in Khartoum): Grossgum as it is gathered (Natural Turkey sorts),
-- Sifted and cleaned sorts -- sifted and cleaned sorts. Medium --
partly cleaned and sifted sorts -- bleached gum Selected Bold, --
bleached gum. Selected Medium -- Half bleached gum, -- Selected
sorts. Bold, -- Selected sorts, Large, -- Hard selected sorts, --
Granular sorts cleaned, -- Pickings, partly cleaned, -- Pickings,
uncleaned, -- Siftings. Die ersten 8 geben helle Lösungen, die 3
folgenden gelbliche, die 3 letzten dunkle.
In +Triest+ wird sortiert in: Chartum und Cordofan, das erstere hell,
hart wie Senegal und eine viskose Lösung gebend, das zweite, das
höher bezahlt wird, (bianca scelta, bionda scelta, rossa scelta) ist
weicher, zeigt Risse und verliert in der Sonne die Transparenz, eine
blasse Lösung gebend von geringerer Viskosität. Weitere Sorten sind:
granis crivellato, bianca friabile naturale, mezzo friabile nat.,
dura nat. und granello naturale. Der +österreichische+ Drogenhandel
unterscheidet daher: Natur. Cordofan weich; Natur. Khartoum hart;
Natur. Granis grob; elect. albiss.; alb.; flav.; granello. Der
+deutsche+ Großhandel unterscheidet (1910) (nach dem Preise geordnet):
+Cordofan electum+: mittelstückig, +albissimum+ -- +blondweiß+,
weich, groß- und mittelstückig -- +weiß+, mittel- und kleinstückig
-- +blond+, großstückig -- +granello+, weiß-fein-grob -- +granis+,
hochfein-fein-grob -- +naturell+. -- Kolli à 100 kg. Die beste Sorte
(albissimum) ist etwa viermal teuerer als granis und naturell.
~Fromm~ fand bei Cordofangummi:
-------------+-------+--------+----------+------------+
Lösung, |Schäumt| ccm |Viskosität|Säuregrad, |
spezifisches | |Schleim | bei 20° |ccm Zehntel-|
Gewicht 1,035| |aus 50 g| |Normal- |
| | | |Natronlauge |
=============+=======+========+==========+============+
hell u. klar | wenig | 15 | 2,21 | 2,5 |
hell | mäßig | 20 | 2,0 | 2,4 |
„ | „ | 15 | 2,17 | 4,45 |
„ | wenig | 52 | 2,23 | 2,35 |
sehr hell | mäßig | 11 | 1,59 | 2,3 |
-------------+----------------+----------------+-------+--------------
Lösung, |Drehungsvermögen| Alkalische |Drehung|Klebefähigkeit
spezifisches | α_{D} | Kupferlösung | % |
Gewicht 1,035| | wird | |
| | | |
=============+================+================+=======+==============
hell u. klar | -2°28′ | etwas reduziert| 2,29 | 14,1
hell | -2°23′ | kaum reduziert | 2,20 | 14,6
„ | -2°29′ | etwas „ | 2,10 | 15,2
„ | -2°47′ | kaum „ | 2,13 | 15,3
sehr hell | -2°36′ | deutlich „ | 2,10 | 11,3
~Lemeland~ fand in Cordofang. 15% Wasser, 2,5% Asche, 35,7%
Galaktane, 41,1% Pentosane. Es lieferte Arabinose. Die Analysen
von ~Beam~ s. unten (S. 444), die von ~Martina~ S. 437. Weitere in
Bullet. Imper. Instit. London. 1908.
