Möglicherweise brachten schon 1365 Kaufleute von Dieppe und Rouen,

die «Pfeffer» holten, Gummi von der westafrikanischen Küste, St.

Louis wurde schon zu dieser Zeit gegründet, aber erst 1449 tritt

Gummi wirklich als Handelsartikel der portugiesischen Insel Arguim

am Cap Blanco auf (~Kunstmann~), welche Insel von 1638 an Stützpunkt

des Gummihandels der Holländer wurde, die die Insel eroberten, aber

1678 an die Franzosen, die schon vor 1664 sich am Senegal festgesetzt

hatten, abtreten mußten, von welcher Zeit an die Franzosen mit

geringen Unterbrechungen Herren des Gummihandels wurden. 1555

erwähnt ~Sebastian Münster~ Senegalgummi in seiner Cosmographie. Der

Gummihandel war Sache der Compagnie des Indes occidentales (I, S.

919), dann seit 1674 der Compagnie d’Afrique u. and. Gesellschaften.

1758 bis 1779 war England im Besitze der Kolonie, die aber 1785

wieder an die Franzosen überging. Damals wurde eine Compagnie de la

Gomme gegründet, der 1786 die Comp. du Sénégal folgte (~Durand~).

Bereits 1760 erschienen 18000 cwt Senegalgummi am Markt. Der

Aufschwung datiert von der Einführung der Triage in Bordeaux durch

~A. Doris~ père 1832. 1865 erreichte die Ausfuhr von Senegalgummi den

Wert von fast 4½ Mill. frs., der Export betrug 2,4 Mill. kg, 1880:

3013624 kg. 1884 wurde, als wegen der Erfolge des Mahdi im Sudan das

Cordofangummi ausblieb, das Senegal-Konsortium gegründet. 1893 betrug

die Produktion bereits c. 8 Mill. kg (~Cotton~). 1894 betrug die

Ernte: 40000 Ballen, 1895: Bas du fleuve 35000 Ballen, Galam 10000

Ballen. Das Senegalgummi war das herrschende Gummi des Weltmarktes

geworden. 1896 importierte Bordeaux 38600 Säcke. 1897 betrug die

Ernte: 29000 Ballen Bas du fleuve und 21000 Ballen Galam, 1898: 20000

Ballen Bas du fleuve und 18 000 Ballen Galam. 1902 wurden 3 Mill.

kg exportiert (20000 Ballen Bas du fleuve, 12000 Ballen Galam). Die

Preise für Senegal gingen aber stark zurück, seit Cordofan in bester

Qualität wieder erschien (1902) und die Einsammlung wurde, da weniger

lohnend, eingeschränkt. 1903 erscheinen nur 6000 Ballen Galam im

Handel und 1904 exportierte +St. Louis+ nur 2370031 kg, davon 1842610

kg Hartgummi von den nördlichen Distrikten des Senegal, 484095 kg vom

Sudan und Senegambien, 37396 kg Bruch und 5930 kg Staub; 1905: 49482

cwts. 1905 betrug der Export: 49482 cwts. +Marseille+ empfing 1908

noch 6522 dz Senegalg., 1909 nur 4565, 1910 nur 2250 dz gegenüber

10094, 12204 und 10781 G. anderer Provenienz (bes. Nilgummi). Neben

Bordeaux kommen auch Hâvre und Paris als Stapelplätze in Betracht.

Das Senegalgummi scheint allmählich seine Bedeutung zu verlieren. Die

Produktion schwankt jetzt zwischen 2 und 4 Mill. kg. Es findet in der

Hauptsache nur technische Verwendung (~Caesar-Loretz~).

