muschatenblomenconfect steht schon in der Lübecker Verordnung von
Gewürtz und Apothekerwaaren um 1530, ja wir dürfen sogar schon in
dem uille de musterlin des Inventar ~Lefort~ 1439 (I, S. 811) _Ol.
myristicae_ sehen. Über die Bereitung der Muskatbutter aus den
erwärmten und zerriebenen Samen mittelst einer Presse berichtet schon
~Acosta~ 1578 (I, S. 738) und auch ~Linschoten~ (I, S. 743) erwähnt,
daß in Banda aus Nüssen und Macis Öl bereitet werde, und ~Clusius~
sah _Ol. nucistae_ 1581 bei dem Apotheker ~Morgan~ in London in 1 :
3 : 3 Zoll großen Platten. _Ol. nucistae_ und _Oleum macidis_ finden
sich dann in der Taxe von +Worms+ (I, S. 817) und ~Tabernaemontanus~
(I, S. 847) gibt bereits 1613 drei Methoden an, _Ol. nucistae_ selbst
herzustellen. Es kam im XVII. und XVIII. Jahrh. in guter Qualität
aber auch aus Banda. Doch klagt bereits ~Pomet~ (I, S. 941), daß
es viel gefälscht werde. ~Rumphius~ (I, 8. 899) und ~Valentijn~
beschreiben die Herstellung der Muskatbutter (das oly slaan =
Ölschlagen) auf den Moluccen, die auch noch im XVIII. und XIX. Jahrh.
dort geübt wurde (~Bomare~, ~Thunberg~). In der Mitte des XIX. Jahrh.
unterschied man meist englische (aus Penang) und holländische (aus
Banda) Muskatbutter.
Das destillierte Muskatnuß- und Macisöl war bereits den Verfassern
der Destillierbücher des XVI. Jahrh. (~Cordus~, ~Ryff~, ~Porta~,
~Winther~, vgl. I, S. 875) bekannt. Sie finden sich in der Taxe von
Berlin 1574, von Frankfurt und Worms 1582 und im Dispensator. Noricum
1589 (~Gildemeister-Hoffmann~). Aus Muskatnüssen destilliertes Öl
erwähnt ~Tabernaemontanus~ und ~Gesner~. Es wurde noch in der ersten
Hälfte des XIX. Jahrh. in Banda destilliert, neuerdings in Singapore
und Benkulen, aber nur gelegentlich. Das Macisöl erwähnt ~Dodonaeus~
(im Cruydeboek 1563), ~Acosta~ (I, S. 738). ~Rumphius~ und auch
~Valentini~ kannten außer dem destillierten auch ein rotes durch
Auspressen aus der frischen Macis bereitetes und es scheint auch dem
Destillat Macispulver zugesetzt worden zu sein, um ein gefärbtes Öl
zu erhalten.
Die ersten chemischen Untersuchungen der Öle rühren her von:
~Valentini~, Macis vulgo sed perperam Muskatenblume dicta. Diss.
Gießen 1719. ~Neumann~, Chymia medica 1749. ~Bonastre~, Trommsd. N.
Journ. d. Pharm. 2 (1824) 231.
~Garcia~ beschrieb zuerst die Frucht. Die erste richtige Beschreibung
der Pflanze gab aber Clusius 1605 nach in Salzwasser eingelegten
Fruchtzweigen (die Abbildung taugt aber nichts). Ausführlicher
behandeln die Pflanze ~Rumpf~ (I, S. 899) und ~Valentini~, dem wir
ein gutes Habitusbild verdanken. Auch in ~Nic. Schultze~, Dissertatio
de nuce moschata 1709 findet sich eine recht gute Abbildung, und gut
ist auch der botanische Teil in ~C. M. Valentinis~ Dissertatio de
macide 1719 (s. oben). Noch ~Amatus Lusitanus~ (1533), ~Scaliger~
(1566), ~Lonicer~ (1609) warfen Macis und Macer durcheinander.
=Lit.= ~Martius~, Z. Literaturgesch. d. Muskatnuß und Muskatblüte.
