[Fußnote 109: Der Schluss der Rede, _yo sāro so ṭhassati_, ist mit v.

204 der Lieder der Mönche, _sāram buddhāna sāsanam_, nebst Anmerkung

zu vergleichen. -- Ein ähnliches Bild _̀Sāṭyāyanīyopaniṣadante_:

_Ekākṣarapradātāraṃ_ | _yo guruṃ nābhinandati_ | _tasya śrutaṃ tathā

jñānaṃ_ | _sravatyāmaghaṭāmbuvat_ |; ferner _Vāsiṣṭhadharmaśāstre_ VI,

31 f.:

Āmapātre yathā nyastaṃ

kṣīraṃ dadhi ghṛtaṃ madhu

vinaśyet pātradaurlabhyāt,

kṣatapātram rasāśca te:

evaṃ gā vā hiraṇyaṃ vā

vastram aśvaṃ mahīṃ tilān

avidvān pratigṛhṇāno

bhasmībhavati kāṣṭhavat.

/De Lorenzo/ weist mit Recht darauf hin, dass /Horaz/ das selbe, so

anschaulich lehrreiche Gleichniss gewählt hat, im berühmten 2. Briefe

des 1. Buches. Er schreibt mir:„Il verso Sincerum est nisi vas,

quodcumque infundis acescit allude proprio a vasi di creta; prima di

tutto perchè i romani e i greci non adoperavano che tali vasi, e non di

metallo, e poi perchè /Orazio/ stesso alla fine della medesima epistola

spiega ancor meglio il paragone con i versi:

Nunc adbibe puro

Pectore verba, puer, nunc te melioribus offer.

Quo semel est imbuta recens servabit odorem

Testa diu.

I quali versi corrispondono esattamente alla chiusa del discorso 122:

»Darum aber mögt ihr mit Liebe mir begegnen und nicht mit Feindschaft;

das wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.«“

Mit Liebe und nicht mit Feindschaft dem Meister begegnen, Gehör

leihen u. s. w. hat /Makarios/ getreu nachempfunden, bei /Floss/ p.

205: Ου γαρ πιστευειν μονον δει Χριστῳ, αλλα και συμρασχειν αυτῳ: und

/Agathon/ hat auch zugleich Vertrauen schlechthin wie oben S. 236-238

sehr besonnen als Ohnmacht und Unbill erkannt, ib. p. 151: Non est

peior altera passio quam fiducia: genetrix est enim omnium passionum;

convenit ergo operatio monacho non sumere fiduciam, vel si solus sit in

cella.

Die ewige Stille, S. 229 (_asāmāyikam akuppam_ ~ _asamayavimokho_

No. 29 i. f.), ist wohl zumeist von /Eckhart/ beschrieben worden,

theils in Paradoxen wie ‚Alle Beweglichkeit ist sterben‘, p. 536, oder

‚Ganze Ruhe ist Freiheit aller Bewegungen‘, 605, theils gegenüber der

‚Unstetigkeit und dem Sturme des Weltenflusses‘, 247, als ‚das Wesen in

einer stillen Stillheit‘, 389; ferner als wesentliche Stillheit 668,

heimliche Stillheit der Einigkeit 520, Tiefe der Stillheit 517, lautere

Stillniss 120, unbewegliche Stillekeit 583, stete Stillheit 600, stille

Ewigkeit 375, etc. Vergl. Anmerkung 195.

Zur Bezeichnung _Sakker_ in dieser Rede und _Sakyer_ in der

vorhergehenden sei bemerkt, dass die Namen, obwohl an sich identische

Denominativa von √(śak) »vermögen«, insofern leicht differenziert

erscheinen, als einige nördlichere Städte und Burgen wie etwa

Kapilavatthu oder Devadaham stetig den _Sakkern_, und wieder andere

südlichere wie z. B. Nagarakam oder Metāḷumpam stetig den _Sakyern_

zugesprochen sind. Gotamo nennt seinen Vater _Sakko_, in der 36.

