A. Dem arabischen ähnliche Gummis, in Wasser löslich.

---------------------+------------------+---------------+-------------

| Neutrales | Eisenchlorid | Borax

| Bleiacetat | |

=====================+==================+===============+=============

Acacia arabica | -- | -- |Gelatinisiert

„ leucophloea? | -- | -- |Gelatinisiert

Anogeissus latifolia | -- | -- |Gelatinisiert

Acacia modesta | Wird | Gelatinisiert | --

| niedergeschlagen | Gelatinisiert | --

Feronia Elephantum | Wird | Gelatinisiert | --

| niedergeschlagen | Gelatinisiert | --

Swietenia Mahagoni | Wird | Gelatinisiert | --

| niedergeschlagen | Gelatinisiert | --

Acacia Catechu | -- | Gelatinisiert |Gelatinisiert

Pithecolobium dulce | -- | Gelatinisiert |Gelatinisiert

Melia Azadirachta | -- | Gelatinisiert | --

Prosopis spicigera | Wird | Gelatinisiert |Gelatinisiert

| niedergeschlagen | Gelatinisiert |Gelatinisiert

B. Gummis, die sich leicht in Wasser lösen, aber einen mehr oder

weniger trüben Schleim bilden, infolge unlöslicher, suspendierter

Substanzen.

----------------+------------------+---------------+------------------

| Bleiessig | Eisenchlorid | Suspendierte

| | | Substanzen

================+==================+===============+==================

Anacardium | -- | -- | Ein gelbliches Öl

occidentale | -- | -- | Ein gelbliches Öl

Odina Wodier | -- | Gelatinisiert | Ein gelbliches Öl

Bauhinia | Wird | Gelatinisiert | Stärkekörner

variegata | Wird | Gelatinisiert | Stärkekörner

| niedergeschlagen | Gelatinisiert | Stärkekörner

Poinciana regia | -- | Gelatinisiert | Calciumoxalat in

| | | Sphaero-

| | | Kristallen

Keines dieser Gummis wurde durch Borax gelatinisiert.

C. Gummis, die unvollkommen löslich sind und einen mehr oder weniger

gelatinösen Schleim bilden mit einer großen Menge Wasser.

--------------------+------------------+---------------+--------------

| Neutrales | Eisenchlorid | Borax

| Bleiacetat | |

====================+==================+===============+==============

Cedrela Toona | -- | -- | --

Albizzia Lebbeck | -- | Gelatinisiert | --

Acacia Farnesiana | -- | Gelatinisiert | --

Albizzia procera | -- | Gelatinisiert | --

Spondias mangifera | Wird | Gelatinisiert | --

Spondias mangifera | niedergeschlagen | Gelatinisiert | --

Aleurites moluccana | Gelatinisiert | -- | Gelatinisiert

D. Gummis, die zu einer gelatinösen Masse aufschwellen, sehr wenig

löslich.

Albizzia odoratissima -- Albizzia stipulata -- Bauhinia purpurea --

Terminalia belerica -- Chloroxylon Swietenia.

Auch ~Lühn~ bestimmte bei zahlreichen indischen Acacien- u.

and. Gummis Viskosität, Klebkraft, Asche, Verhalten zu Alkohol,

Eisenchlorid und Bleiacetat. Ebenso untersuchte ~Masing~ (1880)

zahlreiche indische Sorten. (Siehe Lit.)

B. Javanische Gummis.

In Java finden sich wenige Gummis, das Klima ist zu feucht. Das beste

ist das wasserlösliche Mimbagummi von _Azadirachta indica_ ~Juss.~

(~Prinsen Geerligs~).

C. Australische Gummis.

Das Gummi der australischen Meliacee _Flindersia maculosa_ ist

vorzüglich; es enthält c. 80% Arabin, 16,5% Wasser und 2,6-2,7%

Asche (~Maiden~). Dann liefern _Eucalyptus_arten (~Wiesner~), z. B.

_Euc. rostrata_ (~Brownscombe~) Gummi, sowie _Grevillea_arten, z. B.

