»Aber diese Erscheinung, Anuruddher, muss nun von euch

ergründet werden. Auch ich hatte einst, Anuruddher, noch vor

der vollen Erwachung, als unvollkommen Erwachter, Erwachung

erst Erringender, einen Abglanz wahrgenommen und den Anblick

der Umrisse. Aber dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden

und der Anblick der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir

gedacht: ›Was ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass mir

der Abglanz entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’

ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Schwankend war ich geworden;

Schwanken aber ist der Anlass gewesen, dass meine Sammlung

zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz

entschwunden und der Anblick der Umrisse. So will ich darauf

hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen.‹ Und während

ich nun, Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich

verweilte, nahm ich den Abglanz wahr und den Anblick der

Umrisse. Aber dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden und 282

der Anblick der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir

gedacht: ›Was ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass

mir der Abglanz entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹

Da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Unachtsam war ich

geworden; Unachtsamkeit aber ist der Anlass gewesen, dass

meine Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist

der Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse. So will

ich darauf hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen,

noch in Unachtsamkeit.‹ Und während ich nun, Anuruddher,

ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte, nahm ich den

Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber dieser Abglanz

war mir alsbald entschwunden und der Anblick der Umrisse.

Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist wohl der

Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz entschwindet

und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher,

gesagt: ›Matt und müde war ich geworden; matte Müde aber ist

der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und weil

meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und der

Anblick der Umrisse. So will ich darauf hinarbeiten, nicht

mehr in Schwanken zu gerathen, noch in Unachtsamkeit, noch

in matte Müde.‹ Und während ich nun, Anuruddher, ernsten

Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte, nahm ich den Abglanz

wahr und den Anblick der Umrisse. Aber dieser Abglanz war mir

alsbald entschwunden und der Anblick der Umrisse. Da hab’ ich,

Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist wohl der Grund, was ist

die Ursach, dass mir der Abglanz entschwindet und der Anblick

der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Entsetzt

war ich geworden; Entsetzen aber ist der Anlass gewesen, dass

meine Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel,

ist der Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse.‹

Gleichwie etwa, Anuruddher, wenn ein Mann auf der Landstraße

hinschritte, und es träten ihm von beiden Seiten Mörder

entgegen; da würde er alsbald in Entsetzen gerathen: ebenso

nun auch, Anuruddher, war ich entsetzt geworden; Entsetzen

aber ist der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und

weil meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und

der Anblick der Umrisse. ›So will ich darauf hinarbeiten,

nicht mehr in Schwanken zu gerathen, noch in Unachtsamkeit,

noch in matte Müde, noch in Entsetzen.‹ Und während ich nun,

Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte,

nahm ich den Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber

dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden und der Anblick

der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was

ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz

entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir,

Anuruddher, gesagt: ›Entzückt war ich geworden; Entzücken 283

aber ist der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und

weil meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und

der Anblick der Umrisse.‹ Gleichwie etwa, Anuruddher, wenn

ein Mann einer Schatzgrube nachspürte[146] und auf einmal

fünf Schatzgruben entdeckte; da würde er alsbald in Entzücken

gerathen: ebenso nun auch, Anuruddher, war ich entzückt

geworden; Entzücken aber ist der Anlass gewesen, dass meine

Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der

Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse. ›So will

ich darauf hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen,

noch in Unachtsamkeit, noch in matte Müde, noch in Entsetzen,

noch in Entzücken.‹ Und während ich nun, Anuruddher, ernsten

Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte, nahm ich den Abglanz

wahr und den Anblick der Umrisse. Aber dieser Abglanz war mir

alsbald entschwunden und der Anblick der Umrisse. Da hab’

ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist wohl der Grund,

was ist die Ursach, dass mir der Abglanz entschwindet und der

Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt:

