und gutzuheißen; und hat man sie gebilligt und gutgeheißen, so
ist eine fernere Frage zu stellen: ›Sechs sind es wiederum,
Bruder, der Innen- und Außengebiete, die Er, der Erhabene, der
Kenner, der Seher, der Heilige, vollkommen Erwachte, recht
gekennzeichnet hat: und welche sechs? Das Auge und die Formen,
das Ohr und die Töne, die Nase und die Düfte, die Zunge und die
Säfte, der Leib und die Tastungen, das Denken und die Dinge:
das sind, Bruder, die sechs Innen- und Außengebiete, die Er,
der Erhabene, der Kenner, der Seher, der Heilige, vollkommen
Erwachte recht gekennzeichnet hat; was für Wissen hat nun
der Ehrwürdige, was für Schauen bei diesen sechs Innen- und
Außengebieten und hat das Herz ohne Hangen vom Wahne abgelöst?‹
Ein Mönch, ihr Mönche, der Wahnversieger, Endiger ist, der das
Werk gewirkt, die Last abgelegt, das Heil sich errungen, die
Daseinsfesseln vernichtet, sich durch vollkommene Erkenntnis
erlöst hat, kann folgende Rechenschaft ablegen: ›Beim Auge,
Brüder, bei der Form, beim Sehbewusstsein, bei den durch das
Sehbewusstsein bewusstbaren Dingen, was da Wille und Gier,
was da Lust und Durst, was anhänglich Anhangen ist, geistiges
Anlehnen, Anschmiegen, Angewöhnen: weil ich das versiegen und 120
versagen, aufhören, zergehn, entschwinden habe lassen, ist
mein Herz abgelöst, versteh’ ich da. Beim Ohr -- bei der Nase
-- bei der Zunge -- beim Leibe -- beim Denken, Brüder, bei den
Dingen, beim Denkbewusstsein, bei den durch das Denkbewusstsein
bewusstbaren Dingen, was da Wille und Gier, was da Lust und
Durst, was anhänglich Anhangen ist, geistiges Anlehnen,
Anschmiegen, Angewöhnen: weil ich das versiegen und versagen,
aufhören, zergehn, entschwinden habe lassen, ist mein Herz
abgelöst, versteh’ ich da. So ein Wissen hab’ ich, Brüder, so
ein Schauen bei diesen sechs Innen- und Außengebieten und habe
das Herz ohne Hangen vom Wahne abgelöst.‹
»Die Rede, ihr Mönche, eines solchen Mönches ist zu billigen
und gutzuheißen; und hat man sie gebilligt und gutgeheißen, so
ist eine fernere Frage zu stellen: ›Was für Wissen hat nun
der Ehrwürdige, was für Schauen, bei allen äußeren Eindrücken
auf diesen mit Bewusstsein behafteten Körper da, und hat der
Ichheit und Meinheit Dünkelanwandlungen gänzlich ausgetilgt?‹
Ein Mönch, ihr Mönche, der Wahnversieger, Endiger ist, der das
Werk gewirkt, die Last abgelegt, das Heil sich errungen, die
Daseinsfesseln vernichtet, sich durch vollkommene Erkenntniss
erlöst hat, kann folgende Rechenschaft ablegen: ›Früher war
ich, Brüder, in häuslichem Leben erwachsen, ein unwissender
Mensch gewesen. Da hat mir der Vollendete, oder ein Jünger
des Vollendeten, die Lehre gezeigt. Als ich von ihm die Lehre
vernommen, hab’ ich Vertrauen zum Vollendeten gefasst. Von
diesem Vertrauen erfüllt hab’ ich da bei mir erwogen: ‚Ein
Gefängniss ist die Häuslichkeit, ein Schmutzwinkel; der 121
freie Himmelsraum die Pilgerschaft. Nicht wohl geht es, wenn
man im Hause bleibt, das völlig geläuterte, völlig geklärte
Asketenthum Punkt für Punkt zu erfüllen.[44] Wie, wenn ich nun,
mit geschorenem Haar und Barte, mit fahlem Gewande bekleidet,
aus dem Hause in die Hauslosigkeit hinauszöge?‘ Und ich habe
dann, Brüder, nach einiger Zeit, einen kleinen Besitz oder
einen großen Besitz verlassen, einen kleinen Verwandtenkreis
oder einen großen Verwandtenkreis verlassen, Haar und Bart
abgeschoren, die fahlen Gewänder angelegt und bin aus dem Hause
in die Hauslosigkeit gezogen.