Das Sudangummi scheint im Altertum und Mittelalter unbekannt gewesen
zu sein. Es ging früher meist auf der Karawanenstraße von Berber
(am oberen Nil) nach Suakim am Roten Meer und nach Kairo (Berber
und Suakim sind jetzt durch eine Eisenbahn verbunden). Auch damals
schon war Khartoum ein wichtiger Gummiplatz. Dort strömten z. B. 1876
10000 cwts Gummi zusammen. Der blühende Sudangummihandel wurde aber
zunächst gelähmt -- die Zufuhren von Triest z. B. sanken von 20637
Kolli (1880) auf 10383 Kolli (1883) --, dann fast ganz zerstört,
als 1882 die sudanischen Wirren begannen und der Sudan 16 Jahre in
Aufruhr sich befand, der jeden regulären Verkehr, namentlich auf der
Route Khartoum–Kairo, unmöglich machte. ~Neufeld~, der 1887 nach
Cordofan reiste, um Gummi zu erwerben, büßte sein Unternehmen mit
zwölfjähriger Gefangenschaft. Bis zum September 1898 befand sich
Khartoum, bis November 1899 ganz Cordofan in den Händen der Mahdi
(Kalif ~Abdullahi~). Der Kalif hatte den Export von Gummi bei hohen
Strafen verboten, da er es zur Verproviantierung seiner Truppen
brauchte, auch der Abgang von Kamelen von Berber und Suakim nach
Cordofan war untersagt. Gummi gelangte daher nur auf Schleichwegen
aus dem Sudan nach Europa. 1888/89 war kein Cordofangummi im Handel.
1888-1890 erschien zunächst Ghezireh als Ersatz und nun machten die
anderen Gummi produzierenden Länder (Indien, Australien, Kap, deutsche
Kolonien) Anstrengungen, ihr Gummi einzuführen, was besonders dem
Senegalgummi überraschend schnell gelang, so daß es bald den Platz
des Cordofangummi einnahm. 1890 wurde der Sudanhandel zwar wieder
freigegeben, aber es erschien auch 1891 noch kein Gummi und 1892 nur
schlechtes sog. Chartumi. Die Verhältnisse blieben bis 1899 schwierig.
Der 1896 einsetzende Feldzug der Engländer, der ~Gordon~ das Leben
kostete, endete mit dem Falle des Mahdi (1899) und nun kamen allmählich
die großen aufgespeicherten, zum Teil vergrabenen Gummivorräte in den
Handel. Während Alexandrien, das nun Gummiexporthafen wurde, 1898 nur
257149 lbs Gummi (jeder Provenienz) ausführte, betrug der Export von
Cordofangummi 1899 schon: 4160100, 1900: 6042050, 1901: 16937550, 1902:
21791000, 1903: 18939747, 1908: 17 Mill. lbs und erreichte 1909 die
enorme Höhe von 26 Mill. lbs, trotzdem seit 1. September 1904 laut
Verfügung des Generalgouverneurs des Sudan der Ausfuhrzoll 20% des
Wertes beträgt. Aber die Handelsverhältnisse haben sich verschoben.
Von der Ausfuhr von +Cordofangummi+ 1902 gingen nunmehr nach Hamburg
c. 1 Mill. kg, nach Frankreich c. 3 Mill. kg, nach England c. 1½
Mill. kg, nach New York 1¼ Mill. kg, +nach Triest aber nur+ 787050
kg. Deutschland, das sich in der kritischen Zeit mit Senegalgummi
beholfen, importierte 1902 Cordofangummi c. 2 Mill. kg, ostindisches
Gummi c. 1⅓ Mill. und anderes Gummi c. 1¼ Mill. kg. Seit 1906
verdrängt nun wieder das Cordofangummi, das heute ein beliebtes
Spekulationsobjekt geworden ist, das Senegalgummi. Ein Teil des
arabischen Gummi geht auch nach Bombay und kommt von dort mit den
indischen Gummis nach Europa (s. unten).
=2. Östliches Gummi.= Unter diesem Namen werden von mir hier G.
verschiedener Gegenden östlich vom weißen Nil zusammengefaßt.
