst in Europa (Marseille,

Nantes, Harburg, Cöln, Liverpool, London usw.) und Amerika auf

+Palmkernöl+ verarbeitet -- durch kalte und heiße Pressung und

Extraktion -- aber auch die Neger stellen es da und dort dar.

=Handel.= +Das Palmfett ist das von allen fetten Fetten am meisten

industriell verwendete+ und seit der Mitte des XIX. Jahrh. einer der

wichtigsten Handelsartikel. Im Welthandel sind jährlich c. 7-800000

dz Palmöl und 1,2-1,3 Mill. dz. Palmkerne (~Semler~). Der Wert der

Ausfuhr von Palmöl aus ganz Westafrika betrug 1907: 36,1 Mill. M.

(100000 t), der der Palmkerne 53,6 Mill. M. (c. 220000 t). Es gibt

zahlreiche Palmöl-+Handelssorten+, wie z. B. Liberia, Saltpond,

Addah, Appam, Winnebah, Fernaodo Po, Braß, Neu- und Alt-Calabar,

Niger, Accra, Benin, Bonny, Grand Bassa, Togo, Kamerun, Oap Labon,

Cap Palmas, Lagos, Loanda, Gold Coast, Insel Sherboro, Gaboon, Half

Jack, Opobo, Whidah, Dixcove, Rio Pongo, Appolonia, Grand und Little

Popo, Quittah, Lahoo, Appam, Danve, Monrovia, Benin, Congo u. and.

Der größte Teil der Erzeugnisse der Ölpalme geht über +Lagos+ und das

Niger Coast Protectorat, das eigentliche Gebiet der Ölflüsse. Lagos

exportiert durchschnittlich im Jahre 2-4 Mill. Gall., z. B. 1895:

3826000 Gall. Palmöl und 46500 t. Palmkerne, das Nigerschutzgebiet

(Alt- und Neu-Kalabar, Opobo, Bonny) durchschnittlich 10-12 Mill.

Gall. Palmöl. Hauptmarkt der Kalabarhändler ist N’Dobe, Mittelpunkt

des Rio del Rey-Gebietes. Kamerun erzeugt jetzt viel Palmöl.

Hauptplatz ist Mandame am Mungo. 1897 exportierte +Kamerun+ für

2300000, Togo für 500000 M. Ölpalmenprodukte, 10 Jahr später schon

für 4,2 bzw. 1,4 Mill. M. 1900 exportierte Kamerun 2807229 kg Palmöl

und 7945169 kg Palmkerne, Togo 1900: 1987382 kg Palmöl und 6330108

kg Palmkerne. 1909 exportierte Kamerun für 2,6 Mill. M. Palmkerne

und für c. 1 Mill. M. Palmöl; die Goldküste jährlich c. 3-4,5 Mill.

Gall. Öl. Der Kongostaat exportierte 1906: c. 2,5 Mill. kg Öl und c.

6 Mill. kg Kerne (I, S. 183). Sierra Leone exportierte 1909: 851999

Gallons Palmöl. Der Konsum in Afrika ist etwa doppelt so hoch wie

der Export. Früher lieferte ausschließlich die Westküste Afrikas

Palmöl, jetzt auch die Philippinen, Indien, Südafrika. +Deutschland+

importierte 1909: 2304476 dz +Palmkerne+, besonders aus Brit.

Westafrika, dann aus franz. Westafrika, Togo, Kamerun, Liberia und

Port. Westafrika. Deutschland importierte 1909 152356 dz +Palmöl+,

davon 132879 aus Brit. Westafrika, 11981 aus Liberia. Deutschland

exportierte 1909: 425971 dz +Palmkernöl+. Hamburg importierte 1908

+Palmöl+ und +Palmkernöl+ seewärts: 151284 dz. Davon stammten aus

Westafrika 112543, Kamerun: 10454, Deutsch Togo: 8084, geringe

Mengen auch aus Brit. Südafrika, Brit. Ostindien. +Frankreich+

importierte 1908: 213026 Quint. +Palmöl+, besonders aus Franz.

Westafrika und Engl. Ostafrika und importierte 1908: 38286 Quint.

+Palmkerne+ (Amandes de palmiste), besonders vom Senegal und anderen

französischen Besitzungen Westafrikas. Die +Vereinigt. Staaten+

importierten 1908: 32615073, 1909: 58971777 pounds Palmoil.

