[Fußnote 50: Der siam. Text hat richtig _samanupassāma_. -- Zum Topus
_kataṃ karaṇīyam_, »Gewirkt das Werk«, cf. Lieder der Mönche v. 541
Anm.; und die selben Worte /S. Francescos/ in seinen letzten Tagen:
»Ego quod meum est feci.« -- Die Unterscheidung, bez. Unterscheidungen,
S. 119 passim, entsprechen ganz prachtvoll der ειδοποιος διαφορα,
bez. den διαφοραι des /Aristoteles/; auch der platonischen επιστημη
διαφορτητος. Vergl. noch p. XXIII-XXV meiner Buddhistischen Anthologie;
und die letzte Anmerkung zur 64. Rede. Gegensatz: »Ein ding ân’
underscheide«, wie es bei uns schon /Gottfried/ als höchsten Begriff
der Einheit giebt, Tristan v. 18358. Ueber das Anhangen, bez. die fünf
Stücke des Anhangens, ibid., sagte mir einmal /Robert L’Orange/: »Die
‚Theologia deutsch‘ enthält das häufig wiederkehrende Wort ‚Annehmen‘,
‚Sich-einer-Sache-annehmen‘, und unter diesem Wort beschreibt der
Frankfurter das buddhistische _upādānam_.« Ebenso spricht der
Hochheimer, der große /Eckehart/: »Dir ist nôt vor allen dingen, daz
dû dich nihtesniht annemest« p. 22; p. 634 mit dem Gleichnisse vom
Hagedorn, der nur glatt geschlichtet durch das Heu dieser kranken Welt
ohne anzuhaften hindurchgezogen wird; p. 561: »waz an dir und in dir
ist, ez ist allez gar siech unde verdorben.« Etc. Endlich sei noch auf
/Merswins/ Buch von den Neun Felsen verwiesen, wo p. 105 das ledig und
unangenommen stehn erörtert ist.]
[Fußnote 51: Es ist gleich _uḷārabhogakulā_ zu lesen; vergl. die 96.
Rede, ed. Siam. p. 592. -- Cf. das _kulagṛham_, _Ṛtusaṃhāre_ VI, 21,
zumal die _kulīnatā_, _Harṣacarite_ ^{2}p. 168. Die Liste seltener
Wörter aus dem zweitgenannten Werke, die /Thomas/ im Journal Roy. As.
Soc. 1899 p. 485-517 zusammengestellt hat, weist denn auch manche
lehrreiche Pālizismen auf, wie _piṇḍapātī_ u. a. Letzteres Wort ist mir
noch _Yogaśikhopaniṣadi_ I, v. 124 begegnet, ed. Bomb.]
[Fußnote 52: Das _bāhusaccam_, bez. _diṭṭhupādānam_ im allgemeinen, den
Hang zur Vielwisserei, hat /Robert L’Orange/ treffend erklärt als »die
Gelehrtenkünstlerdichterphilosophenweiseneitelkeit, das sich zueignen
jeder intellektuellen Eigenschaft, von der falschen, aber blendenden
und vor der Welt glänzenden Philosophie des _puthujjano_ bis zur
Weisheit des _dhammānusārī_«.]
[Fußnote 53: _piṇḍapātiko_, der von Haus zu Hause schweigend hintritt,
einen Brocken, einen Bissen abzuwarten, einzusammeln; cf. _Theragāthā_
849 f. -- Vergl. /Celano/ (Vita II, cap. 17) über /S. Francesco/: Pater
sanctus utebatur eleemosynis ostiatim quaesitis multo libentius quam
oblatis; verecundiam mendicandi inimicam saluti dicebat, verecundiam in
mendicando eam, quae pedem non retrahit, sanctam esse confirmans.]
[Fußnote 54: Cf. die 65. Rede, Anfang. -- Ησθιεν τε ἁπαξ της ἡμερας:
/Antonii/ Eremitae Vita p. 13.]
[Fußnote 55: »Sit vobis, fratres, non cibus sed caritas in exemplum«,
hat /S. Francesco/ gesagt und es, wie oben, den Brüdern oft wiederholt:
»De omni eo quod peccator potest, nemo sibi debet iniquo applausu
blandiri. Peccator ieiunare potest, orare, plangere, carnemque propriam
macerare; hoc solum non potest, Domino scilicet suo esse fidelis.«
/Bonaventura/ cap. 5-6; /Celano/ II, 74. Gleichwohl aber hat auch /S.
