Ein Wesen, das uns zu raten giebt, nennen wir eine

*Sphinx;*

denn die thebanische Sphinx, welche nach ~Cinaethos~, des Milesiers,

"Oedipodie" (s. ~Proclus~ "Chrestomathie") keine "Bestie" ("θηρίον"),

sondern eine "Wahrsagerin" ("χρησμολόγος"), nach anderen

jedoch (~Apollodor~ III, 5, 8) ein Geschöpf war mit Weibsgesicht,

Löwenkörper und Vogelflügeln, diese Sphinx, die ~Hesiod~

("Theog." 326) "Echidnas und Orthys' Tochter", "die furchtbare"

("ὀλοήν") und "ein Verderben für die Kadmeer" ("Καδμείοισιν

ὄλεθρον") nennt, sie gab den Thebanern Rätsel auf und tötete

deren viele, die an der Auflösung verzagten, bis Oedipus auf

ihre Frage: "Wer ist morgens vierbeinig, mittags zweibeinig, abends

dreibeinig?" die kluge Antwort: "der Mensch" zu geben wusste, worauf

sie sich selbst (oder er ihr) das Leben nahm.

Belegstellen s. bei Heyne zu ~Apollodor~ a.a.O. u. ferner:

~Aeschylus~ "Sieb. geg. Th." 526, 543; ~Sophokles~ "Oedip. tyr."

1179; ~Euripides~ "Phoen." 6, 745, 784ff., 1297, 1442ff., 1668ff.;

~Hygin.~ 67; ~Ausonius~ "Griphus" 38-41 u.a.m.--

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Nach dem ~homerischen~ Hymnus auf Apoll (285-289) baute sich dieser

Gott der Musen und Dichter am Fusse des "Πάρνησος",

*Parnass*

(Berg in Phokis) einen Tempel. Auch der "Ἑλικών",

*Helikon*

(Berg in Böotien) ist Aufenthalt der Musen, die dort tanzen und sich in

der Quelle "Ἱππουκρήνη",

*Hippokrene*

baden (~Hesiod~ "Theog." 1ff.). Diesen Musenquell liess der Hufschlag

des als Spross Neptuns und der Medusa von der Erde zu den Göttern

schwebenden Flügelrosses

*Pegasus*

(~Hesiod~ "Th." 284: "Πήγασος ἵππος") entspringen (~Ovid~

"Met." 5, 257: "Dura Medusaei quem praepetis ungula rupit") und wer

sich mit dem Wasser dieses "Rossquells" "die Lippen netzte", d.h. wer

daraus trank, wurde ein Dichter (s. ~Persius~ "Prolog.": "Nec fonte

labra prolui caballino" und andere Stellen bei J. Mallet "Quaestiones

Propertionae" Gött. 1882 S. 4-7, wo nachgewiesen wird, dass diese

Vorstellung auf alexandrinische Dichter zurückgeht).--

* * * * *

Im ~Hesiod~ ("Theog." 227) begegnet uns zuerst die Tochter der Eris,

Lethe (Λήθη, die Vergessenheit). Der mythische Fluss

*Lethe*

wurde nach ihr benannt und aus diesem,

*aus dem Strom der Vergessenheit trinken*

die abgeschiedenen Seelen, die vom Elysium zu verklärtem Dasein

übergehen (vrgl. ~Vergil~ "Aen." 6, 714-715: "Lethaei ad fluminis undam

... longa oblivia potant").--

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~Hesiod~ ("Theog." 313) erwähnt zuerst die Tochter Typhons und

Echidnas, "Ὕδρην ... λύγρ' εἰδυῖαν Λερνειήν", "die Verderben

brütende, Lernaeische

*Hydra* _oder_ *Hyder",*

wozu der Scholiast (p. 257) treffend bemerkt, sie versinnbildliche

das Böse, das immer wieder sein Haupt erhebt, so sehr man es auch

vernichten will. Herkules tötete aber die Hydra, obgleich nach

~Apollodor~ (II, 5, 2) "μιᾶς κοπτομένης κεφαλῆς δύο ἀνεφύοντο",

"ihr zwei Köpfe wiederwuchsen, wenn einer abgehauen war".

Vrgl. ~Ovid~ "Met." 9, 71-74. Die Zahl ihrer Häupter wird verschieden

angegeben. Vrgl. ~Pisander~ aus Kamiros bei Pausan. II, 37. p. 399,

400; ~Alcaeus~ beim Scholiasten zu Hesiod, a.a.O.; ~Euripides~ "Herc.

fur." 419; ~Diodor~ 4, 21; ~Hygin.~ "Fab." 30.--

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 118 / 438 题