=Sennaargummi.= Die Landschaft Sennaar (Sennâr) liegt in dem Dreieck
zwischen dem weißen Nil (Bahr el Abjad) und blauen Nil (Bahr el
asrak), südlich vom Zusammenfluß beider (s. die Karte S. 429). Die
+Sennaarg.+ gelangen jetzt gleichfalls nach Khartoum, früher vielfach
über Land via Berber und Kassala nach Suakim und Massaua, besonders
von Ghezireh und Gedaref (östlich von Khartoum, südwestlich von
Kassala, 14° n. B.) und von Distrikten zwischen Sennaar und dem
roten Meer. Obwohl sie im Aussehn dem Cordofanischen G. gleichen,
müssen sie von anderen Arten stammen, denn sie drehen meist rechts.
Die linksdrehenden stammen wohl von _A. Senegal_. Gute Sorten heißen
meist Gedaref (auch hashab geneina gedaref).
Jedenfalls ein Teil des gelblichen =Gedarefgummi= kommt von _A.
fistula_, einem Baume, der z. B. im Lande Schilluk (10° n. Br.) ganz
außerordentlich verbreitet ist und dort so kolossale Gummimengen
produziert, daß ein Einzelner leicht 1 cwt täglich sammeln könnte.
_A. fistula_ +und+ _A. stenocarpa_ finden sich am linken Ufer des
Atbara bei Gedaref und weiter südlich im Distrikt Kalabat und
im oberen Stromgebiete des blauen Nil (~Schweinfurth~ 1874). In
+Faschoda+ wird das G. von _A. verugera_ ~Schwf.~ gesammelt. Gedaref
gum Hashab (1908) sifted and cleaned sorts enthielt 8,52% Wasser und
1,12 Unlösliches. Die Acidität war = 2,95. Die Viskosität betrug 34°
Retardation entsprechend einer 60% Rohrzuckerlösung. Die Lösung war
braun (~Beam~).
Auch das hierher gehörige =Ghezirehgummi=, das auch heute noch
(1911) im Handel ist und gute Preise erzielt -- es bildet relativ
kleine, fast glashelle, hell-gelblich-weiße Körner -- muß von einer
anderen _Acacia_ als _A. Senegal_ abstammen. Sein ganz anderes
Drehungsvermögen deutet darauf (~Fromm~ fand es zu +3°). In den
Distrikten südlich von Djesirat fand ~David~ _A. Seyal_, _A.
spirocarpa_ und _stenocarpa_. In Khartoum gilt «gezira» jetzt als
Sekundasorte, da sein Schleim weniger konsistent ist als der des
Cordofang. Gezirah (Ghezireh, Gezira, Jerise, Djesire, Djesirat,
Dschesire) liegt gegenüber der Mündung des Atbara, 17-18° n. Br.,
also ziemlich weit nördlich. Etwas Ghezirehg. des Handels stammt aber
auch von der Hochsteppe der Bischari zwischen Nil und rotem Meer.
~Lemeland~ fand in vollständig löslichem Gezirehg., das α_{D} +45°
drehte, 9% Wasser, 4,1% Asche, 27,8% Galaktane, 47,6% Pentosane. Das
G. lieferte Arabinose. Als während des Mahdiaufstandes die Ausfuhr
von Cordofang. ganz sistiert war, gelangte Ghezirehg. auf dem
Landwege zum roten Meer und bildete z. B. 1888/89 die Ersatzsorte
für das Cordofang. Jetzt steht es im Preise den schlechteren
Cordofansorten gleich. Das samagh savakumi ist eine schlechte
Sorte des Ghesirehg. Das minderwertige G. aus der Landschaft
zwischen Sennaar und dem roten Meer wird von _A. fistula_ und
_stenocarpa_ abgeleitet (~Heuglin~). In Triest wurde 1911 von Gheziri
unterschieden: in sorte, granello und granis.
[Illustration: Fig. 149.
+Die Distrikte des Nilgummi.+ [~Tschirch~ gez.]]