Francesco/ als guter Mensch die strenge Observanz geübt: cum quandoque
corpusculum suum somni beneficio recrearet, sedens saepius nec aliter
se deponens dormiebat, pro cervicali ligno vel lapide utens. /Celano/
I, 19.]
[Fußnote 56: Zum Unbestand cf. das Unzulänglich der 66. Rede, in fine;
dann auch die 28., die, nebenbei gesagt, in der recht buddhistischen
Einleitung zum 3. Buche der _Yājñavalkyasmṛti_ gut monographiert
ist: _gantrī vasumatī nāśam udadhir daivatāni cādi._ -- Es ist mit
dem siam. Texte _agammayatā_ zu lesen; die Variante _atammayatā_
‚Unmittelbarkeit‘ (vergl. die 137. Rede gegen Ende) passt hier nicht,
wäre _sīlasmiṃ_, wie _tammayo_ in der 47., _sīlamayo_ in der 78. Rede.
Aehnlich _Tejabindūpaniṣat_ v. 4: _agamyagamyakartā: a^0, yadanyair
agamyaṃ sthalaṃ tad api prayatnena gamyaṃ karoti yaḥ saḥ._
Desgl. /Merswin/, bei den Neun Felsen. -- Der Spruch = _Suttanipāto_
588, 757 _a b_. Die _ariyāvāsāgammayatā_ mag nach dem Ende der 53.
Rede, p. 358, _vijjāsampanne_ gelten: die vorangehende _paṭipadā_ aber
_caraṇasampanne_; beide zusammen also _vijjācaraṇasampanne_.]
[Fußnote 57: Cf. das Gleichniss von den reflektierten Sonnenstrahlen,
_Saṃyuttakanikāyo_ vol. V. p. 218.]
[Fußnote 58: Der letzte Absatz ͂= _Bṛhadāraṇyakopaniṣat_ II, 4, letzter
Absatz.
Das Gesetz der Wandelbarkeit, von dem diese Rede handelt, arbeitet
eigentlich schon mit den variablen Infinitesimalen, wie sie den Indern
von alters her geläufig waren (cf. _kuṭṭakādi_); das selbe Gesetz
wird in der 137sten, bei Darstellung der sechsunddreißig Fesselpfade,
seinem Inhalte nach genau gekennzeichnet. Es ist, beiläufig bemerkt,
auch von /Epicharmos/ richtig erkannt worden, Fragm. philos. Graec. ed.
/Mullach/ vol. I. p. 142:
εν μεταλλαγᾳ δε παντες εντι παντα τον χρονον·
ὁ δε μεταλλασσει κατα φυτιν κωυποκ’ εν τωυτῳ μενει.
Desgleichen von /Seneca/ in seinem durchaus indischen 36. Briefe: omnia
quae videntur perire mutari.]
[Fußnote 59: Mit _antamaso mālāguṇaparikkhittā pi_, bis herab zu
der blumengeschmückten Tänzerin, vergl. man die Parallele _antamaso
tiracchānagatāya[*] pi_, bis herab zur thierischen Liebe, nämlich mit
einer Dirne -- nicht etwa „mit einem Thier“, wie noch /Oldenberg/ hat,
Buddha, 3. Aufl. S. 401, nach /Spiegel/, _Kammavākyam_ p. 9, etc. Diese
Berichtigung stammt von /Robert L’Orange/.]
[*: _tiracchānagatā_ = gemeine Person, cf.: _tiracchānakatthā_
= gemeines Gespräch.]
[Fußnote 60: Vergl. _Yājñavalkyadharmaśāstre_ II, 77: _na dadāti ca
yaḥ sākṣyaṃ jānannapi_ etc.]
[Fußnote 61: Κρατης λεγεται ὁ Θηβαιος τοις στασιαζουσιν οικοις
επιφοιτων λογοις ειρηνης διακρινειν τας εριδας.]