=c. Maroccogummi= (Mogador, Barbarisches, braunes Barbary) aus

Mogador, Saffi und Mazagan verschifft, wird von _A. gummifera_

~Willd.~ (nach ~Jackson~ = altalch) abgeleitet (~Hooker~), spielt

jetzt aber keine große Rolle mehr. Marocco verschiffte nach England

1905: 1731, 1906: 2073 cwts. Von dem Maroccogummi wurde (1891) die

bessere Sorte als Mogador, die schlechtere als Amrad unterschieden

(~Maben~). Es kam früher besonders aus den Provinzen Sûs und Abda,

weniger aus Shedma und Duguella, jetzt auch aus Fessan. Es ist nicht

immer ganz in Wasser löslich (~Pereira~, ~Guibourt~). Neben diesem

fanden sich auch unter dem Namen weißer Mogador helle, vollkommen

wasserlösliche Tränen, die wohl aus dem Sudan und von _A. Senegal_

stammten. _A. gummifera_ wächst in den Provinzen Blad Hamar, Rahamma

und Sûs. 1888, zur Zeit der Gumminot, lieferte Mogador bessere

Sorten. Bisweilen bilden Marocco, Mogador und Brown Barbary drei

unterschiedene Sorten. Maroccogummi dreht rechts und soll von allen

Gummis die geringste Menge Schleimsäure liefern (doch fand ~Martina~

1894 c. 18%, vgl. S. 437). Vom Sudan wurde 1878 auch das Gummi von

_A. arabica_ nach Marocco gebracht (~Hooker~). Es löst sich. gut zu

einer hellen geschmacklosen Lösung.

=d. Tunisgummi= ist meist besser als das Maroccogummi. Es stammt von

_A. horrida_ (~Doumet-Adanson~). Die Ausfuhr ist gering. Die Ausfuhr

von =Tripolis= erreichte 1890-1900 nur den Wert von £ 150-250 pro

Jahr.

=e. Capgummi= und =Orange River Gummi= wird besonders von der im

Hererolande weit verbreiteten _Ac. horrida_ ~Willd.~ (Dornbaum)

gesammelt, dann auch von _A. Karoo_ ~Hayne~ (Karoobaum), die wohl

mit _A. capensis_ ~Burchell~ identisch oder nahe verwandt ist (dies

Gummi stammt vorwiegend vom Orangefluß) und von _A. Giraffae_, die in

Groß-Namaqua und Damaraland häufig ist. Capgummi kommt auch als hartes

und weiches Gummi im Handel vor. Sein Aufschwung datiert von der Zeit

der Gummimisere. Es ist gefärbt und viele Stücke lösen sich nicht klar

in Wasser zu einem dicken Schleim (~Vée~).

=f. Gummi aus den deutsch-afrikanischen Kolonien.= Neuerdings

-- besonders als die Gumminot Ende des XIX. Jahrh. am höchsten

gestiegen war -- hat man versucht, Gummi sowohl aus Deutsch-Ostafrika

(Usambara), wie aus Deutsch-Südwestafrika (Angra Pequena,

Namaqualand) in den Handel zu bringen. Deutsch-Ostafrika liefert

noch wenig (kaum für M. 1000 jährlich), Deutsch-Südwestafrika

aber (nach dem Cap und direkt) viel (für M. 10000 und mehr. 1897:

5000 kg, ~Worlée~). Das Gummi der deutschen Kolonien ist von sehr

ungleichem Werte. Zum Teil mag dies darauf zurück zu führen sein,

daß man die guten Gummilieferanten noch nicht kennt oder doch von

den schlechten nicht genügend unterscheidet, zum Teil darauf, daß

die Auslese (Triage) noch in den Kinderschuhen steckt. -- Man findet

oft in dem gleichen Handelsmuster helle und dunkle, lösliche und

unlösliche Stücke. Für pharmazeutische Zwecke ist es unverwendbar.

_A. horrida_ vermag jedenfalls ein gutes Gummi zu liefern, das von

_A. usambarensis_ und _Giraffae_ scheint jedoch minderwertig zu sein.

In =Deutsch-Ostafrika= sind besonders _A. stenocarpa_, _A.

usambarensis_ und _A. spirocarpa_, vielleicht auch _A. arabica_, _A.

Seyal_, _A. verugera_, _A. Stuhlmanni_, _A. Kirkii_ gummiliefernd.

Die gummiliefernden Acacien Ostafrikas hat ~Taubert~ zusammengestellt

(in ~Engler~, Pflanzenwelt Ostafrikas und Notizbl. d. Bot. Gart.

Berlin Nr. 14, 1898).

