Leer gebrannt
Ist die Stätte;
Ein süsser Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt;*
[Fußnote 47: Anschluss an Joh. 1, 51: s. Kapitel I.]
(Die Berliner sagten 1813 von Bernadottes geringen Verlusten bei
Grossbeeren und Dennewitz nach ~Häussers~ "Deutscher Geschichte", 3.
Aufl., Bd. 4, S. 267:
_Er zählt die Häupter seiner Lieben,
Und sieh! es fehlten ihm nur sieben._)
*... die Gattin ..., die teure;
... das Auge des Gesetzes wacht;
Wenn sich die Völker selbst befrei'n,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeih'n;
Da werden Weiber zu Hyänen;
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn;
Jedoch der Schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.--*
* * * * *
Aus ~Schillers~ Drama "Die Piccolomini" (1800) wird citiert:
*Spät kommt ihr, doch ihr kommt* (1, 1),
wobei bemerkt werden mag, dass schon in der Odyssee, 23, 7 von Odysseus
gesagt wird, er komme nach Hause, obwohl er spät komme. (Ursprünglich
begannen weder "Don Carlos" noch die "Piccolomini" mit ihren so
berühmten Worten. Der Anfang der "Piccolomini" lautete:
Gut, dass Ihr's seid, dass wir Euch haben! wusst' ich doch,
Graf Isolani bleibt nicht aus.)
*Was ist der langen Rede kurzer Sinn?* (1, 2.)
*Des Dienstes immer gleichgestellte Uhr.* (1, 4.)
*In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.* (2, 6.)
*Wohl ausgesonnen, Pater Lamormaín!* (2, 7.)
*Wär' der Gedank' nicht so verwünscht gescheit,
Man wär' versucht, ihn herzlich dumm zu nennen* (_ebenda_).
(_O, der ist aus dem Himmel schon gefallen,
Der an der Stunden Wechsel denken muss!_)
*Die Uhr schlägt keinem Glücklichen* (3, 3),
was gewöhnlich in der Form citiert wird:
*Dem Glücklichen schlägt keine Stunde;*
*Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an,
Wenn man den sichern Schatz im Herzen trägt* (3, 4),
*Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme* (3, 8),
was als Nebentitel des von ~Hauff~ unter dem Namen H. ~Clauren~ und
gegen diesen geschriebenen Romans "Der Mann im Monde" (1825) noch
bekannter geworden ist;
*Das eben ist der Fluch der bösen That,
Dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären* (5, 1).
Derselbe Gedanke wird schon im "Agamemnon" des ~Äschylus~, 758 so
ausgesprochen: "Die gottlose That erzeugt mehre, die ihrem Geschlecht
gleichen", und von ~Saxo Grammaticus~ († 1204) in seiner Erzählung
von "Hamlet" folgendermassen: "Das eben ist der Fluch der Schuld,
dass sie immer wieder Reiz und Veranlassung zu neuer Schuld enthalten
muss". (Simrock, "Quellen des Shakespeare", 2. Aufl., I., 104.)--
* * * * *
Aus "Wallensteins Tod" wird citiert:
1, 4:
*Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit;*
*Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme;*
*Sei im Besitze, und du wohnst im Recht;*
1, 5:
*Ich hab' hier bloss ein Amt und keine Meinung.*
2, 2:
*Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort:*
*Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit--
Leicht bei einander wohnen die Gedanken,
Doch hart im Raume stossen sich die Sachen.*
2, 3:
*Es giebt im Menschenleben Augenblicke;*
*Und Ross und Reiter sah ich niemals wieder.*
2, 6:
*Dank vom Haus Österreich!*
3, 9:
*Das war kein Heldenstück, Octavio!*
3, 10:
*Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne strahlen;*
(Gern wird für "Sterne strahlen" hier "Sterne glänzen" gesagt, weil
es weicher klingt.)
3, 13:
*Du hast's erreicht, Octavio!*
was gewöhnlich so citiert wird:
*Du hast's gewollt! Octavio!*
*Da steh' ich, ein entlaubter Stamm!*
3, 15:
*So ist's, mein Feldherr!*
*Daran erkenn' ich meine Pappenheimer*
3, 18:
*Max, bleibe bei mir!*
4, 10:
*Keines Überfalls gewärtig;*
*Gekeilt in drangvoll fürchterliche Enge;*
*Man sagt, er wollte sterben.*
Theklas Monolog in 4, 12 enthält:
*Was ist das Leben ohne Liebesglanz?*
und schliesst:
*Das ist das Loos des Schönen auf der Erde!*
5, 5 findet sich:
*Ich denke einen langen Schlaf zu thun,
Denn dieser letzten Tage Qual war gross;*
und 5, 11:
*Des Menschen Engel ist die Zeit.--*
* * * * *