Sitzungsb. d. Münch. Akad. 1860, 154 (Buchn. Rep. 9 [1860] 529). --
~Warburg~, Wer ist der Entdecker d. Gewürzinseln (Moluccen). Verh.
Ges. Erdkunde 1896. -- ~Warburg~, Die Muskatnuß 1897 (hier eine
ausführliche historische Darstellung). -- ~Heyd~, Levantehandel. --
~Flückiger~, Pharmakognosie. -- ~Flückiger-Hanbury~, Pharmacographia.
-- ~Pereira~, Elements. -- Über die Muskatbutter im XVII. Jahrh.:
Fragmenta ex relatione jurata Abrahami Boudenii et Goerickii Hauptii
Commissariorum desuper Arboribus Nucum Moschatarum earumque Viridario
in Banda de Dato 20. Dez. 1682. De Padbrugge exhibita in Valentini
Histor. simplic. reform. 1716 (Ref. in ~Warburg~, Muskatnuß). -- ~C.
M. Valentini~, Dissertatio de macide 1716. -- ~Thunberg~, Dissert. de
myristica. Upsala 1788. -- ~Crawfurd~, Dict. of the Indian Islands.
-- ~Leber~, Appréciation de la fortune privée an moyen âge 1847. --
~Rogers~, History of the agriculture and prices in England 1866.
Andere nutzbare Muskatarten.
=Myristica argentea= ~Warburg~, Neu Guinea oder +Papua Muskat+,
Lange not, Nootmoschat van Nieuw Guinea, Papua noten, Mannetjes
noten van Nieuw Guinea, Pferdemuskat. Ein im westlichen Neu-Guinea
heimischer Baum von mittlerer Größe, mit breiter pyramidaler Krone
und Stelzenwurzeln, bis 25 cm langen, elliptisch länglichen Blättern,
deren Unterseite auf der Unterseite silberglänzend sind, weshalb
~Warburg~, der sie auffand, die Art als _argentea_ bezeichnet.
Die großen kahlen, eiförmig-elliptischen, an beiden Enden
abgerundeten Früchte werden bis 8,5 cm lang. Der rote, nur in
wenige breite Lappen geteilte, +sehr aromatische Arillus+ wird beim
Trocknen dunkel schmutzig-rotgelb, gelbbraun, rot- oder graubraun.
Der schlanke Same (Fig. 215) ist 3½-4 cm lang, gestreckt
oval-elliptisch. Seine Schale zeigt seichte Arillusabdrücke. Ihr
fehlt die Querfaserschicht (s. bei _Myrist. fragr._). Das Endosperm
ist stärkereich, die weitmaschigen, mehr zerstreuten und gröberen
Ruminationsfalten +stark aromatisch+ (Abbild. bei ~Warburg~, t.
2). Die zuerst von ~Valentini~ erwähnte, von ~Pereira~ richtig
beschriebene und abgebildete Papuanuß, die in West-Neu-Guinea noch
heute die Rolle des Geldes spielt, kommt regelmäßig, besonders
aus der Landschaft Onin am Mc. Cluers Golf, in den Handel, meist
unter dem Namen lange Muskatnuß, Long-Papua oder wild nutmeg. Sie
bildet den wichtigsten Exportartikel Neu-Guineas und wird stets
in der Schale exportiert. Bisweilen unterscheidet man Macassar-
und Papuanüsse als verschiedene Sorten (nur die erstgenannten
gelten als gut), doch besteht kein Unterschied (~Busse~). Der
Export (besonders über Macassar, Singapore und Java) betrug Ende
des vorigen Jahrhunderts c. 430000 kg mit Schale (= 250000 kg ohne
Schale (~Warburg~)). Ihr Preis beträgt kaum die Hälfte der echten
Muskatnüsse, ihr Umsatz etwa ¹⁄₁₂ bis ⅒. +Das Aroma ist der echten
ähnlich, aber weniger fein+, der Samenkern, da bröckelig, schlecht zu
verreiben.