=Talhgummi= (Talha, Talch, Talka) von _A. Seyal_ (oder _A.
stenocarpa_ und _fistula_ abgeleitet, vgl. S. 407), geht zum Teil
nach Suakim, bildet kleine, zerbrechliche, verschieden von weiß bis
rotbraun gefärbte Stücke oder ein Pulver und hat eine hohe Säurezahl,
ja ist manchmal sogar relativ stark sauer. Die Lösung ist gefärbt
und wird an Luft und Licht dunkler. Angeschnittene Bäume liefern ein
besseres Gummi, dessen Lösung nicht nachdunkelt, wie Versuche in
Khartoum zeigten. Talhg. gilt in Khartoum, wohin es jetzt ebenfalls
gebracht wird, als Tertiasorte. Bei Talhg. von Kassala schwankte die
Acidität zwischen 2,75 und 6,29, die Asche zwischen 2,42 und 4,42%,
die Viskosität (im Torsionsviskosimeter) zwischen 29,2° und 43°
Retardation entsprechend einer 61,3-63,8% Rohrzuckerlösung. Talh-Gum
sorts enthielt 7,77% Wasser, 2,87% Unlösliches. Acidität = 4,50,
Viskosität: 34° Retardation entsprechend einer 62,2% Rohrzuckerlösung
(~Beam~).
Das wenig benutzte =Santa-= oder =Sunt-Gummi= wird von _A. arabica_
in Sennaar gesammelt. Es ist von guter Beschaffenheit und löst sich
zu einem hellen geschmacklosen Schleim (~Beam~). Ein Gummi von
_Acacia arabica_ von Sennaar enthielt 11,65% Wasser, 2,02% Asche,
die Acidität betrug 2,09. Ferner fanden sich 1908 in Khartoum: Das
=Kuk-Gummi= von _Acacia verugea_ ~Schwfth.~, dunkler, löst sich nicht
ganz. Es bleibt eine Gelatine zurück. Und das Gummi von _Acacia Suma_
~Kurz~ (_A. campylacantha_ ~Hochst.~), das =Kakamut= oder =Sinein=
der Eingeborenen, ist dunkler, aber vollständig löslich. Die Lösung
schmeckt widerlich, etwas nach Terpentin. =Kadab= heißt in Khartoum
ein schmutziges wertloses G. (~Muriel~).
Auch das als Mittelsorte geltende, aber oft recht schlechte
=Suakimgummi= (Savakim, Savakumi, Sauakim, Hafen am Roten Meer) zum
Teil von der Hochebene von Taka und angeblich von _A. stenocarpa_ und
_fistula_, gesammelt, ist hierher zu ziehen. Es ist sehr brüchig,
im Handel fast pulverig, hell oder gefärbt, oft rötlich, bisweilen
rissig. Das Muster meiner Sammlung ist sehr unrein. Von allen
Acacieng. fand ~Wiesner~ das von _A. fistula_ am schlechtesten. Es
bildet meist ziemlich stark gefärbte Körner und dreht rechts. In
Ägypten heißt das schlechteste G. Samagh Savakumi (= G. von Suakim,
~Flückiger~). Es ist nicht regelmäßig als Sorte im Handel und wird
vielfach mit dem Talkag. (s. oben) zusammengeworfen.
=Somaligummi.= Im Somalilande wird ziemlich viel und gutes G.
