*ein fettes Kalb*
(wörtlich: "ein gemästetes" V. 23) zu Ehren des Wiedergefundenen
schlachten lässt.--
Aus Lukas 16, 8 (vrgl. 20, 34): "... die Kinder dieser Welt sind
klüger, denn die Kinder des Lichts..." leiten wir die Worte her:
*Kinder der Welt,*
*Weltkind,*
*Weltklug* _und_ *Weltklugheit.--*
Lukas 16, 9 und 11 bietet das Wort:
*Ungerechter Mammon.--*
Aus Lukas 16, 19 ist:
*Herrlich und in Freuden leben;*
aus Lukas 16, 20:
*Arm wie Lazarus*
(dessen Name in "Lazareth" und "Lazzaroni" verewigt ist);
aus Lukas 16, 22 und 23:
*In Abrahams Schoss.--*
Lukas 16, 26 sagt Abraham, den Lazarus im Schoss liegend, vom Himmel
herab zu dem aus der Hölle emporflehenden Reichen: "... über das Alles
ist zwischen uns und euch
*eine grosse Kluft*
befestiget, dass die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können
nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren".--
*Moses und die Propheten haben*
dient uns als scherzhafte Hindeutung auf den Geldbesitz der Juden.
Luk. 16, 29 sagt nämlich Abraham zu dem aus der Hölle für seine fünf
Brüder bittenden Reichen: "Sie haben Moses und die Propheten; lass sie
dieselbigen hören". Hieraus ist das Wort entlehnt und dessen falsche
Anwendung mag daher rühren, dass "Moos haben" für "Geld haben" damit
verquickt wurde.
Das jüdische Wort "Moos" für "Geld" ist der schlecht gesprochene
Pluralis eines nur im Junghebräischen der Mischna vorkommenden
Wortes, welches im Singularis eine kleine Münze = 1/6 Denar bedeutet
(Buxtorf, Lexikon Talmud. S. 1236).--
Auf Grund der Evangelien überhaupt und besonders nach Lukas 18, 10ff.
ist uns der
*Pharisäer*
zum Typus der Selbstgerechtigkeit geworden, dessen Gebet Lukas 18, 11:
*Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie andre Leute*
wir solchen Selbstgerechten gern ironisch in den Mund legen; während
das Gebet des Zöllners, Lukas 18, 13:
*Gott sei mir Sünder gnädig!*
noch heut mit bescheidenem Ernst aus dem Herzen des Demütigen quillt.
Aus demselben Verse citieren wir im Sinne des zerknirscht Insichgehens
das Wort:
*an seine Brust schlagen,*
das Nahum 2,8, wie bei den Griechen und Römern, im Sinne der Betrübnis,
Luk. 2, 3. 48 in dem der Verwunderung vorkommt.--
Man pflegt einen Menschen, den man bei allen öffentlichen Lustbarkeiten
findet:
*Zachäus auf allen Kirchweihen*
zu nennen, weil der kleine Zachäus, der aus Drang, Jesum zu sehen, auf
einen Baum steigt, im Evangelium des Tages der Kirchweihung, Luk. 19,
1-10, vorkommt, also regelmässig am Kirchweihtage genannt wird.--
Aus dem Gleichnis Luk. 19, 12-23 "Von vertrauten Pfunden" schöpfen wir
die nicht unmittelbar darin enthaltenen Worte:
*anvertrautes Pfund,*
was für "Geistesgaben" angewendet wird (s. oben "Talent"), und:
*Mit seinem Pfunde wuchern.--*
Luk. 19, 40 (s. Habakuk 2, 11) spricht Jesus von den Jüngern:
*Wo diese* (_werden_) *schweigen,* (_so_) *werden die Steine
schreien.*
In der "Legenda aurea" des ~Jacobus a Voragine~ (2. Hälfte des 13.
Jahrh.), Cap. 181 "De sancto Pelagio papa" (S. 833, Graesses Ausg.)
wird von Beda Venerabilis († 735) erzählt, er habe sich im hohen
Alter, als er blind geworden, führen lassen, und sein Führer habe
ihm in einem steinigen Thale vorgeredet, es harre dort eine grosse
Menschenmenge seiner Predigt. Am Ende derselben hätten die Steine Amen
gerufen. Diese Legende erzählt L. Th. ~Kosegarten~ unter dem Titel:
"Das Amen der Steine" ("Legenden", neue Aufl., Berl. 1810, 1. Bd., 1.
Bch., XVII), darinnen es heisst:
*Wenn Menschen schweigen, werden Steine schrei'n.--*
Luk. 21, 26 steht:
*Warten der Dinge, die* (_da_) *kommen sollen.--*