_Gr. robusta_ (~Röser~ und ~Pnaux~). Weitere australische Gummis

erwähnt ~Maiden~. Sie stammen von _Mezoneurum Scortechinii_ ~F. v.

M.~, einer Caesalpiniee (Barristergummi, quillt nur in Wasser),

_Panax dendroides_ var. _angusta_ ~F. v. M.~, einer Araliacee

(nur quellbar), _Panax Murrayi_ ~F. v. M.~ (löslich). Auch andere

_Panax_arten (_P. elegans_, _P. sambucifol._ var. _angustum_) werden

angegeben (~Hartwich~).

D. Amerikanische Gummis.

Das +Cajougummi+ (s. oben S. 438) ist das Gummi von _Anacardium

occidentale_ L. Es ist löslich in Wasser. -- Das +Mesquitég.+

(Mezquite, Misquit, Miquit) aus den südlichen Vereinigten Staaten,

Mexiko und Südamerika, besonders von Texas bis Kalifornien, von der

Mimosee _Prosopis glandulosa_ ~Torrey~ u. and. _Prosopis_arten (vgl.

~Wiesner~, Rohstoffe), ist eine untergeordnete Sorte, die nur in

der Technik und Malerei brauchbar ist. Einige Sorten sind löslich

in Wasser, von süßem Geschmack, andere lösen sich nur teilweise

(~Wiesner~). ~Valenta~ und ~Stohmann~ stellen diesem Gummi ein

günstiges Prognostikon. -- Das amerikanische Chewing gum stammt

von _Prosopis dulcis_ ~Schiede~. -- Das +Sonorag.+ Mexikos, früher

von _Mimosa coccifera_ abgeleitet (~Soubeiran~), ist wohl auch

ein Prosopisg. Bei seiner Bildung ist, wie es scheint, ein Tier

(_Coccus_?) beteiligt. Die Mexikaner nennen es auch tzinacantuitlatl

(= stercus vespertilionum). Ebenso wird das +Goma de cujé yaque+

aus Venezuela von _Prosopis_arten abgeleitet. Außer den angeführten

_Prosopis_arten werden noch besonders genannt: _P. horrida_

~Kunth~, _P. inermis_ ~H. B. K.~, _P. pubescens_ ~Benth.~ -- Das

+Ciruela+gummi aus Caracas stammt von _Bunchosia glandulifera_

~H. B. K.~ Es ist vollständig in Wasser löslich (~Hartwich~).

-- Das +Guaramachog.+ aus Caracas von _Pereskia Guamacho_ ist

nur zu 48% löslich, das +Cederng.+ aus Caracas von _Cedrela

odorata_ sogar nur zu 25%. -- Das +Chagual+- oder +Maguey+gummi

aus Chile, das lösliche und nur zum Teil lösliche Stücke, meist

Hohlzylinderfragmente, enthält und bei dessen Bildung auch ein Tier

(_Castnia elegans_) beteiligt ist, stammt von Bromeliaceen, und zwar

_Puya-_(_Pourretia_)-Arten (~Wiesner~, ~Hartwich~). Es löst sich

meist nur zu c. 16-18% in +heißem+ Wasser (~Hartwich~), ist daher

eines der bassorinreichsten. Die Gallerte färbt sich mit Soda gelb.

Es enthält 13,46% Wasser und 2,43% Asche (~Wiesner~). Doch kommen

sehr verschiedenartige Produkte unter dem Namen im Handel vor. Die

Farbe schwankt zwischen farblos und schwarz. -- Das «Goma de orore»

von Venezuela stammt von _Pithecolobium hymenaeaefol._ ~Benth.~, das

«Goma de caro» von ebenda von _Enterolobium cyclocarpum_ ~Gris.~

(~Ernst~, vgl. bei ~Wiesner~), das «Goma de tuna» von Venezuela

und den Antillen von _Opuntia ficus indica_ (~Ernst~, ~Hanausek~).