[Fußnote 62: Ein solches Betragen wie hier dargestellt, und wie
es Asoko vom ersten bis zum letzten seiner Edikte praktisch
verherrlicht, hat /Platon/ als Orphisches Leben beschrieben; wozu
/Erasmus/ in den Adagia s. v. sehr schön bemerkt: »Orphicam vitam
/Plato/ libro de legibus sexto [_p. 782_] dixit vitam innoxiam, et
a luxu sanguinolentisque dapibus puram. -- Videtur /Orpheus/ hoc
connatus apud Thraces, quod /Pythagoras/ tentavit apud Ionios, /Numa/
apud Romanos.« Unter den Thrakern sind vornehmlich die asketischen
Κτισται zu verstehn, von denen /Poseidinios/, bei /Strabo/ p. 296,
ausführlich berichtet und sie δικαιοτατους ανθρωπους nennt.[**] In
diesem Zusammenhange darf hier noch an die trefflichen beiden Reden
/Plutarchs/ über die Sarkophagie erinnert und endlich auch der drei
Merkmale gedacht werden, die /Manes/, der Brāhmane und Jünger des
_Buddas_, als welchen ihn /Suidas/ bezeichnet, dem Christenthum viel zu
edel und unkirchlich zugrunde legen mochte.]
[**: Das Lob jener rechtschaffenen Menschen ist schon in der Ilias XIII
Anf. gepriesen, bei /Strabo/ nur wiederholt.]
[Fußnote 63: _atthi yiṭṭham_ = _yaṣṭavyam iti nirṇayas_, 60. Kap.
_̀Sāntiparvaṇi_.]
[Fußnote 64: Es ist richtig, wie vol. I. p. 390, passim,
0_bajjham_ zu lesen. Zum Begriffe des _pariniṭṭhitabhāvo_ cf. den
_pariniṣṭhitakāryas_ im _̀Sāntiparva_, loc. cit. v. 20. -- Das heilsame
Bemühn ähnlich bei /Pindar/, letzte Pythionike i. f.: ει δε τις ολβος
εν ανθρωποισιν, ανευ καματου | ου φαινεται.]
[Fußnote 65: Ausführung und Wiederholung gehört in die Sphäre des
späteren _Vaipulyam_.]
[Fußnote 66: Mit dem Inhalte dieser Rede ist die siebzehnte des
ersten Bandes zu vergleichen; auch das _Dvayatānupassanāsuttam_ des
_Suttanipāto_.
Der Topus von der kurzen und von der ausgeführten Darstellung,
_saṉkhittena_ und _vitthārena_, wie oben und oft gebraucht, ist
auch bei Asoko auf seinem letzten Felsenedikte als _saṃkhitena_ und
_vistat[e]na_ wiederzufinden.]
[Fußnote 67: Aehnlich bei /Seneca/, epist. LXXV. i. f., des Weisen
tranquillitas animi et, expulsis erroribus, absoluta libertas; non
homines timere, non deos; in se ipsum habere maximam potestatem:
inaestimabile bonum est suum fieri. Kürzer und noch genauer von
/Demokritos/ als σοφιη αθαμβος αξιη παντων gekennzeichnet, τιμιωτατη
εουσα. -- Vergl. Anm. 132; Lieder der Mönche v. 187.]
[Fußnote 68: Vergl. die 9. Rede, S. 86 der Uebersetzung.]
[Fußnote 69: Der Text der P. T. S. ist hier, wie passim, unbrauchbar.]
[Fußnote 70: _nāmarūpam_, ein _dvaṃdvasamāsas_, dessen letztes,
nach indischem Usus wichtigere Glied voran zu übersetzen ist.
-- Die Erläuterungen der Kommentatoren, wie _Buddhaghoso_ im
_Visuddhimaggo_, haben natürlich wenig Werth; vielmehr die schönen
_nāmarūpam_-Parallelen und -Gleichnisse der alten Upanischaden, die man
nach /Jacobs/ _Upaniṣadvākyakośas_ aufsuchen mag: wo eben wie bei uns
»Bild und Begriff« überall zutrifft. Cf. auch Anmerkung 90 und Längere
Sammlung Bd. II, S. 99.]