und 85. Rede: er selbst aber wird allgemein _Sakyaputto_, Sohn der

_Sakyer_, geheißen, so in der 41. Rede etc. Der engere Kreis _Sakkos_,

des stolzen _̀Sakras’_, als der er gegolten, und seiner _Sakker_,

_̀Sākrer_, mag sich immerhin dem umfassenderen der _Sakyer_, _̀Sākyer_,

eingeordnet haben, die Linie der Dynastie, der Zweig dem Stamme. Darum

also haben auch die nächsten Verwandten Gotamos auf der Urneninschrift

um die krystallene Phiole, die sie den Aschenresten ihres erlauchten

Bruders gewidmet, sich selber als _Sakyer_ bekannt:

Das ist ein Leichenschrein des Erwachten, Erhabenen:

Der Sakyer Stiftung, der Brüder mit Schwestern, mit

Kindern und Frauen.

Diesem nüchternen und doch beredten Epitaph ist wohl ferner noch

zu entnehmen, dass die Brüder, bez. Halbbrüder Gotamos das Erbe

_Sakkos_ gemeinsam angetreten hatten. Zerstörender Habsucht an 2400

Jahre verborgen wurde Urne und Phiole im Januar 1898 aus einem

kostbar schützenden Topenhügel bei Piprāvā an der nepālischen

Gränze ausgegraben und noch von /Bühler/ als das erste historische

_Sakyer_-Dokument erkannt, Journ. Roy. As. Soc. 1898 p. 389, die

Inschrift aber erst von /Pischel/ im 56. Bande d. Zeitschr. deutsch.

morgenländ. Ges. S. 157 f. richtig erklärt. -- Der Unfug mit dem

_̀Sakaśākagargādibhyo yañ_ ist späterer Missverstand, wie die gute alte

_Theragāthā_ 533 u. 536 zeigt.]

[Fußnote 110: Sälige Gestalt, _tusito kāyo_, im Reiche der Säligen

Götter, vor der Herabkunft zur Erde. -- Zu _bodhisatto_, erwachsam, d.

h. der Erwachung angeschlossen sein, ihr nachhängen, sie erringen,

cf. die Anmerkung 5 des ersten Bandes. Asokos Eigenbericht auf dem

VIII. Felsenedikte, _Piyadasi rājā dasavasābhisito saṃto ayāya

saṃbodhiṃ_, entspricht sehr schön unserem Topus, e. g. erster Band l.

c., _pubbe ’va sambodhā bodhisatto ’va santo_: man hat also damals

die wahre Etymologie von _bodhisatto_ noch recht wohl verstanden.

Später haben dann die nordbuddhistischen Uebersetzer und Bearbeiter

das so natürliche, mit dem Sprachgebrauche vollkommen übereinstimmende

_tatpuruṣam_ (_bodhisaktas_) aus Unkenntniss in ein gekünsteltes,

barbarisches, ja unmögliches _bahuvrīhi_ (_bodhisattvas_) verballhornt

und der wüsten tibetischen Spekulation vorgearbeitet.]

[Fußnote 111: _asuryā nāma te lokāḥ, andhena tamasāvṛtāḥ_:

_Bṛhadāraṇyake_ IV, 4, _{14}; weiterhin bloß _alokas_ genannt, sc.

_cakravālas_, e. g. _Raghuvaṃśe_ I, 68. -- Vergl. die syntopischen

Parallelen _Mahāvastu_ I, 230, _Divyāvadānam_ p. 204, _Lalitavistaras_

V, v. 77. Irgendwie vermittelt ist diese Vorstellung bei den

Scholastikern als Lehre vom Limbus rezipiert: »Juxta s. /Thomam/

limbus Patrum et infernus qualitate quidem locorum differunt, at situ

probabiliter sunt quasi idem tractus continuus, sic tamen, ut magno

spatio una commoratio ab altera distet«; rursus: »Multi cum s. /Thoma/

in spatio intermedio purgatorium situm esse censent«: /Vidmar/, Comp.

rep. theol. dogm. p. 599. -- Eine gleiche Phraseologie vom Lichtglanze

durch die ganze Welt etc. im langen Hymnus des syrischen Propheten

/Ephraem/ auf die Geburt des göttlichen Knaben.]