Das Gummi aus =Deutsch-Südwestafrika= ist, da die gleiche

Stammpflanze und zum Teil wohl auch die gleichen Provenienzen in

Betracht kommen, mit einem Teile des Capgummi identisch. Jedenfalls

stammt der größte Teil des südwestafrikanischen Gummi von _A.

horrida_ (~Warburg~, ~Marloth~) und nur ein kleiner Teil von _A.

erioloba_, _A. Giraffae_, _A. albida_ und _A. dulcis_. ~Gessert~

empfahl daher die Anpflanzung der _A. horrida_, des Dornbaums. +Die

Vegetationsbedingungen in Deutsch-Südwestafrika, das sonst fast

nichts hervorbringt, eignen sich in der Tat ganz außerordentlich für

die Kultur von Gummiacacien und außer+ _A. horrida_ +möchte ich auch+

_A. Senegal_ +und+ _A. arabica_ +zur Kultur empfehlen+.

Das Gummi von =Angra Pequena=, das ~Hartwich~ (1898) untersuchte,

stammte wohl von _A. horrida_ ~Willd.~ Es besitzt eine starke

Viskosität, dreht rechts, hat eine geringe Aschenzahl (1,997-2,722%)

und löst sich in Wasser. Gummi aus dem Hinterlande von Angra

Pequena drehte bald rechts: G. Tlach (= braun), bald links: G.

Amrad (~Dieterich~). Eine dritte Sorte war als Auruar bezeichnet.

~Hefelmann~ bestimmte in sog. Heiragummi von _A. horrida_ den

Pentosangehalt zu 20,65-51,21% (bestes Cordofan 29,4%), das Wasser

zu 8,5-17%. Neuerdings untersuchtes Gummi von _A. horrida_ ~Willd.~

aus Südwestafrika (Angra Pequena) erwies sich als bestem G. arabicum

gleichwertig (~Meininger~ 1908). Ein Gummi von _A. detinens_ ~Burch.~

vom nördlichen Hererolande (Watersberg) löste sich in Wasser und

besaß starke Klebkraft, war aber gelbbraun gefärbt (~Mannich~).

Das Gummi aus =Deutsch-Adamaua=, das 1909: 274110 kg exportierte,

wird in 3 Sorten: Falli und Marrua von _A. Senegal_ (und

_xanthophloea_?) und Mumuye (von einem _Combretum_) gehandelt

(~Dalziel~, Bull. Kew Gard. 1910).

Auch die deutsche Kolonie =Togo= liefert etwas Gummi. Das Gummi

von der Station Sansanne Manga in Togo, von einer mit _A. arabica_

verwandten Art, untersuchte ~Fendler~.

=g.= Das Gummi von =Angola=, der an Deutsch-Südwestafrika im Norden

angrenzenden Kolonie, stammt nach ~Moller~ von _A. horrida_ ~Willd.~,

_A. etbaica_ ~ Schwf.~, _A. erubescens_ ~Welw.~, _A. albida_ ~Del.~

(Cócótó, Capollo, Espinheira).

=h.= Das Gummi von =Nord-Nigeria= (aus den Provinzen Bornu und

Yola) stammt besonders von _Acacia Senegal_ (Kol-Kol), _A. Seyal_

(Karumga), _A. Suma_ (kara kaia) und _A. Sieberiana_ (Katalabu

u. Farin kaia). Die Ausfuhr betrug 1905: 4140, 1906: 6080 cwts.

(Beschreibung und Analyse in Bullet. Imper. Instit. 1910).

=i.= Auf =Réunion= wird von _A. dealbata_ und _A. Lebbeck_ G.

gesammelt (~Bocquillon~ 1899).

B. Indisches Acaciengummi.

Die Pharmacographia indica bemerkt 1890, daß das aus Ostindien,

besonders Bombay, exportierte G. arabicum ausschließlich «vom Roten

Meer» stammt, also ostafrikanisches Gummi ist. «No part of it being

the produce of India.» Von dem arabischen Gummi unterscheidet der

indische Markt zwei Sorten: maklai (große runde oder wurmförmige

Stücke, ähnlich dem Senegalgummi) -- nach dem Hafen Makala genannt --

und maswai (eckige oder wurmförmige Stücke) -- nach dem Hafen Massaua

genannt -- (~Dymock~). Auch die Namen Bombay pink und Aden pink sind

für Sudangummi in Indien in Gebrauch (~Prebble~).

