Fuer den Selbstkocher existieren mehrere Formen:
Die einfachste und billigste Form des Selbstkochers ist die sogenannte
schwedische Kochkiste. Diese wird fuer 1, 2 oder mehr Kochtoepfe wie folgt
hergestellt:
In eine Kiste mit ueberfassendem sehr genau schliessendem Deckel stellt man
geradwandige--nicht bauchige--emaillierte Kochtoepfe von der gewuenschten
Groesse, welche am oberen Rand bewegliche, starke Drahthenkel und nach
innen fassende, fest schliessende Deckel haben muessen. Die Toepfe sollen so
stehen, dass sie weder sich gegenseitig, noch die Waende der Kiste
beruehren. Die leeren Zwischenraeume werden nun sehr fest mit Heu, Papier
oder besser mit Holzwolle ausgestopft; das Fuellmaterial wird mit einer
Keule so fest wie moeglich gestampft. Ist die Kiste ganz gefuellt, so
werden die Toepfe sehr vorsichtig herausgehoben, damit die roehrenartigen
Oeffnungen fuer die Kochtoepfe bleiben; die ganze Polsterung wird dann fest
mit grauer Leinwand ueberzogen, ueber die Leinwand der oberen Flaeche spannt
man noch Wachstuch, um vorkommende Flecke abwaschen zu koennen. Fuer die
Kochtoepfe muessen in der Wachstuchauflage runde Oeffnungen ausgeschnitten
werden; die Raender werden an der Leinwand festgenaeht. Dieses Ueberziehen
der Polsterung mit Leinwand kann auch nach Belieben unterbleiben; ist das
Polstermaterial genuegend festgestampft so loesen sich beim Hineinstellen
und Herausnehmen der Kochtoepfe nicht leicht einzelne Teile desselben ab.
Die Wachstuchauflage ist empfehlenswert; die runden Oeffnungen fuer die
Kochtoepfe werden dann nicht festgenaeht, sondern in kleinen Spitzen
ausgeschnitten.
Zum Bedecken der Toepfe wird ein Kissen mit Holzwoll-, Watte- oder
Federfuellung angefertigt, welches den leeren Raum nach oben ganz ausfuellt
und einen wollenen Bezug haben muss.
Fertige Kochkisten in dieser Art mit den genau passenden Kochtoepfen,
deren festschliessende Deckel Teller bilden, sind kaeuflich.
Nach jedesmaligem Gebrauch muss jeder Selbstkocher zum Auslueften unbenutzt
eine Zeitlang geoeffnet stehen.
Auch kann man aus 5-8 Bogen Zeitungspapier, die nacheinander schnell fest
um einen ebenso geformten Kochtopf gehuellt und oben fest mit einer Schnur
zusammengebunden werben, einen gut funktionierenden Selbstkocher fuer
den Notbehelf herstellen. Fuer den taeglichen Gebrauch ist der
Papier-Selbstkocher, wenn auch billig und zweckmaessig, nicht zu empfehlen,
weil das Einhuellen Zeit beansprucht; da ist ein anderer Selbstkocher
praktischer und ordentlicher.
Der Selbstkocher dient nicht nur zum Fertigkochen der Mahlzeiten, sondern
auch, unbeschadet ihrer Guete, zum Warmhalten von Speisen jeder Art.
In Faellen, wo die Familienmitglieder gezwungen sind ihre Mahlzeiten zu
ganz verschiedener Zeit einzunehmen, sorgt der Selbstkocher dafuer, dass
jeder Einzelne bei seiner Heimkehr eine warme wohlschmeckende Mahlzeit
bereit findet.
Auch Kaffee erhaelt sich im Selbstkocher mehrere Stunden lang heiss und
wohlschmeckend.
Zu beachten sind folgende Punkte:
1. Huelsenfruechte, Backobst und geraeuchertes Fleisch muessen am Abend vor
dem Gebrauch mit kaltem Wasser eingeweicht werden.
2. Allen Speisen muss nur das genau abgemessene Quantum Fluessigkeit
beigegeben werden, da im Selbstkocher keine Fluessigkeit verdampft.
3. Die Toepfe sind moeglichst voll zu fuellen. Wird eine Kochkiste mit 2
Toepfen verwendet und soll zu einer Mahlzeit nur ein Kochtopf benutzt
werden, so empfiehlt es sich zur Erhaltung der Waerme den zweiten mit
kochendem Wasser angefuellt hineinzustellen oder die leere Oeffnung mit
einem passenden Kissen auszustopfen.
4. Die Speisen muessen in fest schliessenden Toepfen kochend in den
Selbstkocher gestellt werden, nachdem sie bereits 5 Minuten ordentlich
gekocht haben.
5. Das Hineinstellen des Topfes und das Schliessen des Selbstkochers muss
sehr schnell geschehen; der Deckel des Kochtopfes darf nun unter keinen
Umstaenden mehr gelueftet werden.
6. Beim Vorkochen muessen die Speisen durch oefteres Schuetteln des Topfes
vor Anbrennen bewahrt werden.
7. Der Selbstkocher darf waehrend des Kochens nicht geoeffnet werden,
geschieht dies dennoch aus irgend welchem Grunde, so muss das Gericht ueber
der Flamme wieder auf den Kochpunkt gebracht werden, ehe es von neuem in
den Selbstkocher kommt.
8. Zusammengekochte Gerichte, z. B. Aepfel und Kartoffeln, Bohnen mit
Aepfeln usw. muessen vor dem Anrichten untereinander geruehrt werden.