~Ludwig~ (1859). +Bei der Hydrolyse der Gummis (und der Arabinsäuren)
entstehen neben Gummisäuren+ (~O’Sullivan~) +Pentosen und Hexosen+.
Sie enthalten also Hexoso-Pentosane. Es entstehen aber selbst bei
derselben Handelssorte wechselnde Mengen der Zucker, woraus man
schließen muß, daß es verschiedene Arabinsäuren gibt oder wechselnde
Gemenge vorliegen. Unter den Hydrolysierungsprodukten wurde in erster
Linie +Arabinose+ (S. 274) (~Guérin Varry~, ~Scheibler~, ~Claësson~,
~von Lippmann~, ~Kiliani~) und +Galaktose+ (S. 274) (Kiliani) gefunden,
bisweilen auch etwas +Glukose+ (~Votocek~ und ~Vondracek~) und +Xylose+
(~Hauers~ u. ~Tollens~); nach ~Ullik~ soll auch ein +Mannan+ in einigen
Gummis enthalten sein, was der Bestätigung bedarf. Doch herrschen
stets Arabinose und Galaktose beträchtlich vor. Daß arabisches Gummi
bei der Oxydation mit Salpetersäure Schleimsäure gibt, fand bereits
~Guérin Varry~. Entsprechend der wechselnden Menge Galaktose zeigt auch
die bei der Behandlung mit Salpetersäure entstehende +Schleimsäure+
verschieden hohe Beträge [bis 66,7%(?) ~Maumené~]. Man kann aus
der Menge der gebildeten Schleimsäure (S. 282) die Galaktosemenge
berechnen (~Tollens~, ~Kiliani~) (75 Schleimsäure = 100 Galaktose).
Die rechtsdrehenden Gummiarten liefern meist weniger Schleimsäure
als die linksdrehenden. ~Kiliani~ erhielt bei verschiedenen Gummis
14,3-38,3% Schleimsäure, bei Cordofan- und Senegalgummi 20,7-24%, (vgl.
auch die Tabelle von ~Martina~ S. 437). Daneben treten Oxalsäure,
Weinsäure (~Liebig~), Mannozuckersäure, Trioxyglutarsäure, Zuckersäure,
Arabonsäure, Galaktonsäure auf.
Den Pentosanen kommt die Phloroglucin- und die Orcin-Reaktion zu.
Phloroglucin in Salzsäure (20%) gibt beim Erwärmen eine kirschrote
Lösung (~Ihl~), die einen Absorptionsstreifen zwischen D und E
~Fraunhofer~ zeigt (~Tollens~, ~Wheeler~ und ~Allen~). Orcin in
Salzsäure gibt in der Kälte eine blauviolette, beim Erwärmen erst
rötliche dann violette Färbung, zuletzt blaugrüne Flocken, die in
Alkohol gelöst ein Band zwischen C und D geben (~Reichl~, ~Reinitzer~,
~Allen~ u. ~Tollens~). Ebenso kommt die Eigenschaft des Gummis beim
Kochen mit 12% Salzsäure Furfurol (S. 274) zu liefern (~Stone~
und ~Tollens~) den Pentosanen zu, und man kann aus der Menge des
gebildeten Furfurols die Arabinose berechnen. G. arabicum ergab
c. 28% (~Günther~), Kirschgummi 45,5-59% (~Chalmot~, ~Flint~ und
~Tollens~). Der Pentosangehalt des Gummis schwankt in weiten Grenzen
zwischen 20,65% im australischen und 51,21% im argentinischen Gummi
(~Hefelmann~). Die Cerasingummis enthalten mehr Pentosane als Galaktane
(~Lemeland~). (Bei der Furfurolreaktion tritt auch Lävulinsäure und
Ameisensäure auf.) ~Hefelmann~ fand keine Beziehung zwischen der
Menge der Pentosen und dem Handelswert. (Vergl. auch die Tabelle von
~Martina~ S. 437).
Im Gummi von _Acacia Senegal_ und anderen _Acacia_arten fand
~Rosenthaler~ neben Pentosen auch +Methylpentosen+ und ~Widtsoë~ und
~Tollens~ konnten Methylpentosane nicht nur in _G. arabicum_ und
_Traganth_, sondern auch im Gedda-, Brasil- und Kirschgummi nachweisen.
Möglicherweise enthält das _G. arabicum_ auch +Fucosan+. (S. 292).