[Illustration: Fig. 215.
Same von _Myristica argentea_ mit dem Arillus bedeckt. [Nach +Busse+.]]
Die Zusammensetzung der Papuamuskatnüsse ist im Durchschnitt in %
Wasser 9,92, Stickstoffsubstanz 6,95, äther. Öl 4,7, Ätherextrakt
35,47, Stärke 29,25, stickstofffreie Extraktstoffe 8,93, Rohfaser
2,07, Asche 2,74, Alkoholextrakt 16,78 (~König~). Der Fettgehalt ist
etwa derselbe wie bei der echten (31,6-39,3% ~Busse~), nach anderen
52 bis 54%. Das Fett ist heller als bei Banda-Muskat. Das ätherische
Öl ist minderwertig (~Schimmel & Co.~). Da sie nicht gekalkt werden,
sind sie sehr dem Insektenfraß ausgesetzt.
Der Arillus, unter dem irreführenden Namen +Foelieschillen+,
+Macisschalen+ oder +Macassarmacis+ im Handel -- ~Waage~ schlug
vor, sie =Papua-Macis= zu nennen -- enthält sehr viel «Fett» (52-54%
~Busse~), 8,75% «Stärke» und c. 3,5% äther. Öl, das aber ebenfalls
minderwertig ist (~Schimmel & Co.~). Die Asche beträgt 1,89-2,51%,
ätherlösliches Harz 0,36 bis 1,39%, alkohollösliches Harz 1,74-2,09%
(~Busse~). Das Fett der «Macisschalen» zeigt Schmelzpunkt: 28,5-29,
Verseifungszahl: 148,2-148,8, Jodzahl: 71,3-73,4, Reichert-Meißlzahl:
1,6-1,7, Refraktometeranzeige bei 40°: 80-82 (~Späth~).
Das Gewebe des Arillus enthält nur wenige Ölzellen. Die
Epidermiszellen sind unregelmäßig, nicht radial gestreckt, die
Amylodextrinstärkekörner sind ähnlich wie bei Bandamacis, sie werden
von bisweilen krist. Fett begleitet (~Vogl~). Die Reaktionen mit
Ammoniak und Kali sind undeutlich. (Anatomie der Samen und Arillen
bei ~Hallström~.) Meist werden die Nüsse mit dem Arillus exportiert
und dieser erst in Macassar oder Banda abgetrennt (~Warburg~). Der
Arillus der _Myr. argentea_ riecht sassafrasähnlich (~Waage~). Die
Macis ist im Handel meist nur in Bruchstücken zu finden. 1888 wurden
schon 10445 kg «Macisschalen» in Holland zum Verkauf gebracht. 1894
kamen 13160 kg Papuamacis in den Handel. Die Samen wurden früher
fälschlich von _M. fatua_ abgeleitet.
+Myristica fatua+ ~Houtt.~, unechte Muskat, mal. Pala laki-laki (=
männliche Muskat), in Banda: bala fuker (= Berg Muskat), mannetjes
Noten (= männliche Muskatnuß, da angeblich die Zeugungskraft mehrend)
(~Piso~, ~Rumph~). Ein dicht belaubter, diözischer, in Banda
und Ambon heimischer Baum mit schmaler, nicht pyramidenförmiger
Krone, aus der Stammbasis hervortretenden Adventivwurzeln (Abbild.
in ~Warburg~, Monogr. t. XI), großen, bis 33 cm langen, auf der
Unterseite infolge eines Haarüberzuges glanzlosen Blättern und
großen, bis 7 cm langen, dicht rostrot behaarten, breitelliptiscben
Früchten.
Der fast von der Basis an zerschlitzte Arillus hat ein wenig
angenehmes, beim +Trocknen schwindendes Aroma+. Die bräunlichen
Samen sind 3,5-4 cm lang und 2,5-3 cm breit und umschließen einen
trockenen, +fast gar nicht aromatischen Samenkern+ (~Warburg~, t.