›Schwerfällig war ich geworden; Schwerfälligkeit aber ist

der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und weil

meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und der

Anblick der Umrisse. So will ich darauf hinarbeiten, nicht

mehr in Schwanken zu gerathen, noch in Unachtsamkeit, noch

in matte Müde, noch in Entsetzen, noch in Entzücken, noch in

Schwerfälligkeit.‹ Und während ich nun, Anuruddher, ernsten

Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte, nahm ich den Abglanz

wahr und den Anblick der Umrisse. Aber dieser Abglanz war mir

alsbald entschwunden und der Anblick der Umrisse. Da hab’ ich,

Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist wohl der Grund, was ist

die Ursach, dass mir der Abglanz entschwindet und der Anblick

der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Zu straff

gespannt war ich geworden; zu straffe Spannung aber ist der

Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und weil meine

Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und der Anblick

der Umrisse.‹ Gleichwie etwa, Anuruddher, wenn ein Mann eine

Wachtel mit beiden Händen fest umklammert hielte, sie alsbald

verschmachten müsste: ebenso nun auch, Anuruddher, war ich

zu straff gespannt geworden; zu straffe Spannung aber ist

der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und weil

meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und der

Anblick der Umrisse. ›So will ich darauf hinarbeiten, nicht

mehr in Schwanken zu gerathen, noch in Unachtsamkeit, noch

in matte Müde, noch in Entsetzen, noch in Entzücken, noch in

Schwerfälligkeit, noch in zu straffe Spannung.‹ Und während ich

nun, Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte,

nahm ich den Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber

dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden und der Anblick

der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was

ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz

entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir,

Anuruddher, gesagt: ›Zu schlaff gespannt war ich geworden; 284

zu schlaffe Spannung aber ist der Anlass gewesen, dass meine

Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der

Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse.‹ Gleichwie

etwa, Anuruddher, wenn ein Mann eine Wachtel lose umklammert

hielte, sie alsbald seiner Hand entflatterte: ebenso nun auch,

Anuruddher, war ich zu schlaff gespannt geworden; zu schlaffe

Spannung aber ist der Anlass gewesen, dass meine Sammlung

zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz

entschwunden und der Anblick der Umrisse. ›So will ich darauf

hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen, noch in

Unachtsamkeit, noch in matte Müde, noch in Entsetzen, noch

in Entzücken, noch in Schwerfälligkeit, noch in zu straffe

Spannung, noch in zu schlaffe Spannung.‹ Und während ich nun,

Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte,

nahm ich den Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber

dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden und der Anblick

der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was

ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz

entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir,

Anuruddher, gesagt: ›Beifällig war ich geworden; Beifall aber

ist der Anlass gewesen, dass meine Sammlung zerfiel: und weil

meine Sammlung zerfiel, ist der Abglanz entschwunden und der

Anblick der Umrisse. So will ich darauf hinarbeiten, nicht

mehr in Schwanken zu gerathen, noch in Unachtsamkeit, noch

in matte Müde, noch in Entsetzen, noch in Entzücken, noch in

Schwerfälligkeit, noch in zu straffe Spannung, noch in zu

schlaffe Spannung, noch in Beifall.‹ Und während ich nun,

Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte,

nahm ich den Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber

dieser Abglanz war mir alsbald entschwunden und der Anblick

der Umrisse. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was

ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz

entschwindet und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich

mir, Anuruddher, gesagt: ›Vielheit hatte ich wahrgenommen;

Vielheitwahrnehmen aber ist der Anlass gewesen, dass meine

Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der

Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse. So will ich 285

darauf hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen, noch

in Unachtsamkeit, noch in matte Müde, noch in Entsetzen, noch

in Entzücken, noch in Schwerfälligkeit, noch in zu straffe

Spannung, noch in zu schlaffe Spannung, noch in Beifall,

noch in Vielheitwahrnehmen.‹ Und während ich nun, Anuruddher,

ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilte, nahm ich den

Abglanz wahr und den Anblick der Umrisse. Aber dieser Abglanz

war mir alsbald entschwunden und der Anblick der Umrisse.

Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist wohl der

Grund, was ist die Ursach, dass mir der Abglanz entschwindet

und der Anblick der Umrisse?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher,