~Edie~ erhielt (nach ~Kroeber~ und ~Rimbach~ bestimmt) Pentosen,
als Arabinose berechnet, bei Cordofan: 33,52-35,49%, bei Senegal
33,66-34,59%. Die Galaktose (bestimmt durch Hydrolyse mit Essigsäure
und Reduzieren mit Fehlingscher Lösung, enthält wohl auch die
Pentosane, ~Tollens~) betrug bei Cordofan: 50,52-53,04%, bei Senegal:
51,72-53,17% (~Beam~). In dem rechtsdrehenden Gummi von _Acacia
arabica_ ~Willd.~ fand ~Meininger~ 21,85% Galaktan und 50,43%
Pentosane (die Hydrolyse lieferte Galaktose und Arabinose), in dem
rechts- (+53,94°) drehenden Gummi von _Acacia horrida_ ~Willd.~:
27,36% Galaktan, 36,5% Pentosane und 2,83% Methylpentosane (die
Hydrolyse lieferte Galaktose und Arabinose), in dem links- (-19,37°)
drehenden Gummi von _Acacia pycnantha_ ~Benth.~: 58,72% Galaktan,
16,98% Pentosane und 2,92% Methylpentosane (die Hydrolyse lieferte
Galaktose und Arabinose). Auch das Opuntiag. liefert Arabinose und
Galaktose (~Harlay~), ebenso alle anderen untersuchten Acaciagummis
(~Martina~, vgl. S. 437, ~Stone~) und das Pfirsich-, Kirsch- und
Pflaumengummi (~Stone~, ~Bauer~) -- Kirschgummi ist ein gutes
Material zur Arabinosedarstellung (~Bauer~, ~Kiliani~) -- ferner
das Rübengummi (~Lippmann~), das Gummi von _Mangifera indica_
(~Lemeland~), das Weingummi (~Hubert~). Der G. von _Cochlospermum
Gossypium_ und das von _Feronia elephantum_ liefern bei der Hydrolyse
Galaktose und eine Pentose, die mit Arabinose nicht identisch ist
(~Lemeland~). Das +Chagualgummi+ liefert Xylose und i-Galaktose
(~Winterstein~), ebenso das Laplatagummi, aber kein Acacieng. gab
Xylose (~Hauers~), Es enthalten Ostafrikan. G.: 22,59% Galaktan,
29,53% Pentosane; _Cochlospermum Gossyp._: 45,28% Galaktan, 32,97%
Pentosane (~Lemeland~); _Feronia elephantum_: 51,84% Galaktan,
40,16% Pentosane; Aprikosengummi: 23,6% Galaktose, 48,57% Arabinose
(~Lemeland~); Chagualgummi lieferte: 28,47% Galaktose, 45,29% Pentose
(~Winterstein~); _Mangifera indica_ G. 30,36% Galaktose, 42,06%
Pentose; Laplatag.: 0,62% Galaktose, 55,31% Pentosen.
Nach ~O’Sullivan~ sind aber Arabinose und Galaktose nur die
+End+produkte der Hydrolyse und es entstehen zunächst Zwischenprodukte,
beim arabischen Gummi inaktive, beim Geddagummi rechtsdrehende.
Diese sauren Zwischenprodukte zerfallen dann in Arabiose (Arabinon)
bzw. Arabinose und in einfachere Säuren und diese dann erst bei
mehrstündiger Hydrolyse in d-Galaktose und eine stark rechtsdrehende
+Gummisäure+, die ~O’Sullivan~ +Geddinsäure+ (C₂₃H₃₈O₂₂) nannte. Im
arabischen Gummi sind vielleicht Arabinose und Galaktose als Ester
einer +Isogeddinsäure+ (~Zeisel~, ~O’Sullivan~ nennt sie +Arabinsäure+)
(C₂₃H₃₈O₂₂) vorhanden. Die Gummisäuren sind starke Säuren, werden nur
durch abs. Alkohol aus ihren Lösungen gefällt und +geben bei weiterer
Hydrolyse keine Zucker+. ~O’Sullivan~ nimmt an, daß die Gummis resp.