[Fußnote 112: Die spezielle Parallele hierzu im /Makarios/,

Apophthegm. ed. /Pritius/ p. 266, bei εκ μερους τις θεωρει tτο προσωπον

του ἑτερου, κτλ. -- Die zehntausendfache Welt, wie die zehntausend

Wesen im _Tao-te-king_ Kap. 16, passim, oder die homerischen δμωες μαλα

μυριοι, Od. XVII, 422, s. v. a. unzählig manigfach, unendlich reich.]

[Fußnote 113: Vergl. _Mantrabrāhmaṇam_ I, 4, _{6} (= _Ṛgvedas_ X, 184,

_{1}):

Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,

Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,

āsiñcatu Prajāpatir,

Dhātā garbhaṃ dadhātu te.

Komm.: _Prajāpatiḥ_: _prajānāṃ pālako devaḥ._ Etc. Es wird also

hier, der _̀Sruti_ gemäß, der _Cattāro mahābrahmāṇo_ gedacht sein: die

_Lokapālā_ kommen erst später.]

[Fußnote 114: _pakatiyā sīlavatī_; von _sīlam_ - ηθος, suetum, Sitte:

es ist das συγγενες ηθος /Pindars/ (Ol. XIII, 13), die angeborene Art.]

[Fußnote 115: Vgl. _Bhāgavatapurāṇam_ X, 2, _{20}, passim. -- Eine

schwangere Maria, in deren durchsichtigem Schooße man das strahlende

Knäblein erblickt, ist kunstvoll geschnitzt auf dem linken Flügel des

inneren 500 Jahre alten Kirchenportals zu Irrsdorf (einem kleinen

Weiler neben Straßwalchen, auf bedeutsamen römischen Ueberresten

errichtet), neuerdings kopiert auf dem Kapellenthore der Burg

Kreuzenstein bei Stockerau dargestellt; vom Volke um Kindersegen

angegangen. Ein Freskobild dieser Art hat /Rhys Davids/ erwähnt

gefunden, Buddhist Birth Stories S. 65 Anm. Dergl. Kunstwerke mögen

zunächst auf eine im Mittelalter beliebte, sinnige Vorstellung

zurückweisen: cf. Band 2, Anm. 125; und von da wohl auf /Augustinus/,

wie Meister /Eckhart/ bemerkt hat, S. 411 i. f., eigentlich schon auf

/Makarios Mg/., ed. /Blondel/ p. 216: Ὡς γαρ εις ὑγροτητα καταβαινων

ἡλιος ουχ ὑγροτητα δεχεται ουδε πηλωδης εὑρισκεται, την δ’ὑγροτητα του

πηλου ξηραινων στεγανοι αυτος ὁλως την αυγην ουκ αποθολουμενος· οὑτως

ὁ Θεος Λογος, ων ἡλιος νοητος, εις σαρκα κατελθων κτλ. -- Nb. noch das

»Marienglas«, lapis specularis.

Vielleicht lassen sich solche spezifisch ārische Begriffe, um nicht

Dogmen zu sagen, zuletzt in den ṛgvedischen _Hiraṇyagarbhas_ ohne Mühe

und heiter auflösen, von dem der Seher, X, 121, 1, singt:

Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,

bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.

Als jüngsten Spross der langen Ahnenreihe hätten wir da in unseren

Tagen /Richard Wagners/ Rheingold zu begrüßen.]

[Fußnote 116: An dem Orte, wo die Legende das Ereigniss stattfinden

lässt, in einem Haine nahe dem Dorfe _Luṃminī_ (cf. Bd. II, Anm.

237), hat Asoko unter anderem eine Denksäule errichten lassen, mit

der Inschrift: »Hier wurde der Erhabene geboren.« Vergl. auch die

plastischen Darstellungen der Szene, auf Ruinen aus Sārnāth etc. --

Aehnlich im homerischen Hymnus auf die Geburt des Apollo, wo es, in der

Uebersetzung /Goethes/, v. 106-109 heißt:

.... es nahte Letos Entbindung.

Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die Füße

Stemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. Mächtig

Sprang ans Licht der göttliche Sohn.