Es wird aber seit 1893 auch Acaciengummi, das aus Indien selbst, und

zwar den Wüsten im Nordwesten, stammt, exportiert. Das Gummi von Sind

(Karachigummi) liefert besonders _A. Senegal_, dann auch _A. arabica_,

die beide in der Wüste wachsen. Das Oomarkoteggummi stammt jedenfalls

von _A. Senegal_ (~Prebble~ 1893). Die besten Qualitäten +ostindisches+

oder Bombaygummi sind blaßbräunlich oder rötlich und vollkommen in

Wasser löslich. Das Pondicherygummi ist weniger gut. Das Gummi von

_Acacia arabica_ aus Ostindien ist das +Amrad+-, Amraoti-, oder

Oomrawatti-gummi (von hamra = rot). Es bildet ziemlich große, zum Teil

stark gefärbte Tränen und gibt einen schwachen reduzierenden Schleim.

Die dunkleren Stücke enthalten Gerbstoff. ~Fromm~ fand die Drehung -1°

12′.

Auch ein Teil des =Ghatti, Ghátí oder Gatti gum= aus Indien wird von

_A. arabica_ gewonnen (~Atkinson~). Das Gummi der von Penjáb bis Behar

vorkommenden _A. arabica_ heißt in Indien +Babul gum+ (babúl-kí-gónd,

kikar, ki-gónd, babúl-gónd) und ist ein minderwertiger Ersatz für

Cordofangummi. Man sammelt es im März und im April. Ein Baum liefert

2 lbs (~Watt~, Dict.). Das Gattigummi meiner Sammlung (1888) bildet

relativ große, hellgelbliche, glasige Knollen. Der Namen Ghátí (das

Adjektiv ghati bedeutet: aus dem Lande Desh stammend, ~Dymock~) wird

aber auch für das Gummi von _Anogeissus latifolius_ benutzt (s. weiter

hinten S. 437).

Weniger Bedeutung besitzen die Gummis von _Acacia leucophloea_ (ist

in Wasser reichlich löslich), von _Ac. Catechu_ (auch fälschlich

unter dem Namen babul gum gehend), hauptsächlich in rundlichen,

gefärbten Tränen (reichlich in Wasser löslich), von _A. modesta_

~Wall.~, kommt aus Nordindien unter dem Namen Amritsargummi

in kleinen Tränen oder wurmförmigen Stücken (sehr löslich in

Wasser) und von _Acacia Farnesiana_ aus Sind, rundliche Stücke,

hellgelb-rötlichbraun, (in Wasser teilweise löslich); enthält oft

einen Pilz (Ascomycet?) und Kristalle. Auch das Gummi von _Ac.

ferruginea_ ~Dc.~, _A. Jacquemontii_ ~Benth.~, _A. lenticularis_

~Ham.~ und _A. Suma_ ~Kurz~ wird in Indien gesammelt.

Das indische Gummigeschäft wird oft durch Pest und Hungersnot

ungünstig beeinflußt. Gummi wird neuerdings auch sortiert in: glasig,

blaß, ostindisch fein, ostindisch-rot Amrad.

Vorderindien exportierte Gummi arabic. 1905/06: 3967, 1906/07: 2684,

1907/08: 3010, 1908/09: 1119 cwts.

C. Australisches Acaciengummi.

Aus Australien, das ja sehr reich an Acacien ist, wurde besonders seit

der Gumminot Gummi exportiert (1899: 2186, 1905 aber nur 98 cwts).

Obenan steht hier das Gummi des Golden oder Common Wattle Tree, _A.

pycnantha_ ~Benth.~, das sog. +Wattle gum+ aus Victoria. Es bildet

große, gelbliche oder rötliche, wasserlösliche Tränen, ist aber

bisweilen gerbstoffhaltig; dann das ebenfalls wasserlösliche Gummi

(+Sidneygummi+) von _A. decurrens_ ~Willd.~ (_A. mollissima_ ~Willd.~),

des Black oder Green Wattle tree und die G. von _A. homalophylla_ ~A.