gesammelt, z. B. in der Gegend von Mieh im Innern (~Revoil~), im
Jahre 2-3000 t (~Paulitschke~), besonders von _A. abyssinica_
und _glaucophylla_. Es geht wohl hauptsächlich nach Berbera, das
1904 viel G. exportierte und Bender Felek, und von dort nach Aden
oder Dschidda (Gedda) und hierher gehört also wohl ein Teil des
Adengummi und des Geddag. (s. unten). Das Rohg. wird von den Somalis
sortiert (safi = Auslese). Gute Sorten sind wordi (= feinkörnig)
und adad (= grobkörnig), dunklere heißen djerjun, schlechte lerler
(~Haggenmacher~). Ich habe in meiner Sammlung zwei Muster Somalig.,
das eine, +Karamg.+ (Karam ist ein Hafen in der Nähe von Berbera),
bildet große hellgelbe Knollen, die nicht ganz löslich sind, das
andere, +Jairieg+., ist ein buntes Gemisch farbloser, gelber und
dunkelbrauner, rundlicher Stücke. Das Somaligummi ist wohl das G.,
das die Ägypter vor 4000 Jahren aus dem Lande +Punt+ holten. Das G.
des in Ägypten heimischen Sontbaumes (s. oben S. 407) scheinen sie
weniger benutzt zu haben.
Auch das =erythräische Gummi=, das unter diesem Namen kaum noch
nach Europa kommt, von der erythräischen Kolonie stammt und südlich
von Arkiko (bei Massaua) längs der Samharaküste gesammelt wird (die
ganze Samharaküste ist voller Gummibäume, ~Munziger~), geht oft nach
Dschidda und kommt dann als Geddag. (s. d.) zu uns. Es stammt von _A.
Senegal_ und _A. Seyal_ (~Schweinfurth~). In Triest wurde 1911 eine
Sorte als =Massauagummi= unterschieden.
=Adengummi.= Nach Aden gelangt außer Somalig. auch Zeylag. Unter
dem Namen Adeng. geht wohl vorwiegend ersteres. Ein Teil stammt
aus Arabien. Das +Adeng.+ meiner Sammlung besteht aus ungewöhnlich
großen, bis 5,5 cm breiten, innen glasigen, außen grobrissigen
Stücken, die oft im Innern eine Höhlung haben. +Adeng.+ lieferte 3,7%
Asche und enthielt nur 3,92% Unlösliches. Aden exportierte 1905/06:
c. 10000 cwts G., das meiste nach Indien.
Das nach dem Hafen von Mekka Djidda (Djedda) oder Gedda (Jidda,
Jedda) genannte =Geddagummi=, das bisweilen auch nach der Landschaft
Hedschas (Hidschaz), in der Mekka und Djidda liegt, +Hedschas-Gummi+
(samagh hidschazi oder hejazi) benannt wird, findet sich noch
jetzt bisweilen im Handel. Es war wohl das Gummi des Mittelalters.
Es ist sehr verschiedenen Ursprungs. Nach ~Munzinger~ stammt die
Hauptmenge von der Samharaküste zwischen Bab el Mandeb und Massaua,
und gelangt über Massaua (und Suakim) nach Djidda. Djidda ist
also nur Durchgangshafen. Dann kommt auch aus Berbera (Somali) G.
nach Djidda, so daß sich für Geddag. auch der Name =berberisches=
findet. Neben dem Namen Geddag. finden sich auch andere Namen für
arabisches G., wie Mekkag., El wisch-Gummi u. and. In Triest wurde
1911 Gedda eletta, bianca, rosa und rossa unterschieden. Alle sind
großstückig. Im Geddag. fand ~O’Sullivan~ eine andere Gummisäure,
wie im Cordofang., die Geddinsäure (s. unten S. 445). Es stammt also
jedenfalls nicht von _A. Senegal_.
Die Herkunft des neuerdings aus dem Innern von =Arabien=, wo
verschiedene Acacien wachsen, nach Makalla, Aden, Djidda oder über
Land nach Damaskus gebrachten Gummis ist unbekannt, Südarabien
sammelt wenig (~Hanbury~). Doch traf ~Glaser~ 1887 im Innern von
Yemen vorzügliches G. Die in Triest 1911 gehandelten, früher
über Gedda, jetzt über Aden exportierten Sorten =Litty=, =Sarki=
(Schiarky), =Fachmi= und =Mecca Fachmi= stammen aus Arabien
(~Morpurgo~). Auch im Altertum scheint Arabien Gummi erzeugt zu haben
(~Diodorus Siculus~, zur Zeit des Kaisers ~Augustus~), oder doch
wenigstens Gummi über arabische Häfen ins Mittelmeergebiet gekommen
zu sein. Der uralte Name _Gummi arabicum_ deutet aber keineswegs mit
Sicherheit darauf, daß Arabien das +Produktionsland+ war.