]

[Fußnote 117: Diese vier Göttersöhne, die Hüter der Weltgegenden

_Lokapālā_, auch die »Vier großen Könige« _Cattāro mahārājāno_

genannt, sind im Christenthum zu den heiligen Drei Königen aus dem

Morgenlande geworden. Noch andere, spätere Beziehungen bei /Seydel/,

Buddha-Legende, 2. Aufl. S. 35. Aber die älteste christliche

Darstellung zeigt richtig Vier huldigende Könige, und zwar auf einem

Fresko eingangs der Domitilla-Katakombe. Als dann in der Kirche einer

der Könige, etwa der Dreifaltigkeit zuliebe, allmälig verschwunden

war, sehn wir doch wieder Vier schützende Erzengel an den Seiten die

Tradition unserer Vier großen Könige weiter erhalten: so eben noch

in Rom auf einem musivischen Bilde links am Triumphbogen der Santa

Maria Maggiore, auch im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Sogar die

unbiblische Bartlosigkeit anderer sehr alter, antiker Magiertypen

verdient einige Beachtung. Cf. /Duchesne/ et /Bayet/, Mémoire sur une

mission au Mont Athos, Paris 1876, p. 284-296, wo die Abbildungen

nachgewiesen.

Noch bei der Königskrönung in der karolingischen Sage von Reinolt etc.,

ed. /Pfaff/ v. 1201/03,

kamen vier engel von her oben

iglich in einer tuben wyß geflogen

und brachten, das man han solt.

]

[Fußnote 118: Im gleichen Sinne ist die Beata Maria Virgo in der

Lauretanischen Litanei als »Mater purissima, Mater intemerata, Mater

admirabilis, Vas spirituale, Domus aurea« gepriesen. Letzteres Bild

wird zwar auf Lib. Reg. I [III], 6, _{22} gedeutet, gehört aber dem

_Mahāmāyāsupinam_ des _Avidūrenidānam_ zu, wo es dem _kanakavimānam_

entspricht, _yam pavisitvā... kucchim paviṭṭhasadiso ahosi bodhisatto_:

_Jātakam_ vol. I, p. 50. -- Die Vermittelung scheint über Mesopotamien

erfolgt zu sein. »Omnino nulla fere ecclesia tam constanter et

unanimiter anhamartesiam S. Mariae semper docuit, quam syriaca«, sagt

/Bickell/ in seiner Ausgabe der Nisibena p. 29 und fügt p. 30 den

zahlreichen ephraemitischen und anderen Sentenzen noch die Stimme eines

folgenden Patriarchen hinzu, die gar deutlich dem _Lalitavistaras_

nachklingt: »Si fuisset in anima Mariae ulla macula aut defectus, aliam

utique, eamque immaculatam matrem elegisset sibi Dominus.«]

[Fußnote 119: Diese mehr oder minder symbolische Taufe kommt

bekanntlich schon in den Gṛhyasūtren vor, e. g. _Gobhilas_ II, 8, _{1},

_saśiraskaṃ kumāram āplāvya_; sie reicht übrigens in praehistorische

Zeiten hinauf. -- Vergl. _Iacobi Sarugensis_, bei /Zingerle/ S. 22 f.,

/Jesu/ Jordantaufe, »auch die Abgründe erbebten bei deinem Herabkommen,

und die Wolken ergossen Wasser.« (/Jesu/ Epiphanie hat neuerdings

/Jacoby/ ausführlich besprochen. Ein bisher unbeachteter apokrypher

Bericht über die Taufe Jesu, Straßburg 1902, namentlich S. 43 f.)

Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt

künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist

bei /Grünwedel-Burgess/, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92

wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet

behandelt, ib. No. 40, 65, 7. -- Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327

Anm. 2.]

[Fußnote 120: Symbol der Königsmacht: _lokajit, yasya chattraṃ sitam_,

wie es z. B. _Ṛtusaṃhāram_ v. ult. heißt. Im _Bhāgavatapurāṇam_ hält

_Hanumān_ diesen Schirm zuhäupten des siegreichen _Rāmas_ IX. 10.