Cunn.~, _A. pendula_ ~Cunn.~, _A. sentis_ ~F. v. M.~

Als gummiliefernd werden auch _A. excelsa_, _A. Farnesiana_, _A.

harpophylla_, _A. neriifolia criophylla_ und _A. microbotrya_

angegeben. Die Gummis von _A. binervata_ ~Dc.~, _A. dealbata_ ~Lk.~,

_A. elata_ ~Cunn.~, _A. glaucescens_ ~Willd.~, _A. penninervis_

~Sieber~, _A. vestita_ ~Ker. Gawl.~ sind nicht ganz löslich und

lassen 4-41% ungelöst. Exportiert wird zurzeit vornehmlich das Gummi

von _A. pycnantha_. Die Eigenschaften der australischen Gummis gehen

aus folgender Tabelle ~Maidens~ hervor.

--------------------+--------+------------+---------+---------+-------

+I. Gruppe+ | Arabin | Metarabin |Feuchtig-| Asche |

(Arabin-Gruppe) | | (Bassorin) | keit | |

====================+========+============+=========+=========+=======

Acacia homalophylla | 79,84 | ---- | 16,83 | 2,86 |

„ pendula var. | | | | |

glabrata | 79,5 | ---- | 17,51 | 2,39 |

„ sentis | 76,97 | ---- | 7,88 | 4,59 |

--------------------+--------+------------+-----------+---------+-----

+II. Gruppe+ | Arabin | Metarabin | Holz- |Feuchtig-| Asche

(Übergang zu III) | | (Bassorin) | substanz| keit |

====================+========+============+===========+=========+=====

Acacia binervata | 76,57 | 4,24 | 1,62 | 16,01 | 0,771

„ dealbata | 76,37 | 4,163 | 1,0 | 16,3 | 1,12

„ elata | 74,20 | 6,85 | ---- | 17,73 | 0,581

„ glaucescens | 66,59 | 12,30 | 0,5 | 16,48 | 3,18

„ penninervis | 70,30 | 11,42 | ---- | 16,67 | 0,66

--------------------+--------+------------+---------+---------+-------

+III. Gruppe+ | Arabin | Metarabin | Holz- |Feuchtig-| Asche

(Metarabin-Gruppe) | | (Bassorin) | substanz| keit |

====================+========+============+=========+=========+=======

Acacia decurrens | | | | |

(Cambewarra) | 41,07 | 32,96 | ---- | 23,26 | 2,38

„ decurrens | | | | |

(Rydalmere) | 23,45 | 49,88 | ---- | 25,45 | 1,706

„ decurrens | | | | |

(Gosford) | 30,10 | 44,45 | ---- | 20,57 | 3,418

„ decurrens | | | | |

(Valley) | 29,10 | 46,20 | ---- | 21,02 | 2,827

„ decurrens | | | | |

(Sydney) | 17,20 | 56,14 | ---- | 23,83 | 2,08

„ mollissima | 23,82 | 52,10 | ---- | 21,66 | 2,081

„ mollissima var.| | | | |

Leichhardtii | 9,20 | 66,59 | ---- | 21,20 | 2,28

„ mollissima var.| | | | |

Leichhardtii | 7,90 | 63,80 | ---- | 23,83 | 3,80

„ vestita | 38,99 | 46,40 | 1,2 | 11,63 | 0,954

D. Amerikanisches Acaciengummi.

Ohne große Bedeutung ist z. B. das sog. +Paragummi+ aus Brasilien,

das von _A. Angico_ ~Mart.~ gesammelt wird und dem Arab. G. ähnlich

ist. ~Lemeland~ fand in einem Gomme de Brésil (Angico) 7,8%

Unlösliches, 12,75% Wasser, 2,2% Asche, 20,6% Galaktane, 70,2%

Pentosane. Es lieferte Arabinose und drehte α_{D} = +46°94. Auch

~Vée~ analysierte (1888) brasilianisches G. Das +Cujigummi+ aus

Caracas wird von _A. micrantha_ ~Benth.~ abgeleitet. Wasser löst nur

26%.

Eine gute Übersicht über die Beschaffenheit der +Acaciengummis+ gibt

folgende Tabelle von ~Martina~.

