*Capua der Geister*
genannt, weil Capua bei den Alten wegen seiner entnervenden Üppigkeit
berühmt war.--
* * * * *
*Ich bin ein Preusse, kennt ihr meine Farben?*
wurde zum Geburtstage ~Friedrich Wilhelms III.~ 1830 von J. B.
*Thiersch* (1794-1855) verfasst und steht in den "Liedern und Gedichten
des Dr. Bernhardt Thiersch, von seinen Freunden in und bei Halberstadt
für sich herausgegeben" (Halberstadt 1833).--
* * * * *
Graf August *v. Platen* (1796-1835) sagt in einem titellosen Gedichte
vom Jahre 1818:
*So viel Arbeit um ein Leichentuch!--*
* * * * *
August Heinrich *Hoffmann von Fallersleben* (1798-1874) dichtete 1822
das Lied:
*Du siehst mich an und kennst mich nicht.*
Es erschien zuerst in seinen "Gedichten", Breslau 1827, S. 114. Sein
auf Helgoland entstandenes Lied:
*Deutschland, Deutschland über alles*
erschien zuerst als Einzeldruck am 1. September 1841 zu Hamburg,
und zwar mit Haydns Melodie zu "Gott erhalte Franz den Kaiser",
wodurch Hoffmann die österreichische Volkshymnenweise geschickt nach
Deutschland hinüberspielte.--
* * * * *
Aus dem 1826 zum ersten Male auf der Königstädtischen Bühne in Berlin
gegebenen Singspiele von Karl *v. Holtei* (1798-1880): "Der alte
Feldherr" sind folgende zwei Liederanfänge:
*Denkst du daran, mein tapferer Lagienka?*
eine Nachbildung des 1815 gedichteten Liedes von Emile ~Debraux~:
Te souviens-tu, disait un capitaine
Au vétéran qui mendiait son pain?
("Chants et chansons populaires de la France par H. L. Delloye", Paris
1843, 2. Serie, No. 1), und
*Ford're niemand mein Schicksal zu hören!--*
Der Anfang des 1827 geschriebenen Mantelliedes aus ~Holteis~ "Lenore"
(zum ersten Male aufgeführt zu Berlin, 12. Juni 1828) lautet:
*Schier dreissig Jahre bist du alt,
Hast manchen Sturm erlebt.*
Das Lied fand die weiteste Verbreitung, weil es nach der schönen alten
Volksweise gesungen wird: "Es waren drei Reiter gefangen".--
* * * * *
Aus Heinrich *Heine* (1799-1856) citieren wir das 1822 in den
"Gedichten" mit der Überschrift "An Karl von U(echtritz). Ins
Stammbuch" abgedruckte:
(_Anfangs wollt' ich fast verzagen
Und ich glaubt' ich trüg' es nie,
Und ich hab' es doch getragen,_--)
*Aber fragt mich nur nicht wie?--*
Und aus seiner ebenda befindlichen, 1819 gedichteten Romanze "Die
Grenadiere":
*Was schert mich Weib, was schert mich Kind?*
(_Lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind._)
Dies entsprang den Versen der altschottischen Ballade "Edward,
Edward" (s. Percy: "Reliques of ancient english poetry", 2. ed.,
London 1767, p. 59):
"And quhat wul ze leive to zour bairns and zour wife,
Quhan ze gang ovir the sea, O?
The warld is room, late them beg throw life,
Mither, mither."
Nach Herder (Suphan, Bd. 25, S. 20, Berl. 1885), aus dem Heine wohl
schöpfte:
"Und was willst lassen dein'm Weib und Kind
wann du gehst übers Meer--o!
Die Welt ist Raum!--lass's betteln drinn
Mutter, Mutter."--
Aus ~Heines~ "Lyrischem Intermezzo" (1823 mit den "Tragödien"
erschienen) sind die Anfangsverse der Gedichte (No. 1 u. 9):
*Im wunderschönen Monat Mai,*
und:
*Auf Flügeln des Gesanges,*
sowie (No. 39) die Verse aus dem zuerst im Berliner "Gesellschafter"
vom 9. Okt. 1822 gedruckten Gedichte: "Ein Jüngling liebt' ein Mädchen":
*Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu.--*
Aus ~Heines~ "Heimkehr" (No. 2) ist das zuerst im Berliner
"Gesellschafter" vom 26. März 1824 abgedruckte:
*Ich weiss nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn,*
mit dem Schlusse:
*Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei gethan;*
ferner der Schluss des zuerst in den "Rheinblüten" (Taschenbuch auf das
Jahr 1825) abgedruckten Gedichtes (No. 19):
Sei mir gegrüsst, du grosse,
Geheimnisvolle Stadt,
mit dem überraschenden Wortspiel:
(_Die Thore jedoch, die liessen
Mein Liebchen entwischen gar still;_)
*Ein Thor ist immer willig,
Wenn eine Thörin will;*
und aus dem (ebenda zuerst gedruckten) Gedichte (No. 38) "Mensch,
verspotte nicht den Teufel" die Zeile:
*Mensch bezahle deine Schulden;*
sowie der Anfang des Liedes (No. 64):
*Du hast Diamanten und Perlen*
mit seinem Kehrreim:
*Mein Liebchen, was willst du mehr?*[55]
welches mit der Notiz "Geschrieben im Herbst 1823" zuerst in der
Hamburger Zeitschrift "Die Biene" vom 31. Jan. 1826 erschien; und das
in No. 66 enthaltene:
*Die Leutnants und die Fähnderichs,
Das sind die klügsten Leute.--*
[Fußnote 55: Eine Anlehnung an den Kehrreim in Goethes "Nachtgesang":
"Schlafe! ~was willst du mehr~?" (vrgl. "Goethe in Heines Werken" v. W.
Robert-tornow. 1883. S. 11) der dem "Dormi, ~che vuoi di più~?" eines
von Reichardt komponierten italienischen Volksliedes nachgebildet ist,
welches Viehoff ("Goethes Gedichte" I, 110; 3. Aufl. 1876) mitteilt.]
Am Schlusse eines Gedichtes in der "Harzreise" (1824; Ges. W. I, 63)
nennt ~Heine~ sich einen "Ritter von dem heil'gen Geist"; ein Wort, das
uns in der Form
*Ritter vom Geist*
durch ~Gutzkows~ Roman "Die Ritter vom Geiste" (1850-52) geläufig
wurde.--
Aus dem siebenten Gedichte des zweiten Cyklus von ~Heines~ "Nordsee"
(1826), "Fragen", wird der Schlussvers citiert:
*Und ein Narr wartet auf Antwort.--*