III, Fig. 10 u. 11). +Wird jetzt kaum noch gesammelt+, aber in
Südostasien medizinisch benutzt, doch sind Intoxikationen beobachtet
(~Rumph~). Die erste Beschreibung und Abbildung findet sich in
~Lobelius~, Plantar. stirp. hist. 1576, ausführlicher bespricht sie
~Clusius~, ~Piso~ und ~Vogels~ (Zehenjähr. Ost-Indian. Reisebeschr.
1704), sowie ~Rumph~. Näheres bei ~Warburg~. Die Anatomie der
Samenschale und des Arillus bei ~Hallström~.
=Myristica speciosa= ~Warb.~ +Batjan Muskat+., in den Bergwäldern auf
Batjan (s. d. Karte S. 667). Besitzt eiförmige Früchte, einen sehr
aromatischen Arillus und eiförmige, c. 3,5 cm lange Samen, deren Kern
sowohl in Form wie Aroma, wie auch dem Verlauf der Ruminationsfalten
dem der echten Muskatnuß sehr ähnlich ist. Er enthält 34,3% eines
bei 63° schmelzenden Fettes (~Greshoff~). +Die Samen dieser Art sind
den echten Muskatnüssen gleichwertig.+ Die Pflanze wird aber bisher
nirgends kultiviert.
=Myristica succedanea= ~Bl.~, +Halmaheira Muskat+. Die der _M.
fragrans_ sehr nahestehende, in Halmaheira (s. d. Karte S. 667)
einheimische Art besitzt rundlich-eiförmige Früchte, deren Samen in
Form, Geruch und Geschmack den _Sem. myrist._ ähneln.
=Myristica Schefferi= ~Warb.~, +Oninmuskat+ in West-Neaguinea hat
gewürzige Samen. Die Arillen von _M. succedanea_, _M. speciosa_ und
_M. Schefferi_ sollen auch verwertbar sein (~Warburg~).
Viele Arten, z. B. viele afrikanische und alle amerikanischen,
besitzen kein Aroma. Andere gewürzige Arten in ~Warburg~ (Die
Muskatnuß).
Nicht gewürzig ist:
=Myristica malabarica= ~Lam.~, +Malabarmuskat+, wohl des ~Clusius~
_Nux myristica mas._ Bei ~Rheede~ (Hort. malab.), der sie zuerst
beschreibt: panam palka, noz de moluco falso, Nux myristica spuria
(auch ~Makhzan el Adwiya~ erwähnt sie). Kleiner, eleganter, in
Vorderindien (Westküste der Dekkanhalbinsel, Concan, Canara,
Nord-Malabar) heimischer Baum mit rostroten Früchten, deren schlanke,
zylindrische, bis 4,5 cm lange Samen (in Bombay: kaiphal) dicht von
dem bis 6,5 cm langen Arillus bedeckt sind. Der Samenkern besitzt
etwa die Größe und Form einer Dattel. Die schmalen Lappen des Arillus
sind an der Spitze knäuelig zusammengedreht. (Fig. 216).
Die dunkelbraunrote bis purpurrote, +nicht aromatische+ Macis
dieser Pflanze erschien 1880 unter dem Namen =Bombaymacis= (in
Bombay: rampatri) im Handel und ich habe dieselbe 1881 zuerst
+auch anatomisch+ beschrieben und abgebildet und namentlich auf
die Unterschiede gegenüber der Bandamacis aufmerksam gemacht. Sie
bestehen darin, daß dieser Macis meist innen eine dünne zerknitterte
Haut (+Epidermis der Testa+) anliegt, daß die relativ großlumigen
Epidermiszellen im Querschnitt meist radial gestreckt sind (Fig. 217)
und Hypoderm meist fehlt, die +ein braunes, die inneren ein gelbes
Sekret führenden, bis 120 mik großen Ölzellen+ sehr viel zahlreicher
und vorwiegend in den Randschichten auftreten, auch oft zu größeren
Räumen verschmelzen, die Mitte des Arillus dagegen ölzellenfrei
ist. ~Flückiger~ wies in der Besprechung meiner Mitteilung im Bot.
