Matth. 6, 27 (vrgl. Luk. 12, 25) lautet: "Wer ist unter euch, der

*seiner Länge ~Eine~ Elle zusetzen*

möge, ob er gleich darum sorget?"--

Matth. 6, 34, lesen wir:

*Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine Plage habe,*

was wir gewöhnlich verkürzen in:

*Jeder Tag hat seine Plage.--*

Matth. 7, 1 (vrgl. Luk. 6, 37) steht:

*Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet.--*

Den Ausdruck:

*Splitterrichter*

bilden wir aus Matth. 7, 3-5: "Was siehest du aber den Splitter in

deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?"

u.s.w. (vrgl. Luk. 6, 41). Doch ist nach Dr. Zunz ("ges. Schrift." III,

294. Berl. 1876) der Priester und Mischnalehrer ~Tarfon~ der wahre

Urheber dieses Spruches.--

*Die Perlen vor die Säue werfen*

ist gebildet nach Matth. 7, 6: "Ihr sollt das Heiligtum nicht den

Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen".--

*Suchet, so werdet ihr finden*

steht Matth. 7, 7 und Luk. 11, 9 (Sprüche Sal. 2, 4-5 ist wohl die

Quelle).--

Aus Matth. 7, 9: "Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn

bittet um Brot, der ihm einen Stein biete?" entnehmen wir:

*einen Stein statt Brot geben.--*

Auf Matth. 7, 15: "Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in

Schafskleidern zu Euch kommen, inwendig aber sind sie reissende Wölfe"

beruht:

*Wölfe in Schafskleidern.--*

Matth. 7, 16 und 20 (vrgl. 12, 33 und Luk. 6, 44) steht:

*an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.*

Ein griechisches Sprichwort (Paroemiogr. Graeci. 1, 252, ed. Leutsch.)

ist: ἐκ τοῦ καρποῦ τὸ δένδρονἐκ τοῦ καρποῦ τὸ δένδρον.--

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 77 / 438 题