[Fußnote 71: Vergl. _Mahābhāratam_ XIV, 44, 20: _sarvaṃ kṛtaṃ
vināśāntam_, und _Yogasūtram_ II, 15: _pariṇāmatāpasaṃskāraduḥkhair,
guṇavṛttivirodhācca, sarvaṃ duḥkham eva vivekinaḥ_.]
[Fußnote 72: »alle crêatûre tragent inne bitterkeit«: /Eckhart/ p. 300.]
[Fußnote 73: »each thing’s a thief« heißt es, positiv, im Timon IV, 3,
gegen Ende.]
[Fußnote 74: der Erderoberer, _cakkavattī_, schon _Maitryupaniṣat_ I,
4 genannt und als _sārvabhaumas_ erklärt; in späteren Zeiten dafür
_pṛthivīvallabhas_ allgemeines _virudam_. Cf. /Fleet/ in der Epigraphia
Indica vol. VI, p. 168, Anm. 6, zu welcher man noch _Vikramorvaśīyam_
IV, v. 19 beifügen mag, wo sich der König zu erkennen giebt als
svayaṃ vṛtaḥ patir dvābhyām,
Urvaśyā ca bhuvā ca yaḥ.
]
[Fußnote 75: _sakkattaṃ, mārattam, brahmattaṃ kareyya._ -- »Ich weiz
wol, kein vrouwe mac zuo dem himel komen, si enwerde ê ein man. Daz
sult ir alsô verstân: sie müezen menlîchiu werc wirken unde müezen
menlîchiu herzen hân mit voller kraft, daz sie in selber mügen
widerstân und allen gebresthaften dingen«: Schwester /Katrei/ zu
/Eckhart/, p. 456. Das ewig Weibliche, das Jungfrauengemüth ist denn
auch bei /Eckhart/ nur Vorstufe zur höheren Entwickelung, eine Phase
des zunehmenden Menschen, p. 346.]
[Fußnote 76: Ein gleicher Titelreichthum _Dīghanikāyo_ I, 1, Ende;
vergl. die Wiener Zeitschr. f. d. Kunde d. Morgenl. XI, 159 f.
Ein quasi signaculum des _paṭiccasamuppādo_ (S. 164 f.) findet
sich, recht auffällig, in den auch sonst so merkwürdigen, schönen
Episteln /Jacobi/, und zwar 1, _{14}, _{15}, worauf mich /De Lorenzo/
hingewiesen. Gerade diese Stelle aber hat der aegyptische /Antonios/
inniger Betrachtung empfohlen, bei /Athanasios/ p. 32. Besser noch
freilich hat der Pythagoriker /Bryson/ mit indischer, oder sagen wir
kantischer Konzinnität die kausale Verkettung gelehrt: Οὑτως εχει ποτ’
αλλαλα τ’ ανθρωπινα πραγματα καθαπερ και τας ἁλυτιος τοι κρικοι. τηνοι
τε γαρ εξ αλλαλων αρτηνται, αλλαλοις τ’ ακολουθιοντι, και ἑνος εξ αυτων
ἑλκυσθεντος ὁποιου δη ποκα το τε ὁλον και τα εξ αρχας ακολουθει· και
των τω βιω δε πραγματων ὁποια αν βουλῃ ἑλεσθαι, εὑρησεις και τα λοιπα
εξ αναγκας κατα το ἑξης αλλαλοις ἑπομενα. -- Και τ’ αλλα δε παντα,
μαστευομενος και ανερευνων, οὑτως εὑρησεις εχοντα ποτ’ αλλαλα. /Stob/.
Flor. LXXXV. 15. -- Die _ṭhānāṭṭhānakusalata_, Kunde des Möglichen und
Unmöglichen, in dieser Rede theils ungemischt, theils mythisch versetzt
überliefert, erscheint im Christenthum als Kenntniss der futuribilia
scholastisch dogmatisiert.]
[Fußnote 77: Der siam. Text hat richtig _imassa kho pana bhikkhave
Isigilissa pabbatassa._]
[Fußnote 78: _paccekabuddhā._]
[Fußnote 79: Es wird _Nīpo_ zu lesen sein; cf. _Theragāthā_ 84. Der
Name kommt schon in der _Ṛksaṃhitā_ und dann öfters im _Bhāratam_ und
in den _Purāṇen_ vor.]