Jahresber. 1881, II, 692 ganz richtig darauf hin, daß diese Macis
nach ~Dymock~ von _Myr. malabarica_ abstamme, deren Früchte ~Dymock~
(in der Mat. med. West. India 1883) beschrieb, welche Ableitung
dann von ~Warburg~ bestätigt wurde. Ich habe später mit ~Hallström~
(Indische Fragmente 2, 1895) Samen und Arillen dieser und anderer
Arten näher studiert und wir haben im Ammoniak, der Kalilauge (deren
sich bereits ~Hanausek~, ~Frühling~ und ~Schulz~ bediente), dem
Baryumnitrat und dem Kalibichromat (das bereits ~Waage~ benutzte) zur
Unterscheidung vorzüglich brauchbare Reagentien gefunden (weniger
Bleiessig, den ~Hefelmann~ empfahl, HCl und H₂SO₄, die ~Warburg~
benutzte, und die Filtrierpapierprobe des alkoholischen Auszuges,
deren sich ~Frühling~ und ~Schulz~ bedienten). Die genannten
Reagentien geben starke Färbungen bzw. stark gefärbte Lösungen
mit Bombaymacis, keine oder geringe mit Bandamacis und sind auch
mikrohistochemisch brauchbar. ~Busse~ hat dann auch Barytwasser
als unterscheidendes Reagens benutzt (s. oben S. 684 unter
Verfälschungen). Die Grundparenchymzellen enthalten auch bei dieser
Macis Amylodextrinstärkekörner, bei denen aber hier die rundlichen
Formen prävalieren.
[Illustration: Fig. 216.
_Myristica malabarica_, Arillus (Bombay-Macis). [Nach +Busse+.]]
Bombaymacis enthält 29,59-34,2 Fett, 27,64-37,56% ätherlösliches
Harz, 2,58-3,52% alkohollösliches Harz und 1,23-1,29% Asche
(~Busse~). Nach ~Arnst~ und ~Hart~ in Prozenten: Wasser 7,04, Protein
5,24, Fett 56,75, äther. Öl 0,25, in Zucker überführbare Stoffe
29,19, Holzfaser 8,17, Asche 1,36. Nach ~Frühling~ und ~Schulz~ 5,8%
Wasser, 39,2% Fett und 1,42% Asche. Der +Farbstoff+ (C₂₉H₃₈O₇?)
soll aus einem krist. Chromogen (C₂₉H₄₂O₅?) hervorgehen (~Held~).
Äther extrahiert auch 30,5% Harz, der die Farbstoffreaktionen gibt
(~Soltsien~). Der Ätherextrakt beträgt 56,7 (~Arnst~ und ~Hart~)
bzw. 61,9-67,1% (~Busse~). +Die alkalische Lösung des Sekretes gibt
im Spektralapparat ein breites Absorptionsband im Grün und Blau,
das den alkalischen Auszügen der Bandamacis fehlt+ (~Tschirch~).
+Dies ist das beste Unterscheidungsmittel+ (s. auch oben S. 684).
Das Fett zeigt eine ganz von dem der Bandamacis abweichende
Beschaffenheit. Schmelzpunkt: 31-31,5, Verseifungszahl: 189,4-191,4,
Jodzahl 50,4-53,5, Reichert-Meißlzahl 1-1,1, Refraktometeranzeige
bei 40° 48-49 (~Späth~). Im Fett fand ~Hilger~ Stearin-, Palmitin-
und Ölsäure, sowie Phytosterin. Bombaymacis enthält auch Dextrose
(~Held~) und angeblich vereinzelte Stärkekörner (?) (~Waage~).
Bombaymacis wird in Indien als Tonicum und bei Erbrechen benutzt,
auch als Gewürz (~Dymock~). Im Amsterdamer Handel heißt die
Bombaymacis meist wilde Foelie oder Sorteering A und B.
[Illustration: Fig. 217.
_Myristica malabarica._ Querschnitt durch den Arillus (Bombay-Macis).