gesagt: ›Zu scharf hatte ich die Umrisse betrachtet; zu scharfe

Betrachtung der Umrisse aber ist der Anlass gewesen, dass meine

Sammlung zerfiel: und weil meine Sammlung zerfiel, ist der

Abglanz entschwunden und der Anblick der Umrisse. So will ich

darauf hinarbeiten, nicht mehr in Schwanken zu gerathen, noch

in Unachtsamkeit, noch in matte Müde, noch in Entsetzen, noch

in Entzücken, noch in Schwerfälligkeit, noch in zu straffe

Spannung, noch in zu schlaffe Spannung, noch in Beifall, noch

in Vielheitwahrnehmen, noch in zu scharfe Betrachtung der

Umrisse.‹

»So hatte ich denn, Anuruddher, Schwanken als

Herzensverschlackung richtig entdeckt und schaffte das

Schwanken, die Herzensverschlackung, ab; hatte Unachtsamkeit

als Herzensverschlackung richtig entdeckt und schaffte

die Unachtsamkeit, die Herzensverschlackung, ab; hatte

matte Müde als Herzensverschlackung richtig entdeckt und

schaffte die matte Müde, die Herzensverschlackung, ab; hatte

Entsetzen als Herzensverschlackung richtig entdeckt und

schaffte das Entsetzen, die Herzensverschlackung, ab; hatte 286

Entzücken als Herzensverschlackung richtig entdeckt und

schaffte das Entzücken, die Herzensverschlackung, ab; hatte

Schwerfälligkeit als Herzensverschlackung richtig entdeckt

und schaffte die Schwerfälligkeit, die Herzensverschlackung,

ab; hatte zu straffe Spannung als Herzensverschlackung

richtig entdeckt und schaffte die zu straffe Spannung, die

Herzensverschlackung, ab; hatte zu schlaffe Spannung als

Herzensverschlackung richtig entdeckt und schaffte die zu

schlaffe Spannung, die Herzensverschlackung, ab; hatte Beifall

als Herzensverschlackung richtig entdeckt und schaffte den

Beifall, die Herzensverschlackung, ab; hatte Vielheitwahrnehmen

als Herzensverschlackung richtig entdeckt und schaffte das

Vielheitwahrnehmen, die Herzensverschlackung, ab; hatte zu

scharfe Betrachtung der Umrisse als Herzensverschlackung

richtig entdeckt und schaffte die zu scharfe Betrachtung der

Umrisse, die Herzensverschlackung, ab.

»So verweilte ich denn, Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig,

unermüdlich, und nahm nun wohl den Abglanz wahr, aber nicht

den Anblick der Umrisse; und nahm wohl den Anblick der Umrisse

wahr, aber nicht den Abglanz: eine ganze Nacht hindurch,

einen ganzen Tag hindurch, eine ganze Nacht, einen ganzen Tag

hindurch. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht: ›Was ist

wohl der Grund, was ist die Ursach, dass ich nun wohl den

Abglanz wahrnehme, aber nicht den Anblick der Umrisse; und wohl

den Anblick der Umrisse wahrnehme, aber nicht den Abglanz: eine

ganze Nacht hindurch, einen ganzen Tag hindurch, eine ganze

Nacht, einen ganzen Tag hindurch?‹ Da hab’ ich mir, Anuruddher,

gesagt: ›Zu einer Zeit wo ich ohne auf die Erscheinung der

Umrisse achtzuhaben auf die Erscheinung des Abglanzes achthabe,

nehm’ ich da wohl den Abglanz wahr, aber nicht den Anblick

der Umrisse; und wieder zu einer Zeit wo ich ohne auf die 287

Erscheinung des Abglanzes achtzuhaben auf die Erscheinung der

Umrisse achthabe, nehm’ ich da wohl den Anblick der Umrisse

wahr, aber nicht den Abglanz: eine ganze Nacht hindurch,

einen ganzen Tag hindurch, eine ganze Nacht, einen ganzen Tag

hindurch.‹

»So verweilte ich denn, Anuruddher, ernsten Sinnes, eifrig,

unermüdlich, und nahm einen bestimmten Abglanz wahr und den

Anblick bestimmter Umrisse; und nahm unermesslichen Abglanz

wahr und den Anblick unermesslicher Umrisse: eine ganze Nacht

hindurch, einen ganzen Tag hindurch, eine ganze Nacht, einen

ganzen Tag hindurch. Da hab’ ich, Anuruddher, bei mir gedacht:

›Was ist wohl der Grund, was ist die Ursach, dass ich einen

bestimmten Abglanz wahrnehme und den Anblick bestimmter

Umrisse; und unermesslichen Abglanz wahrnehme und den Anblick

unermesslicher Umrisse: eine ganze Nacht hindurch, einen ganzen

Tag hindurch, eine ganze Nacht, einen ganzen Tag hindurch?‹

Da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Zu einer Zeit wo meine

Sammlung eine bestimmte ist, ist da mein Auge ein bestimmtes,

und mit einem bestimmten Auge nehm’ ich einen bestimmten

Abglanz wahr und den Anblick bestimmter Umrisse; und wieder

zu einer Zeit wo meine Sammlung unermesslich ist, ist da mein

Auge unermesslich, und mit dem unermesslichen Auge nehm’ ich

unermesslichen Abglanz wahr und den Anblick unermesslicher

Umrisse: eine ganze Nacht hindurch, einen ganzen Tag hindurch,

eine ganze Nacht, einen ganzen Tag hindurch.‹

»Sobald nun von mir, Anuruddher, Schwanken als

Herzensverschlackung richtig entdeckt worden und das Schwanken,

die Herzensverschlackung, abgeschafft war; Unachtsamkeit

als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden und die

Unachtsamkeit, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

matte Müde als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden 288

und die matte Müde, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

Entsetzen als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden

und das Entsetzen, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

Entzücken als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden

und das Entzücken, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

Schwerfälligkeit als Herzensverschlackung richtig entdeckt

worden und die Schwerfälligkeit, die Herzensverschlackung,

abgeschafft war; zu straffe Spannung als Herzensverschlackung

richtig entdeckt worden und die zu straffe Spannung, die

Herzensverschlackung, abgeschafft war; zu schlaffe Spannung

als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden und die zu

schlaffe Spannung, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

Beifall als Herzensverschlackung richtig entdeckt worden

und der Beifall, die Herzensverschlackung, abgeschafft war;

Vielheitwahrnehmen als Herzensverschlackung richtig entdeckt

worden und das Vielheitwahrnehmen, die Herzensverschlackung,

abgeschafft war; zu scharfe Betrachtung der Umrisse als

Herzensverschlackung richtig entdeckt worden und die zu scharfe

Betrachtung der Umrisse, die Herzensverschlackung, abgeschafft

war: da hab’ ich mir, Anuruddher, gesagt: ›Was bei mir

Herzensverschlackung gewesen hab’ ich abgeschafft. Wohl denn:

jetzt will ich dreifach die Sammlung vollbringen.‹

»So hab’ ich denn, Anuruddher, mit Sinnen und Gedenken

Sammlung vollbracht, habe ohne Sinnen, nur gedenkend Sammlung

vollbracht, habe ohne Sinnen und Gedenken Sammlung vollbracht;

und habe erheiternde Sammlung vollbracht, habe entheiternde

Sammlung vollbracht, habe hellmüthige Sammlung vollbracht; und

habe gleichmüthige Sammlung vollbracht. 289

»Sobald nun von mir, Anuruddher, mit Sinnen und Gedenken Sammlung

vollbracht war, ohne Sinnen, nur gedenkend Sammlung vollbracht war,

ohne Sinnen und Gedenken Sammlung vollbracht war; und erheiternde

Sammlung vollbracht war, entheiternde Sammlung vollbracht war,

hellmüthige Sammlung vollbracht war; und gleichmüthige Sammlung

vollbracht war: da ist mir dann das Wissen und der Anblick aufgegangen:

Auf ewig bin erlöst ich,

Das ist das letzte Leben,

Und nicht mehr giebt es Wiedersein.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige

Anuruddho über das Wort des Erhabenen.[147]

129.

Dreizehnter Theil Neunte Rede

DER THOR UND DER WEISE

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei 290

Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort

nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!«

-- »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen

aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Drei giebt es, ihr Mönche, beim Thoren der Kennzeichen

des Thoren, der Merkmale des Thoren, der Offenbarungen

des Thoren: und welche drei? Da mag, ihr Mönche, der Thor

Uebelgedachtes denken und Uebelgesprochenes sprechen und

übelgethane That begehn. Wär’ es nicht, ihr Mönche, des

Thoren Art Uebelgedachtes zu denken und Uebelgesprochenes zu

sprechen und übelgethane That zu begehn, welcher Weise könnte

ihn wohl erkennen: ›Ein Thor ist es, ein schlechter Mensch‹?