[Fußnote 80: Die außerhalb des Textes angefügte Liste ist tertiäre
Zuthat; das Intermezzo an sich apokryphe Improvisation. Doch braucht
man darum den Begriff des _paccekabuddho_ nicht etwa schlechthin als
mythisch zu betrachten, darf ihn vielmehr im ächt antiken Sinne mit
/Sokrates/ dahin auslegen, ὁτι τον σοφον αυτον αὑτῳ μαλιστα δει σοφον
ειναι, wie er es im größeren Hippias als uralte Maxime giebt. Vergl.
auch Lieder der Mönche S. 241 Anm.; und als Parallele hierzu die /S.
Rosalia/, Breviar. Rom. 4. Sept.]
[Fußnote 81: Die Redner der Regenzeit sind irreguläre Asketen, die nur
während dieser drei Monate Genossenschaften bilden. -- Vergl. die 77.
Rede, S. 316 der Uebersetzung.
Mit dem _dvayaṃ_, _sāsavañcānāsavañca_, S. 174-179, vergl. das _mano
dvividhaṃ_, _śuddhañcāśuddhañca_, und _dhyānaṃ saguṇaṃ nirguṇaṃ_,
_Maitriśāṇḍilyādyup_. Zum _ariyamaggo_, dem heiligen Wege, cf. den
_paramahaṃsamārgas_ der Upanischaden; auch /Pindars/ verwandten
Ausdruck ει δε νοῳ τις εχει θνατων αλαθειας ὁδον, v. 103 der 3.
Pythionike, sowie /Eckharts/ »ûf dem wege stên zur êwigen sêlikeit«, p.
128.
Der Titel der Rede ist von ungefähr dem _Cātvāriṃśam brāhmaṇam_, das
_Pāṇinis_ kannte, beigeordnet. -- Nach Form und Gehalt verschieden,
aber quasi quossum analog ist des /Iacobus Sarugensis/ dritte Homilie
mit der Auflösung der Zahl Vierzig in vier Elemente u. a. m., alter
Ueberlieferung folgend, beschäftigt, bei /Zingerle/ S. 29-36.
»Quadragenarium numerum ueteres magna obseruatione colebant«, hat
/Agrippa/ richtig bemerkt.]
[Fußnote 82: Zur Offenbarung: nämlich der Ordensregel; und zwar
im Herbste, am Ende der Regenzeit, zum letzen Mal vor Beginn der
Wanderschaft. Vergl. die 108. Rede, S. 86, und die 65., S. 167 der
Uebersetzung. -- Eine gleiche Einrichtung hatte /S. Francesco/
alljährlich für Pfingsten getroffen.
Im allgemeinen zur Mondnacht cf. die 32. u. 146. Rede, _Dīghanikāyo_
No. 2, Lieder der Mönche v. 1234. Der ganze Zauber der herbstlichen
Lunarien, wie er da und sonst mit ein paar Strichen angedeutet, ist in
eine Gemme _Kālidāsas’_ meisterhaft eingeschnitten, _Ṛtusaṃhāram_ III,
22:
̀Saradi kumudasaṉgād vāyavo vānti śītā,
vigatajaladavṛndā digvibhāgā manojñaḥ,
vigatakaluṣam ambhaḥ śyānapaṉkā dharitrī,
vimalakiraṇacandraṃ vyoma tārāvicitram.
]
[Fußnote 83: Cf. Lieder der Mönche Seite 276 Anm. 1.]
[Fußnote 84: Cf. /Bernardi Casinensis/ Speculum monachorum I, 1,
_{1}, _{2}: »Omnium bonorum operum officina cella est et stabilis
perseverantia.« -- »Impossibile est hominem fideliter figere in uno
animum suum, qui non prius in aliquo loco perseveranter affixerit
corpus suum.« Vergl. noch /Pascal/, Pensées I, 7, _{1}: »C’est
pourquoi... j’ai souvent dit que tout le malheur des hommes vient de ne
savoir pas se tenir en repos dans une chambre.«]
[Fußnote 85: Est dies, in quo color in alium colorem mutatur, et pro
colore vitae color mortuorum induitur: /Ephraemi/ Carmen Nisibenum
ultimum, ed. /Bickell/ 77, _{11}.]