[Nach +Tschirch-Oesterle+, Atlas.]]
Auch die fetthaltigen Samen (in Indien: jangli-jaiphal) kommen in
den Handel. Sie werden in Indien medizinisch benutzt, ebenso ihr Öl
(Poondy oil). ~Hooper~ fand in den Samenkernen (und der Macis) von
_M. malabarica_ in Prozenten: Wasser 6,9 (4,07), Fett und Harz 40,76
(63,26), Eiweißsubstanzen 6,5 (7,31), Kohlehydrate 42,18 (20,8),
Faser 2,33 (3,06), Asche 1,33 (1,5). Die Samen enthalten 29,6-34,2%
Fett (Schmelzp. 31-31,5. Verseifungszahl 189,4 bis 191,4, Jodzahl
50,4-53,5), das frei ist von Myristinsäure.
Fettliefernd sind folgende Myristicaceen:
_Myristica canarica_ ~Bedd.~ (candlenut tree) pindi, pundee-kai
in Indien. ~Hooper~ fand (1907) in den Samen (und der Macis) in
Prozenten: Wasser 7,25 (5,15), Fett 49,4 (54,6), Proteinsubstanzen
7,31 (6,12), Kohlehydrate 14,65 (28,48), Faser 20,14 (3,4), Asche
1,25 (2,25). -- _Myristica angolensis_ ~Welw.~ enthält im Samenkern
über 70% Fett. -- _Horsfieldia Irya_ (~Gärtn.~) ~Warb.~, von
Ceylon bis zu den Moluccen, liefert das +Naharanfett+, Früchte 18
mm Durchmesser. -- _H. Iryaghedi_ (~Gärtn.~) ~Warb.~, von Ceylon,
in Java viel kultiviert, tjampaka silan (= Michelia tjampaca von
Ceylon), Früchte 3 cm lang. Das Fett dient zur Kerzenfabrikation.
Die Samen sind ein Ersatz der Betelnüsse (Anatomie bei
~Tschirch-Hallström~). -- _Gymacranthera canarica_ (~King~) ~Warb.~
von Südindien, Samen 16 mm, liefern das Mangalorefett. -- _Pycnanthus
Kombo_ (~Baill.~) ~Warb.~, von Westafrika, von Sierra Leone bis
Angola. Die 72% Fett enthaltenden Samen brennen wie Kerzen.
_Virola surinamensis_ (~Rol.~) ~Warb.~ von Süd- und Mittelamerika,
vom Amazonas und Guiana bis Martinique. Die 15 mm großen runden Samen
(Ölnüsse, oil nuts, Ucuhubanüsse) sind Handelsartikel. Sie enthalten
73% Fett, das reich an Myristin ist und als Ölnußfett im Handel
ist. Die Samen enthalten prächtig ausgebildete Aleuronkristalloide
(~Tschirch~). Bau der Samenschale bei ~Tschirch-Hallström~. Das einen
Ausfuhrartikel von Para bildende, von ~Warburg~ zu dieser Pflanze
gezogene +Urukuba-+, +Ucuhuba-+, +Ucuaba-+, +Bicuiba-+, +Bicuhyba-+
oder +Ocubafett+, +Ocubawachs+, der +Virolatalg+, wird aber von
~Mikosch~ (in ~Wiesners~ Rohstoffen) zu _Myristica officinalis_
(~Mart.~) ~Warb.~ und der wohl damit identischen (?) _Virola
Bicuhyba_ (~Schott~) ~Warb.~ -- der bekanntesten südamerikanischen
Myristicacee -- gestellt, von denen die zweite jedenfalls ein
Samenfett aus Brasilien in den Handel liefert (die Samen sind nicht
Handelsartikel). Es ist reich an Myristinsäure (~Reimer~ und ~Will~)
und riecht cacaoähnlich. Schmelzpunkt 42,5-43° (~Nördlinger~).