die Arabinsäure +gemischte Glykosidogummisäuren+ der allgemeinen Formel:
C₂₃H₃₈₋₂ₙO₂₂₋ₙ.n C₁₂H₂₀O₁₀.p C₁₀H₁₆O₈
Gummisäure Galaktan Araban
(Geddinsäure)
enthalten, bei denen n eine konstante, p eine variable Zahl
ist. Die Arabinsäure des G. arabicum faßt ~O’Sullivan~ als
+Diaraban-Tetragalaktan-Isogeddinsäure+ auf = C₂₃H₃₀O₁₈.4
C₁₂H₂₀O₁₀.2 C₁₀H₁₆O₈ = C₉₁H₁₄₂O₇₄ (Mol.-Gew. 2418). Werden diese
Araban-Galaktan-Geddinsäuren vorsichtig hydrolysiert, so wird zunächst
der Arabanrest als Arabinon (C₁₀H₁₈O₉ α_{D} = +198,5°) abgespalten
(s. oben) und es entsteht eine n-+Galaktangummisäure+, die dann
in Galaktose und die entsprechende Gummisäure (Geddinsäure oder
Isogeddinsäure) gespalten wird. Andere (~E. Fischer~) halten die
Arabinsäure für eine der Lakto- und Maltobionsäure analog konstituierte
Glykosidosäure. Die ~Sullivan~sche Formel kann übrigens nicht richtig
sein, da auch Methylpentosane im Gummi nachgewiesen sind (s. oben).
Alle Gummis enthalten (durch Dialyse zu entfernenden) reduzierenden
Zucker, bei Cordofan Hashab von einer Spur bis 0,15% (~Edie~). Der
+Zucker+gehalt des G. arabicum des Handels schwankt ebenfalls, im
allgemeinen beträgt er 0,6-1,1% (~Reinitzer~).
Im Acaciengummi sind mindestens vier +Enzyme+ (Gummifermente,
Gummasen) vorhanden, eine +Oxydase+, eine +Peroxydase+ und eine
+Amylase+ (Malzdiastase) (~Wiesner~, ~Bourquelot~, ~Tschirch~,
~Reinitzer~, s. oben S. 414), sowie +Emulsin+ (Amygdalin spaltend),
das ~Volcy-Boucher~ in allen Gummis und Gummiharzen auffand.
~Bertrand~ hält die Gummioxydase für Lakkase. Eine große Menge von
Reaktionen des Gummis sind auf diese Enzyme zurückzuführen, z. B. wird
Pyrogallol durch Gummi in Purpurogallin übergeführt (~Struwe~ 1872 --
darauf gründeten ~Clermont~ und ~Chautart~ 1882 eine fabrikatorische
Darstellung des Purpurogallins). Daß Guajaktinktur durch G. arabicum
gebläut wird, erkannten zuerst ~Göttling~ und ~Boulay~ (1809). Auch
die Unverträglichkeit des G. arabicum mit zahlreichen Arzneimitteln
[Pyramidon (~Tanzi~), Chinaextrakt, Pyrogallol, Guajakol, Vanillin,
Thymol, Phenol, Creosol, Eserin, Adrenalin, Morphin] beruht auf dem
Gehalt an Enzymen, besonders Oxydasen, ~Traubes~ Oxydationsfermenten
(~Bourquelot~) und deshalb läßt die Pharmac. helvetica den
Gummischleim eine halbe Stunde im Dampfbade erhitzen und dadurch
die Enzyme «abtöten». Ein so behandelter Schleim bläut Guajak nicht
mehr. Gummipulver eignet sich aus dem gleichen Grunde +nicht+ zum
Verdünnungsmittel zu starken Opiums. Die Oxydase wird im +trockenen+ G.
arabicum selbst durch zweistündiges Erhitzen auf 100° nicht zerstört,
ja nicht einmal durch einstündiges Erhitzen auf 115°. Erst beim
Erhitzen auf 120° ist sie abgetötet, das Gummi löst sich dann aber
nicht mehr in Wasser und quillt nur darin auf. Auf die Oxydasen haben
Aldehyde (z. B. Formalin) keinen Einfluß (~Seligmann~).
Daß im Gummi +stickstoffhaltige Bestandteile+ sich finden, war bisher
übersehen worden, nur ~Guérin~ gibt einmal 0,14% N an. Ich habe mit
~Stevens~ gezeigt, daß bei vielen Gummis zwar die ~Lassaigne~sche
Stickstoffprobe mit Na negativ ausfällt, daß dagegen mit KOH sich stets
Ammoniak entwickelt und Pyrrol gebildet wird. ~Bach~ zeigte dann, daß
die von ihm abgeänderte ~Lassaigne~sche Reaktion gelingt, wenn man
statt Na viel K nimmt. ~Meininger~ fand in allen Acaciengummis (_A.