›Ich war nun Pilger geworden und hatte die Ordenspflichten
der Mönche auf mich genommen. Lebendiges umzubringen hatt’
ich verworfen, Lebendiges umzubringen lag mir fern: ohne
Stock, ohne Schwerdt, fühlsam, voll Theilnahme, hegt’ ich
zu allen lebenden Wesen Liebe und Mitleid. Nichtgegebenes zu
nehmen hatt’ ich verworfen, vom Nehmen des Nichtgegebenen
hielt ich mich fern: Gegebenes nahm ich, Gegebenes wartete
ich ab, nicht diebisch gesinnt, rein gewordenen Herzens. Die
Unkeuschheit hatt’ ich verworfen, keusch lebt’ ich: fern zog
ich hin, entrathen der Paarung, dem gemeinen Gesetze.[45]
Lüge hatt’ ich verworfen, von Lüge hielt ich mich fern: die
Wahrheit sprach ich, der Wahrheit war ich ergeben, standhaft,
vertrauenswürdig, kein Häuchler und Schmeichler der Welt. Das
Ausrichten hatt’ ich verworfen, vom Ausrichten hielt ich mich
fern: was ich hier gehört hatte erzählt’ ich dort nicht wieder,
um jene zu entzweien, und was ich dort gehört hatte erzählt’
ich hier nicht wieder, um diese zu entzweien; so einigte ich
Entzweite, festigte Verbundene, Eintracht machte mich froh,
Eintracht freute mich, Eintracht beglückte mich, Eintracht 122
fördernde Worte sprach ich. Barsche Worte hatt’ ich verworfen,
von barschen Worten hielt ich mich fern: Worte, die frei von
Schimpf sind, dem Ohre wohlthuend, liebreich, zum Herzen
dringend, höflich[46], viele erfreuend, viele erhebend, solche
Worte sprach ich. Plappern und Plaudern hatt’ ich verworfen,
von Plappern und Plaudern hielt ich mich fern: zur rechten
Zeit sprach ich, den Thatsachen gemäß, auf den Sinn bedacht,
der Lehre und Ordnung getreu, meine Rede war inhaltreich,
gelegentlich mit Gleichnissen geschmückt, klar und bestimmt,
ihrem Gegenstande angemessen.
›Sämereien und Pflanzungen anzulegen hatt’ ich verschmäht.
Einmal des Tags nahm ich Nahrung zu mir, nachts war ich
nüchtern, fern lag es mir zur Unzeit zu essen. Von Tanz,
Gesang, Spiel, Schaustellungen hielt ich mich fern. Kränze,
Wohlgerüche, Salben, Schmuck, Zierrath, Putz wies ich ab. Hohe,
prächtige Lagerstätten verschmähte ich. Gold und Silber nahm
ich nicht an. Rohes Getreide nahm ich nicht an. Rohes Fleisch
nahm ich nicht an. Frauen und Mädchen nahm ich nicht an. Diener
und Dienerinen nahm ich nicht an. Ziegen und Schaafe nahm ich
nicht an. Hühner und Schweine nahm ich nicht an. Elephanten,
Rinder und Rosse nahm ich nicht an. Haus und Feld nahm ich
nicht an. Botschaften, Sendungen, Aufträge übernahm ich nicht.
Von Kauf und Verkauf hielt ich mich fern. Von falschem Maaß
und Gewicht hielt ich mich fern. Von den schiefen Wegen der
Bestechung, Täuschung, Niedertracht hielt ich mich fern. Von
Raufereien, Schlägereien, Händeln, vom Rauben, Plündern und
Zwingen hielt ich mich fern.