(Die Anatomie bei ~Tschirch-Hallström~, die Keimungsgeschichte bei
~Fritz Müller~.) -- _Virola sebifera_ ~Aubl.~, Talgmuskatnußbaum
mit 8 mm großen Samen (mit 40-50% Fett). ~Warburg~ glaubt, daß sich
die Angaben ~Aublets~ (in Plant. de la Guayane) über Fettgewinnung
aus dieser Art auf _V. surinamensis_ beziehen. Jedenfalls ist
das sog. Virolafett dem oben erwähnten sehr ähnlich. -- Auch die
peruanischen _Virola peruviana_ (A. D. C.) ~Warb.~ und _V. venosa_
~Benth.~ sowie die _V. guatemalensis_ (~Hemsl.~) ~Warb.~ (Anatomie
bei ~Tschirch-Hallström~) liefern Fett, ebenso _Dialyanthera Otoba_
(H. u. B.) ~Warb.~, die Moscada la Sᵃ Fé, das sog. +Otobafett+, die
amerikanische Muskatbutter, die neben Myristin und Olein, Otobit
(C₂₄H₂₆O₅) enthält (~Uricoechea~). -- Die Samen des Cujo, _Virola
venezuelensis_ ~Warb.~ enthalten 47,5% Fett, das hauptsächlich aus
Trimyristin besteht (~Thoms~ und ~Mannich~). Über fettliefernde
Myristicaarten vgl. auch ~Wijs~, Vetten, Oliën en Wassen Beschreijv.
Catal. Koloniaal Museum Haarlem 1906.
=Lit.= ~Warburg~, Über die nutzbaren Muskatnüsse. Ber. pharm. Ges.
1892, 211. -- ~Jos. Moeller~, Über Muskatnüsse. Pharm. Centralh.
1880. -- ~Tschirch~ und ~Hallström~, Vergleich. anatom. Stud. über
d. Samen d. Myristicac. u. ihre Arillen (Myr. fatua, malabarica,
argentea, corticosa, cahyba, Bicuiba, subalulata, Teysmanni, glabra,
Virola surinamens., guatemalens., sebifera. Horsfieldia Iryaghedhi,
macrosoma, glabra, Knema intermedia, glauca). Arch. Pharm. 1895. --
~Greshoff~, Teijsmannia 1890, 380. -- ~Tschirch-Oesterle~, Anatom.
Atlas. -- ~Waage~ (Papuamacis). Ber. d. pharm. Ges. 1891, 140. Pharm.
Centralh. 1893, 131. -- ~Warburg~ (Papuanuß), Engl. bot. Jahrb.
XIII, 311. -- ~Busse~ a. a. O. -- ~Winton~, ~Ogden~ und ~Michell~
(Papuam.). Connect. Agric. Exper. Stat. 1898 u. 1899. -- ~Vorderman~,
Pala lelaki. Teysmannia 1894. -- Pharmacogr. indic. -- ~Watt~, Dict.
econom. prod. -- Myristica gibbosa u. Kingii. Agricultural Ledger
1900, Nr. 5.
+Bombaymacis+: ~Tschirch~, Pharm. Zeit. 1881, 556. -- ~Frühling~ und
~Schulz~, Chem. Zeit. 1886, Nr. 34. -- +T. F. Hanausek+, Jahresber.
d. Wien. Handelsakad. 1887 (Jahresb. d. Pharm. 1887, 109) u.
Zeitschr. f. Nahrmunt. 1890, 77; 1894, Nr. 1. -- ~Hefelmann~, Pharm.
Zeit. 1891, 122. -- +Waage+, Ber. d. pharm. Ges. 1892, 229 u. 1893,
164. Pharm. Centralh. 1892, 372. -- ~Tschirch~ und ~Hallström~, Arch.
Pharm. 1895 (mit 3 Taf.). -- ~Hilger~ (und ~Held~), Z. chem. Charakt.
d. Bombaymacis. Forschungsber. I (1894) 136. -- ~Held~, Z. chem.
Charakt. d. Samenmant. d. Myristicaart., spez. d. sog. Bombaymacis.