Senegal_, _A. pycnantha_, _horrida_, _Adansonii_, _arabica_) Stickstoff
und zwar zwischen 0,71 und 2.19% (in Senegal z. B. 1,81%. ~Rideal~
fand bei Acaciengummis nur 0,031 bis 0,082% N). Das Gummi von _Melia
Azadirachta_ enthält 4,49%, das von _Feronia elephantum_ 1,57, das
von _Anacardium occident._ 0,92% N. Woher der Stickstoff stammt ist
unbekannt, vielleicht sind die Enzyme Glukoproteïde. Ob das Schäumen
der Gummilösungen auf den Enzymen beruht (~Wiesner~) wissen wir nicht
bestimmt.
In den schlechteren Gummisorten finden sich auch +Gerbstoff+,
+Harz+, +aromatische Substanzen+ (der Art von ~Czapeks~ Hadromal),
+Farbstoffe+. ~Bourquelot~ führt die Färbung gefärbter Gummis darauf
zurück, daß die Oxydasen die aus der Rinde mit aufgenommenen Gerbstoffe
im feuchten Zustande oxydieren und dunkler färben. Gegenden mit
vorwiegend trockenem Klima sollen daher weniger gefärbtes Gummi liefern.
Niemals enthält reines G. arabicum von +Stärke+ mehr wie Spuren (s.
oben S. 441), Kristalle oder Reste von Zellhäuten.
~Fromm~ stellte experimentell fest, daß längeres Lagern die
Eigenschaften des Gummis verändert.
Bei den guten Gummisorten schwankt der +Wasser-+ und +Aschegehalt+
nur in sehr engen Grenzen (s. oben S. 444). ~Hauke~ fand 1,7-3,1
(~Flückiger~ 2,5 bis gegen 4) Asche und gibt als obere Grenzzahl 3,5%
an. Oberste Grenze für Wasser 15%, für Asche 4% (Pharm. helv. IV), 5%
(D. A. V). Die Asche ist rein weiß. 100 g Cordofangummi enthielten
0,198-0,266 Mg, 0,596-0,730 K und 0,773-0,818 Ca (~Beam~).
Über die Zusammensetzung der Asche gibt folgende Tabelle von ~Rideal~
und ~Youle~, die auch andere Gummis berücksichtigt, Aufschluß.
-------------------+------+------+-------+-------+-------+----------
| | | | | | Calcium-
|Asche | NaCl | K₂CO₃ | CaCO₃ | MgCO₃ | phosphat
| | | | | | usw.
-------------------+------+------+-------+-------+-------+----------
Aden-Gummi | 3,29 | 0,29 | 17,2 | 53,9 | 29,48 | --
Cap-Gummi | 3,05 | 1,14 | 15,4 | 57,9 | 28,89 | --
Indisches Gummi | 2,00 | 0,37 | 12,6 | 58,5 | 29,82 | --
Eastern-Gummi | 2,98 | 0,24 | 26,8 | 43,5 | -- | --
Senegal-Gummi | 3,03 | 0,14 | 21,5 | 54,9 | 15,96 | --
Bestes arab. Gummi | 3,01 | 0,94 | 24,2 | 57,25 | -- | --
Gutes arab. Gummi | 3,15 | 2,30 | 29,9 | 46,23 | -- | --
Amrad arab. Gummi | 2,24 | 0,14 | 7,39 | 67,2 | 16,62 | 4,86
Ghatti arab. Gummi | 2,45 | 0,25 | 7,8 | 53,5 | 8,4 | 33,8
Austral. Gummi | 2,09 | 1,91 | 3,21 | 20,8 | 0,45 | 65,9
Brasil. Gummi | 1,39 | 0,46 | 17,74 | 11,8 | 0,45 | 67,14
Das Verhalten zahlreicher Gummis zu Reagentien studierten ~Masing~
(1879), ~Holfert~ (1888), ~Martina~ (1894, bestimmte auch die
Schleimsäuremengen, vgl. S. 437) und ~Hirschsohn~ (1904). Es ist aber
dabei nicht viel herausgekommen: eine scharfe Charakterisierung ist
zurzeit noch nicht möglich.
=Lit.= Älteste Untersuchungen der Gummiarten: ~Fourcroy~ et
~Vauquelin~, Ann. d. chim. 6 (1790) 178, ~Vauquelin~, Ebenda 54
(1805), ~Cruikshank~, Scher. Journ. 3, 289, ~Laugier~, Ebenda
72 (1909) 81, Gilb. Ann. 42 (1812) 228. Ältere Analysen von
~Berzelius~ (Ann. de chim. 95, 77), ~Prout~ (Phil. transact.
