Aus der Erzählung von der Hadesstrafe des Sisyphus ("Odyssee" 11,
593-600. S. unt. Kap. II, "Sisyphusarbeit") citiert man V. 598:
αὖτις ἔπειτα πέδονδε κυλίνδετο λᾶας ἀναιδής,
wieder entrollte darauf in die Eb'ne der schändliche Felsblock,
weil Voss (Musenalmanach für 1778 S. 149) die Tonmalerei des in lauter
Daktylen dahinstürzenden Hexameters also wiedergeben zu müssen glaubte:
*Hurtig mit Donnergepolter* (_entrollte der tückische Marmor_),
und die drei ersten im griechischen Texte gar nicht vorhandenen Wörter
dieser Übersetzung zum Citate geworden sind.
In der frühesten Form, wie sie ein Brief von Voss an Gleim vom 27.
März 1777 aufbewahrt, finden wir:
"Und wie ein Wetter herunter entrollte der tückische Felsen."
Bernays fügt hinzu ("Homers Odyssee von J. H. Voss", Stuttg. 1881,
S. LXI): "Es sei hier bemerkt, dass auch Pope diese Verse mit
besonderer Anstrengung behandelt und ihnen das stärkste Mass sinnlich
nachahmender Bewegung zu erteilen versucht hat:
"The huge round stone, resulting with a bound,
Thunders impetuous down, and smokes along the ground."
Wie sehr auch Voss den Popeschen Homer verachtete und bespöttelte,
zu seinem Donnergepolter liess er sich wahrscheinlich doch durch den
Engländer verleiten".--
"Odyssee" 12, 208-12 enthält die Trostworte des Odysseus an seine
Ruderer, die vor der Scylla erschrecken:
"ὦ φίλοι, οὐ γάρ πώ τι κακῶν ἀδαήμονες εἰμέν.
... καί που τῶνδε μνήσεσθαι ὀίω".
Freunde, wir sind ja bisher nicht ungeübt in Gefahren ...
Und ich hoffe, wir werden uns einst auch dieser erinnern".
Die letzten Worte citieren wir nach ~Vergils~ leicht veränderter
Wiedergabe ("Aen." 1, 203):
*... forsan et haec olim meminisse juvabit,*