[Illustration:

Tafel XXIII.

Palmölbereitung durch Eingeborene im Canoo. [Aus Soskin, Die Ölpalme.]]

=Chemie.= Das Palmöl wird also (wie das der Olive) aus dem

Fruchtfleisch dargestellt, das Palmkernöl aus den geschälten Samen. Das

Fruchtfleisch beträgt je nach der Varietät 27-70% der Frucht, die Kerne

9-25%. Das Fruchtfleisch enthält 22,6-70, meist 46-66,5% (~Fendler~)

Fett, das meiste enthält die Dévarietät. Die frischen Samenkerne

enthalten 43-54 (meist 43-50)% Fett (~Nördlinger~, ~Fendler~). +Das

frische Palmöl schmeckt süßlich, ist gelb und riecht veilchenartig.+

Mit der Zeit wird es an Licht und Luft (durch gebildetes

Wasserstoffsuperoxyd (~Schönbein~) oder Ozon(?) farblos und verliert

den Geruch, aber erst sobald sich das Fett zersetzt (~Sadebeck~).

Beim Verseifen bleibt Geruch und Farbe erhalten (~Lewkowitsch~).

Die Farbe des Handelsöls schwankt zwischen orangegelb (Lagos) und

schmutzig rot (Congo), die Konsistenz zwischen Butter (Lagos) und

Talg (Congo). Palmöl ist in kaltem Alkohol wenig, leichter in heißem

löslich. Es ist leicht verseifbar. In frischem Palmöl sieht man unter

dem Mikroskop, eingebettet in eine ölige Grundmasse, Nadeln und

Nadelaggregate. Ranziges Öl besteht fast nur aus Fettsäurekristallen.

Die Zusammensetzung schwankt je nach Ursprung des Öls (Varietät,

Bereitungsart usw.).

Die Hauptbestandteile des =Palmöls= (Palmbutter, Palmfett, huile de

palme, palmoil, palmolie) sind +Palmitin+ und +Olein+. Die festen

Fettsäuren bestehen (nach ~Nördlinger~) aus 98% +Palmitinsäure+, 1%

+Stearinsäure+ und 1% +Heptadecylsäure+ (C₁₇H₃₄O₂, wohl = Daturinsäure

S. 546). In den flüssigen ist +Ölsäure+ und +Linolsäure+ (~Hazura~ und

~Grüssner~) nachgewiesen.

Das spez. Gew. ist 0,9209-0,9245 (~Tate~), 0,945-0,947 (~Schädler~,

~Marpmann~); bei 98° 0,858-0,860. Erstarrungspunkt: 31-39

(~Fendler~). Schmelzpunkt: 27-42,5 (je nach Alter und Ursprung des

Öls), 35-43° (~Fendler~). Verseifungszahl: 196,3-205,52 (~Moore~,

~Valenta~, ~Fendler~). Jodzahl: 51-57,4, meist 53 bis 56 (~Tolman~,

~Lewkowitsch~), selten 34-42. Reichert-Meisslzahl: 0,74-1,87

(~Fendler~). Hehnerzahl: 94,2-97 (~Tate~). Brechungsexponent (bei

60°): 1,4510. Das spez. Gew. der Fettsäuren beträgt (bei 98°) 0,8369

(~Allen~), ihr Erstarrungspunkt liegt bei 35,8-46,2°, meist bei 44,5-45

(~de Schepper~ und ~Geitel~), ihr Schmelzpunkt bei 47,75-50°, die

Jodzahl 53,2 (~Thörner~), die der flüssigen Fettsäuren 94,6-99.

Da das Fruchtfleisch eine sehr energisch wirkende Lipase enthält,

spalten sich die Glyceride des Fettes sehr leicht und schon frisches

Palmöl enthält 10-12, etwas älteres oft 20-60% freie Fettsäuren,

altes ist bisweilen gänzlich aufgespalten (~Lewkowitsch~). Die

Säurezahl steigt mit dem Gehalt an Wasser und Verunreinigungen. Die

Verunreinigungen betragen meist 1-8%. Der +Riechstoff+ hat einen an

_Rhiz. iridis_ und Blauholz erinnernden Geruch. Der gelbe +Farbstoff+

(wohl ein Lipochrom) läßt sich nicht durch Wasser entziehen. Er wird

durch rauchende Salpetersäure blau, durch Schwefelsäure blaugrün,

durch Chlorzink grün (~Benedikt~) und durch Erhitzen auf 240° zerstört

(~Oudemans~). Die +Lipase+ (~Pelouze~ und ~Boudet~) zerlegt das Fett

rasch.