[Fußnote 86: Αποβλεψατε γαρ προς το τελος ἑκαστου των γενομεμων
βασιλεων, ὁτι τον κοινον πασι θανατον απεθανον: /Iustinus/ Martyr,
Apol. 1, 18.]
[Fußnote 87: Das selbe Gleichniss behandelt /Makarios/ im 1. Th. der
20. Homilie.]
[Fußnote 88: Cf. das vedische Gleichniss, e. g. _Bṛhadāraṇyakam_
II, 4, _{11}, _Sayathā sarvāsām apāṃ samudra ekāyanam evamādi;
Praśnopaniṣat_ VI, 5, _Sayathemā nadyaḥ syandamānāḥ
samudrāyaṇāḥ samudraṃ prāpyās taṃ gacchanti, bhidyete tāsāṃ
nāmarūpe, samudra ityevaṃ procyate_, etc.; und ebenso _Tao-te-king_
Kap. 32 i. f., /Merswin/, Neun Felsen p. 138. -- Vergl. Ilias XXI,
195-197: βαθυρρειταο μεγα σθενος Ωκεανοιο, εξ οὑ περ παντες ποταμοι και
πασα θαλασσα και πασαι κρηναι και φρειατα μακρα ναουσιν.]
[Fußnote 89: Holzscheit und Reibholz stellen das vedische und ebenso
altgriechische Feuerzeug dar, wie es z. B. des /Sophokles/ Philoktet
bei sich in der Höhle verwahrt, v. 36. Der erste Feuerreiber ist
bekanntlich Prometheus, _pramanthayas_, gewesen, dessen Thätigkeit
von /Diogenes/, im Widerspruch zur dichterischen Darstellung aber im
Einklang mit unserem obigen Gleichnisse, als eine unheilsame bezeichnet
wurde, δια την εὑρεσιν και μεταδοσιν του πυρος, ὡς αρχην τουτ’ ον
και αφορμην τοις ανθρωοις μαλακιας και τρυφης, bei /Mullach/, Fragm.
philos. Graec. vol. II. p. 327.]
[Fußnote 90: Και ὡσπερ τι παιδιον μικρᾳ ψηφιδι τειχος βεβληκος ουδεν
ηνησεν, κτλ.: /Makarios/, De elevatione mentis cap. XVI.]
[Fußnote 91: Diese hier dargebotenen drei Doppelgleichnisse können als
meisterliche Ausführung von _Bṛhadāraṇyakam_ I, 5, Ende gelten, so zu
sagen als Auflösung des dort gegebenen Siegels: _Tasmād ekam eva vrataṃ
caret, prāṇyāccaivāpānyācca, nenmā pāpmā mṛtyur āpnuvad: iti yadyucaret
samāpipayiṣet._ -- Cf. noch /S. Francesco/, bei /Celano/ I, 16: Docebat
eos non solum mortificare vitia et carnis incentiva reprimere, verum
etiam et ipsos exteriores sensus, per quos mors intrat ad animam.]
[Fußnote 92: So auch das sokratische Gleichniss von den vollen Fässern,
im Gorgias p. 493/4.]
[Fußnote 93: Vergl. _Kaṭhādyup._ III, 3: _Ātmānaṃ rathinaṃ viddhi_
| _śarīraṃ ratham eva tu_ | _buddhin tu sārathiṃ viddhi_ | _manaḥ
pragraham eva ca_|. -- /S. Bernardus/, Serm. 49 i. m.: »Est ergo
discretio non tam virtus quam quaedam moderatrix et ~auriga virtutum~
ordinatrixque affectuum et morum doctrix.« Das selbe ritterliche
Gleichniss »discretio auriga virtutum« von /S. Francesco/ gebraucht,
bei /Bonaventura/ cap. 5 in med. Vor ihnen schon vom säligen
/Makarios/, ed. /Pritius/, Homil. 15 § 34 & 40 § 5 i. f., και γαρ
ὁ νους ἡνιοχος εστι κτλ. Und wiederum auch bei /Platon/, e. g. im
Phaidros p. 247.]
[Fußnote 94: Lies hier _arati-r-atisaho_.]
