„Sag mir doch, Sarah, fühlst du das nicht?“ – „Es gibt viel mehr
Versionen der sogenannten Liebe, als du es ahnst,“ antwortete Sarah. –
„Aber wenn man doch sieht, daß der andre Mensch leidet – leidet. Wenn
man sieht, daß jede Freude, jedes Glück, jedes Lächeln von ihm genommen
wird – und bleibt nichts als Bitterkeit.“ –
Sarah und Renée gingen weiter; sie schwiegen beide; auf einmal blieb
Sarah stehn, faßte Renée den Armen. – „Meinst du mich?“ sagte sie mit
einem bösen, schroffen Ton. „Dich? – ich weiß nicht – ich meine
niemand.“
Sarah wandte sich zum Gehen. – „Solltest du mich meinen,“ sagte sie, „so
irrst du dich einigermaßen. Du wirst das wohl selber bald einsehn.“ –