SEIFE ZU KOCHEN. (VORRAT.)

7-1/2 kg (15 Pfd.) festes Fett oder

15 kg (30 Pfd.) Sammelfett

3-1/2 kg (7 Pfd.) Seifenstein in

weissen Stuecken

30 l weiches Wasser

1/2 kg (1 Pfd.) Salz

9 l weiches Wasser

_Vorbereitung_: Das Sammelfett kocht man erst mit reichlichem kaltem

Wasser einige Stunden aus und schneidet es erkaltet ab. Dieses Fett ist

dann festes Fett. 20 l Wasser, das Fett und der Seifenstein werden tags

zuvor in einen Kessel ohne Glasur geschuettet.

_Zubereitung_: Die Masse wird am Kochtage langsam zum Sieden gebracht,

und erst nachdem sie 1/2 Stunde mit der scharfen Lauge kochte, wird das

uebrige Drittel des Wassers in Zwischenraeumen zugegossen, wonach die Seife

bei oefterem Ruehren mit einem grossen Holzloeffel ununterbrochen 2-1/2

Stunden kochen muss. Loest sich dieselbe dann als leimige Substanz von dem

Ruehrloeffel ab und ist nicht mehr fettig, was man durch Waschen mit

derselben sehen kann, so streut man 1/2 kg (1 Pfd.) Salz hinein, fuegt 9 l

Wasser hinzu und laesst die Seife noch 1/2 Stunde damit durchkochen, damit

sie sich gut schneidet. In dem Kessel laesst man sie erkalten und schneidet

sie am anderen Tage in beliebig lange Stuecke, kratzt sie unten ab und

laesst sie luftig uebereinander gebaut zum Austrocknen 1/2-3/4 Jahr liegen,

ehe man sie verbraucht. Ist die Seife oben noch fettig, so muss sie noch

laenger kochen, ehe man Salz und Wasser zugiesst. Die unter der Seife

befindliche Lauge laesst sich zur Reinigung eiserner Toepfe, Pfannen,

steinerner Fliesen usw., und in kleinen Mengen auch zur Kuechenwaesche

verwenden.

Volks-Kochbuch für Schule, Fortbildungsschule und Haus · 第 193 / 201 题