-- ~Domimguez~ beschreibt zwei +argentinische+ G.: +Cebil+ von

_Piptadenia Cebil_ ~Griseb.~ (enthielt 80,78% Arabin) und +Brea+

von _Caesalpinia praecox_ R. et ~Pav.~ (mit 77,9% Arabin). Er

erwähnt auch ein +brasilianisches+ G. von _Piptadenia rigida_

~Benth.~, das 80,7% Arabinose aber nur 1,63% Galaktose und 1,2%

Schleimsäure lieferte. Die Herkunft des +Perugummi+ ist unbekannt.

Einige (~Gintl~, ~Hoehnel~) leiten es von einer _Asphodelus_art ab,

~Wiesner~ bestreitet die Ableitung.

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gums, Bullet. Imper. Inst. London 6 (1908) 29.

=Handel.= Hauptgummihäfen sind Hamburg, London, Bordeaux, Marseille,

Triest, Antwerpen, New York, Melbourne, dann auch Hâvre, Liverpool,

Barcelona. +Hamburg+ importierte 1908 seewärts 32758 dz _Gummi

arabicum_; davon aus Ägypten: 17576, Brit. Ostindien: 4210, kleinere

Mengen aus Westafrika (1084), Argentinien, Kamerun, Marocco,

Australien, Syrien, Arabien, Persien, beträchtliche Mengen über

London und Frankreich. Die Einfuhr an _Gummi Senegal_ ging von 1087

(1907) auf 512 dz (1908) zurück; dagegen kam erheblich mehr (1383

dz), über Portugal. +Deutschland+ importierte 1909: 25424 dz Gummi

aus Ägypten (aus Brit. Indien 13590 dz). +Triest+ importierte 1908:

8487, 1909: 4484 dz Nilgummi. +Frankreich+ importierte 1908: 74145

Quint.; davon entfielen auf Ägypten 30550, auf den Senegal 28525.

+Bordeaux+ importierte 1909: 24807 quint. Senegal und 5804 quint.

Nilgummi. Die Einfuhr von _Gummi arabicum_ +aller Art+ nach +London+

betrug 1906: 12779, 1907: 10776, 1908: 8540, 1909: 10733 packages.

Die britische Einfuhr an _Gummi arabicum_ betrug 1908: 63786, 1909:

84710, 1910: 107367 cwt (die Ausfuhr 1909: 20440, 1910: 33068 cwt).

+Nordamerika+ importierte _G. arab._ 1907: 7084468, 1908: 4895897

und 1909: 4153958 pounds. Nordamerika importierte _G. Senegal_ 1907:

298258, 1908: 148618, 1909: 111942 pounds. Die +Ausfuhren+ s. bei den

einzelnen Sorten.

=Morphologie und Anatomie der Droge.= Bestes Cordofangummi bildet mehr

oder weniger rundliche, seltener wurmförmige, helle, weißliche oder

höchstens gelbliche Stücke von verschiedener Größe (bis nußgroß),

die außen matt und +von zahlreichen Rissen durchzogen+ sind und

leicht in kleinmuschelig-eckige, scharfkantige, glasglänzende,

zuweilen leicht irisierende Fragmente brechen. Bei 100° erweitern

und verlängern sich die Risse und das Gummi wird bröckelig. Das

Senegalgummi ist meist etwas rötlich, was besonders bei Betrachtung

in größerer Masse hervortritt, und zeigt weniger Risse. Es wird

aber im Schwefelsäureexsikkator auch stark rissig (~Flückiger~).

Wurmförmige Stücke sind bei ihm häufiger. Während die Risse beim

Cordofangummi stets bis in tiefere Schichten reichen, sind sie beim

Senegalgummi auf eine oberflächliche Schicht beschränkt. Dadurch lassen

sich selbst die besten Sorten Senegalgummi von dem Cordofangummi

unterscheiden (~Wiesner~). Mikroskopisch zeigen die Fragmente des

Gummipulvers bisweilen eine leichte Streifung (~Wiesner~, ~Koch~) und

bei beginnender Lösung Körnelung, eine eigentliche Struktur, etwa wie

beim _Traganth_, oder Zellwandreste sind nicht wahrzunehmen. Nur sehr

selten finden sich in den guten Sorten kleine Stärkekörner oder mit

Stärke erfüllte Rindenzellen. Wenn man sehr große Mengen löst, verdünnt

und lange absetzen läßt, findet man bisweilen dergleichen, häufiger

sind, auch in den guten Sorten, Bastfasern, wie überhaupt Fragmente des

Rindengewebes. Gummischleim muß stets coliert werden.