Diss. Erlangen 1893. -- ~Soltsien~, Pharm. Zeit. 1893, 467. --
~Arnst~ und ~Hart~, Zeitschr. angew. Chem. 1893, 136. -- ~Busse~
a. a. O. -- ~Dymock~, Veg. mat. med. West. India 1883. -- ~Späth~,
Forschungsber. 1895, 148. -- ~Muter~ u. ~Hackmann~, Pharm. Journ.
29 (1909) 132. -- ~Vogl~, Nahrungsm. (dort mikrochem. Reaktionen).
-- ~Hooper~, The fats of indian nutmegs (Myr. canarica, malabarica,
Bicuhyba, officinalis, surinamensis etc.). Agricult. Ledger 1907.
+Bicuiba+: ~Brandes~, Ann. Pharm. 7 (1833) 52. -- ~Tschirch~
(Ucuhuba). Arch. Pharm. 1887, 619. -- ~Léwy~, Ann. chim. phys. (3)
13 (1845) 449. -- ~Peckolt~, Zeitschr. Öster. Apoth. Ver. 1865, 484.
Arch. Pharm. 107 (1861) und 108. -- ~Reimer~ u. ~Will~, Ber. d. chem.
Ges. 8, (1885), 2011. -- ~Valenta~, Zeitschr. ang. Chem. 1889, 3. --
~Nördlinger~, Ber. d. chem. Ges. 1885, 2617. -- ~Stutzer~, Pharm.
Centralh. 1887. -- ~Uricoechea~ (Otobafett), Lieb. Ann. 91 (1854)
369. -- ~Thoms~ u. ~Mannich~, Gewinnung von Myristinsäure aus d.
Sam. v. Virola venezuelens. Ber. d. pharm. Ges. 1901, 263. -- ~Fritz
Müller~ (Keimung), Ber. d. bot. Ges. 1887, 468.
=Als Surrogate der Muskatnuß=, die aber kaum als solche bezeichnet
werden können, führt ~Warburg~ folgende auf und bildet sie a. a. O.
ab:
+Calebassen-Muskatnuß+ von der Anonacee _Monodora Myristica_ ~Dunal.~
in Westafrika («Afrikanische Macisbohnen»). Die Samen enthalten ein
äther. Öl, in dem sich l-Limonen, Myristicol, Pinen und Dipenten
findet (~Thoms~, Bestandt. d. Samen von Monodora Myristica aus
Kamerun, Arb. d. pharm. Inst. Berlin I, 1903).
+Chilenische Muskatnuß+ von der Monimiacee _Laurelia sempervirens_
(R. et P.) Tul. in Chile.
+Pflaumen-Muskatnuß+ von der Monimiacee _Atherosperma moschatum_
~Labill.~, in Australien.
+Madagassische Muskatnuß+ von der Lauracee _Ravensara aromatica._
~Sonn.~ («nuces caryophyllatae», «clove nuts», «noix giroflé»). Vgl.
~Schär~, Notizen über Nuces caryophyllatae. Arch. Pharm. 223, 787.
+Brasilianische Muskatnuß+ von der Lauracee _Cryptocarya moschata_
~Mart.~ («noz muscada do Brasil»).
+Guyana Muskatnuß+ von _Acrodiclidium Camara_ ~R. Schomb.~ in Brit.
Guyana («Wilde Muskat», «Camara- oder Ackawai-Nuß»).
+Californische Muskatnuß+ von der Conifere _Torreya californica_
~Torr.~ («Californian nutmeg») von der Sierra Nevada (und _T.
taxifolia_). Vgl. ~Torrey~, Pharm. Journ. 14 (1854) 83, ~Möller~,
Pharm. Centralh. 1880.
+Macisbohnen+, große, von _Acrodiclidium Puchuri major_ (~Mart.~)
~Mez.~ vom Amazonas («Pichurimnuß»).
+Macisbohnen+, kleine, von _Aniba Puchury minor_ (~Mart.~) ~Mez.~ vom
oberen Amazonas.
2. Laurinsäuregruppe.