1827), ~Guérin-Varry~ (Journ. d. chim. méd. 7, 742), ~Guibourt~,
(Ann. Pharm. 9, 221 und Drog. simpl.), ~Mulder~ (Journ. pr. Chem.
16, 246. Pharm. Centralbl. 1839, 137), ~Goebel~, ~Gay-Lussac~ u.
~Thénard~, ~Berthollet~, ~Saussure~, -- die Analysen wiedergegeben in
~Pereira~, Heilmittellehre II, 618 und bei ~Meininger~ (s. unten).
-- ~John~, Schweigg. Journ. 6 (1812) 374. -- ~Guérin~, Ann. chim.
phys. (2) 49 (1832) 248, Schweigg. Journ. 65 (1832) 220, Pogg. Ann.
29 (1833) 50. -- ~Lambert~ u. ~Gieseke~, Schweiggers Journ. 1826.
-- ~Lassaigne~, Arch. Pharm. 1852. -- ~Neubauer~, Journ. pr. Ch. 62
(1854) 193 und Lieb. Ann. 102 (1857) 105. -- ~Gelis~, Compt. rend.
44, 144. -- ~Urrn~ in Gmelins Handb. 1862, IV, 642. -- ~Frémy~, Sur
la compos. et la mode de production des gommes dans l’organisat.
végét. Journ. pharm. 1860, 81. -- ~L. Patrouillard~, Rech. sur la
gomme arabique, sur la transformat. en dulcite. Journ. pharm. 1879,
532. -- ~Graeger~, N. Jahrb. d. Pharm. 38, 129. -- ~Städeler~,
Lieb. Ann. 121, 26. -- ~Hekmeyer~, Rép. chim. appl. 1858, 214.
-- ~Jolly~, Et. sur les gommes Thèse. Paris 1870. -- ~Giraud~,
Thèse Paris 1875. L’Union pharm. 16, 249. -- ~E. Masing~, Vergl.
Unters. d. wichtigsten Handelssorten d. arab. Gummis u. seiner
Surrogate. Arch. Ph. 15 (1879) 216 u. 17 (1881) 34. -- ~Koch~, Über
Holzgummi. Sitz.-Ber. d. Dorp. Nat. Ges. 1886 und Holzgummi u. dessen
Verbreitung im Pflanzenreiche. Ph. Z. f. Rußl. 1886. -- ~Vée~, Et.
sur les gommes dit. arab. Thèse Paris 1888. -- ~Lutz~, Contribut.
à l’étude chimique et botanique des gommes. Thèse Paris 1895. --
~Gelis~, Journ. pr. Chem. 71, 378. -- ~Williams~, Chem. News 58,
224. -- ~Scheibler~, Ber. d. chem. Ges. 1, 58 u. 108, 6, 612, 17,
1729. -- ~von Lippmann~, Ebenda 17, 2238. -- ~Tollens~, Handb. d.
Kohlenhydrate, Landw. Versuchsstat. 39, 416 und Chem. Zeit 25, 857.
-- ~Wheeler~ und ~Tollens~, Ber. d. chem. Ges. 22, 1046 und Zeitschr.
d. Ver. f. Rübenzuckerind. 39, 848. -- ~Allen~ und ~Tollens~, Lieb.
Ann. 260, 289. -- ~Widtsoë~ und ~Tollens~, Ber. d. chem. Ges. 1900,
143. -- ~Hauers~ u. ~Tollens~, Ebenda 1903, 3306. -- ~Herzfeld~,
Zeitschr. Ver. f. Zuckerind. 41, 667. -- ~Guichard~, Bull. soc. chim.
(3) 19, 9. -- ~Maumené~, Bull. Soc. chim. (3) 9, 138. -- ~Garros~,
Contrib. à l’étude d. acid. gumm. etc. (Prunose) Thèse, Paris 1894.
-- ~Ullik~, Chem. Centralbl. 92, 432. -- ~Rümpler~, Ber. d. chem.
Ges. 33, 3475 -- ~Béchamp~, Bull. soc. chim. III, 7, 586, Compt.
rend. 51, 255. Journ. pharm. 1878, 51. -- ~Reichl~, Dingl. Polyt.
J. 235, 232. -- ~Reinitzer~, Zeitschr. phys. Chem. 14, 453. --
~Hefelmann~, Wasser- u. Pentosangeh. d. G. a. Zeitschr. f. öffentl.
