*mühselig und beladen*
seid, ich will euch erquicken".--
Nach Matth. 11, 30: "... mein Joch ist sanft und meine Last ist
leicht", sagen wir:
*Ein sanftes Joch.--*
Nach Matth. 12, 24. 27, sowie Luk. 11, 15. 18. 19 (vrgl. 9, 34 und
Mark. 3, 22) sagt man:
*den Teufel durch Beelzebub austreiben.--*
Matth, 12, 30 und Luk. 11, 23 (vrgl. 9, 50) steht:
*Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.--*
Auf Matth. 12, 31 (vrgl. Mark. 3, 28; Luk. 12, 10; Ebr. 6, 4) beruht:
*Sünde wider den heiligen Geist.--*
Das von ~Luther~ volkstümlich gefasste und deshalb, wie er im
"Sendbriefe vom Dolmetschen" vom 8. Sept. 1530 (§ XIV) mitteilt, von
ihm zur Übersetzung des Urtextes (ἐκ ... τοῦ περισσεύματος τῆς καρδίας
τὸ στόμα λαλεῖ) Matth. 12, 34 (vrgl. Luk. 6, 45) gewählte:
*Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund über,*
lautet wörtlich übersetzt im Französischen:
*De l'abondance du coeur la bouche parle.--*
Matth. 13, 12; 25, 29; Mark. 4, 25; Luk, 8, 18; 19, 26:
*Wer da hat, dem wird gegeben,*
fand seinen französischen Schliff in:
*On ne prête qu'aux riches.--*
Aus Matth. 13, 13 (s. oben Psalm 115, 5) schöpfen wir das Wort:
*Mit sehenden Augen nicht sehen.--*
Matth. 13, 21 sowie Mark. 4, 17 übersetzt Luther "πρόσκαιρος"
mit
*wetterwendisch,*
d.h. unbeständig, sich wendend und ändernd wie das Wetter. ~Vor~ Luther
lässt es sich in dieser übertragenen Bedeutung nicht nachweisen.--
Nach Matth. 13, 25 citieren wir:
*Unkraut zwischen den Weizen säen.--*
Matth. 13, 57 (s. Mark. 6, 4; Luk. 4, 24; Joh. 4, 44): "Ein Prophet
gilt nirgend weniger, denn in seinem Vaterlande und in seinem Hause",
wird gemeiniglich gekürzt in:
*Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.--*
Matth. 15, 11 (vrgl. Mark. 7, 15) enthält:
*Was zum Munde eingehet, das verunreinigt den Menschen nicht.--*
Aus Matth. 15, 27 stammt:
*Brosamen, die von des Herrn Tische fallen.--*
*Brosamen, die von des Reichen Tische fallen*
beruht auf Luk. 16, 21.--
Aus Matth. 16, 3: "Könnet ihr denn nicht auch die Zeichen dieser Zeit
urteilen?" ist entlehnt:
*Zeichen der Zeit.--*
Matth. 16, 24 (Mark. 8, 34; Luk. 9, 23) spricht Jesus zu seinen
Jüngern: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst ..."
Danach reden wir von:
*sich selbst verleugnen*
und von
*Selbstverleugnung,*
ein Moralbegriff, der noch über den der "Nächstenliebe" (3. Mos.
19, 18; Matth. 5, 43; 22, 39; Mark. 12, 21; Röm. 13, 9; Gal. 5, 14)
hinausgeht, weil er schon das "Thut wohl denen, die euch hassen"
(Matth. 5, 44; Luk. 6, 27) in sich schliesst, und der seine Wurzel in
dem Gebote (2. Mos. 23, 5) hat: "Versäume gerne das Deine um seinet
(d.h. des Feindes und Hassers) willen".--
Aus Matth. 17, 4: "Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir
hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine", und
aus den ähnlichen Stellen Markus 9, 5 und Lukas 9, 33 hat sich der
Volksmund die Redensart:
*Hier ist gut sein, hier lasst uns Hütten bauen*
zurechtgelegt.--
Matth. 19, 6 und Markus 10, 9 steht:
*Was* (_nun_) *Gott zusammengefüget hat, das soll der Mensch
nicht scheiden.--*
Matth. 19, 30 (vrgl. Matth. 20, 16; Markus 10, 31 und Luk. 13, 30)
bietet:
(_Aber viele, die da sind_) *die ersten werden die letzten
und die letzten werden die ersten sein.--*
Auf Matth. 20 (vrgl. Jesaias 5, 7) beruhen die
*Arbeiter im Weinberg.--*
Für "späte Zeit" ist Matth. 20, 6 und 9 entnommen:
*Elfte* (_nicht: zwölfte_) *Stunde.--*
Matth. 20, 12 steht:
*Des Tages Last und Hitze getragen haben.--*
Matth. 20, 16 und 22, 14 findet sich:
(_Denn_) *viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet.--*