Weil nun aber, ihr Mönche, der Thor Uebelgedachtes denkt und

Uebelgesprochenes spricht und übelgethane That begeht, darum

erkennen ihn Weise: ›Ein Thor ist es, ein schlechter Mensch.‹

»Ein solcher Thor nun, ihr Mönche, wird in dreifachem Maaße

schon bei Lebzeiten Trauer und Trübsinn erfahren. Wenn sich,

ihr Mönche, der Thor in Gesellschaft befindet oder auf der

Straße befindet oder auf dem Markte befindet, so führen die

Leute von ihm veranlasste, auf ihn bezügliche Gespräche. Wenn,

ihr Mönche, der Thor Lebendiges umbringt, Nichtgegebenes

nimmt, Ausschweifung begeht, Lüge spricht, berauschende

und berückende Getränke, betäubende und bethörende Mittel

gebraucht, so wird ihm da also, ihr Mönche, zumuthe: ›Haben die

Leute davon Anlass, darauf Beziehung im Gespräche genommen,

so ist dergleichen bei mir anzutreffen: auch mich kann das

angehn.‹ Das wird, ihr Mönche, der Thor zuerst schon bei 291

Lebzeiten als Trauer und Trübsinn erfahren.

»Weiter sodann, ihr Mönche, sieht der Thor wie Könige einen

Räuber, einen Verbrecher ergreifen lassen und mancherlei

Strafen verhängen, als wie Peitschen-, Stock- oder Ruthenhiebe;

Handverstümmlung, Fußverstümmlung oder Verstümmlung der

Hände und Füße; Ohrenverstümmlung, Nasenverstümmlung,

Verstümmlung der Ohren und der Nase; den Breikessel, die

Muschelrasur, das Drachenmaul; den Pechkranz, die Fackelhand;

das Spießruthenlaufen, das Rindenliegen, den Marterbock;

das Angelfleisch, den Münzengriff, die Laugenätze; den

Schraubstock, das Bastgeflecht; die siedende Oelbeträufelung,

das Zerreißen durch Hunde, die lebendige Pfählung, die

Enthauptung. Da wird, ihr Mönche, dem Thoren also zumuthe:

›Um welcher Uebelthaten willen Könige einen Räuber, einen

Verbrecher ergreifen lassen und so mancherlei Strafen

verhängen, dergleichen ist ja bei mir anzutreffen: auch mich

kann das angehn. Wenn Könige auch mich kennten, sie ließen auch

mich ergreifen und so mancherlei Strafen verhängen.‹ Das aber

wird, ihr Mönche, der Thor zuzweit schon bei Lebzeiten als

Trauer und Trübsinn erfahren.

»Weiter sodann, ihr Mönche: wenn der Thor auf einem Stuhle 292

Platz genommen oder auf ein Lager sich hingelegt hat oder auf

der Erde ausruht, so sind es die bösen Thaten, die er früher

gethan, schlechte Handlungen in Werken, in Worten, in Gedanken,

die um diese Zeit über ihn kommen, über ihn niedersinken, über

ihn herabziehn. Gleichwie etwa, ihr Mönche, die Schatten der

Gipfel hoher Gebirge um Sonnenuntergang über die Ebene kommen,

über sie niedersinken, über sie herabziehn: ebenso nun auch,

ihr Mönche, sind es, wenn der Thor auf einem Stuhle Platz

genommen oder auf ein Lager sich hingelegt hat oder auf der

Erde ausruht, die bösen Thaten, die er früher gethan, schlechte

Handlungen in Werken, in Worten, in Gedanken, die um diese Zeit

über ihn kommen, über ihn niedersinken, über ihn herabziehn. Da

wird, ihr Mönche, dem Thoren also zumuthe: ›Nicht hab’ ich doch

günstig gewirkt, habe nicht heilsam gewirkt, habe keinerlei

Scheu gekannt: Böses hab’ ich gethan, grausam bin ich gewesen,

Frevel hab’ ich verübt; wo da ungünstig wirken, unheilsam

wirken, keinerlei Scheu kennen, Böses thun, grausam sein,

Frevel verüben hingelangen lässt, dahin werd’ ich nach dem Tode

gelangen.‹ So wird er bekümmert, beklommen, er jammert, schlägt

sich stöhnend die Brust, geräth in Verzweiflung. Das aber wird,

ihr Mönche, der Thor zudritt schon bei Lebzeiten als Trauer und

Trübsinn erfahren.