›Ich war zufrieden mit dem Gewande, das meinen Leib deckte, mit
der Almosenspeise, die mein Leben unterhielt. Wohin ich auch 123
pilgerte, nur mit dem Gewande und der Almosenschaale versehn
pilgerte ich. Gleichwie da etwa ein beschwingter Vogel, wohin
er auch fliegt, nur mit der Last seiner Federn fliegt, ebenso
auch war ich, Brüder, mit dem Gewande zufrieden, das meinen
Leib deckte, mit der Almosenspeise, die mein Leben unterhielt.
Wohin ich auch wanderte, nur damit versehn wanderte ich.[47]
›Durch die Erfüllung dieser heiligen Tugendsatzung empfand ich ein
inneres fleckenloses Glück.
›Erblickte ich nun mit dem Gesichte eine Form, so fasste ich
keine Neigung, fasste keine Absicht. Da Begierde und Missmuth,
böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der
unbewachten Gesichtes verweilt, befleißigte ich mich dieser
Bewachung, ich hütete das Gesicht, ich wachte eifrig über das
Gesicht.
›Hörte ich nun mit dem Gehöre einen Ton,
›Roch ich nun mit dem Geruche einen Duft,
›Schmeckte ich nun mit dem Geschmacke einen Saft,
›Tastete ich nun mit dem Getaste eine Tastung,
›Erkannte ich nun mit dem Gedenken ein Ding, so fasste ich
keine Neigung, fasste keine Absicht. Da Begierde und Missmuth,
böse und schlechte Gedanken gar bald den überwältigen, der
unbewachten Gedenkens verweilt, befleißigte ich mich dieser
Bewachung, ich hütete das Gedenken, ich wachte eifrig über das
Gedenken.
›Durch die Erfüllung dieser heiligen Sinnenzügelung empfand ich
ein inneres ungetrübtes Glück.
›Klar bewusst kam ich und ging ich, klar bewusst blickt’ ich
hin, blickt’ ich weg, klar bewusst regt’ und bewegt’ ich mich,
klar bewusst trug ich des Ordens Gewand und Almosenschaale,
klar bewusst aß und trank ich, kaut’ ich und schmeckt’ ich,
klar bewusst entleert’ ich Koth und Harn, klar bewusst ging und 124
stand und saß ich, schlief ich ein, wacht’ ich auf, sprach ich
und schwieg ich.
›Treu dieser heiligen Tugendsatzung, treu dieser heiligen
Sinnenzügelung, treu dieser heiligen klaren Einsicht suchte
ich einen abgelegenen Ruheplatz auf, einen Hain, den Fuß eines
Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof,
die Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene. Nach dem
Mahle, wenn ich vom Almosengange zurückgekehrt war, setzte
ich mich mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade
aufgerichtet, und pflegte der Einsicht. Ich hatte weltliche
Begierde verworfen und verweilte begierdelosen Gemüthes,
von Begierde läuterte ich mein Herz. Gehässigkeit hatt’ ich
verworfen, hasslosen Gemüthes verweilt’ ich, voll Liebe und
Mitleid zu allen lebenden Wesen läuterte ich mein Herz von
Gehässigkeit. Matte Müde hatt’ ich verworfen, von matter Müde
war ich frei; das Licht liebend, einsichtig, klar bewusst,
läuterte ich mein Herz von matter Müde. Stolzen Unmuth hatt’
ich verworfen, ich war frei von Stolz; innig beruhigten
Gemüthes läuterte ich mein Herz von stolzem Unmuth.[48] Das
Schwanken hatt’ ich verworfen, der Ungewissheit war ich
entronnen; ich zweifelte nicht am Guten, vom Schwanken läuterte
ich mein Herz.
›Ich hatte nun diese fünf Hemmungen aufgehoben, hatte die
Schlacken des Gemüthes kennen gelernt, die lähmenden; gar fern
von Begierden, fern von unheilsamen Dingen lebt’ ich in sinnend
gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der
ersten Schauung.
›Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens gewann ich die
innere Meeresstille[49], die Einheit des Gemüthes, die von
sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige
Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung.
›In heiterer Ruhe verweilte ich gleichmüthig, einsichtig, klar
bewusst, ein Glück empfand ich im Körper, von dem die Heiligen
sagen: ‚Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‘; so gewann
ich die Weihe der dritten Schauung.
›Nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des
einstigen Frohsinns und Trübsinns gewann ich die Weihe der
leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen
Reine, die vierte Schauung.
›Solchen Gemüthes, innig, geläutert, gesäubert, gediegen,
schlackengeklärt, geschmeidig, biegsam, fest, unversehrbar, 125
richtete ich das Gemüth auf die Erkenntnis der Wahnversiegung.
‚Das ist das Leiden‘ verstand ich der Wahrheit gemäß. ‚Das ist
die Leidensentwicklung‘ verstand ich der Wahrheit gemäß. ‚Das
ist die Leidensauflösung‘ verstand ich der Wahrheit gemäß. ‚Das
ist der zur Leidensauflösung führende Pfad‘ verstand ich der
Wahrheit gemäß. ‚Das ist der Wahn‘ verstand ich der Wahrheit
gemäß. ‚Das ist die Wahnentwicklung‘ verstand ich der Wahrheit
gemäß. ‚Das ist die Wahnauflösung‘ verstand ich der Wahrheit
gemäß. ‚Das ist der zur Wahnauflösung führende Pfad‘ verstand
ich der Wahrheit gemäß.
›Also erkennend, also sehend ward da mein Gemüth erlöst
vom Wunscheswahn, erlöst vom Daseinswahn, erlöst vom
Nichtwissenswahn. ‚Im Erlösten ist die Erlösung‘, diese
Erkenntniss ging auf. ‚Versiegt ist die Geburt, vollendet das
Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‘
verstand ich da.
›So ein Wissen hab’ ich, Brüder, so ein Schauen, bei allen
äußeren Eindrücken auf diesen mit Bewusstsein behafteten Körper
da, und habe der Ichheit und Meinheit Dünkelanwandlungen
gänzlich ausgetilgt.‹
»Die Rede, ihr Mönche, eines solchen Mönches ist zu billigen
und gutzuheißen; und hat man sie gebilligt und gutgeheißen,
so hat man ihn also anzureden: ›Gesegnet sind wir, Bruder,
hochgesegnet sind wir, Bruder, die wir den Ehrwürdigen als so
ächten Asketen gegenwärtig haben.‹«[50]
* * * * *
Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche
über das Wort des Erhabenen.
113.
Zwölfter Theil Dritte Rede
EIN GUTER MENSCH
Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei 126
Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort
nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!«
-- »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen
aufmerksam. Der Erhabene sprach also:
»Die Weise guter Menschen will ich euch zeigen, ihr Mönche, und
die Weise schlechter Menschen: das höret und achtet wohl auf
meine Rede.«
»Gewiss, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen
aufmerksam. Der Erhabene sprach also:
»Was ist nun, ihr Mönche, die Weise schlechter Menschen? Da
ist, ihr Mönche, ein schlechter Mensch aus einem vornehmen
Hause hinausgezogen. Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich
aus einem vornehmen Hause hinausgezogen, diese anderen Mönche
aber, die sind es nicht.‹ Um seiner vornehmen Abkunft willen
brüstet er sich und verachtet die anderen. Das ist, ihr
Mönche, die Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch um vornehmer Abkunft willen kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer nicht aus einem vornehmen Hause hinausgezogen ist, und er
wandelt der Lehre gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt
der Lehre nach, so ist er darum zu ehren, so ist er darum zu
preisen.‹ Der macht eben den Wandel zum Wesen, und um seiner
vornehmen Abkunft willen brüstet er sich nicht, noch verachtet
er die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise guter
Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch aus einem
reichen Hause hinausgezogen.[51] Der gedenkt bei sich: ›Ich bin 127
freilich aus einem reichen Hause hinausgezogen, diese anderen
Mönche aber, die sind es nicht.‹ Um seines Reichthums willen
brüstet er sich und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr
Mönche, die Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch um des Reichthums willen kann man begehrliche Eigenschaften
verlieren, kann man gehässige Eigenschaften verlieren, kann
man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch einer nicht aus
einem reichen Hause hinausgezogen ist, und er wandelt der Lehre
gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so
ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht
eben den Wandel zum Wesen, und um seines Reichthums willen
brüstet er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das
ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch bekannt
und berühmt. Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich bekannt
und berühmt, diese anderen Mönche aber sind unbekannt,
unscheinbar.‹ Um seiner Bekanntheit willen brüstet er sich und
verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise
schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich:
›Nicht doch um der Bekanntheit willen kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer nicht bekannt und berühmt ist, und er wandelt der Lehre
gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so
ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht
eben den Wandel zum Wesen, und um seiner Bekanntheit willen
brüstet er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das 128
ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, erlangt ein schlechter Mensch
Kleidung, Nahrung, Lagerstatt und Arzenei im Falle der
Krankheit. Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich erlange
Kleidung, Nahrung, Lagerstatt und Arzenei im Falle der
Krankheit, diese anderen Mönche aber, die erlangen es nicht.‹
Um dieser Erlangung willen brüstet er sich und verachtet
die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise schlechter
Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich:
›Nicht doch um der Erlangung willen kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer keine Kleidung, Nahrung, Lagerstatt und Arzenei im Falle
der Krankheit erlangt, und er wandelt der Lehre gemäß, wandelt
auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so ist er darum zu
ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht eben den Wandel
zum Wesen, und weil er etwas erlangt, brüstet er sich nicht,
noch verachtet er die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die
Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, weiß ein schlechter Mensch viel.
Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich weiß viel, diese anderen
Mönche aber, die wissen nicht viel.‹ Weil er viel weiß, brüstet
er sich und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche,
die Weise schlechter Menschen.[52]
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch weil man viel weiß, kann man begehrliche Eigenschaften
verlieren, kann man gehässige Eigenschaften verlieren, kann
man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch einer nicht viel 129
weiß, und er wandelt der Lehre gemäß, wandelt auf dem geraden
Wege, folgt der Lehre nach, so ist er darum zu ehren, so ist
er darum zu preisen.‹ Der macht eben den Wandel zum Wesen, und
weil er viel weiß, brüstet er sich nicht, noch verachtet er die
anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch ein
Künder der Ordenszucht. Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich
ein Künder der Ordenszucht, diese anderen Mönche aber, die sind
keine Künder der Ordenszucht.‹ Um seiner Kunde der Ordenszucht
willen brüstet er sich und verachtet die anderen. Auch das ist,
ihr Mönche, die Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch um der Kunde der Ordenszucht willen kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer kein Künder der Ordenszucht ist, und er wandelt der Lehre
gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so
ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht
eben den Wandel zum Wesen, und um seiner Kunde der Ordenszucht
willen brüstet er sich nicht, noch verachtet er die anderen.
Auch das ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch ein
Sprecher der Lehre. Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich ein
Sprecher der Lehre, diese anderen Mönche aber, die sind keine
Sprecher der Lehre.‹ Weil er über die Lehre spricht, brüstet er
sich und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die
Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht 130
doch weil man über die Lehre spricht, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer kein Sprecher der Lehre ist, und er wandelt der Lehre
gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so
ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht
eben den Wandel zum Wesen, und weil er über die Lehre spricht,
brüstet er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das
ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch ein
Waldeinsiedler. Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich ein
Waldeinsiedler, diese anderen Mönche aber, die sind keine
Waldeinsiedler.‹ Um sein Waldeinsiedlerthum brüstet er sich
und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise
schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch um Waldeinsiedlerthum kann man begehrliche Eigenschaften
verlieren, kann man gehässige Eigenschaften verlieren, kann
man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch einer kein
Waldeinsiedler ist, und er wandelt der Lehre gemäß, wandelt
auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so ist er darum zu
ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht eben den Wandel
zum Wesen, und um sein Waldeinsiedlerthum brüstet er sich
nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das ist, ihr Mönche,
die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, trägt ein schlechter Mensch die
Fetzenkutte. Der gedenkt bei sich: ›Ich trage freilich die
Fetzenkutte, diese anderen Mönche aber, die tragen keine
Fetzenkutte.‹ Weil er die Fetzenkutte trägt, brüstet er sich
und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise
schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht 131
doch weil man die Fetzenkutte trägt, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer keine Fetzenkutte trägt, und er wandelt der Lehre gemäß,
wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so ist er
darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht eben den
Wandel zum Wesen, und weil er die Fetzenkutte trägt, brüstet er
sich nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das ist, ihr
Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ist ein schlechter Mensch ein
Brockenbettler.[53] Der gedenkt bei sich: ›Ich bin freilich
ein Brockenbettler, diese anderen Mönche aber, die sind keine
Brockenbettler.‹ Um sein Brockenbettlerthum brüstet er sich
und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise
schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch um Brockenbettlerthum kann man begehrliche Eigenschaften
verlieren, kann man gehässige Eigenschaften verlieren, kann
man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch einer kein
Brockenbettler ist, und er wandelt der Lehre gemäß, wandelt
auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so ist er darum zu
ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht eben den Wandel
zum Wesen, und um sein Brockenbettlerthum brüstet er sich
nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das ist, ihr Mönche,
die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, lebt ein schlechter Mensch unter
einem Baume. Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich lebe unter
einem Baume, diese anderen Mönche aber, die leben nicht unter
Bäumen.‹ Weil er unter einem Baume lebt, brüstet er sich und
verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise
schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht 132
doch weil man unter einem Baume lebt, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer nicht unter einem Baume lebt, und er wandelt der Lehre
gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so
ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht
eben den Wandel zum Wesen, und weil er unter einem Baume lebt,
brüstet er sich nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das
ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, lebt ein schlechter Mensch auf
einem Leichenhofe. Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich lebe auf
einem Leichenhofe, diese anderen Mönche aber, die leben nicht
auf Leichenhöfen.‹ Weil er auf einem Leichenhofe lebt, brüstet
er sich und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr Mönche,
die Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch weil man auf einem Leichenhofe lebt, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer nicht auf einem Leichenhofe lebt, und er wandelt der
Lehre gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre
nach, so ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹
Der macht eben den Wandel zum Wesen, und weil er auf einem
Leichenhofe lebt, brüstet er sich nicht, noch verachtet er die
anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, lebt ein schlechter Mensch in
einer offenen Ebene. Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich lebe
in einer offenen Ebene, diese anderen Mönche aber, die leben
nicht in offenen Ebenen.‹ Weil er in einer offenen Ebene lebt,
brüstet er sich und verachtet die anderen. Auch das ist, ihr
Mönche, die Weise schlechter Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch weil man in einer offenen Ebene lebt, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer nicht in einer offenen Ebene lebt, und er wandelt der
Lehre gemäß, wandelt auf dem geraden Wege, folgt der Lehre
nach, so ist er darum zu ehren, so ist er darum zu preisen.‹
Der macht eben den Wandel zum Wesen, und weil er in einer
offenen Ebene lebt, brüstet er sich nicht, noch verachtet er
die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise guter Menschen.
»Weiter sodann, ihr Mönche, ruht ein schlechter Mensch nur
sitzend aus. Der gedenkt bei sich: ›Ich freilich ruhe nur
sitzend aus, diese anderen Mönche aber, die legen sich hin.‹
Weil er nur sitzend ausruht, brüstet er sich und verachtet
die anderen. Auch das ist, ihr Mönche, die Weise schlechter
Menschen.
»Ein guter Mensch aber, ihr Mönche, gedenkt bei sich: ›Nicht
doch weil man nur sitzend ausruht, kann man begehrliche
Eigenschaften verlieren, kann man gehässige Eigenschaften
verlieren, kann man eitle Eigenschaften verlieren. Wenn auch
einer sich hinlegt, und er wandelt der Lehre gemäß, wandelt auf
dem geraden Wege, folgt der Lehre nach, so ist er darum zu
ehren, so ist er darum zu preisen.‹ Der macht eben den Wandel
zum Wesen, und weil er nur sitzend ausruht, brüstet er sich
nicht, noch verachtet er die anderen. Auch das ist, ihr Mönche,
die Weise guter Menschen.