=b) Senegalgummi=. Das Senegalgummi des Unterlandes (bas du fleuve),
d. h. das nach dem Unterlauf des Senegal gebrachte Gummi, stammt
von _A. Senegal_, das des Oberlandes auch von anderen Arten (_A.
Noboued_, _A. vera_, _A. albida_, _A. Adansonii_, _A. Seyal_ u. and.).
Die Gewinnung des Senegalgummi ist oben (S. 423), die chemischen
Eigenschaften S. 437 geschildert. Hauptausfuhrhafen ist St. Louis
an der Senegalmündung. Das meiste Gummi geht nach Bordeaux, wo die
zweite Sortierung (triage) durch die trieurs erfolgt (s. oben).
Der Gummihandel am Senegal ist Monopol französischer Firmen. Auch
die Royal-Niger-Compagnie exportiert Gummi. (1906: 6080 cwts) Die
Verpackung geschieht in Säcken aus Ochsenhaut à 70-120 kg. Das
Senegalgummi nimmt nach dem von Jahr zu Jahr steigenden Export an
Erdnüssen (_Arachis hypogaea_) unter den Produkten Senegambiens
meist den ersten Rang ein. Es geht frei nach Frankreich. Auch beim
Senegalgummi unterscheidet man harte (dures) und weiche (molles,
friables) Sorten. +Rohes Senegalgummi+ wird in drei Hauptklassen
eingeteilt:
1. +Hartgummi.+ +Gomme du bas du fleuve+ (Pudor). Besteht aus ziemlich
großen, runden, wurmförmigen oder unregelmäßig geformten Tränen,
variierend von fast farblos bis dunkelgelb.
2. +Gomme du haut du fleuve+ (Galam). Kommt vom oberen Senegal. Die
Tränen sind kleiner als die von «Bas du fleuve» und im ganzen dunkler.
Der Ausdruck +Galam+ wird übrigens sehr verschieden benutzt, meist
bezeichnet er schlechtere Qualitäten und nicht nur solche vom Oberland.
Galam (oder Kadschaga) ist der Name der Landschaft bei Bakel (s. die
Karte S. 423) am linken Ufer des Senegal.
Beide, besonders aber 2., werden oft mit glasigen Stücken von rötlicher
Farbe und bitterem Geschmack vermischt gefunden, die wohl von dem Gummi
von _A. arabica_ und anderen Acacienarten herrühren.
3. +Gomme friable+ (Salabreda). Dies ist besonders das Produkt von
_A. albida_ (weißer Baum = Cedra beida oder korrumpiert Sadra-beida,
Sadra-brada und Sala-breda). Das Gummi ähnelt rohem Salz. Es ist sehr
bröcklich und seine Lösung hat weniger Viskosität als die der oben
erwähnten Gummis. Gewöhnlich besteht es aus kleinen Fragmenten oder
wurmförmigen Tränen. Letztere sind oft fast farblos, aber die Fragmente
sind gewöhnlich dunkel gefärbt. Die Varietät korrespondiert in der
Qualität mit dem Talhgummi vom Sudan.
4. Ein Gummi vom mittleren Laufe des Senegal trägt bisweilen den Namen
Gomme Mediné.