[Fußnote 95: Die klassische Leichenbetrachtung, wie oben S. 199 f.,
mit dem Ende »Gebeine, verwest, in Staub zerfallen«, erinnert an die
grandiose Szene in /Senecas/ Hercules Oetaeus i. f., wo Alcmena mit der
Aschenurne ihres Sohnes im Arme auftritt:
Timete, Superi, fata: tam parvus cinis
Herculeus est: huc ille decrevit gigas.
O quanta, Titan, in nihil moles abit:
Anilis, heu me, recipit Alciden sinus.
Hic tumulus illi est. Ecce, vix totam Hercules
Complevit urnam; quam leve est pondus mihi,
Cui totus aether pondus incubuit leve.
Kürzer gefasst im Hamlet, Todtengräberszene, Schlussverse:
Imperious Caesar, dead and turn’d to clay,
Might stop a hole to keep the wind away:
O, that that earth which kept the world in awe
Should patch a wall t’expel the winter’s flaw!
Auch /Goethes/ Geistesgruß klingt hier an.]
[Fußnote 96: Wie hier und oft _devā dīghāyukā_ hat /Empedokles/ θεοι
δολιχαιωνες, den αθανατοισιν /Homers/ und der anderen entgegen, gesagt:
ist also identische Uebersetzung. -- Wenn man die vornehmlich indischen
Bilder und Gleichnisse, in die /Empedokles/ seine Lehre gekleidet
hat, und nun noch das obige, an sich zwar belanglose, eben darum aber
so vielsagende Paralipomenon betrachtet, lässt sich die Vermuthung
eines auch historischen Zusammenhanges, bez. frühen Verkehrs zwischen
Hindustan und Magna Graecia -- durch Ariana-Media, Syrien-Aegypten --
nicht mehr verschweigen.]
[Fußnote 97: _paranimmitavasavattino devā_ ͂= _sa brahmaṇaḥ
para etā bhavati... akṣayyam aparimitam anāmayaṃ sukham aśnute:_
_Maitryupaniṣat_ IV, i. 4.]
[Fußnote 98: Lies _vā_. -- Nb. die Uebereinstimmung mit dem wunderbaren
_Puruṣasūktam_, _Ṛgvedas_ X, 90, _{1}: _Sahasraśīrṣā puruṣaḥ...
bhūmiṃ viśvato vṛtvā atyatiṣṭhad daśāṉgulaṃ._ Die wahre Bedeutung von
_vṛtvā_ hier ergiebt sich aus unserem entsprechenden _pharitvā_. Vergl.
/Westergaards/ Radices s. v. _vṛ_ No. 4 ferre. -- _Bhagavadgītā_ X, 42.]
[Fußnote 99: Es ist das ursprüngliche _subho jotimā_
wiederherzustellen, wie die ed. Siam., e. g. vol. II. p. 333, richtig
hat. -- Vergl. _dosinā-jyotsnā_.]
[Fußnote 100: Ebenso hat /Pindar/ in der vierten Nemeonike i. f.
ὁ χρυτος ἑψομενος αυγας εδειξεν ἁπασας, und die erste Olympionike
begonnen: ὁ δε χρυσος αιθομενον πυρ ἁτε διαπρεπει νυκτι μεγανορος εξοχα
πλουτου. Ein gleiches Bild dann bei unserem /Gottfried/, Tristan, v.
12944f.:
in dem tigele gebrant
Und geliutert als ein golt.
]
[Fußnote 101: Das Leitmotiv dieser Rede, das Thema von der Allmacht der
Uebung, wird auch am Ende von _Gautamas’ Dharmaśāstram_ intoniert, bei
_Manus_ VI, 80 phrasiert. Es ist im Abendlande vielleicht von keinem so
innig erkannt und bekräftigt worden wie vom großen /Diogenes/:
ουδεν γε μην ελεγε το παραπαν εν τῳ βιῳ χωρις ασκητεως κατορθουσθαι,
δυντην δε ταυτην παν εκνικησαι, /Diog. Laert./ VI, 71. Vor ihm
hatte schon /Periandros/ gesagt: Μελετη το παν.
Dem Verständnisse der Phaenomena vom tausendfachen Brahmā durch
immer höhere und höhere Kreise bis zu den letzten Noumena möglicher
Wahrnehmung kann, wie /De Lorenzo/ bemerkt hat, unsere kantische
Naturgeschichte und Theorie des Himmels als würdiger Eingang dienen.]