Chem. 1901. -- ~O’Sullivan~, Journ. chem. soc. 1884, 41 und 1891,
1029 (Chem. Centralbl. 1890 u. 1892). Chem. News 48, 301; 61, 23; 64,
271. Chem. Zeit. 25, 569. -- ~Zeisel~, Gummi in Wiesner, Rohstoffe.
-- ~Flückiger~, Pharmakogn. -- ~Tschirch~, Gummi in Realenzyklop.
d. ges. Pharm. 2. Aufl. -- ~Kröber~ und ~Rimbach~, Zeitschr. Angew.
Chem. 15 (1902) 477. -- ~Grélot~, Journ. pharm. 1906. -- ~Kiliani~,
Ber. d. chem. Ges. 13, 2304; 15, 34. -- ~Claësson~, Ebenda 14, 1270.
-- ~Votocek~ und ~Vondracek~, Ber. d. d. chem. Ges. 37, 3858. --
~Votocek~ und ~Sebor~, Zeitschr. f. Zuckerind. in Böhmen 24, 1. --
~Fischer~ und ~Meyer~, Ber. d. chem. Ges. 22, 1943. -- ~Fischer~
und ~Bernsch~, Ebenda 27, 2483. -- ~Meininger~, Beitr. z. Kenntn.
einiger Gummiarten. Dissert. Straßburg 1908. -- ~Hauers~, Dissert.
Göttingen 1902. -- ~Lemeland~, Journ. pharm. 19, 584, 20 (1904) 253
und 21 (1905) 289 und Contrib. à l’étude de quelqu. échant. d. gomme
Thèse. Paris 1905. -- ~Rosenthaler~, Zeitschr. anal. Chem. 1909,
165. -- ~Leo Liebermann~, G. a. und G. Senegal. Apoth. Zeit. 1890,
273. -- ~Rideal~, Pharm. Journ. 1892, 1073. -- ~Rideal~ and ~Youle~
(Ind. G.), Pharm. Journ. 1891, 147. -- ~Martina~, Jahresb. d. Pharm.
1894, 56. -- ~Garros~, Chem. Zeit. 1894, 1094. -- ~Hirschsohn~,
Beitr. z. Unters. einiger Gummisorten d. Hand. Pharm. Centralh. 1904.
-- ~Boucher~ (chem. Const. d. G.). Bull. pharm. Sud-Est 1907. --
~Bourquelot~, L’orig. d. l. color. d. cert. gommes. Journ. pharm.
1897; 164.
=Enzym=: ~Göttling~, Bull. d. pharm. 1 (1809), 220. -- ~Boulay~,
Ebenda, p. 225. -- ~Planche~, Journ. de pharm. 6 (1820), 16. --
~Struwe~, Lieb. Ann. 163 (1872), 162. -- ~Clermont~ und ~Chautard~,
Compt. rend. 94. -- ~Wiesner~, Über d. Gummiferment. Sitzungsber.
d. Wien. Akad. 92 (1885), 40 (Monatshefte f. Chem. 6 [1885] 592).
-- ~Béchamp~, Faits pour serv. à l’hist. d. l. g. a. Bull. soc.
chim. 9 (1893) 45. -- ~Lutz~, Contrib. à l’étud. chim. et bot. des
gommes Thèse. Paris 1895. -- ~Bertrand~, Compt. rend. 120 (1895),
268. -- ~Bourquelot~, Sur la pres. d. ferm. oxyd. dans quelqu.
subst. médicam. C. r. Soc. d. biolog. 4 (1897), 25. -- ~Grafe~,
Stud. über d. Gummiferm. ~Wiesner~ Festschrift 1908. -- ~Mikosch~,
Sitzungsb. d. Wien. Akad. 115 (1906) 911. -- ~Grüss~, D. Oxydasen
u. d. Guajacreaktion. Ber. d. d. Bot. Ges. 1898, 134. -- ~Tschirch~
und ~Stevens~, Japanlack. Arch. Pharm. 1905, 532 und über d.
Gummienzyme. Pharm. Centralh. 1905, 501. -- ~Bach~, Stickstoffgeh.
d. Oxydationsferm. Ber. d. d. chem. Ges. 1908, 226. -- ~Reinitzer~,
Über d. wahre Natur d. Gummifermentes. Zeitschr. phys. Chem. 14
(1890) 453 u. über d. Enzyme d. Acacieng. Ebenda 61 (1909) 352. --
~Tschirch~, Chem. u. Biolog. d. pflanzl. Sekrete. Leipzig 1908. --
~Volcy-Boucher~ (Emulsin). Bull. soc. Pharm. Sud-Est 1908, 297. --
~Firbas~, Einw. von G. auf Morphin. Pharm. Post 1905.