Die Samen enthalten 43,7-52,5% Öl, das meist durch hydraulische Pressen

ausgepreßt wird und angenehm riecht und schmeckt. Das =Palmkernöl=

(huile de palmiste ou de pepin de palme, palm seed oil, palm kernel

oil, palm nut oil, palm pit olie) ist ganz vom Palmöl verschieden

und in seiner Zusammensetzung dem Cocosöl sehr ähnlich. Es besteht

hauptsächlich aus +Laurinsäureglycerid+, enthält 12-20% +Olein+,

ferner Palmitinsäure und Myristicinsäure und relativ viel flüchtige

Fettsäuren, wie Caprylsäure, Caprinsäure (~Valenta~) und etwas

Phytosterin (~Stellwaag~). Seine Jodzahl ist sehr niedrig: 10,3-16,8,

die Verseifungszahl sehr hoch: 242-254,8. Seine Seife läßt sich schwer

aussalzen.

Der +Preßkuchen+ (tourteau de palmiste) enthält c. 2,4% Stickstoff

(13-20% stickstoffhaltige Substanzen), 4,45-16% Fett, c. 24,92%

Rohfaser und 3,60-4,48% Asche (~Cornevin~, ~Dieterich~, ~Mayer~,

~Wagner~, ~Schulze~). Palmkernkuchen enthalten ein Mannogalaktan

(~Schulze~) und liefern daher bei der Hydrolyse mit verdünnten Säuren

Galaktose und Mannose. Er gilt als mittelmäßiges Futtermittel und

wird meist nur gemischt gegeben (~Collin-Perrot~). Die +Steinschale+

enthält 68-75% Rohfaser, 3-3,6% Rohprotein und 1,5-2,1% Rohfett

(~Wehnert~, ~Völcker~ und ~Emmerling~).

=Lit.= ~Frémy~, Journ. pr. Ch. 22, 120. -- ~Stenhouse~, Lieb. Ann.

36, 50. -- ~Schwarz~, Ebenda 60, 58. -- ~Pelouze~ und ~Boudet~, Lieb.

Ann. 29, 42. -- +Palmkernöl+: ~Oudemans~, Journ. pr. Chem. 110, 393

und ~Valenta~, Zeitschr. ang. Chem. 1889, 335. -- ~Benedikt-Ulzer~,

a. a. O. (dort weil. Lit.). -- ~Lewkowitsch~ a. a. O. -- ~Benedikt~

und ~Hazura~, Monatsh. f. Chem. 1889, 353. -- ~Nördlinger~, Zeitschr.

angew. Chem. 1892, 110 u. 1895, 19. -- ~Fendler~, Z. Kenntn. d.

Früchte von Elaeis guin. u. d. daraus gewonn. Öle. Ber. d. pharm.

Ges. 1903 u. Arbeit d. pharm. Inst. Berlin I, 1903. -- ~Schepper~ und

~Geitel~ (zahlr. Sorten), Dingl. polyt. Journ. 245 (1882) 295.

=Verfälschung.= Palmöl ist mit keinem anderen Öl zu verwechseln und

wird wohl auch kaum mit anderen verfälscht (Cottonöl und Mineralöle

sind beobachtet), doch mischen ihm die Neger Sand bei (Wasser und

Sand dürfen 2% nicht überschreiten). Früher, als Palmöl noch teuer

war, wurden mit _Curcuma_ gefärbte, mit _Iris_ parfümierte, aus Talg

hergestellte Fälschungen beobachtet. Jetzt ist der Talg teurer.