[Fußnote 102: Es ist, wie der siam. Text richtig hat, _vigatavalikam_
und _khāṇukaṇṭakaddhānam_ zu lesen. Desgl. _adhimuccati_ etc. etc. etc.
-- Vergl. die 127. Rede.]
[Fußnote 103: Die _parisuddhā paramānuttarā suññatā_ findet sich in
einigen Upanischaden, wie _Tejabindūp_. v. 11 als _sarvaṃ tat paramaṃ
śūnyam, Ātmaprabodhop._ ed. Bomb. p. 397a _ādiśūnyas_ »Der Urarme«,
_Maitryup._ II, 4 _sa vā eṣa śuddhaḥ pūtaḥ śūnyādi_.
Vergl. /Eckhart/, p. 418: »Daz ist diu allernêhste armuot des geistes,
wan ez ist nieman rehte arm, wan der niht enwil unde niht enweiz unde
niht enhât, weder ûzwendic noch inwendic.« Ib. 283: Diu hoehste, diu
klâreste unde diu nêhste armuot; 22: Sîns selbes und aller dinge wüeste
sîn; 27: »Aller stillest stân und aller lêrest ist dâ dîn allerbestez.«
Etc. -- Cf. noch zur Antwort auf Ānandos Frage, S. 219, das bündige
Wort des /Makarios/ bei /Floss/ p. 163: »melior omnibus est paupertas«;
sowie die Anm. 214.]
[Fußnote 104: Mit dem siam. Texte _tattha tahāgatena_ zu lesen. --
Aller Vorstellungen sich begeben: πτωχευσαι απο παντων των φαινομενων,
/Makarios/, Homil. XI § 6 i. f.; paupertatem colere, quasi coelestem
vitam agere in terris, ab omni caducarum rerum cura et cupiditate
alienam, nach /Bernardus/. Die _ajjhattaṃ suññatā_ = der inwendigen
Armuth, der Armuth des inneren Menschen, /Eckhart/ p. 280, 626.]
[Fußnote 105: Zur Armuth innen und außen cf. den Gedanken /Pascals/ II,
17, _{82}: »Si j’avais le coeur aussi pauvre que l’esprit, je serais
bienheureux; car je suis merveilleusement persuadé que la pauvreté est
un grand moyen pour faire son salut.« Die scheinbare Antinomie vom
Aufnehmen der Armuth ist in den Versen eines großen, unendlich reichen
asketischen, d. i. wohl eingeübten Geistes angemessen gelöst:
La lieta povertà, fugiendo, acquista
Ogni tesor, nè pensa come o quando;
Secur nei boschi, in panni rozzi e bigi,
Fuor d’obrigi, di cure e di letigi.
Letzterem Hinweise, den ich /De Lorenzo/, dem genauen Kenner
/Michelangelos/, verdanke, mag noch in diesem Zusammenhange die so
anschauliche Illustration Meister /Eckharts/, p. 576, beigefügt sein:
»Dar umbe sprach der, der in der kuofen blôz saz, zuo dem grôzen
Alexander, der alle welt under ime hete: ‚ich bin‘, sprach er, ‚vil
ein groezer herre denne dû bist; wan ich hân mêr versmêhet denne dû
besezzen hâst. Daz dû grôz ahtest ze besitzenne, daz ist mir ze kleine
ze versmêhenne.‘« Das Helldunkel einer solchen einmüthig erfahrenen
indo-ārischen Armuth, die heiter über Kaiser und Könige wegblickt,
findet man denn auch im Bildnisse eines kynischen Pilgers und
kosmopolitischen Palitanten auf einem jüngst entdeckten pompejanischen
Fresko zu Boscoreale und zwar voce melius beglaubigt, »daz ist
wortelôs«.]
[Fußnote 106: Der siam. Text hat richtig _yo kho imesu pañcasu
kāmaguṇesu chandarāgo so me appahīno._ Etc. -- Zur Selbsterforschung
cf. die 15. u. 151. Rede ͂= Aureum Pythagoreorum carmen v. 40-44.]
[Fußnote 107: Der Text hat richtig _sotum_.]
[Fußnote 108: Lies _mucchā nikāmayati_.]