In aus schlechteren Sorten hergestelltem Pulver fand ~Koch~:

Bastfasern, Holzelemente, Kork, Pilzmyzel, Pollenkörner, Haare,

Blattfragmente und Gesteinstrümmer, aber Stärke auch nur in Spuren.

+Abbild.+: ~Wiesner~, Rohstoffe. -- ~Koch~, Mikr. Anal. d.

Drogenpulver IV, S. 169. --

=Chemie.= ~John~ führte den Namen +Cerasin+, ~Chevreul~ den Namen

+Arabin+ ein, ~Guérin~ fügte dann noch das +Bassorin+ hinzu und

so haben sich bis heute die drei Gruppen erhalten, obwohl schon

~Berzelius~ darauf hinwies, daß dies keinen tieferen Einblick in

die Chemie dieser Gruppe zu tun erlaube. Arabin ist in Wasser

löslich, Cerasin und Bassorin quellen nur darin. Die letzteren

unterscheiden sich nur dadurch, daß Cerasin mit Alkalikarbonaten

gekocht Calciumkarbonat abscheidet und in Lösung geht, Bassorin

scheidet bei gleicher Behandlung keinen Kalk ab. Cerasin kann also als

metarabinsaurer Kalk betrachtet werden. Beide reduzieren ~Fehling~sche

Lösung nicht und geben bei der Hydrolyse Arabinose und Galaktose. +Im

G. arabicum ist nur Arabin enthalten+, im Kirschgummi Cerasin, im

Traganth (s. d.), Chagual- und Moringagummi Bassorin. ~Neubauer~ und

~Frémy~ gelang es Cerasin in Arabin überzuführen.

~Guérin~ fand im G. arabicum kein Bassorin, 79,4% wasserlösliches

Arabin, 17,6% H₂O und 3% Asche; im Senegalgummi kein Bassorin, 81,1%

wasserlösliches Arabin, 16,10% Wasser und 2,8% Asche. Auf 150° erhitzt

wird G. arabicum zum Teil unlöslich, nimmt also die Eigenschaften des

Kirschgummis an (~Gelis~). Mit Natronlauge färbt sich Gummi nicht,

nach einigen Stunden wird es gelblich, damit erwärmt rasch schwarz

(~Flückiger~). Alkohol von 52 vol % löst Gummi nicht, verdünnter

etwas, im Verhältnis zu seinem Wassergehalt. In dem doppelten Gewichte

Wasser löst sich G. arabicum +langsam aber vollständig+ (Unterschied

von den bassorin- und cerasinhaltigen Gummis) zu einem klebenden, aber

nicht fadenziehenden, hellgelblichen Schleim von saurer Reaktion.

Das Verhalten zu Wasser wechselt bei den einzelnen Sorten sehr.

Nur die Gummis, welche sich in Wasser, bis auf einige beigemengte

Pflanzenreste, +vollständig+ zu einem filtrierbaren oder doch

kolierbaren Schleime lösen, sind für pharmazeutische Zwecke brauchbar.

Andere Gummis «geben einen scheinbar völlig homogenen Schleim, der

aber nicht filtrierbar ist, andere eine mehr oder weniger konsistente

Gallerte, bei anderen wieder quellen die einzelnen Körnchen so weit

auf, daß scheinbar ein gleichmäßiger Schleim entsteht, in dem aber bei

genügender Verdünnung die einzelnen Körnchen sich erkennen lassen, bei

anderen trennt sich der Schleim bald in zwei Teile, einen gewöhnlich

sehr konsistenten dicken und einen wässrigen, dünnen, und schließlich

kommen Sorten vor, die nur mehr oder weniger aufquellen» (~Hartwich~).

