Hiob 29, 16 steht: "Ich war

*ein Vater der Armen",*

danach wir auch sagen:

*Armenvater.--*

"Man hat mich in Dreck getreten und gleich geachtet dem

*Staub und Asche"*

steht Hiob 30, 19 (vrgl. "Erde und Asche" 1. Mos. 18, 27; Sirach 10, 9;

"Erde und Staub" Sir. 17, 31).--

Aus Hiob 31, 17: "Habe ich meinen Bissen allein gegessen und nicht der

Waise auch davon gegessen?" 18: "Denn ich habe mich von Jugend auf

gehalten wie ein Vater ..." oder aus Sirach 4, 10: "Halte dich gegen

die Waisen wie ein Vater ..." bildeten wir das Wort:

*Waisenvater.--*

Nach Hiob 36, 26: "Siehe, Gott ist gross und unbekannt" sagt man

von einem sich in Werken offenbarenden, sonst unsichtbar bleibenden

bedeutenden Geist:

*Der grosse Unbekannte.*

So wurde (nach J. Ebertys "Walter Scott" 1, 143, 318, 322; 2, 42) der

anonyme Verfasser des "Waverley" genannt ("The great Unknown") und

Lenau singt ("der Hagestolz"):

"Die Schädelpfeif' hat auch geraucht,

Als drin das Leben brannte,

Als noch der Raucher drein gehaucht,

Der grosse Unbekannte".--

Des Herren Worte an das Meer:

*Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hie sollen

sich legen deine stolzen Wellen;*

finden sich Hiob 38, 11. Gewöhnlich wird, wie in Schillers "Räubern"

(2, 1), verkürzt citiert:

*Bis hierher und nicht weiter!*

~Goethe~ legt die in dem Verse 11 enthaltenen Endworte in der Form:

"Werden sich schon legen die stolzen Wellen", der Postmeisterin in

"Stella" (1) in den Mund. Die Worte "und nicht weiter" sind sowohl in

der von Franzosen und Engländern richtig angeführten Übersetzung:

*Nec plus ultra,*

wie in der Umformung, die wir damit vorgenommen:

*Non plus ultra,*

eine Bezeichnung des höchsten Grades einer Eigenschaft geworden.--

Hiob 39, 30 (vrgl. Habakuk 1, 8) heisst es vom "Adler": "wo ein Aas

ist, da ist er", danach wir mit Matth. 24, 28 und Lukas 17, 37 sagen:

*Wo* (_aber_) *ein Aas ist, da sammeln sich die Adler.--*

Auf Hiob 42, 3: "... Darum bekenne ich, dass ich habe unweislich

geredet, dass mir zu hoch ist und nicht verstehe", oder auf Psalm 139,

6 (vrgl. 131, 1): "Solches Erkenntnis ist mir zu wunderlich und zu

hoch, ich kann es nicht begreifen" oder auf den "Sprüchen Salomons" 24,

7: "Weisheit ist dem Narren zu hoch"--beruht das Wort:

*Das ist mir zu hoch.--*

* * * * *

*Psalm* 1, 1: "Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen; noch

tritt auf den Weg der Sünder; noch sitzet, da die Spötter sitzen ..."

liefert uns die Worte:

*Sitzen, da die Spötter sitzen,*

oder:

*Auf der Bank der Spötter sitzen.--*

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 57 / 438 题