Und Sarah lächelte ihn weg, wenn Renée hinsah. –

Das Arbeiten brachte Renée in eine gute, gleichmäßige Angespanntheit. Es

gab ein Maß für die Tage, für die Wochen, für die Monate. Sie kam sich

versorgt vor, wie jemand, der endlich eine passende Anstellung gefunden

hat. Es war angenehm, zu wissen, was man am Morgen tun würde. Man fühlte

die Stille und die Freude der Sonntage.

Manchmal kam Renée mit Nana zusammen. Dort traf sie Nanas Kolleginnen;

tüchtige, frohe Menschen waren es. Manche – so fand Renée – hätten nicht

so witzig zu sein brauchen, sie sagten: „Tableau“ – „So ist die Kiste“ –

„Fertig ist die Laube“ – aber sie waren brav und ordentlich und auch

klug zuweilen. Man überhörte eben die Witze.

„Wirst du denn nur immerzu so arbeiten?“ sagte Sarah.

„Freilich, bis ich fertig bin.“ – „Und dann?“ – „Dann arbeite ich

weiter.“ – „Es wundert mich, daß dies Schulmädchenleben dich

befriedigt,“ sagte Sarah.

Eigentlich mußte Renée lachen. Nun ja – was sie betrieb, waren ja nicht

eben gerade Probleme der Wissenschaft. Aber Sarah – wenn sie sich Sarah

über der griechischen Formenlehre dachte oder bei den ekligen

Dreieckskonstruktionen.

„So lange ich die Dinge noch nicht kann, befriedigt es mich eben, sie zu

lernen,“ antwortete Renée. Sie dachte: Dieser kleine Überfall mag ruhig

hingehn.

Das Leben der Renée von Catte · 第 34 / 74 题