=Anwendung.= «Sämtlichen Nutzpflanzen des äquatorialen

Westafrikas, einheimischen wie eingeführten, an dauerndem Wert und

wirtschaftlicher Bedeutung weit überlegen ist die Ölpalme. Ihre

Produkte allein vermögen schon die Rentabilität von Dampferlinien

und Eisenbahnen zu garantieren» (~Busse~). Obenan steht das Palmöl

und die Palmkerne. Aber auch die Blätter werden als Flechtmaterial,

die Fasern der Blattstiele zu Körben usw., das harte Endokarp zu

Schmuckgegenständen, der nach Anschneiden der jungen männlichen

Blütenstandsanlage oder Anschneiden des gefällten Stammes

ausfließende Zuckersaft zur Palmweinbereitung (vgl. I, S. 1018)

benutzt. Das Öl ist das Fett der Westafrikaner und dient dort wie

Butter besonders zur Palmoil-chop. Vgl. auch ~Fickendey~, Über die

Verwendungsfähigkeit des Palmöls als Speisefett (Tropenpfl. 1910,

566). Palmkernmehl ist Futtermittel. Die Neger benutzen das Öl zu

Einreibungen. Palmöl wird in Europa besonders in der Glycerin-,

Seifen- und Kerzenindustrie verwendet.

=Geschichte.= Das Palmfett kam zuerst im XVI. Jahrh. nach Europa

und ist seit dem XVIII. Jahrh. auch seiner Herkunft nach bekannt

(~Böhmer~), wurde aber erst im XIX. Jahrh. in größeren Mengen

exportiert. Die Einfuhr begann 1807 (~Flückiger~). Es wurde zuerst

in England technisch verwertet. Was das _Ol. palmae_ der Taxe von

Bremen 1665 und der Berluliste (I, S. 951) war, läßt sich nicht mehr

feststellen (Cocosöl?). Während früher die Palmkerne weggeworfen

wurden, brachten sie deutsche Kaufleute 1858 in den Handel und es

entstand zuerst in Harburg eine Palmkernölfabrik. Jetzt ist das

Palmkernöl wertvoller geworden als das Palmöl, da es besser ist.

Oleum Cacao.

Butyrum Cacao, Ol. Theobromae (Theobromatis), Cacaofett, Cacaoöl,

Cacaotalg, Cacaobutter; beurre de Cacao, graisse de Cacao; Cacaobutter,

oil of Theobroma; borro di Cacao. Die Bezeichnung «Butter» ist, da die

Nahrungsmittelchemiker diesen Begriff scharf umschrieben haben, hier

wie bei _Ol. myristicae_ besser zu vermeiden.

Das Cacaofett ist das Fett der Samen von _Theobroma Cacao_ L. Die

Pflanze und die Samen werden bei den Purindrogen beschrieben.

Das +Cacaofett+ wird -- wohl stets als Nebenprodukt der Cacao- und

Schokoladenfabrikation -- in der Weise dargestellt, daß die schwach

(bei 130-140°) gerösteten, geschälten und gemahlenen Samen in

hydraulischen Pressen (bei bis 150 Atmosphären Druck) heiß (bei 60-70°)

gepreßt werden. Die Ausbeute beträgt c. 30 bis 35%. Bisweilen wird vor

dem Pressen ein Alkalikarbonat zugesetzt. Dann enthält das Fett Seife

und gibt relativ viel Asche. Das Rohöl wird meist im Heißwassertrichter

filtriert.

Hauptverkaufsplätze für Cacaobutter sind London und Amsterdam. Die

Produktion betrug 1907 bei van Houten 820, bei Cadbury 495, Mignon

Hall 474 t. ~Grossmann~ führt (1911) Cacaobutter in Blöcken à c.

10/16 kg und «Marke Stern» in Tafeln à 500, 250, 125, 100 und 50 g.

Deutschland importierte 1907: 24, 1908: 11 t und exportierte 1907:

2080, 1908: 1849 t Cacaobutter.

Die Preßrückstände bilden den «entölten Cacao», der aber immer noch

Fett (wenigstens 12%, meist mehr) enthält. Daß man durch Auskochen

der zu Brei zerstoßenen Samen mit Wasser mehr Öl erhält wie durch

Auspressen, wußte schon ~Homberg~ (s. Geschichte). Die Menge des

Fettes in den Samen schwankt zwischen 36,8 und 56,5% (Extraktion mit

niedrig siedendem Petroläther gibt die richtigsten Zahlen ~Davies~

und ~M’Lellan~), meist beträgt sie 51,5-56%-52% der geschälten und

bei 25-30° getrockneten Samen (~Heiduschka~) -- Durchschnitt: 55%

(~Welmans~). Nach anderen schwankt der Fettgehalt von 42-54 bzw. 37,1

und 51,4 (~l’Hôte~) und beträgt meist 50-53,6% (~Zipperer~). Cacaofett

ist spröde und hellgelblich-weiß und wird beim Aufbewahren ganz weiß.