Nach der in Bordeaux vorgenommenen Sortierung unterscheidet man:
1. +Gomme blanche.+ Bildet farblose bis schwach gefärbte, aber nie
so schön weiße Stücke wie Cordofang., von sehr verschiedener Größe
(1-4 cm). Die meisten derselben haben 1 cm im Durchmesser und sind
kugelig bis ellipsoidisch geformt, innen glasig und oft hohl und
weisen bisweilen eine netzförmig von Rißlinien durchzogene Oberfläche
auf, welche, mit der Lupe betrachtet, eine feine Parallelstreifung
erkennen läßt. Die einzelnen Stücke haben auch im Gegensatz zu
den besten Sorten des arabischen Gummis geringen Glanz, was die
Unterscheidung von letzterem leicht macht. Eine zweite, dem Gomme
blanche fast in allen erwähnten Eigenschaften analoge Sorte bildet
das:
2. +Gomme petite blanche.+ Die einzelnen Stücke sind viel kleiner und
haben nur einen Durchmesser von 0,5-1,5 cm, wurmförmige, sind häufig.
3. +Gomme blonde.+ Weingelbe Stücke mit einem Stich ins Rötliche, in
der Größe jenen der Sorte Gomme blanche ähnlich, die Oberfläche ist
rauh; mit der Lupe betrachtet zeigen sich viele Runzeln und Streifen,
hingegen wenige Sprunglinien. Innen glasig, bernsteinartig.
4. +Gomme petite blonde.+ Diese Sorte hat kleinere Körner als die
frühere, ist aber in bezug auf die Eigenschaften mit derselben
identisch. Der Durchmesser der einzelnen Körner ist 0,5-1,5 cm.
5. +Gomme vermicellée blanche.+ Weißlich bis blaßgelb gefärbte,
stalaktiten- oder wurmförmige Stücke.
6. +Gomme forte à fabrique+ ist eine mit dem Gomme blonde im
allgemeinen übereinstimmende Sorte, welche jedoch dunkler gefärbt ist
und aus ungleichen Stücken besteht, daher ebenso wie die folgenden
Sorten den bereits erwähnten als minderwertig nachsteht.
7. +Gomme boules+ wird aus Stücken bis zur Größe einer Orange
gebildet, ist blaßgelb gefärbt und dürfte wohl künstlich geformt sein
(für Reklameauslagen in Schaufenstern in Frankreich benutzt).
8. +Galam en sorte+ besteht aus sehr ungleich, von hellgelblich
bis rotbraun gefärbten Stücken von sehr verschiedener Größe; es
finden sich neben runden auch wurmförmige Körner vor, sowie öfters
Rindenstückchen, welche die Ware verunreinigen.
9. +Gomme du bas du fleuve en sorte.+ Weingelb oder dunkler gefärbte,
dicke, wurmförmige, gestreifte oder gerunzelte Stücke, meist 1-3
cm lang, 0,5-0,8 cm stark. Oft ist die Oberfläche mit dünnen
Rindenstückchen bedeckt.
10. +Salabréda en sorte+ (Sadrabeida). Dünne, ast- bis wurmförmige
Körner, welche eine weiße bis gelbe Farbe zeigen und von kleinen,
sehr verschieden gefärbten Bruchstücken und Rindenteilchen durchsetzt
sind. Die Sorte ist sehr ungleich und stammt vielleicht von
verschiedenen Stammpflanzen.
11. +Baquaques et marons.+ Diese Sorte ist von sehr geringem Werte,
stark verunreinigt; es finden sich Rindenstückchen und andere nicht
gummöse Substanzen vor, so daß der Gehalt an Gummi gewöhnlich 73%
nicht überschreitet. Die Lösungen zeigen geringe Klebkraft und die
einzelnen Stücke sind ungemein verschieden gefärbt (licht weingelb
bis rötlichbraun, graulich, sogar schwarz), oft vakuolig. Der
Geschmack der Lösung ist ein rein süßlicher und erinnert an Karamel.
Die sogenannte Bruchware wird ebenfalls sortiert, und kommen im
französischen Handel folgende Sorten vor:
12. +Gomme gros grabeaux.+ Körner bis 8 mm Durchmesser, auch
astförmige Stückchen, welche etwas länger sind.