=Physikalische Eigenschaften.= Das Gummi verhält sich im allgemeinen
wie ein +Kolloid+ (~Graham~), doch zeigt die Lösung =osmotischen
Druck=, verhält sich also nicht wie ein typisches Kolloid
(~Lineburger~). Aus dem kryoskopischen Verhalten leiten ~Gladstone~
und ~Hibbert~ ein Molekulargewicht der Arabinsäure von c. 2000 und
~Lineburger~ ein solches von 2400 ab, was mit der ~O’Sullivan~schen
Formel (s. oben S. 445) gut stimmen würde. Der +osmotische Druck+
einer 6% Lösung von Cordofangummi betrug, bestimmt im Osmometer von
~Moor~ und ~Roaf~, bei 32° C.: 152-170 mm Quecksilber, bei 22° C.: 141
mm. Beim Senegalgummi betrug der osmotische Druck bei 16,5° C. 114 mm
Quecksilber.
Das =spezifische Gewicht= ist wegen der oft eingeschlossenen Luft nicht
leicht zu bestimmen. Reines Gummi hat bei 15° ein spez. Gewicht von
1,487, bei 100° getrocknet: 1,525 (~Flückiger~). Ein anderes Muster
Sudangummi zeigte ein spez. Gewicht von 1,316-1,482 (~Pereira~). Das
spez. Gewicht des Angra-Pequenagummi war = 1,123-1,134 (~Hartwich~).
Die =Härte= ist verschieden -- man unterscheidet ja im Handel hartes
und weiches Gummi --, im Durchschnitt ist sie etwa die des Steinsalzes.
=Brechungsvermögen.= Das G. arabicum ist infolge innerer Spannungen
doppelbrechend.
Wichtig für die Unterscheidung der Sorten ist die Bestimmung der
=optischen Aktivität=, des Drehungsvermögens. Sie variiert bei
Cordofan- und Senegalgummi bei einer 10% Lösung im 100 mm-Rohr
zwischen -1° und +3°21′, in abnormen Fällen zwischen -5° bis +9°.
Die besten Sorten sind stets linksdrehend (~Fromm~). ~Edie~ fand bei
Untersuchung zahlreicher Muster, daß +alle+ Cordofan-Hashab-Gummis
+linksdrehend+ sind und die Drehung in engen Grenzen schwankt. Auch
von anderen Beobachtern wurden Cordofangummi und Senegalgummi so
gut wie ausnahmslos linksdrehend gefunden (~Wiesner~, ~Scheibler~,
~Flückiger~). (In der Literatur ist meist die direkte Drehung α_{D},
nicht die spezifische α_{D} angegeben.) Die +Drehung+ des Cordofangummi
schwankte nach ~Edie~ bei 10% Lösung und 100 mm Rohr zwischen -2,77
und -3,14°, +also in sehr engen Grenzen+ und betrug bei 10% Lösung und
100 mm Rohr nach der Hydrolyse: +5,35 bis +5,56° (22 Muster). Bei
Senegalgummi betrug die Drehung vor der Hydrolyse: -2,70 bis -2,93,
nach der Hydrolyse: +5,42 bis +5,48°, bei Gedarefgummi -3,09°
(nachher +5,33°). Wie hieraus ersichtlich, ist auch die Bestimmung
der Drehung nach der Hydrolyse von Wichtigkeit. ~Lemeland~ fand
linksdrehend außer Cordofang. auch Aprikosengummi -1° 93, _Mangifera
indica_ -25° 33, _Feronia elephantum_ -6° 41, ~Mannich~ (10% Lös. 100
mm Rohr) die Gummis von _A. Senegal_ -1,1°, _A. spirocarpa_ -2,6°,
~Dieterich~: Amradgummi linksdrehend, ~Fromm~ Cordofang.: von -2°
23′ bis -2° 47′, Senegal: 1° bis 2° 51′, ~Meininger~ das Gummi von
_A. pycnantha_ -19,37°. Doch kommen Anomalien vor. So beobachtete
~Fromm~ Rechtsdrehung: bei arab. Gummi +1° und bei Senegal +9° 8′,
+3° 21′, +8° 31′ und -4° 52′ und ~Flückiger~ und ~Wiesner~ fanden
das _Feronia_gummi rechtsdrehend, aber das ist beim Cordofan- und
Senegalgummi -- ich zweifle nicht daran -- auf Vermischung mit Gummis,
die nicht von _A. Senegal_ stammten, zurückzuführen.