--------------+---------------+------+-------+---------+------------

Name des | Ort der | Asche|Kalk in| Kalk in |Schleimsäure

Gummis | Herkunft | | Gummi |der Asche|

| | % | % | % | %

==============+=====================================================

Arabisches | Arabien | 3,60 | 1,04 | 28,88 | 22,98

„ | Senegal | 3,25 | 0,90 | 27,69 | 19,72

„ | Ghezireh | 2,75 | 0,94 | 34,13 | 12,42

„ | Senegal | 3,30 | 0,95 | 28,70 | 15,13

„ | „ | 7,16 | 1,21 | 16,89 | 22,68

„ | „ | 3,30 | 1,07 | 29,39 | 12,30

„ | Aden | 3,70 | 1,33 | 35,40 | 18,68

„ | Mogador | 3,50 | 0,78 | 22,30 | 18,10

„ | Neu-Holland | 0,50 | -- | -- | 45,82

„ | Egypten | 3,60 | 0,64 | 17,77 | 14,95

„ | Keggias | 3,15 | 1,17 | 37,14 | 10,27

G. Chartum | Obernil | 3,05 | 1,22 | 40,00 | 5,67

G. bianca | Sudan | 3,30 | 1,00 | 30,30 | 6,72

Arabisches | Ostindien | 4,16 | 0,97 | 23,31 | 14,75

G. Galam | Senegal | 3,00 | 0,53 | 17,66 | 15,15

G. Adansonii | „ | 4,05 | 0,61 | 15,06 | 4,00

A. Senegal | „ | 3,30 | 0,78 | 23,63 | 10,03

A. nilotica | Egypten | 2,80 | 1,36 | 45,00 | 5,91

„ „ | „ | 2,60 | 0,77 | 29,61 | 13,40

A. homaloph. | Melbourne | 2,20 | 0,78 | 35,45 | 55,41

A. Lebbeck | Isle d. France| 3,25 | 0,49 | 15,07 | 22,99

A. dealbata |Van Diemensland| 0,65 | -- | -- | 39,09

A. della Vesta| Australien | 0,75 | -- | -- | 45,49

A. Angico | Brasilien | 2,89 | -- | -- | 1,23

--------------+---------+--------+--------+--------------+---------

Name des |Galaktose|Furfurol|Pentosen|Gesamtglukosen|Galaktose

Gummis | | | | |+Pentosen

| % | % | % | % | %

==============+====================================================

Arabisches | 30,66 | 13,57 | 27,14 | 58,30 | 57,80

„ | 26,29 | 12,97 | 25,94 | 57,58 | 52,23

„ | 17,89 | 19,32 | 36,62 | 60,66 | 54,52

„ | 20,17 | 16,75 | 33,50 | 60,59 | 53,67

„ | 30,24 | 16,58 | 33,16 | 64,34 | 63,40

„ | 16,68 | 22,40 | 44,80 | 61,53 | 61,48

„ | 24,90 | 15,26 | 30,52 | 56,90 | 55,42

„ | 24,13 | 13,90 | 27,80 | 50,31 | 51,93

„ | 61,09 | 10,85 | 21,70 | 43,75 | 82,79

„ | 19,93 | 15,56 | 31,12 | 55,10 | 51,05

„ | 13,69 | 21,06 | 42,12 | 57,72 | 55,81

G. Chartum | 7,56 | 24,60 | 49,20 | 63,90 | 56,76

G. bianca | 8,96 | 17,60 | 35,20 | 42,76 | 44,16

Arabisches | 19,66 | 17,68 | 35,96 | 56,52 | 55,62

G. Galam | 20,20 | 13,91 | 27,82 | 47,16 | 48,02

G. Adansonii | 5,34 | 21,10 | 42,20 | 46,11 | 47,54

A. Senegal | 13,37 | 13,89 | 27,78 | 43,80 | 41,15

A. nilotica | 7,88 | 21,44 | 42,88 | 49,13 | 50,16

„ „ | 17,86 | 30,10 | 60,20 | 70,80 | 78,06

A. homaloph. | 73,77 | 9,75 | 19,50 | 71,57 | 93,27

A. Lebbeck | 30,75 | 17,10 | 34,20 | 66,20 | 64,90

A. dealbata | 52,12 | 8,89 | 17,68 | 73,93 | 69,80

A. della Vesta| 60,65 | 10,27 | 20,54 | 59,86 | 81,19

A. Angico | 1,63 | 40,35 | 80,70 | 74,22 | 82,33

II. Gummi von Pflanzen, die nicht zur Gattung Acacia gehören.

A. Indische Gummis.