Bleichen mit Chlor oder schwefliger Säure vermindert die Löslichkeit.

Der Gummischleim wird durch Beimischung eines gleichen Volumens

Alkohol weiß und gallertig, klärt sich aber auf weiteren Zusatz des

fünffachen Volumens Wasser wieder vollständig. Auch durch Wasserglas,

Eisenchlorid, Ferrisulfat (~Lassaigne~) und Boraxlösung (~Lambert~

und ~Gieseke~) wird der Schleim zu +einer steifen Gallerte verdickt+.

Der Gummischleim ist eine kolloidale Lösung. Er ist +mit Bleiacetat

ohne Fällung mischbar+ (Unterschied von den Schleimen), +erleidet

dagegen selbst in einer Verdünnung 1 : 50000 durch Bleiessig noch eine

Fällung+ (~Lassaigne~). Gerbsäure fällt Gummilösung nicht (Unterschied

von Leim). G. arabicum läßt sich aus der Lösung mit Ammoniumsulfat,

Ammoniumphosphat oder Kaliumacetat nicht aussalzen (~Pohl~). Die

bei der Gärung des Gummischleims entstehende Säure ist Milchsäure

(Arabinsäure liefert hierbei fast nur Milchsäure, ~Bourquelot~).

Gummischleim neigt nicht zur Schimmelbildung. Bei längerer Aufbewahrung

bildet sich Zucker. Die Jodabsorption des G. arabicum bestimmte

~Grélot~ (100 g absorbierten 7 mg J). Jod und Natriumbicarbonat bilden

aus G. arabicum etwas Jodoform, mit Kalk erhitzt entsteht neben Aceton

auch Metaceton (~Frémy~). Essigsäureanhydrid bildet Acetylarabine

(~Schützenberger~ und ~Naudin~). Hefe und Diastase sind ohne Einfluß

auf Arabin. G. arabicum reduziert ~Fehling~sche Lösung auch bei 60-70°

nicht.

~Vauquelin~ fand bereits, daß das G. arabicum ein organisches

Kalksalz ist. Die Säurenatur des Arabins (der Arabinsäure) erkannte

~C. Neubauer~ (1857). Er betrachtete das Arabin als das +saure+

(Kali-, Magnesium- und) +Kalksalz der Arabinsäure+. Das Calcium läßt

sich durch Oxalsäure fällen oder nach Zusatz von HCl durch Dialyse

entfernen. Auch ~Frémy~ betrachtete das Gummi als das Kalksalz einer

sehr schwachen wasserlöslichen Säure (acide gummique), die durch Hitze

in ein unlösliches Isomeres (acide metagummique, Metarabinsäure)

übergeht. Kalk verwandelt die unlösliche Säure wieder in Calciumgummat.

Auch Calciumgummat wird durch Hitze unlöslich. ~Graeger~ stellte die

Metarabinsäure zu den Pektinen. Ob die Metapektinsäure (Zellulosesäure

~Frémys~) mit der Arabinsäure ~Scheiblers~ aus Rüben und diese mit der

Arabinsäure ~Neubauers~ identisch ist, erscheint im Lichte der neueren

Untersuchungen zweifelhaft. Das G. arabicum wird seit ~Scheibler~ als

ein wechselndes +Gemenge+ von zwei Bestandteilen, einem rechts- und

einem linksdrehenden aufgefaßt (Rechts-Arabin und Links-Arabin). Im

normalen Kalksalz der Arabinsäure sind 2,15 bis 2,50% CaO enthalten

(~Neubauer~). Zur Darstellung der +Arabinsäure+ (~Neubauer~,

~Scheibler~) wird das Gummi in Wasser gelöst, filtriert, mit Essigsäure

(~Béchamp~) angesäuert und dialysiert -- es dialysieren Zucker und

anorganische Salze --, die eventuell mit Essigsäure angesäuerte im

Dialysator verbleibende Lösung wird mit Alkohol fraktioniert gefällt.

