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Das Bild für eine komisch grosse Erregung in kleinem Kreise,
*Sturm im Glase Wasser,*
verdanken wir Charles de Sécondat, Baron de *Montesquieu* (1689-1755),
welcher die Wirren in der Zwergrepublik San Marino "tempête dans un
verre d'eau" nannte (s. Balzacs "le Curé de Tours" p. 281, Oeuvr.
compl. Par. 1857).
Ihm floss dieser Vergleich wohl aus den Alten zu. In ähnlichem Sinne
nämlich war zur Zeit ~Ciceros~ (s. "de leg." 3, 16) "excitare fluctus
in simpulo" (Stürme im Schöpflöffel erregen) sprichwörtlich; und im
~Athenaeus~ ("Deipnos." VIII, 19) verspottet der Flötenspieler Dorion
die Tonmalerei des Zitherspielers Timotheos, der einen Seesturm
spielen wollte, mit den Worten: "er habe in einem siedenden Kochtopfe
schon einen grösseren Sturm gehört".--
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Von Worten François Marie Arouet de *Voltaire*s (1694-1778) sind
bekannt: aus "Candide":
*Tout est pour le mieux dans le meilleur des mondes possibles,*
Alles ist aufs beste bestellt in der besten der möglichen Welten,
ein von ~Leibniz~ in "Theodicaea", (1710) 1, 8 (---- nisi inter omnes
possibiles mundos optimus esset, Deus nullum produxisset, Gott hätte
keine Welt geschaffen, wenn sie nicht unter allen möglichen die beste
wäre) ausgesprochener und von ~Voltaire~ in diesem Romane verspotteter
Gedanke; dann Vers 1, 7 der Komödie "Charlot":
*Et voilà justement comme on écrit l'histoire*
Und das ist just die Art, wie man Geschichte schreibt,
während er ein Jahr früher, 24. Sept. 1766, an Madame du Deffand
in Prosa geschrieben hatte: "Et voilà comme on écrit l'histoire".
In ~Voltaires~ "Jeannot et Colin" lesen wir: "Toutes les histoires
anciennes, comme le disait un de nos beaux esprits, ne sont que des
fables convenues" und vermuten Voltaire selbst in dem "Schöngeist", der
uns so die Geschichte eine
*fable convenue*
vereinbarte, zugegebene Fabel
nennen lehrte. Andere rathen auf ~Fontenelle~, wie Garnier in seiner
Voltaire-Ausgabe T. XXI, p. 237 ohne Fundstelle.--
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Aus dem ersten Gesange von ~Voltaires~ "Henriade" ist der 31. Vers:
*Tel brille au second rang, qui s'éclipse au premier,*
Oft glänzt im zweiten Rang, wer ganz erlischt im ersten;
aus der Vorrede zum "Enfant prodigue":
*Tous les genres sont bons, hors le genre ennuyeux,*
Alle Kunstgattungen sind gut, mit Ausnahme der langweiligen
Kunstgattung,
(von ~Wieland~ am Ende seiner "Sendschreiben an einen jungen
Dichter", von ~Goethe~ in dem am 11. Juni 1792 gesprochenen Epilog
[s. seine "Theaterreden"], nachgeahmt);
aus "le Mondain":
*Le superflu, chose très-nécessaire,*