Von ~Hesiod~ (9. Jahrh. v. Chr.) wird auch zuerst

*die goldene Zeit*

_oder_: *das goldene Zeitalter*

erwähnt ("Werke und Tage" 109-123). Es ist das saturnische Zeitalter

gemeint, "wo die Menschen sorglos ohne Arbeit und Weh dahinlebten, wie

die Götter, ohne Altersbeschwer, immer tafelfreudig, und starben, als

schliefen sie ein; wo der Acker von selbst Frucht trug" u.s.w.

Vrgl. ~Aratus~ "Phaenomena" 96-106; ~Tibull~ 1, 3, 35; ~Ovid~ "Amor."

3, 8, 40; "Met." 1, 89-112; d. Verf. d. "Aetna" V. 9 u. ~Claudian~

"Lob d. Stilicho" 1, 85.--S.: Eichhoff in "Fleckeisens Jahrb. f.

Philol. u. Pädag." 120, 581. Viele einschlagende Stellen der alten

Komödiendichter giebt ~Athenaeus~ 6 p. 267 E.-270 A. Auch schrieb

~Eupolis~ ein "χρυσοῦν γένος".--

* * * * *

In der attischen Komödie des fünften Jahrhunderts v. Chr. finden wir

unter anderen Zügen der "goldenen Zeit" bei ~Krates~ (s. Athenaeus

a.a.O.): "παρατίθου τράπεζα"--"Tisch, decke dich!", dem wir

im deutschen Märchen wieder begegnen als

*Tischlein, decke dich!--*

~Telekleides~ aber singt (ebenda): "ὀπταὶ κίχλαι μετ'

ἀμητίσκων εἰς τὴν φάρυγ' εἰσεπέτοντο"--"Gebratene Krammetsvögel

mit kleinen Kuchen flogen Einem in den Schlund hinein"; während sie

nach ~Pherekrates~ (ebenda), sehnsüchtig verspeist zu werden, Einem

"περὶ τὸ στόμ' ἐπέτοντο"--"um den Mund herumflogen". Der

gleichen Vorstellung entsprang unser:

*Gebratene Tauben, die Einem ins Maul fliegen,*

von denen schon 1536 ~Hans Sachs~ ("Gedichte", Nürnb. 1558, S. 544)

in seinem "Schlaweraffen Landt" weiss, so wie das in "les navigations

de Panurge" (in d. 1547 zu Valence ersch. Nachdruck d. "Gargantua u.

Pantagruel" von Rabelais) vorkommende:

*Il attend, ques les alouettes lui tombent toutes rôties*

(er erwartet, dass ihm die Lerchen ganz gebraten herabfallen).--

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 119 / 438 题