Eine so dargestellte Arabinsäure enthält aber, wie ich gezeigt habe,

stets Stickstoff und alle bisherigen Analysen sind, da es unmöglich

ist, die stickstoffhaltige Substanz quantitativ abzutrennen, mit

N-haltigem Material gemacht worden (~Tschirch~ und ~Stevens~). Die

übrigens vorwiegend in den ersten Alkoholfällungen enthaltenen

N-haltigen Bestandteile lassen sich zum Teil auch dadurch entfernen,

daß man die mit Kochsalz versetzte Lösung zunächst mit einer mit

Essigsäure angesäuerten Tanninlösung fällt.

Der +Arabinsäure+, dem +Arabin+ der Autoren, das auch im Tierreich

gefunden wurde (? ~Städeler~), wird bald die Formel (C₁₂H₂₂O₁₁)ₙ

resp. C₁₂H₂₀O₁₀.H₂O (~Neubauer~, ~Scheibler~), bei 120° getr.

C₆H₁₀O₅, bald die viel kompliziertere C₈₉H₁₄₂O₇₄ oder C₉₁H₁₄₂O₇₄

(~O’Sullivan~) gegeben. Jedenfalls ist ihr Molekulargewicht sehr

groß (über 2000, ~Gladstone~ und ~Hibbert~). Sie löst sich, nur wenn

sie feucht ist, in Wasser leicht, trocken quillt sie in Wasser nur

langsam auf. Die wässrige Lösung reagiert sauer und dreht links. Das

Drehungsvermögen wird sehr verschieden angegeben (-25,5° bis -98,5°,

ja sogar Rechtsdrehung) und steht im Zusammenhang mit der relativen

Menge der bei der Hydrolyse abgespaltenen Araban- und Galaktangruppen

(~Guichard~), neben denen auch zuweilen bei gewissen Gummis Glykosan-

(nicht aber Fruktosan- und Mannan-) Gruppen vorhanden sind. ~Rümpler~

erhielt sie in mikroskopischen Nadeln. Durch Erhitzen über 100°

geht sie in Metarabinsäure über, die in Wasser nur froschlaichartig

aufquillt. Bei höherem Erhitzen entsteht Furol (~Schiff~), beim

Erhitzen mit Kalk viel Aceton neben wenigen Furanderivaten, mit

Salpetersäure +Schleimsäure+, bei der Kalischmelze CO₂, Ameisensäure,

Essigsäure, Propionsäure, Oxalsäure und Bernsteinsäure (~Hlasiwetz~

und ~Barth~), durch Destillieren mit starker Salzsäure Furol (aus

den linksdrehenden Arten das meiste, ~Herzfeld~). Da die Lösung der

+Arabinsäure+ sauer reagiert, hat man daher in der +Bestimmung der

Acidität+ ein Mittel der Identifizierung in der Hand.

Die Säurezahl einiger G. bestimmte zuerst ~Williams~. ~Beam~

fand bei +Cordofan+ hard variety: 9,89-12,15% Wasser, 2,66-3,28%

Asche, Acidität (mg KOH auf 1,0) 2,66-2,93, bei Cordofan softer:

11,69-12,14% Wasser, 2,77-2,86% Asche, Acidität 2,48-2,57. Bester

Hashab grosse gum (Turkey) enthielt: 9,03% Wasser und 0,34%

Unlösliches und zeigte eine Acidität von 3,14. -- Granular sorts

cleaned: 8,70% H₂O und 2,67% Unlösliches, Acidität = 2,95. --

Siftings: 7,45% H₂O und 20,12% Unlösliches, Acidität = 1,95. ~Beam~

fand bei +Senegalgummi picked+: 9,18-11,20% Wasser, 2,45-3,33%

Asche, Acidität 2,45-3,33. Bei +Senegal crude+ gomme du bas du

fleuve: 9,60-10,50% Wasser, 3,33-3,41% Asche, Acidität 2,14-2,50.

+Galam+: 10,19-10,57% Wasser, 3,22-3,39% Asche, Acidität 2,50-2,54.

+Salabreda+: 11,51% Wasser, 2,81% Asche, Acidität 3,56.

Handbuch der Pharmakognosie(#71452) · 第 66 / 120 段