Im 107. Briefe wird mit Anlehnung an Verse des Stoikers ~Kleanthes~
(4. Jahrh. v. Chr.), die ~Epiktet~ (c. 52. Ausg. v. Chr. Gottl. Heyne.
Lpzg. 1783) überliefert, das Wort geschaffen:
*Ducunt volentem fata, nolentem trahunt,*
Den Willigen führt das Geschick, den Störrischen schleift
es mit.--
*Licentia poetica,*
*Poetische Licenz,*
ist entlehnt aus ~Senecas~ "Natural. quaest." II, 44, wo es heisst:
"poeticam ista licentiam docent". (vrgl. ~Cicero~ "de orat." 3, 38,
wo "poetarum licentiae" und ~Phaedrus~ 4, 25, wo "poetae more ... et
licentia" steht. ~Lucians~ "Gespräch mit Hesiod" nennt diese Licenz:
τὴν ἐν τῷ ποιεῖν ἐξουσίαν).-- Vielleicht ist auch
*per aspera ad astra*
über rauhe Pfade zu den Sternen
aus ~Seneca~ geschöpft, in dessen "rasendem Herkules" Vers 437 lautet:
Non est ad astra mollis e terris via.