Außer den oben genannten G. von +Acacia+arten produziert Vorderindien

noch eine ganze Anzahl anderer G. und bringt einige auch zur

Ausfuhr. (1887 schon 60000 Quint.) Obenan steht hier das G. von

_Feronia Elephantum_ ~Corr.~, einer in Vorder- und Hinterindien,

Ceylon und Java vorkommenden baumartigen Aurantiee, die viel G. aus

der Rinde ausschwitzt. +Dies Wood apple gum+ ist das +wertvollste

indische G.+ Es findet sich in kleinen farblosen bis rötlich-braunen

unregelmäßigen Tränen oder großen Klumpen oder Stalaktiten oder

hornförmigen Stücken, ist, wenn nicht mit anderen G. vermischt (was

öfter vorkommt), ganz (oder doch zu 75%) in Wasser löslich und gibt

eine Lösung, die stärker viskos ist als die des _G. arab._ Die Lösung

rötet Lakmus, dreht rechts (+0,4°, ~Flückiger~) und wird gefällt

durch Alkohol, Ammonoxalat, Alkalisilikat, Eisenchlorid, Bleiacetat

und Bleiessig, Ätzbaryt, nicht durch Borax und Pottasche. Es enthält

17% Wasser und 5,12% Asche und gibt mit HNO₃ Schleimsäure. Es ist

mit _G. arab._ nicht identisch. Feroniableiarabat gab z. B. 14,76%

PbO. Bleiarabat 30,6% PbO. ~Lemeland~ fand im G. von _Feronia Eleph._

8,4% Unlösliches, 17,7% Wasser, 4,3% Asche, 51,8% Galaktane, 40,1%

Pentosane. Es lieferte Galaktose und drehte α_{D} = -6°41′. Es ist das

beste indische Ersatzmittel für_G. arab._ und wird als solches von

der Pharmacopoea indica empfohlen. Da es keine Oxydasen enthält, ist

es also in mancher Hinsicht besser als jenes (~Goris~ et ~Lefèvre~).

Ein anderes wichtiges G. ist das auch unter dem Namen =Ghattigummi=,

G. indicum Gháti oder Dhaurag. (s. oben S. 435) im Handel vorkommende

G. der Combretacee _Anogeissus latifol._ ~Wall.~ (und _A. pendula_

~Edzw.~). Es bildet jedenfalls die Hauptmasse des Ghati von Bombay

(Pharm. indic.) und wird in großen Mengen exportiert, etwas auch aus

franz. Indien und Nord-Nigeria. Es bildet rundliche oder wurmförmige,

bernsteingelbe oder farblose, opake Stücke mit glasigem Bruch,

frei von Rissen, löst sich, wenn rein, in Wasser, hat die doppelte

Viskosität wie G. a., ist also sehr wertvoll, seine besten Sorten

auch für pharmazeutische Zwecke wohl brauchbar.

Weniger wichtig sind dann die folgenden indischen G. (vgl.

Pharmacogr. indic.). Zunächst das G. von _Melia Azadirachta_ L.

(Meliacee) in großen Tränen oder wurmförmigen Stücken, farblos bis

bernsteinfarben, leicht löslich in Wasser, die Lösung gelatiniert

durch Eisenchlorid und Bleiessig, nicht durch Borax oder Bleiacetat

(wird auch in Réunion, Gouadeloupe und Franz. Indien gesammelt,

~Bocquillon~). _Swietenia Mahagoni_ (Meliacee) aus der Rinde, helle

Fragmente, löst sich leicht in Wasser, Lösung reduziert ~Fehling~sche

Lösung. -- _Pithecolobium dulce_ (Mimosee) in rundlichen Tränen

von rotbrauner Farbe; in Wasser löslich. -- _Pithecolobium Saman_

(Mimosee) liefert ein schlechtes G., das in Wasser aufquillt.