»Ein solcher Thor nun, ihr Mönche, der in Werken übel

gewandelt, in Worten übel gewandelt, in Gedanken übel gewandelt

ist, gelangt bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode,

abwärts, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische

Welt. Mag nun einer, ihr Mönche, mit rechter Rede sagen ›Einzig

unerwünscht, einzig unbegehrt, einzig unangenehm‹, mag er

es eben von höllischer Welt mit rechter Rede sagen: ›Einzig

unerwünscht, einzig unbegehrt, einzig unangenehm‹; da man es

ja, ihr Mönche, auch im Gleichnisse nicht wohl darthun kann, 293

wie tief die Leiden höllischer Welten reichen.«

Auf diese Worte wandte sich einer der Mönche an den Erhabenen

und fragte:

»Kann man aber, o Herr, ein Gleichniss geben?«

»Man kann es, Mönch«, sprach der Erhabene. »Gleichwie etwa, ihr

Mönche, wenn man einen Räuber, einen Verbrecher ergriffe und

vor den Herrscher brächte: ›Hier, o König, ist ein Räuber, ein

Verbrecher: was du ihm bestimmst, diese Strafe gebiete!‹ Und

der König verkündete ihm: ›Geht, ihr Leute, und gebt diesem

Manne am Morgen hundert Klingenhiebe.‹ Und man gäbe ihm am

Morgen hundert Klingenhiebe. Da fragte der König zu Mittag:

›Sagt doch, was macht jener Mann?‹ -- ›Er ist noch, o König,

am Leben.‹ Und der König verkündete ihm: ›Geht, ihr Leute,

und gebt dem Manne zu Mittag hundert Klingenhiebe.‹ Und man

gäbe ihm zu Mittag hundert Klingenhiebe. Da fragte der König

am Abend: ›Sagt doch, was macht jener Mann?‹ -- ›Er ist noch,

o König, am Leben.‹ Und der König verkündete ihm: ›Geht, ihr

Leute, und gebt dem Manne am Abend hundert Klingenhiebe.‹ Und

man gäbe ihm am Abend hundert Klingenhiebe. Was meint ihr

wohl, Mönche: würde da nicht dieser Mann, mit dreihundert

Klingenhieben gezüchtigt, infolge davon Trauer und Trübsinn

erfahren?«

»Auch nur, o Herr, mit einem Klingenhiebe gezüchtigt würde

dieser Mann infolge davon Trauer und Trübsinn erfahren,

geschweige denn mit dreihundert Klingenhieben.«

Da hob nun der Erhabene einen mäßigen, handgroßen Stein auf und

wandte sich an die Mönche:

»Was meint ihr wohl, Mönche: was ist größer, dieser mäßige,

handgroße Stein, den ich da habe, oder der Himālayo, der König

der Berge?«

»Geringfügig ist, o Herr, dieser mäßige, handgroße Stein, den 294

der Erhabene da hat: gegen den Himālayo, den König der Berge,

kann er nicht gezählt, nicht gerechnet, nicht verglichen

werden.«

»Ebenso nun auch, ihr Mönche, kann was ein Mensch, mit

dreihundert Klingenhieben gezüchtigt, infolge davon an Trauer

und Trübsinn erfährt gegen das Leiden höllischer Welt nicht

gezählt, nicht gerechnet, nicht verglichen werden. Da lassen

ihn denn, ihr Mönche, die höllischen Wächter Fünffache Schmiede

geheißene Strafe durchmachen. Einen glühenden Eisenkeil bohren

sie ihm in die eine Hand, einen glühenden Eisenkeil bohren sie

ihm in die andere Hand, einen glühenden Eisenkeil bohren sie

ihm in den einen Fuß, einen glühenden Eisenkeil bohren sie ihm

in den anderen Fuß, einen glühenden Eisenkeil bohren sie ihm

mitten in die Brust. So hat er da schmerzliche, brennende,

stechende Gefühle zu empfinden, und nicht eher kann er sterben,

bis nicht sein böses Werk erschöpft ist.

Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band · 第 19 / 40 段