_{42}., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit

stereotyp. -- Lies mit dem siam. Texte _anuhīramāne_, von _harati_;

vorher _sattapadavītihārena_. Das _sāptapadam_ weist vielleicht

schon auf eine symbolische Darstellung der _saptarṣayas_ (Sieben

Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch das

_traivikramam_. -- Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel,

ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich,

weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte,

_śvetacchattram_, den weißen Schirm, mit _śvetacchadas_, dem weißen

Fittich, verwechselte.]

[Fußnote 121: Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn

man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem

blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem

Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher

verbreiten sieht.]

[Fußnote 122: Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so

außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären

wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade

an unseren Texten des /Augustinus/ feine Bemerkung, Civ. XXI. 4.,

sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana

documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate

vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis,

desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«]

[Fußnote 123: Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte

Anmerkung. Schon /Augustinus/ hat diese Asketen -- _Ājīvikās_, keine

_Digambarajainās_ -- richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per

opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde

gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus

per cetera membrorum carent.«]

[Fußnote 124: Ebenso vom hundertjährigen /Apollonios von Tyana/

berichtet, bei /Philostrat/ Lib. I. cap. X. i. f., De mira eius

castitate. Auch /Makarios/, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες

κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον,

οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε

δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während /Dositheos/ der Kilikier, das Haupt der

Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von

/Makarios Mg/. ed. /Blondel/ p. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich

Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την

αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. -- Vergl.

noch /Eckhart/, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der

mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die

besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt

sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten

geneigen mügent.«]

[Fußnote 125: Nec vero saccum /Hilarion/, quo semel amictus est, umquam

aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias

in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem

magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116, _{48} ac 119, _{66}.]

[Fußnote 126: Vergl. _Nāradaparivrājakopaniṣat_ IV, 3: _Na sambhāṣet

striyaṃ kāṃcit_ | _pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret_ | _kathāṃ ca varjayet

tāsāṃ_ | _na paśyellikhitām api_. -- /Bonaventura/, Vita S. Francisci

cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis

occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per

huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.]

[Fußnote 127: Cf. /Sozomeni/ lib. I cap. 13, De /S. Antonio/ in AASS

l. c. 119, _{64} i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit;

sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem,

laudavit plurimum. -- Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch

das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die /Paulus Simplicissimus/ als

beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147-148.]

[Fußnote 128: zu _gaddu_ Gurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √(gard) =

γαργαρειν. _Gaddūhanamattam pi_ dann gelegentlich schlechthin ein

Ausdruck für »auch noch so gering«. An _dadrughnādi_, /Trenckner/, Pāli

Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.]

[Fußnote 129: Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische/Paulos/,

»Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu

rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn

Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am

letzten Tage vom neunzigjährigen /Antonios/ aufgesucht, diesem noch

berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine

Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen /Maria/, nach

vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande

niedergeschrieben, wie /Goethe/ sie nach den Acta Sanctorum (Apr. I,

82, _{38}) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer

achtzigjähriger Meister, /Michelangelo/ in einem Briefe an /Vasari/ uns

das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt,

wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders

begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla

morte di chi è ben vissuto.«

Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt

allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass

der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht

werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De /S.

Antonio/ Magno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des /Ioannes

Damascenus/, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen

der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem

(sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die

ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns

drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index.

Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer

wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von /Pritius/

bietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als

kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei /Floss/ p.

63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba,

inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade

in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos

conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui

ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex:

Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque

frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem

dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater:

Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris,

nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris,

nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi

desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites

instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais

konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie

eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi

als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der

Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der

»wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu

liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. --

Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister /Eckhart/.

Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei

Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich

geworden, im _Aṉguttaranikāyo_ I, 14, 4, _{8} bestätigt, wo er der

gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der

Name, ist noch im _Lalitavistaras_ I im Anf. erhalten.]

[Fußnote 130: Der selbe Gedanke oft im /Makarios/, e. g. Homil. XVII §

3 & XV § 41-42, XXVII § 20.]

[Fußnote 131: _Aggivessano_ ist _Aciravatos_ nomen patronymicum, der

Zuname.

Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im

2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten

indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte

Landschaft /Ruisdaels/ als nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.

Eine Art Auszug der großen Elephantenperipetie, oben S. 261-267,

giebt Vers 320-324 des _Dhammapadam_. Cf. auch die anderen

Elephantenparabeln, wie z. B. in der 61. u. 66., 27. u. 28. Rede.

Das Muster der letzteren ist, nebenbei bemerkt, wörtlich in das

_Mahābhāratam_ aufgenommen worden, XII, 63, _{25}: _Yathā hastipade

padāni saṃlīyante sarvasattvodbhavāni, evaṃ dharmān rājadharmeṣu

sarvān_ etc.

Zum Gleichnisse von den gebändigten und den ungebändigten Rossen,

S. 258, cf. /Diog. Laert/. II, 69: Ερωτηθεις (Αριστιππος), τινι

διαφερουσιν οἱ πεπαιδευμενοι των απαιδευτον, εφη· Ὡσπερ οἱ δεδαμασμενοι

ἱπποι των αδαμαστον. Schon /Sokrates/, im Gorgias p. 516: Ουκουν οἱ γε

δικαιοι ἡμεροι, ὡς εφη Ὁμηρος. Aber geradezu emblematisch genau, bis in

die Einzelheiten entsprechend, ist es im unerschöpflichen /Makarios/

wiederzufinden, als Thema seiner 23. Homilie, § 2-3.

Ueber die Bedeutung von _saṉkhalikhitam_ »Punkt für Punkt«, S. 264,

hat neuerdings /Ludwig/ in der Wiener Zeitschr. f. d. Kunde des

Morgenl. Bd. 15 S. 307-310 geschrieben. Seine durch eine Glosse des

_Viśvalocanas_ angeregte, recht moderne Ableitung von _śaṉkhas_, dem

Schläfenschwibbogen, ist nicht ohne Geist, doch bei dem hohen Alter

des überlieferten _brahmacariyaṃ saṉkhalikhitam_ unhaltbar. Eine

mögliche Etymologie findet man Ende der 48. Rede Anmerk. 36, Lieder

der Mönche S. 336: wahrscheinlich wird aber die in der 3. Anmerkung

des 2. Bandes gegebene besser begründet sein. -- Als letzten Ausläufer

des _saṉkhalikhitam_ kann man das Muschelabzeichen auch noch unserer

heutigen Wallfahrer betrachten: ein längst vergessenes Symbol strenger

Asketenschaft, das auf die jakobitischen Mönche des 6. Jahrh. und daher

wohl auf ihren Stifter /Iakobos Zanzalos/ zurückreicht, der als Eremit

in der Fetzenkutte Syrien durchzogen und viele Jünger hinterlassen

hatte, Nachfolger in Aegypten, Arabien, Persien bis in die Zeiten

der Kreuzzüge; woher dann endlich jenes ursprünglich indische, auf

den ältesten Skulpturen schon dargestellte Büßerwappen, freilich arg

verkannt, uns überkommen ist. Noch im 17. Jahrh. sind übrigens unter

den »Muschelträgern« an sich die »Jakobsbrüder« verstanden worden,

so im Simplicissimus; während es im Tasso, vorletzter Auftritt, mehr

allgemein anschaulich heißt:

Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,

Den langen Stab erwählst du dir und gehst

Freiwillig arm dahin.

cf. auch Hamlet IV. 5, 25 f.

By his cockle hat and staff

And his sandal shoon.

]

[Fußnote 132: Von der Hoffnung im weiteren Sinne handelt die 131.-134.

Rede. Gegensatz: _Chāndogyopaniṣat_ VII, 14, _{2}: _āśayāsya sarve

kāmāḥ samṛdhyanti, amoghā hāsyāśiṣo bhavanti_. -- /Thales/: Τι

κοινοτατον; ελπις· και γαρ οἱς αλλο μηθεν, αὑτη παρεστι. /Lucanus/ II,

15: Liceat sperare timenti /Shakespeare/: The miserable have no other

medicine, But only hope: Measure for Measure III, 1.

Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band · 第 35 / 40 段