-- _Prosopis spicigera_, viele Risse, sehr brüchig, gibt eine

dunkel gefärbte viskose Lösung, ein wertvolles Gummi, ähnlich dem

Mesquileg. -- _Albizzia procera_ wächst bei Bombay. Das G. bildet

rötlich-braune, glatte Tränen, wird beim Liegen opak und löst sich

dann nicht mehr vollständig, enthält oft Hyphen, Kristalle und

Gewebetrümmer. -- _Albizzia stipulata_ gibt ein dunkelgefärbtes

G., das in Wasser nur aufquillt und nur wenig löslich ist. --

_Albizzia Lebbeck_ bildet glatte Stalaktiten, ist nicht immer ganz

löslich. -- _Albizzia odoratissima_, große transparente Tränen von

Bernsteinfarbe, quillt nur mit Wasser. -- _Albizzia amara_ ~Boiv.~,

süßlich, mit hoher Klebkraft. -- _Anacardium occidentale_ L.

(Acajoug. Cashawag.), gelbe bis rotbraune Stalaktiten, trübe löslich,

reduziert Fehlingsche Lösung, dreht links. Wird auch in Brasilien,

Martinique und Guadeloupe gesammelt (~Bocquillon~, Beschreibung

in ~Wiesner~, Rohstoffe). _Semecarpus Anacardium_ in Cochinchina,

Indien, Neucaledonien, Réunion (enthält 96% Bassorin) -- _Spondias

Mangifera_, gelblich bis rotbraun, mit viel Wasser einen Schleim

gebend. -- _Odina Wodier_ ~Roxb.~ in großen brüchigen, rissigen

Tränen und Stalaktiten von heller bis Bernsteinfarbe. -- _Mangifera

indica._ ~Lemeland~ fand im G. von _Mangifera indica_ 60,64%

Unlösliches, 16,5% Wasser, 4% Asche, 30,36% Galaktane, 42% Pentosane.

Das G. lieferte Arabinose. Es drehte α_{D} = -25°33′. _Buchanana

laitifol._ ~Roxb.~ völlig löslich. -- _Bauhinia purpurea_ wenig

löslich. -- _B. variegata_ L., enthält viel Stärke und Calciumoxalat,

unregelmäßige Stücke, nicht vollständig löslich. -- _Cedrela Toona_

(Meliacee) von den Nilagiris, bildet einen dicken Schleim. Wird

beim Aufbewahren unlöslich. -- _Terminalia Belerica_ in Tränen und

wurmförmigen Stücken, schwillt nur in Wasser, enthält Kristalle. --

_Terminalia tomentosa_ ~Wight~ et ~Arn.~, nur zum Teil löslich. --

_Aleurites moluccana_, teilweise löslich, enthält oft Pilzhyphen. --

_Poinciana regia_, enthält viel Kalkoxalatsphärokristalle, löslich

in Wasser zu einem dicken Schleim, reduziert etwas ~Fehling~. --

_Chloroxylon Swietenia_ aus Bangalore, in Wasser kaum löslich. --

_Eriodendron orientale_, ähnlich dem Cochlospermumg. (~Wiesner~). --

_Bombax malabaricum_ ~Roxb.~ und _B. pentandrum_ L., Malabargummi.

-- _Aegle Marmelos._ -- _Diospyros melanoxylon._ -- _Moringa

pterygosperma_ (gomme de ben ailé Moscherus, G. Shega, auch aus

Réunion), wohl eher ein Traganth (s. d.), wie das von _Cochlospermum

Gossypium_ (s. unter Traganth). Beschreibung bei ~Wiesner~. -- Über

die Sterculiaceeng. siehe unter Traganth (S. 406) und Bull. Imp.

Inst. London 1910, 361.

Unter den ostindischen Sorten finde ich 1910 bei ~Grossmann~ auch

Camporeg. (Cownpore ist eine der besten technischen G. Sorten

Indiens, ~Morpurgo~), in der Liste von ~Fritz~ ein Elas-India (?)

aufgeführt.

Übersicht der Löslichkeit und der Reaktionen von indischen Gummis.

(Nach Pharmacographia indica.)

Handbuch der Pharmakognosie(#71452) · 第 65 / 120 段