Andere Gummis zeigen dagegen +stets+ Rechtsdrehung. ~Scheibler~ fand
(1873), daß unter den Sennaargummis rechtsdrehende sich finden,
was ~Flückiger~ bestätigte. Geddagummi ist stets rechtsdrehend.
Die Drehung schwankt zwischen α_{D} +45 und +54° (~O’Sullivan~)
~Guichard~ fand Salabreda- und berberisches Gummi rechtsdrehend. Ebenso
dreht Ghezirehgummi regelmäßig rechts (c. +3°) wie Mogadorgummi
(~Flückiger~). Das Gummi von _A. horrida_ (Angra Pequena-G.) drehte +
2° 20′, +3° und +3° 20′, nach Extraktion mit Alkohol +3°, +3° 40′
und +4° 20′ (~Hartwich~). ~Lemeland~ fand rechtsdrehend (α_{D}?):
Gezireh +45°, Brasil +46° 94′, _Cochlosperm. Gossyp._ +77° 152′.
~Mannich~ fand rechtsdrehend das Gummi von _Acacia Kirckii_ +2,6°, _A.
Seyal_ +5,1°, _A. arabica_ +7,98°, _A. stenocarpa_ +4,75°. Weitere
Angaben im Kapitel Handelssorten (S. 436 u. 437). Im allgemeinen
findet man angegeben, daß die Gummis, die relativ wenig (bis 20,7%)
Schleimsäure bilden, rechts drehen, die, welche über 21% Schleimsäure
bilden, dagegen links (~Wiesner~). Das scheint aber nicht richtig zu
sein. Es fehlt eine speziell hierauf gerichtete Untersuchung.
Eine der wichtigsten Methoden zur Wertbestimmung des Gummis ist
die Bestimmung der =Viskosität=. Sie erfolgt im Viskosimeter. Der
erste, der Bestimmung der Viskosität der Gummata vorschlug, war
~Sacc~ (1857). Er benutzte das Viskosimeter von ~Ochs~ (Bestimmung
der Zeit des Einsinkens eines Senkkörpers). ~Duclaux~ bediente sich
des Compte-gouttes de Salleron, dem er die Form einer Pipette gab.
Dann beschrieben ~Vée~ (1888) und ~Lunge~ (1892) Viskosimeter für
Gummilösungen. ~Lunges~ Viskosimeter ist eine Spindel von bestimmter
Schwere. Man bestimmt die Zeit, die diese braucht, bis sie bis zu einer
bestimmten Marke eingesunken ist. Andere Viskosimeter bestimmen die
Ausflußgeschwindigkeit des Schleims aus einer Bürette mit bestimmter
Ausflußöffnung. So beruhen z. B. das +Viskosimeter+ von ~Engler~,
das ~Reischauer~sche und das nach letzterem konstruierte von ~E.
Schmid~ darauf, die Ausflußgeschwindigkeit aus einem Rohre bestimmter
lichter Weite (2 mm) zu messen. Zum Vergleich dient entweder Wasser,
Rüböl oder eine Rohrzuckerlösung bestimmter Konzentration. ~Fromm~
benutzte ~Englers~ Viskosimeter für Gummilösungen. Das sehr gute
Ausfluß-Viskosimeter von ~Merveau~ (Fig. 151) berücksichtigt den
Einfluß, den Druckhöhe, Temperatur und Querschnitt der Ausflußöffnung
besitzen. Seltener benutzt wird das ~Ostwald~sche +Viskosimeter+. Das
teuerste, aber beste, ist das +Torsionsviskosimeter+ (Fig. 150). Die
+Bestimmung der Viskosität+ mit dem Torsionsviskosimeter wurde von
~Beam~ mit einer 20 oder 30% Lösung gemacht.
[Illustration: Fig. 150.
Torsionsviskosimeter.]
[Illustration: Fig. 151.
Viskosimeter von +Merveau+.]
Groß ist die Zahl der für Öle und Firnisse vorgeschlagenen
Viskosimeter. Ich nenne nur die von ~Huguet~, ~Schubler~, ~Redwood~,
~Allen~, ~Schmid~, ~Engler~, ~Barbey~, ~Valenta~. Dann seien die
Viskosimeter von ~Neumann~, ~Wender~, ~Mayer~, ~Hess~, ~Yvon~,
+Grorert+ und ~Demichel~ und das Laktoviskosimeter von ~Micault~
genannt. Sie sind auch für Gummilösung brauchbar.