*Vaterunser,* _lateinisch:_ *Paternoster,*
dessen vierte Bitte
*das tägliche Brot*
und dessen siebente Bitte das "Erlöse uns von dem Übel" bietet.
Hiernach sagt man im Volke von einem bösen Weibe: "Sie ist aus der
siebenten Bitte", oder man nennt sie kurzweg:
*Böse Sieben.*
Nach Andern soll dieser Ausdruck von den sieben Todsünden entlehnt
sein. Auch werden an manchen Stellen der heiligen Schrift böse Sieben
angeführt. So heisst es:
Sprüche 26, 25: "Denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen"; Matth.
12, 45: "So gehet er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die
ärger sind, denn er selbst" (Luk. 11, 26);--Mark. 16, 9: "Jesus aber,
da er auferstanden war frühe am ersten Tage der Sabbather, erschien
er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel
ausgetrieben hatte";--Luk. 8, 2: "Maria, die da Magdalena heisset,
von welcher waren sieben Teufel ausgefahren".
Andere wiederum leiten "böse Sieben" von einem im 15. Jahrh. erwähnten
Kartenspiele, Karnüffel, Karnöffel, Karnuffel oder Karnoffel genannt,
her. Darin war die siebente Karte von oben der Teufel, der alle anderen
Karten stach. Man nannte diese Karte die "böse Sieben". (Cyriacus
~Spangenberg~ veröffentlichte: "Wider die bösen Sieben ins Teufels
Karnöffelspiel". Jena 1562; Eisl. 1562; Frankf. 1562.)--
Aus Matth. 6, 20 schöpfen wir das Wort:
*Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen.--*
Matth. 6, 21 (vrgl. Luk. 12, 34) steht geschrieben:
*Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.--*
Der Spruch Matth. 6, 24:
*Niemand kann zween Herrn dienen*
hat in Luk. 16, 13 die Form erhalten: "Kein Hausknecht kann zween Herrn
dienen".--
Aus Matth. 6, 24 ist auch:
*Mammon* _und_ *Mammonsdiener*
für "Reichtum" und "Geldmensch" entnommen. Es heisst daselbst: "Ihr
könnet nicht Gott dienen und dem Mammon" (d.h. dem syrischen Gott des
Reichtums). Der Mammon wird auch erwähnt Luk. 16, 9. 11. und 13.--