Es besitzt einen sehr angenehmen, schokoladenartigen Geruch und einen

angenehm milden Geschmack. Cacaofett ist leicht in Petroläther, im

halben Gewicht Benzol und im fünffachen Gewicht heißem absolutem

Alkohol löslich. Die Lösung in 2 Teilen Äther bleibt bei 12° während

24 Stunden klar, während die mit 20 Teilen siedendem absolutem Alkohol

hergestellte Lösung beim Erkalten alles, bis auf 1% (Olein), wieder

fallen läßt (~Flückiger~). In 90% Alkohol ist es nur zum geringen

Teile löslich (Unterschied von Cocosfett). Beim Einlegen in die

Kali-Ammoniakmischung von ~Hartwich~ und ~Uhlmann~ entstehen im Inneren

des Tropfens Bündel ganz kurzer Kristallnadeln, an der Peripherie lange

Nadeln.

Das Cacaofett enthält 59,7% (~Farnsteiner~) feste Fettsäuren und

zwar +Stearinsäure+ (39-40% ~Lewkowitsch~, ~Hehner~ und ~Mitchell~),

+Palmitinsäure+ und +Arachinsäure+ (~Specht~ und ~Gössmann~).

Palmitinsäure und Stearinsäure sind zum Teil als Triglyceride vorhanden

(~Klimont~). Das Vorkommen von Laurinsäure (~Kingzett~, ~Traub~,

~Graf~) wird neuerdings bezweifelt (~Lewkowitsch~), die Theobromasäure

(C₆₄H₁₂₈O₂ ~Kingzett~) ist wohl Arachinsäure (~Traub~, ~Graf~).

Unter den flüssigen Fettsäuren dominiert die +Ölsäure+ (~Traub~) mit

31,2% (~Farnsteiner~), daneben finden sich noch 6,3% andere flüssige

Fettsäuren, darunter +Linolsäure+ (~Benedikt~ und ~Hazura~). Von

gemischten Estern sind nachgewiesen +Oleopalmitostearin+ (~Klimont~)

C₃H₅(OC₁₈.H₃₃O)(OC₁₆H₃₁O)(OC₁₈.H₃₅O) F = 42°, +Oleodipalmitin+

C₃H₅(OC₁₆H₃₁O)₂(OC₁₈H₃₃O) (~Klimont~), +Myristicopalmitoolein+

C₃H₅.(O.C₁₄H₂₇O) (O.C₁₆H₃₁O)(OC₁₈H₃₃O) F = 25-27° und +Oleodistearin+

C₃H₅(C₁₈H₃₅O₂)₂C₁₈H₃₃O₂ F = 44-44,5° (6% ~Fritzweiler~), wahrscheinlich

aber noch andere vorhanden. Ölsäuretriglycerid fehlt (~Klimont~).

+Ameisensäure+, +Essigsäure+ und +Buttersäure+, die +Graf+ angibt,

scheinen bisweilen zu fehlen (~Lewkowitsch~), ebenso fehlt Caprylsäure

(~Heiduschka~).

Das Fett enthält ferner eine +Lipase+ und in dem Unverseifbaren

Phytosterine (~Clayton~) wohl +Stigmasterin+ (F = 162-163°) und

+Sitosterin+ (F = 139° ~Matthes~ und ~Rohdich~), vielleicht auch etwas

Cholesterin (~Prochnow~, ~Maurenbrecher~ und ~Tollens~), sowie neben

einem festen Kohlenwasserstoff C₃₀H₄₈ (F = 133-134° wohl +Amyrilen+)

ein hyazinthenartig riechendes Öl (~Matthes~ und ~Rohdich~). Der Träger

des Geruches, den das Fett aus den Samen aufnimmt, soll das «+Cacaorot+

in Verbindung mit einem Glykosid» (? ~F. Müller~) sein. Das bedarf der

Bestätigung.

Handbuch der Pharmakognosie(#71452) · 第 111 / 120 段