13. +Gomme moyen grabeaux.+ Körner bis 8 mm Durchmesser, kommt im
österreichischen Handel unter dem Namen Granisgummi vor.
14. +Gomme menus grabeaux.+ Körner 2-3 mm im Durchmesser; enthält
keine wurmförmigen Stücke.
15. +Gomme poussière grabeaux.+ Diese Sorte stellt ein ziemlich
homogenes grau-gelbliches Pulver dar, dessen Körner weniger als 1 mm
Durchmesser zeigen.
Oft findet man auch die Namen: Gomme grosse blanche -- Grosse blonde,
-- Petite blanche -- Petite blonde -- Blonde larmeuse -- Damienne
blonde ou rouge -- En sorte en bas du fleuve -- Galam -- Salabréda,
Sadrabeida (unrein) -- Baquaques ou marrons rôtis = Trümmergummi
(mit Bastfasern und Rindenstücken verunreinigte verklebte Massen [G.
lignirode]) -- Außer Gros, Moyens und Menus grabeaux auch Fabrique
grabeaux -- Poussière de gomme. -- +Gomme pelliculée+ (~Guibourt~)
ist ein Senegalg., dessen Stücke an einer Stelle von einem gelblichen
undurchsichtigen Häutchen bedeckt sind.
Der deutsche Großhandel unterscheidet: +Senegal elect.+, weiß,
mittelgroß -- +naturblond+, großstückig, hell -- Granen und Granellen
+hell+ -- +naturell+. Der österreichische Handel: Grosse blanche,
Grosse rouge und Granello. Auch die besten Sorten erreichen nicht die
Preise der besten Sorten Cordofan.
~Fromm~ fand bei Senegalgummi:
-------------+-------+-----------+----------+------------+
Lösung vom |Schäumt|ccm Schleim|Viskosität|Säuregrad, |
spezifischen | |aus 50 g |bei 20° |ccm Zehntel-|
Gewicht 1,035| | | |Normal- |
| | | |Natronlauge |
=============+=======+===========+==========+============+
hell | mäßig | 3 | 1,94 | 2,1 |
gelblich | „ | 9 | 2,0 | 2,1 |
gelblich | „ | 10 | 1,64 | 2,0 |
hell | stark | 10 | 1,7 | 1,95 |
gelblich | mäßig | 12 | 2,0 | 1,95 |
sehr hell | „ | 30 | 2,13 | 2,4 |
sehr hell | „ | 35 | 2,41 | 2,3 |
hell | stark | 8 | 1,87 | 2,15 |
hell | „ | 10 | 1,69 | 2,1 |
gelblich | mäßig | 35 | 1,9 | 2,0 |
hellbraun | „ | 18 | 1,58 | 2,25 |
-------------+----------------+---------------+----------+------------
Lösung vom |Drehungsvermögen| Alkalische |% Dehnung|Klebfähigkeit
spezifischen | α_D | Kupferlösung | |
Gewicht 1,035| | wird | |
| | | |
=============+================+===============+=========+=============
hell | -2°26′ |etwas reduziert| 2,16 | 13,0
gelblich | -2°20′ | „ „ | 2,06 | 14,1
gelblich | -1°25′ | „ „ | 1,99 | 12,6
hell | -1°19′ | „ „ | 1,93 | 12,9
gelblich | -2°16′ | „ „ | 2,23 | 14,0
sehr hell | -2°28′ | „ „ | 2,17 | 14,4
sehr hell | -2°47′ | kaum „ | 2,13 | 14,8
hell | -2°51′ | deutlich „ | 2,19 | 13,0
hell | -1°44′ | etwas „ | 2,12 | 11,2
gelblich | -2°27′ | „ „ | 2,15 | 12,7
hellbraun | c. 1° | kaum „ | 1,99 | 11,0